Der Hoffnungsquickie

Inmitten all des Chaos in der Welt gibt es auch gute Nachrichten. Teil 21.

Die Welt ist ein schlechter Ort. Diesen Eindruck kann zumindest jeder bekommen, der die Welt durch das mediale Brennglas betrachtet: Katastrophen, Kriege, Lügen, Heuchelei und Zerstörung bestimmen die vermittelte Realität. Obwohl jedem bekannt sein dürfte, dass dies nur ein stark begrenzter Ausschnitt der Wirklichkeit ist, übernehmen ihn viele allzu häufig als einzig mögliches Weltbild. Daher hat sich die Mutmach-Redaktion entschlossen, in regelmäßigen Abständen gute Nachrichten in die Weltuntergangsszenarien einzustreuen. Denn: Es geschehen auch viele Wunder, Erfolge und erfreuliche Ereignisse. Diese verkaufen sich medial nur nicht so gut wie die unter einem reißerischen Titel vorgetragene Katastrophe. Gute Nachrichten erfordern keine tiefgehende Analyse, sie dienen als kurze Verschnaufpause, um das einseitig verzerrte Weltbild wieder ein Stück ins Lot zu rücken.

Syntropische Landwirtschaft: Ein Visionär zeigt, was möglich ist

Am Anfang waren die Radieschen. Bereits im Kindesalter pflanzte Ernst Götsch hinter seinem Elternhaus in der Schweiz Radieschen. Die kleine rote Knolle weckte seine Neugier und nach mehr als 65 Jahren ist seine Vorgehensweise noch immer dieselbe wie damals: Pflanzen, Beobachten, Testen und Weiterentwickeln.

In Anbetracht der genetischen Verbesserung von Futterpflanzen an der renommierten landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Zürich-Reckenholz begann Ernst Götsch den konventionellen Weg der Landwirtschaft infrage zu stellen:

„Was wäre, wenn wir die Bedingungen, die wir den Pflanzen geben, verbessern, statt zu versuchen, genetische Merkmale in ihnen zu finden, die sie befähigen, unsere Misshandlungen besser zu ertragen?“

Nachdem erste Tests in seiner Heimat gute Ergebnisse zeigten, erhielt Ernst Götsch auch aus tropischen Ländern Anfragen. Er probierte es und wandte seine Anbaumethoden unter anderen klimatischen Bedingungen in einem ihm unbekannten Ökosystem erfolgreich an. Damit war klar: Seine Methoden und Prinzipien sind auf verschiedene Biome oder Boden- und Klimabedingungen anwendbar.

„In der Natur gibt es keinen Konkurrenzdruck und keinen harten Wettbewerb. Alle Beziehungen basieren auf Kooperation und bedingungsloser Liebe und sind immer auf die Erfüllung einer bestimmten Funktion ausgerichtet“ (Ernst Götsch).

Im Jahr 1982 zog Ernst Götsch nach Brasilien. Durch die Arbeit seiner Hände und ohne Ressourcenverbrauch ließ er auf trockenem und degradiertem Weideland einen blühenden Nahrungswald mit 14 ganzjährig fließenden Wasserquellen entstehen. Wenn man die Bewohner in der Region nach Regen fragt, ist die Antwort: „Beim Gringo regnet es immer.“ Weitere Informationen finden Sie auf der deutschen Website ernstgoetschworkshop.de.

Gemeinsam sind wir stark

Rubikon-Autorin und Tanztherapeutin Antje Barthels aus Gommern gründete mit ihrem Ehemann Friedemann Barthels und anderen Menschen ein Bürgerforum und berichtete mir nun, wie dort eine ernst zu nehmende Gemeinschaft wächst, eine Gemeinschaft, die nicht unbedingt an einen Ort gebunden ist, sich aber immer wieder auch leibhaftig trifft — zum Beispiel bei Antje im Tanzraum und Garten:

„Voriges Mal waren wir 40 Erwachsene und 13 Kinder. Es gibt beim Bürgerforum ein paar wenige Leute, die immer da sind, dann ein paar, die kommen alle zwei, drei Monate mal vorbei und dann schauen auch immer wieder neue Menschen herein. Zwei lange Tische dienen als Buffet, das sich wie von alleine füllt und von dem jede und jeder nimmt.

