Das Iran-Inferno

Westliche Medien stellen die tödlichen Unruhen im Iran verzerrt dar und stützen sich dabei auf von der US-Regierung finanzierte NGOs, die auf einen Regimewechsel hinarbeiten.

Während tödliche Unruhen iranische Städte in Brand setzen, ignorieren westliche Medien die schockierende Welle der Gewalt und übernehmen ihre Informationen von Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die von der US-Regierung finanziert werden. Die einseitige Berichterstattung hat dazu beigetragen, dass Donald Trump kurz vor einer Genehmigung erneuter US-Angriffe steht. Die westlichen Medien ignorieren bis heute eine wachsende Zahl von Videobeweisen, die zeigen, dass Demonstranten in ganz Iran terroristische Taktiken anwenden, obwohl sie von Amnesty International und Human Rights Watch als „weitgehend friedlich“ beschrieben werden. Kürzlich veröffentlichte Videos, die sowohl von iranischen Staatsmedien als auch von regierungsfeindlichen Kräften stammen, zeigen öffentliche Lynchmorde an unbewaffneten Wachleuten, das Niederbrennen von Moscheen, Brandanschläge auf kommunale Gebäude, Marktplätze und Feuerwachen sowie Zusammenrottungen Bewaffneter, die in den Herzen iranischer Städte das Feuer eröffnen.

von Max Blumenthal

Stattdessen konzentrieren sich die Medien nahezu ausschließlich auf die Gewalt, die der iranischen Regierung zugeschrieben wird. Dabei stützen sie sich stark auf Todeszahlen, die iranische Diasporagruppen zusammengestellt haben, die vom National Endowment for Democracy (NED) — dem Regimewechsel-Arm der US-Regierung — finanziert werden und deren Vorstände mit überzeugten Neokonservativen besetzt sind.

Das NED hat selbst damit geprahlt, die „Woman, Life, Freedom“-Proteste vorangetrieben zu haben, die im Verlauf des Jahres 2023 iranische Städte füllten — und bei denen es auch zu grausamen Gewalttaten kam, die von westlichen Medien und Menschenrechts-NGOs ignoriert wurden. Heute ist das NED bei Weitem nicht der einzige geheimdienstnahe Akteur, der versucht, das Chaos im Iran anzuheizen.

Der israelische Spionage- und Attentatsdienst Mossad veröffentlichte über seinen offiziellen persischsprachigen Account auf Twitter/X eine Botschaft, in der er die Iraner dazu aufrief, ihre Aktivitäten zum Regimewechsel zu eskalieren, und zugleich Unterstützung vor Ort zusagte. „Geht gemeinsam auf die Straße. Die Zeit ist reif“, wies der Mossad die Iraner an. „Wir sind bei euch. Nicht nur aus der Ferne und mit Worten. Wir sind bei euch vor Ort.“

Teherans Sturz durch Terror

Die Proteste im Iran begannen Anfang Januar 2026, als Händler auf die Straße gingen, um gegen die durch westliche Sanktionen ausgelöste Inflation zu demonstrieren. Die iranische Regierung reagierte verständnisvoll auf die Proteste des Basars und stellte Polizeischutz für die Demonstranten zur Verfügung. Diese Demonstrationen lösten sich jedoch schnell auf, als eine amorphe Masse regierungsfeindlicher Elemente die Gunst der Stunde nutzte, um einen gewaltsamen Aufstand zu entfachen — ermutigt von Regierungen von Israel bis zu den USA sowie vom selbsternannten „Kronprinzen“ Reza Pahlavi, der Regierungsmitarbeiter und staatliche Medien als „legitime Ziele“ bezeichnet hat.

Am 9. Januar wurde Mashhad zum Schauplatz einiger der heftigsten Ausschreitungen, als regierungsfeindliche Kräfte Feuerwachen in Brand setzten, Feuerwehrleute am lebendigen Leib verbrannten, Busse anzündeten, Stadtangestellte angriffen, U-Bahn-Stationen verwüsteten und laut Angaben der örtlichen Stadtverwaltung Schäden in Höhe von mehr als 18 Millionen US-Dollar verursachten.

In Kermanshah, wo regierungsfeindliche Randalierer die dreijährige Melina Asadi erschossen haben, wurden militante Gruppen dabei gefilmt, wie sie mit automatischen Waffen auf die Polizei schossen. In Städten von Hamedan bis Lorestan filmten Randalierer sich selbst dabei, wie sie unbewaffnete Wachleute zu Tode prügelten, weil diese versucht hatten, ihre Randale zu verhindern.

Aus der zentraliranischen Stadt sind Aufnahmen aufgetaucht, die zeigen, wie Randalierer am 10. Januar einen öffentlichen Bus angreifen und in Brand setzen.

