Architekten der Dystopie
Jacob Nordangards Buch „Die digitale Weltkontrolle“ ist ein prägnantes Resümee der technokratischen Bestrebungen so mancher elitärer Kreise.
Die technokratische Diktatur, die von bestimmten Kreisen angestrebt wird, zeichnet sich bereits seit einigen Jahren ab und gewinnt zunehmend an Kontur. Viele Autoren und Journalisten haben diese Dystopie bereits in unzähligen Artikeln beschrieben. Der schwedische Forscher und Autor Jacob Nordangard fasst die anvisierte digitale Dystopie nun in seinem neuen Buch übersichtlich zusammen und stellt die wesentlichen Akteure vor.
„Die digitale Weltkontrolle“ heißt das neue Buch von Jacob Nordangard. Bereits der Untertitel macht deutlich, worum es geht: „Die UN-Agenda, der Zukunftspakt und die Abgabe der Freiheit.“ Damit ist der Ton gesetzt und die Bedrohung klar benannt: Vom Zukunftspakt der Vereinten Nationen geht die Gefahr einer digitalen Kontrolle unter Aufgabe aller Freiheiten aus. Dass diese Vorstellung aber nicht erst in den letzten Jahren entstanden ist und ihren Ursprung nicht in den UN-Institutionen an sich hat macht Nordangard im Laufe des Buches deutlich.
Er beschreibt eine Agenda, die seit mindestens einem Jahrhundert vorbereitet und über einflussreiche, von vermögenden Individuen gegründeten Thinktanks, Stiftungen und Organisationen kontinuierlich vorangetrieben wird. Eingebracht in internationale Organisationen und im Gewand immer neuer, wohlklingender Programme in die internationale und nationale Politik der Welt eingeführt, befindet sich diese Agenda nun kurz vor der Vollendung. Das Ziel: die vollkommene, digitale Diktatur, in der alle Menschen an eine einheitliche Maschine angeschlossen sind und mittels KI regiert werden sollen — so Nordangard.
Seit der simulierten Corona-Pandemie nimmt die Umsetzung noch einmal an Fahrt auf — und das auf allen Ebenen. Der Great Reset, den Klaus Schwab, bis 2025 Vorsitzender des World Economic Forum, formuliert hat, spiegelt diese Idee ebenfalls wider. Doch nicht nur das WEF: Alle großen Namen kommen hier zusammen, und Nordangard fügt sie zu einem umfassenden Bild zusammen und skizziert, wie sie gemeinsam auf dasselbe Ziel hinarbeiten. Seien es das WEF, der Club of Rome, die Global Challenges Foundation, das Stimson Center, die Group of Thirty (G30), die G20, die Trilaterale Kommission, die Rockefeller Stiftung oder die Gates Foundation. Sie alle sind in diesem Kontext erwähnenswert und wirken an unterschiedlichen Stellen — oft auch in fein aufeinander abgestimmter Zusammenarbeit — auf ähnliche Ziele hin. Dabei sind die Verflechtungen zwischen all diesen Organisationen sehr eng — sowohl personell als auch finanziell.
Im Zentrum stehen Nordangard zufolge die Vereinten Nationen, die zu einem umfassenden Weltorgan umgebaut werden sollen. Dieser Umbau erfolgt über die Agenda 2030, die schön klingende Nachhaltigkeitsziele (SDGs) formuliert, über die die Implementierung dieser Dystopie erreicht werden soll. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, betonte in seinem Bericht „Our Common Agenda“ noch einmal das Bekenntnis zu den SDGs und kündigte zugleich deren Weiterentwicklung an. Dazu hat er zwölf Punkte zu ihrer Umsetzung skizziert. Auf diese zwölf Punkte geht Nordangard anschließend im Detail ein.
Ausgiebig seziert er die wohlklingenden Versprechungen, die in einer Reihe von Abkommen und Erklärungen gemacht werden und offenbart, dass sich hinter einem neuen Gesellschaftsvertrag, der Bewahrung des Friedens oder der Reform der internationalen Nahrungsmittelproduktion ein technokratischer Alptraum feudalistischer Strukturen unter der Kontrolle eines einheitlichen Organs — nämlich der Vereinten Nationen — steckt.
Johan Rockström, Vorsitzender des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung, sagte dazu:
„Ich sehe keine andere Möglichkeit, als dass 200 Länder einen Teil ihrer Entscheidungsmacht an eine planetare institutionelle Verwaltung abgeben. […] Und es gibt nur eine einzige globale Institution, und zwar die Vereinten Nationen.“
Hinzu kommt das Projekt einer Reduktion der Weltbevölkerung, das nicht nur die logische Konsequenz vieler Reformen sein soll, sondern auch ausdrücklich als Ziel benannt wird. Hans Joachim Schellnhuber, ehemaliger Vorsitzender des Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung erklärte dazu bereits 2009:
„Wir haben nämlich endlich etwas stabilisiert — genauer gesagt, die Schätzung für die Tragfähigkeit des Planeten, die unter einer Milliarde Menschen liegt.“
Ausgegeben wurde diese Agenda dabei bereits vom Club of Rome, der in seinem Bericht „Die erste globale Revolution“ aus dem Jahr 1991 schrieb:
„Der gemeinsame Feind der Menschheit ist der Mensch selbst.“
Dies ist auch der Hintergrund der Klimawandel-Agenda. Denn diese ermöglicht es nicht nur, die Menschen von einer digitalen Kontroll- und Überwachungsstruktur zu überzeugen, sondern auch davon, dass eine Bevölkerungsreduktion das Beste für den Planeten wäre. Dabei arbeiten die Verantwortlichen mit Angst und Überzeugungskraft. Dazu sagt der Club of Rome:
„Es gibt zwei mögliche Ansätze: Der eine besteht in dem Versuch, Moralvorstellungen zu entwickeln, die materiellen Lohn durch Zufriedenheit ersetzen. Der andere läuft darauf hinaus, den Menschen so viel Angst einzujagen, dass sie Opfer bringen, um eine Katastrophe zu verhindern. Beide Methoden müssen ausprobiert werden.“
Die Klimawandel-Agenda wird zudem mit dem Weltfrieden verknüpft. Da der Frieden aufgrund des sich wandelnden Klimas bedroht sei, müsse der Klimawandel in der Sicherheitspolitik verankert werden. So gab es bereits mehrere Abstimmungen im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, um genau das zu erreichen. Verhindert wurde dies bislang von Russland, China, sowie Pakistan und Indien, die den Klimawandel nicht als Sicherheitsrisiko betrachten.