Auch inhaltlich füllt sich das ‚Buffet‘ immer wieder wie von selbst. Jedes Mal kommt ein Input aus den eigenen Reihen, Menschen stellen sich vor mit ihren Visionen und Projekten aber auch mit ihren Fähigkeiten beziehungsweise mit ihren Sorgen. Es wächst ein Netzwerk, in welchem wir achtsames Zuhören und Sprechen üben. Ich koordiniere die Abende, sortiere etwas vor, und gemeinsam mit meinem Mann moderieren wir das Ganze, damit es lebendig aber nicht chaotisch läuft, helfen sozusagen, eine sinnvolle Struktur aufzubauen.

Im Garten stand ein Tipi. Nachdem wir im Tanzraum zwei sehr interessante Vorträge gehört hatten, dann noch Berichte von Besuchen beim Bürgermeister in Gommern und vom aktuellen Stand der Freilernerszene in unserer Gegend, ging es in zwei Gruppen nacheinander ins Tipi. Dort saßen wir um eine Feuerschale, eine Baumperle ging von Hand zu Hand und jede und jeder kam zu Wort. Es flossen sogar ein paar Tränen und eine Frau schrieb hinterher im Chat, dass sie ihren Mann nach 30 Jahren ein Stück neu kennenlernen konnte ...

Überhaupt kennenlernen — ich habe noch nie in meinem Leben so viele verschiedene Menschen kennengelernt, aus so verschiedenen sozialen Schichten mit so unterschiedlichem Hintergrund — und doch lernen wir gerade, uns außerhalb unserer Blasen füreinander zu interessieren.

Zwischen den Treffen im Bürgerforum gibt es Aktivitäten der Unterstützung. Wir versuchen auch, das alternative Wirtschaften ins Leben zu bringen. Wir tauschen viel, überlegen, wie ein anderer Ausgleich gefunden werden kann, wenn kein Geld da ist, und dabei bekommen die Menschen wieder mehr ein Bewusstsein dafür, was in ihnen steckt.

Interessant finde ich, dass sich hier irgendwie viele Menschen treffen, deren Leben gerade einen Bruch erfahren hat. Dieser (meist schmerzhafte) Bruch, an welcher Stelle auch immer — beruflich, Beziehungen, finanziell, wird aber im Nachhinein als sehr kostbar wahrgenommen, weil es die Menschen wie wachrüttelt. Wir sind sehr gespannt, wohin die Reise weiter geht ...“

Vielleicht inspiriert dies manche Leser und Leserinnen, selbst eine ähnliche Gemeinschaft zu gründen oder sich eben beschriebenem Bürgerforum anzuschließen. Wenn Sie Kontakt mit Antje aufnehmen möchten, schreiben Sie eine E-Mail an mut@rubikon.news und wir leiten die Nachricht weiter.

Auf dass viele Menschen sich dank moderner Internettechnik persönlich begegnen und erfahren, wie sich das Leben anfühlt, wenn wir in der analogen Welt miteinander in Kontakt treten, anstatt Nachrichten zu konsumieren und uns einzubilden, dadurch wüssten wir, wie die Welt ist.

Inspiration für den Wandel, Balsam für die Seele

Der Dokumentarfilm „Eine andere Zukunft“ ist online

Mit dem Ziel, einander wieder besser zu verstehen und miteinander ins Gespräch zu kommen, drehten Patricia Marchart und Georg Sabransky in enger Zusammenarbeit mit namhaften, engagierten Menschen aus Wissenschaft und Medizin sowie zahlreichen jungen Menschen den Film „Eine andere Zukunft“.