Währenddessen griffen in Teheran randalierende Menschenmengen die historische Abazar-Moschee an und setzten ihr Inneres in Brand, während andere in der Großen Moschee in Sarableh sowie im Schrein von Muhammad ibn Musa al-Kadhim in Kuzestan Brandanschläge verübten und Exemplare des Korans verbrannten.

Im Zentrum der Stadt Karaj setzten Randalierer ein großes städtisches Gebäude in Brand und brannten den Marktplatz im Herzen von Rasht bis auf die Grundmauern nieder. In Borujen brannten Berichten zufolge regierungsfeindliche Hooligans in einer Nacht der Plünderungen und Zerstörungen eine historische Bibliothek mit uralten Schriften nieder.

Kein einziger dieser Vorfälle hat seitens westlicher Regierungen oder Medien eine Reaktion ausgelöst, selbst nachdem das iranische Außenministerium Botschafter aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien dazu aufforderte, sich die Aufnahmen der von den Randalierern verübten Gewalt aus erster Hand anzusehen.

Angaben der iranischen Regierung zufolge wurden über 100 Polizei- und Sicherheitsbeamte während der Unruhen getötet. Dennoch beziffern zwei iranische, von den USA finanzierte NGOs mit Sitz in Washington die Todesopfer auf Seiten der Regierung deutlich niedriger.

Diese Gruppen wurden für westliche Medien zur wichtigsten Informationsquelle über die Proteste.

Lobbyisten für einen Regimewechsel bestimmen die Agenda

Bei der Schätzung der Zahl der Todesopfer im Iran stützten sich Medien in den USA und Europa auf zwei in Washington ansässige NGOs, die vom National Endowment for Democracy (NED) der US-Regierung finanziert werden: das Abdorrahman Boroumand Center for Human Rights in Iran und Human Rights Activists in Iran.

In einer Pressemitteilung des NED von 2024 wurde das Abdorrahman Boroumand Center for Human Rights in Iran ausdrücklich als „Partner des National Endowment for Democracy“ bezeichnet. An anderer Stelle ist in einer Erklärung der H*uman Rights Activists in Iran* von 2021 zu lesen, dass die Gruppe „ihr Netzwerk erweitert und beschlossen hat, finanzielle Unterstützung vom National Endowment for Democracy (NED), einer in den USA ansässigen nichtstaatlichen und gemeinnützigen Organisation, anzunehmen“, nachdem sie 2010 von der iranischen Regierung beschuldigt worden war, Verbindungen zur CIA zu unterhalten.

Das NED wurde unter der Aufsicht des CIA-Direktors der Reagan-Administration, William Casey, gegründet, um der Regierung trotz des weit verbreiteten Misstrauens gegenüber US-Geheimdiensten weiterhin Einmischungen im Ausland zu ermöglichen. Allen Weinstein, einer der Gründer, gab bekanntlich zu: „Vieles von dem, was wir heute tun, hat die CIA vor 25 Jahren verdeckt getan.“

The Washington Post und ABC News haben das Abdorrahman Boroumand Center in ihrer Berichterstattung über die Proteste im Iran prominent zitiert, dabei jedoch die Finanzierung der NGO durch das National Endowment for Democracy (NED) nicht erwähnt. Francis Fukuyama, der Ideologe, der den Gründungsbrief des Project for a New American Century — vielleicht das wichtigste Manifest des modernen Neokonservatismus — unterzeichnet hat, sitzt im Vorstand des Centers.

Zahlen der Organisation mit dem manipulativen Namen „Human Rights Activists in Iran“ haben noch weitere Verbreitung gefunden: Die jüngste Schätzung der NGO von 544 Todesopfern wurde von Dutzenden Mainstream-Medien aller politischen Richtungen in den USA und Israel sowie von Dropsite zitiert. Auch Stratfor, die „Schatten-CIA“, griff die NGO in einem Artikel mit dem Titel „Proteste im Iran bieten Gelegenheit für eine Intervention der USA und/oder Israel“ auf.

Die genaue Zahl der Opfer der Proteste ist nach wie vor schwer zu ermitteln — eine Informationslücke, die eine kunterbunte Gruppe von Online-Influencern mit überzogenen Behauptungen aus zweifelhaften Quellen gefüllt hat.

Zu diesen Propagandisten gehört Laura Loomer, eine bekannte jüdische Suprematistin und Trump-Vertraute, die unter Berufung auf eine angebliche „Quelle aus dem Geheimdienst“ lautstark verkündete, dass „die Zahl der iranischen Demonstranten, die von den Streitkräften des iranischen Regimes getötet wurden, mittlerweile bei über 6.000“ liege.

