Der Facebook-Rekord

Aktuelle Entwicklungen belegen, dass Facebook überwindbar ist.

Mark Zuckerberg wird der Rekord allerdings nicht sonderlich gefallen. Auch der Twitter Chef Mark Dorsey wird sich nicht unbedingt wohl auf dem Weg fühlen. Denn der Facebook-Rekord zeigt, dass die angeblich sozialen Netze nicht für die Ewigkeit bestimmt sind. Was ist geschehen?

Der Rekord, den Facebook geknackt hat, ist der größte Wertverlust an einem Tag an der Börse (1), knapp 120 Milliarden Dollar, die der Kursverlust von 19 Prozent der Facebook-Aktie zur Folge hatte. Dass die Nutzer-Zahl von Facebook und der Gewinn nicht im erwarteten Maße wachsen, ist Auslöser des Verlusts.

Da Twitter kleiner ist, konnte es den Rekord nicht brechen. Dafür war der Kursverlust größer: 21 Prozent. Auch hier ist der Rückgang der Nutzer-Zahl als Folge der Bereinigung von Fake-Accounts der Grund (2).

Facebook und Twitter sind nicht für die Ewigkeit gebaut.

Die Verluste belegen, dass auch Facebook und Twitter den Weg vieler sozialer Netze gehen können, wie ihn schon viele andere gegangen sind. Oder erinnert sich noch wer an StudiVZ oder SchülerVZ? Genauso schnell, wie die Nutzer-Zahlen zunehmen, können sie auch wieder sinken, wenn eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird und ein neuer Hype entsteht. Dann können auch Facebook und Twitter schnell unbedeutend werden.

Warum ändert sich der Börsenwert von Twitter und Facebook so heftig, wenn die Nutzer-Zahlen leicht sinken oder nicht wie erwartet zunehmen? Bekanntlich ist es ja nicht das Geschäftsmodell dieser Anwendungen, dem Nutzer ein möglichst komfortables Netz anzubieten, das Modell ist, Nutzerdaten so umfassend wie möglich abzugreifen und über die Werbewirtschaft zu Geld zu machen; das dabei auch für die staatlichen Überwacher interessante Daten anfallen, ist ein nicht unerwünschter Nebeneffekt. Sinkt die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer, hat die geschaltete Werbung weniger Reichweite und ist weniger wert. Dann sind auch Twitter und Facebook weniger wert.

Warum also Facebook und Twitter nicht jetzt verlassen?

Wenn klar ist, wie dringend Facebook und Twitter die Nutzer brauchen, ist es dann nicht Zeit, diese undemokratischen, weil zentralisierten Netze zu verlassen und mit für das Verschwinden der Datenkraken zu sorgen? Wer meint, soziale Netzwerke unbedingt nutzen zu müssen, kann ja zu einem der dezentralen, werbefreien und unabhängigen Netzwerke wechseln, wie sie hier beschrieben sind. Dies wäre auch ein kleiner Beitrag dazu, das Internet wieder zu dem zu machen, was es einmal sein sollte: Ein Netz für jeden Einzelnen und nicht für die Konzerne.

Natürlich scheint es schwer, seine vielen „Freunde“ zurückzulassen. Ist es aber wirklich so schwer, eine Zeit lang parallel zu arbeiten? Der Rubikon ist das „Magazin für die kritische Masse“, alternative soziale Netzwerke benötigen diese kritische Masse auch, ist sie erreicht, kommt ein schnelles Wachstum in Gang. Rubikon-Leser sollten mit dafür sorgen, dass sie erreicht wird.

Aber der Rubikon ist doch auch auf Facebook und Twitter!

Das ist in der Tat so. Um eine große Reichweite zu erzielen und zu steigern, scheint das gegenwärtig noch nötig. Der Rubikon hängt eben wirtschaftlich von der Anzahl seiner Leserinnen und Lesern ab, da er werbefrei ist und bleiben wird. Eine große Reichweite ist Voraussetzung für genügend Spenden.

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Vermutlich wird Rubikon zukünftig auch Mastodon nutzen, eine freie, dezentrale Alternative zu Twitter.

Durch die Nutzung dieser Plattformen versucht der Rubikon einen kleinen Beitrag zur (Re-)Demokratisierung des Internets zu leisten. Es wird helfen, wenn auch Rubikon-Leserinnen und Leser mitmachen.


Quellen und Anmerkungen

(1) https://www.cbsnews.com/news/facebook-stock-price-plummets-largest-stock-market-drop-in-history/
(2) https://www.marketwatch.com/story/twitter-shares-slide-16-after-fake-account-purge-new-rules-in-europe-2018-07-27