Der fiktive Krieg

Die EU-Staaten simulieren eine russische Bedrohung nicht, weil sie Krieg führen wollen.

Seit Beginn der Eskalation in der Ukraine im Februar 2022 verschärfen die Regierenden der einzelnen EU-Staaten und der EU als Institution ihre Rhetorik gegenüber Russland. Sie investieren in Militär und erklären, man müsse binnen weniger Jahre kriegstüchtig sein. So sieht alles danach aus, dass sie einen großen Krieg gegen Russland vorbereiten. Diese Vorbereitungen sind aber wahrscheinlich nur eine Propaganda-Show, die eine finale Umverteilung rechtfertigen und den Zusammenbruch der EU maskieren soll.

Mit Beginn der russischen Intervention in der Ukraine hat sich die Situation in Europa rasant verändert. Seit nunmehr beinahe vier Jahren eskaliert diplomatisch und wirtschaftlich eine Konfrontation zwischen der EU und Russland, die einseitig von der EU provoziert wurde. Schleichend werden die europäischen Töne dabei immer extremistischer, und auch das Vorgehen des Staatenverbunds gegen Russland nimmt immer militaristischere Züge an. Hat man sich zunächst damit begnügt, Schutzausrüstung und humanitäre Güter an die Ukraine zu liefern, steigerte sich diese Unterstützung im Laufe der Zeit bis hin zu offensiven Geräten wie Panzern, Mittelstreckenraketen und einer gigantischen Menge an Munition.

Zudem ließ man sich nicht lumpen und transferierte Milliarden an Euro in das korrupte Regime in der Ukraine, das mit Demokratie und Freiheit überhaupt keine Berührungspunkte hat. Über einhundert Milliarden Euro wurden in dem Fass ohne Boden versenkt — ohne dass dies spürbare Auswirkungen auf den Konflikt gehabt hätte —, und weitere Multimilliarden sollen folgen, während die Länder der EU selbst in Siechtum verfallen sind, allen voran Deutschland, die einst größte Volkswirtschaft der EU.

Gleichzeitig wird in Wort und Tat aufgerüstet. Allein Deutschland hat ein Rüstungspaket aufgelegt, das über eine Billion Euro schwer ist. Infrastruktur und Militär sollen auf den Krieg vorbereitet werden, der in Form einer selbsterfüllenden Prophezeiung am laufenden Band beschworen wird. Wir müssen kriegstüchtig werden, so lassen uns diverse europäische Politiker wissen. Wahlweise bis 2030, 2029, 2028 oder am besten noch in diesem Jahr müssen wir bereit sein, einen möglichen russischen Angriff abzuwehren, der, so lässt man uns wissen, unmittelbar bevorsteht.

Und obwohl es keine Hinweise darauf gibt, dass die russische Regierung einen Angriff auf einen Mitgliedsstaat der EU plant — im Gegenteil erklären die Vertreter der russischen Regierung immer wieder, dass sie keinen solchen Schritt planen und sogar bereit sind, Sicherheitsgarantien zu geben —, werden diese Behauptungen genutzt, um die Bevölkerungen der EU -Staaten auf Krieg vorzubereiten.

Dazu wird das Militär aufgestockt, in Deutschland etwa auch durch einen verpflichtenden Wehrdienst, der ab diesem Jahr alle 18-Jährigen erfassen soll, sich aber auch problemlos auf ältere Jahrgänge ausweiten lässt. Hochrangige Bundeswehrgeneräle betätigen sich nicht nur als Berater, die für mehr Geld und Material plädieren, sie fühlen sich auch bemüßigt, private Unternehmen darauf einzustimmen, im Kriegsfall Unterstützung zu leisten, und ihnen anzuraten, Vorräte anzulegen. Dem Militär kommt in Deutschland erneut eine Stellung zu, die in der Geschichte der Bundesrepublik wahrscheinlich beispiellos ist, die sich aber mit dem „Corona-Putsch“, den NATO und die nationalen Militärs ab 2020 durchgeführt haben, schon abzeichnete.