Auch das digitale Casino Polymarket übertrieb die Zahl der Todesopfer und behauptete ohne Angabe von Quellen, dass „über 10.000“ Menschen von den „iranischen Streitkräften, die automatische Waffen gegen die Demonstranten einsetzten“, getötet worden seien. Zudem wurde dort fälschlicherweise behauptet, der Iran habe „beinahe die gesamte Kontrolle“ über drei seiner fünf größten Städte verloren.

In den letzten Monaten erlangte Polymarket zweifelhafte Bekanntheit, weil Insider ihr Vorwissen über politische Entwicklungen — wie zum Beispiel den kürzlich erfolgten US-Militärangriff auf Caracas und die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro — ausnutzen konnten, um Hunderttausende Dollar einzustreichen. Der selbsternannte „weltweit größte Prognosemarkt“ wurde mit einer Großinvestition des KI-Kriegsherrn Peter Thiel gegründet und hat nun Donald Trump Jr. als Berater.

Durch die Verbreitung offensichtlich übertriebener Opferzahlen versuchen Regimewechsel-Aktivisten und Trumps Spießgesellen offenbar, den für seine Leichtgläubigkeit berüchtigten Präsidenten zu einem weiteren Militärschlag gegen Teheran anzustacheln.

In einer am 7. Januar 2026 veröffentlichten Einschätzung der Proteste beschrieb Stratfor das Chaos auf Irans Straßen als verlockende Gelegenheit für einen Krieg und schrieb:

„Zwar wird das Regime wahrscheinlich nicht zusammenbrechen, doch könnten die anhaltenden Unruhen Israel oder den Vereinigten Staaten Tür und Tor für verdeckte oder offene Aktivitäten öffnen, die darauf abzielen, die iranische Regierung weiter zu destabilisieren — entweder indirekt durch eine Förderung der Proteste oder direkt durch eine Militäraktion gegen iranische Führungspersönlichkeiten.“

Dennoch räumte der CIA-Auftragnehmer ein, dass „erneute Militärschläge gegen den Iran wahrscheinlich auch der aktuellen Protestbewegung ein Ende setzen würden, da sie stattdessen zu einem größeren Ausdruck von iranischem Nationalismus und iranischer Einheit führen würden — ein Muster, das nach den Angriffen der USA und Israels im Jahr 2025 zu beobachten war.“

„Bereit zum Schuss“

Die jüngste Runde regierungsfeindlicher Proteste im Iran erhielt erwartungsgemäß deutliche Unterstützung von einer ganzen Reihe westlicher Staatsoberhäupter, darunter auch vom israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu und US-Präsident Donald Trump.

„Wenn der Iran entsprechend — ganz nach seiner Gewohnheit — auf friedliche Demonstranten schießt und diese tötet, werden die Vereinigten Staaten von Amerika ihnen zu Hilfe kommen“, kündigte Trump an. „Wir sind bereit und es kann losgehen.“

Einige Tage später drohte Trump dem Iran erneut: „Ihr fangt besser gar nicht erst an, auf (Demonstranten) zu schießen — wir werden dann nämlich auch anfangen, zu schießen.“ Am 12. Januar verfügte Trump dann, dass jedes Land, das beim Handel mit dem Iran ertappt wird, mit einem Zoll von 25 Prozent auf Waren im Handel mit den USA belegt wird.

Berichten zufolge erwägt Trump nun einen Angriff und prüft Optionen von Cyber-Kriegsführung bis hin zu Luftangriffen. Das Tempo der regierungsfeindlichen Proteste dagegen scheint sich dagegen verlangsamt zu haben und eine relative Ruhe kehrt in die Großstädte zurück.

Mit zunehmender Beruhigung der Lage strömen nun Millionen iranischer Bürger auf die Straßen, von Teheran bis Mashhad, um ihre Empörung über die Ausschreitungen zum Ausdruck zu bringen, um die ausländischen Kräfte anzuprangern, die die Randale im Rahmen des Regimewechsels mit vorangetrieben haben, und um ihre Unterstützung für die Regierung zu bekunden. In den Nachrichtenredaktionen des Westens jedoch scheint es verboten, diesen Massen iranischer Demonstranten eine Stimme zu geben.


Redaktionelle Anmerkung: Dieser Text erschien zuerst unter dem Titel „Western Media Whitewashes Deadly Riots in Iran, Relying on US Government Funded Regime Change NGOs. ‚Toppling Tehran Through Terror‘“ bei Global Research. Er wurde von Gabriele Herb ehrenamtlich übersetzt und vom ehrenamtlichen Manova-Korrektoratteam lektoriert.