Der gechippte Arbeitnehmer

In den USA sollen Unternehmen ihren Mitarbeitern Mikrochips unter die Haut pflanzen dürfen.

Bisher kannte man das Chippen eher aus der Nutzviehhaltung. Im US-Bundesstaat Michigan wurde jetzt ein Gesetz im Repräsentantenhaus verabschiedet, welches Firmen erlaubt, ihre menschliche Belegschaft mit Chips zu versehen und zu überwachen. Wie soll man so eine Neuerung nennen — „Nutzmenschenhaltung“? Jedenfalls demonstrieren Überwachungsfanatiker immer unverblümter, wohin die Reise gehen sollen. Staat und Unternehmer suchen an verschiedenen Fronten den Zugriff auf die Integrität des menschlichen Körpers. Menschen, die vor weiteren Schritten elektronischer Verhaltenskontrolle warnen, müssen sich nicht länger vorhalten lassen, Schwarzseher und Verschwörungstheoretiker zu sein.

Eine der Initiatorinnen des Gesetzes — Bronna Kahle von den Republikanern — zeigt sich in ihrer Pressemitteilung zu der Sache begeistert (1):

„Die Chips, die ungefähr die Größe eines Reiskorns haben, werden in die Hände der Angestellten implantiert und dienen als Ersatz für Ausweise, Zeitkarten, Benutzernamen und Passwörter für die Sicherheitsfreigabe und sogar Kreditkarten.“

Verkauft wird das Gesetz als Schutz sowohl für Unternehmen als auch Arbeitnehmer. Den Unternehmen soll mit dem Gesetz nicht verboten werden dürfen beziehungsweise explizit erlaubt werden, ihren Mitarbeitern Mikrochips unter die Haut zu pflanzen. Der Schutz der Arbeitnehmer soll darin bestehen, dass das alles freiwillig sei. Nun ja, wer einen Arbeitsplatz haben will, der macht das dann eben „freiwillig“.

In der bereits erwähnten Pressemitteilung zu dem Gesetz heißt es unter anderem weiter:

„Microchipping wurde in vielen Gesprächen vorgebracht, bei denen Unternehmen im ganzen Land kosteneffektive Wege zur Steigerung der Arbeitsplatz-Effizienz untersucht haben. (…) Obwohl diese Art von Technologie noch nicht ganz in unserem Staat Einzug gehalten hat, wäre ich nicht überrascht, wenn sie in den nächsten Jahren landesweit zu einer Standard-Geschäftspraxis wird.“

Das neue „Schutzgesetz“ muss noch den Senat von Michigan passieren.

Dieses Mikrochip-Szenario wirkt erschreckend. Bei der Speicherung von Daten zu Impfungen unter der Haut gehen Forscher aus den USA allerdings noch einen Schritt weiter (2):

„MIT-Forscher (Anmerkung des Übersetzers: MIT steht für Massachusetts Institute of Technology) haben jetzt eine neuartige Methode entwickelt, um die Impfgeschichte eines Patienten aufzuzeichnen: Die Daten werden in einem für das bloße Auge unsichtbaren Farbstoffmuster gespeichert, das gleichzeitig mit dem Impfstoff unter die Haut gegeben wird. (…)

Um eine dezentralisierte Krankenakte ‚des jeweiligen Patienten‘ zu erstellen, entwickelten die Forscher einen neuen Typ von Quantenpunkten auf Kupferbasis, die Licht im nahen Infrarot-Spektrum aussenden.

Durch die selektive Beladung der Mikronadeln mit Mikropartikeln erzeugen die Pflaster ein Muster in der Haut, das für das bloße Auge unsichtbar ist, aber mit einem Smartphone gescannt werden kann, bei dem der Infrarotfilter entfernt wurde. Das Pflaster kann so angepasst werden, dass verschiedene Muster eingeprägt werden können, die der Art des verabreichten Impfstoffs entsprechen.

‚Es ist möglich, dass dieser ‚unsichtbare‘ Weg eines Tages neue Möglichkeiten für Datenspeicherung, Biosensorik und Impfstoffanwendungen schaffen könnte.“


Quellen und Anmerkungen:

(1) http://gophouse.org/rep-kahles-plan-to-make-microchipping-in-michigan-voluntary-for-workers-and-job-providers-passes-house-unanimously/
(2) https://www.rubikon.news/artikel/unter-der-haut