Zwei Jahre lang hat die Politik Kinder und Jugendliche ausschließlich medizinisch-virologisch betrachtet, als Gefährder der Gesellschaft bezeichnet, die täglich getestet werden und Maske tragen müssen. Begegnungsorte, soziale Kontakte, Schul- und Vereinssport, Lebensfreude, Unbeschwertheit und vieles mehr wurde ihnen genommen. Sie wurden so lange als gefährdet bezeichnet, irrationalen Ängsten der Erwachsenen ausgesetzt, dass sich diese tief in ihre Psyche eingraviert haben. Die Maßnahmen für Kinder und Jugendliche waren zu keinem Zeitpunkt verhältnismäßig. Der angerichtete Schaden ist um ein Vielfaches größer als der geringe Nutzen, der damit generiert wurde.

„Ich habe mir eigentlich gedacht, dass wir als Gesellschaft die Kinder besser durch diese Pandemie bringen, weil von Anfang an klar war, dass Kinder, zum Glück, direkt von diesem neuen Coronavirus wenig betroffen sind, dass aber alle Maßnahmen die Kinder oder ihre Eltern betreffen, sich direkt auf die Gesundheit und Psyche von Kindern auswirken. Das wurde viel zu wenig erfasst, viel zu wenig ernst genommen und viel zu lange negiert“, sagt der Arzt und Gesundheitswissenschaftler Martin Sprenger.

Die beiden erfahrenen Fachärzte für Kinder- und Jugendheilkunde Arne Simon und Reinhold Kerbl zeichnen ein unaufgeregtes und sachliches Bild des Erkrankungsrisikos. Vor allem aber weisen sie auf die psychosozialen Folgen der Maßnahmen für Kinder und Jugendliche hin.

„Das Denken an Selbstmord betrifft mittlerweile 16 Prozent aller Jugendlichen. Für mich eine sehr bedrohliche Entwicklung“, meint Reinhold Kerbl und fordert nachdrücklich: „Wir müssen den Kindern wieder die Freiheit zurückgeben.“

Alle Infos, auch zu den Mitwirkenden sowie die beiden Trailer finden Sie auf der Website eine-andere-zukunft.com. Helfen Sie mit, den Film in die Welt hinauszutragen. Sie können ihn zum Beispiel für eine Filmvorstellung, ein Outdoorkino oder als Einstieg für eine Podiumsdiskussion sowie andere Debattenformate buchen. Der Film ist ohne jegliche öffentliche Förderung entstanden. Wenn Sie das Projekt unterstützen möchten, können Sie dies gerne über folgenden Link tun: eine-andere-zukunft.com.

Green Renaissance

Ein kleines, leidenschaftliches Team von Kreativen aus Südafrika dreht unter dem Namen „Green Renaissance“ mutmachende Videos zu verschiedenen Themen und über inspirierende Personen, die durch ihr eigenes Beispiel zeigen, was Menschen erreichen können.

Seit vielen Jahren träumt das Filmteam davon, seine Zeit und Energie dem Einfangen schöner und bedeutungsvoller Geschichten zu widmen. Ihre Filme sind eine Wohltat für die Seele. Auf ihrem YouTube-Kanal bieten sie bereits eine Fülle von Videos, die Lust auf mehr machen.

Ein Rubikon-Autor empfahl mir die Website, um mein von den Nachrichten erdrücktes Gemüt wieder zum Leben zu erwecken und nicht zu vergessen, wozu wir Menschen fähig sind, wenn wir uns nicht lähmen lassen. Dank der wundervollen Arbeit dieser jungen Kreativen können Sie Vertrauen und den Glauben an die Menschlichkeit zurückgewinnen. Wenn Sie das Projekt unterstützen möchten, können Sie auf Patreon an die Filmemacher spenden, damit sie langfristig viele Menschen daran erinnern, dass das Leben kostbar, geheimnisvoll und voller Möglichkeiten ist, die wir vor lauter Nachrichten oft nicht mehr wahrnehmen.


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