Aufrüstung, Wehrdienst, Propaganda und striktes Festhalten an einem Krieg, der doch längst verloren ist: Alles deutet also darauf hin, dass die EU binnen weniger Jahre tatsächlich einen großen Krieg gegen Russland vom Zaun brechen wird. Ein solcher Krieg wäre jedoch kompletter Irrsinn. Denn das zum Feind auserkorene Russland hat sich in der vergangenen Jahren — wie übrigens stets im Laufe der Geschichte — als äußerst wehrhaft erwiesen. Nicht nur konnte Russland durch die ökonomischen Sanktionen nicht „in die Knie“ gezwungen oder gar „zerschlagen“ werden, wie westliche Politiker immer wieder ihre Wünsche geäußert haben. Auch militärisch hat Russland enorme Fortschritte erzielt.

Denn der Konflikt, den Russland in der Ukraine im Grunde gegen die ganze NATO ausficht, hat die militärischen Strukturen Russlands effizienter gestaltet. Im Laufe der Jahre kam es zu einer Umgestaltung der Verteidigungsstruktur sowie zum Austausch einiger Personen, die sich eher als Hindernis erwiesen haben. Das Militär selbst ist in der Zeit drastisch gewachsen, zum Teil auch bedingt durch die guten finanziellen Konditionen. Der Konflikt hat die Entwicklung neuer Waffentechnik vorangetrieben; Oreshnik, Burevestnik und Poseidon sind hier Namen, die dem Westen wahrscheinlich einiges an Kopfzerbrechen bereiten. Auch die Drohnentechnik hat sich im Laufe der vergangenen Jahre enorm entwickelt mit der Folge, dass moderne Kriege hauptsächlich durch Drohnen ausgefochten werden.

Diese moderne Form der Kriegsführung aber ist für EU und NATO vollkommenes Neuland.

Während das russische Militär in den letzten Jahren einiges an Erfahrung sammeln und die Techniken verfeinern konnte, es diese Erfahrung aufgrund mutmaßlich sehr geringer Verluste an der Front auch nutzbar machen können wird, hat die NATO im Grunde noch nie einen Krieg gegen einen gleichberechtigten oder gar überlegenen Kontrahenten geführt.

NATO- und EU-Truppen sind also auf einen Krieg gegen Russland überhaupt nicht vorbereitet.

Umso mehr, als alle bedeutenden europäischen Armeen mit enormen Problemen zu kämpfen haben. Nicht nur haben sie ihre Depots bedenklich geleert und ihre Munition und Waffen in der Ukraine versenkt. Auch die westliche Militärtechnik ist im höchsten Maße von Defekten geplagt und im Krieg kaum nutzbar zu machen. Seien es Flugzeugträger in Großbritannien und Frankreich, die regelmäßig versagen, oder deutsche Panzer, die den an sie gestellten Anforderungen nicht gewachsen sind — westliche Technik versagt im Angesicht tatsächlicher Gegenwehr. Auf dem Gebiet der Kriegsführung mithilfe von Drohnen sind EU- und NATO-Truppen nicht nur vollkommen unerfahren, sie verfügen auch längst nicht über die Produktionskapazitäten und -bestände, die Russland aufzubieten in der Lage ist. Es gibt ein zusätzliches Problem, das darin besteht, dass die jungen Männer und Frauen der EU keine Lust haben, sich in einem Krieg wie Schlachtvieh verheizen zu lassen. Unwilliges Menschenmaterial an eine Front zu schleifen, dürfte ein großes Problem mit Deserteuren mit sich bringen, wie es derzeit in der Ukraine schon beobachtet werden kann.

Die EU hat also in einem Krieg gegen Russland kaum eine Chance, trotz ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit. Doch es ist auch unwahrscheinlich, dass dieser Krieg tatsächlich geplant ist.

Die Führer der EU-Staaten müssten schon dem Wahnsinn verfallen sein, wenn sie diesen Krieg tatsächlich mutwillig provozieren würden. Das ist zwar immerhin noch eine Möglichkeit, aber wahrscheinlicher ist, dass nicht der Krieg das Ziel ist, sondern das Theater der Aufrüstung.