Zur Implementierung der Klimawandelagenda setzen die Institutionen auf die Zensur gegenteiliger Informationen. Dazu haben sich die Vereinten Nationen etwa mit Google zusammengetan, um die UN-Informationen in den Vordergrund zu stellen und gegenteilige Informationen zu zensieren. Melissa Fleming, die Leiterin des Department of Global Communications der UN sagte dazu:
„Wie Sie wissen gehört uns die Wissenschaft, und wir denken, dass die Welt sie kennen sollte und die Plattformen ebenfalls.“
In die digitale Kontroll- und Überwachungsinfrastruktur wird auch die KI eingegliedert. Diese soll eine automatisierte und flächendeckende Überwachung möglich machen und bei Verstößen gegen die Vorgaben oder das Völkerrecht Sanktionen automatisiert verhängen können. Mit wohlklingenden Worten der Inklusion benachteiligter Gruppen sollen zudem auch Frauen, Indigene und andere Minderheiten in die digitale Kontrollstruktur eingegliedert werden.
Die Agenda, Frauen in den Fokus zu rücken zielt damit nicht darauf ab, eine gleichberechtigte Teilhabe zu verwirklichen, sondern die Überwachungsmaschinerie auch in Weltregionen auf dieses Geschlecht auszuweiten, in denen Frauen bisher nicht über Bankkonten oder Zugang zur digitalen Welt verfügen. Verbunden wird all dies mit einer digitalen ID, die wiederum den Zugriff auf eine digitale Zentralbankwährung ermöglichen soll. Diese stellt schließlich das ultimative Kontrollwerkzeug dar.
Jacob Nordangard offenbart in seinem Buch die Hintergründe und Strippenzieher dieser weitreichenden Agenda eines globalen Techno-Feudalismus, die in vielen Formen, aber mit einem einheitlichen Ziel implementiert wird. Viele der Namen — allen voran der Name Rockefeller — sind hinlänglich bekannt, andere hingegen bislang eher unbekannt.
Die Verflechtungen von privaten Stiftungen, Thinktanks und Einzelpersonen mit den internationalen Organisationen wird von ihm sehr anschaulich herausgearbeitet. Dabei wird insbesondere die Bedeutung öffentlich-privater-Partnerschaften deutlich.
Diese werden von Milliardären und Konzernen wie Monsanto, Bayer, Coca-Cola, Cargill oder Nestlé mit internationalen und nationalen Institutionen eingegangen, um die Agenda der Nachhaltigkeitsziele umzusetzen. Dass diese Konzerne überhaupt involviert sind zeigt bereits, dass es nicht um Nachhaltigkeit oder soziale Entwicklung geht. Auch die Rolle philanthropischer Stiftungen und deren Gründer arbeitet Nordangard heraus. So wird klar, wie über Jahrzehnte eine einheitliche Agenda in die internationale Politik einsickerte, deren Umsetzung durch alle großen historischen Umbrüche hindurch forciert werden konnte.
Alles, was Nordangard beschreibt, klingt wie eine wilde, geradezu absurde Verschwörungstheorie. Doch die Beweislage legt seine Schlussfolgerungen nahe. Denn für seine Darstellung stützt er sich nur auf offizielle Informationen und die Berichterstattung von Mainstream-Medien. Dadurch, dass er seine Ausführungen mit zahlreichen Zitaten hochrangiger Offizieller oder philanthropischer Milliardäre untermauert, erhält man einen tiefen Einblick in die zutiefst menschenfeindliche und antidemokratische Selbstherrlichkeit dieser Akteure, die diese Agenda vorantreiben.
Man kann seine Schlussfolgerungen dennoch übertrieben finden. Es ist immerhin nicht unmöglich, dass er die unabhängig voneinander getätigten Aussagen, die — zumindest dem Anschein nach — unabhängigen Handlungen der einzelnen Akteure und ihre vielleicht nur zufälligen und aus hehren Interessen heraus entstandenen Beziehungen zueinander in einen größeren Kontext zusammenführt, als tatsächlich gegeben ist.
So könnte er Muster und Zusammenhänge erkennen, wo möglicherweise keine sind. Ebenso ist es aber auch möglich, dass sich Nordangards Schlüsse als richtig erweisen. Die Lektüre seines Buches lohnt daher auf jeden Fall — sei es als anregendes Gedankenspiel zur Erweiterung der Perspektive, oder als Beitrag, die Welt zu verstehen.
Jacob Nordangard reicht in seiner detaillierten Analyse an andere scharfe Analysten wie Whitney Webb heran — sein Buch lässt sich jedoch trotz der vielen Namen und Daten deutlich leichter lesen und nachvollziehen.

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