Das ist relativ leicht zu verstehen, wenn man sich vor Augen führt, wer eigentlich von dieser Aufrüstung profitiert. Hinter beinahe allen großen Rüstungsfabriken steht nämlich als nicht unbedeutender Anteilseigner BlackRock. Und BlackRock ist der Finanzkonzern, der gegenwärtig auch den deutschen Bundeskanzler stellt. Einen Bundeskanzler, der zufällig einer der schärfsten Kriegstreiber der EU ist. Es ist auch dieser Kanzler Merz, der das Billionen Euro schwere Aufrüstungspaket mithilfe des abgewählten Bundestags rechtswidrig auf den Weg gebracht hat. Natürlich ist BlackRock dabei nicht allein, es gibt noch eine Reihe weiterer Anteilseigner, die ein Interesse an Renditen haben, somit also an Aufrüstung, diefür einen steten Strom von Steuergeldern in die Taschen der Anteilseigner sorgt. Mittels Aufrüstung wird also die Bevölkerung geschröpft, und die Finanzkonzerne parasitieren unter freundlicher Mithilfe des von ihnen instrumentalisierten Staates am Geld der Menschen.

Es handelt sich um eine gigantische Umverteilung von unten nach oben, die über die Aufrüstung bewerkstelligt wird, nachdem zuvor schon unter dem Vorwand einer Coronapandemie — die es nie gab — über den Pharmasektor umverteilt worden war. Dasselbe findet via Ukraine statt, deren Korruptionsskandal eigentlich ein westlicher Skandal ist. Denn in den betroffenen Unternehmen sitzen auch westliche Vorstände, die sich die EU-Finanzhilfen für die Ukraine in die eigene Tasche stecken.

Die Kriegspropaganda ist notwendig, um diese Umverteilung gegenüber der eigenen Bevölkerung zu rechtfertigen. Es bedarf immer eines Anlasses, um Umverteilung in diesem gigantischen Ausmaß umsetzen zu können.

War es zunächst eine Pandemie, so ist es eben jetzt die vermeintliche Kriegsgefahr, die ja in Form einer selbsterfüllenden Prophezeiung überhaupt erst provoziert wird — gerade um den Vorwand für die Umverteilung zu bekommen. Ob der Krieg dann tatsächlich stattfindet, ist gar nicht mehr entscheidend. Die Gelder sind bereits umverteilt. Krieg ist vielleicht nur optional, allerdings würde er die Möglichkeit für weitere Profite in Form der Privatisierung der zerstörten Länder während eines Wiederaufbaus schaffen.

Hintergrund ist dabei auch, dass sich die Situation des Finanzsystems seit Jahren enorm verschlechtert. Schon Corona war ein Versuch, den Kollaps des Finanzsystem noch einmal zu verzögern. Die Bilanzen sind nun aufgeblähter als je zuvor, der Gold- und Silberpreis erreicht immer neue Höhen, ebenso wie die Aktienmärkte trotz Stagnation oder Rezession immer weiter in die Höhe klettern. Besonders bemerkenswert ist der KI-Hype, der zu unfassbaren Investitionen geführt hat, obwohl es kein verwertbares Produkt gibt, das in Zukunft Rendite für diese Investitionen verspricht. Längst hat sich eine „Everything-Bubble“ entwickelt, die alle Bereiche miteinschließt und jederzeit platzen kann. All das kann nicht ewig gut gehen, weshalb ein Abriss des Systems notwendig ist. Dieser kann über Krieg erzielt werden, aber es ist ebenso möglich, dass die ganze Hysterie einzig dem Zweck dient, auch das letzte bisschen Geld aus den Menschen zu pressen und umzuverteilen, bevor das System final kollabiert.

Ein echter Krieg ist dafür gar nicht notwendig — es genügt das Beschwören einer Bedrohung, die als Rechtfertigung für jeden noch so absurden Wahn und die Umverteilung gigantischer Summen Geldes herangezogen wird.