Der künstliche Gott
Im Manova-Gespräch mit Walter van Rossum erläutern die Politologen Tariq Hübsch, Ullrich Mies sowie der Ingenieur Alexander Paprotny, dass die Technik hinter AI stets der Herrschaft diente und dennoch „dümmer“ ist, als die meisten glauben.
Seit etwa vier Jahren werden wir flächendeckend mit zwei Buchstaben beschallt: KI, künstliche Intelligenz. Haben wir es nun mit einer großen Weltverbesserungsmaschine zu tun oder im Gegenteil mit einem Werkzeug des Teufels? Wir stehen angeblich kurz vor dem großen Durchbruch: „In drei bis acht Jahren werden wir eine Maschine mit der allgemeinen Intelligenz einer durchschnittlichen Person haben. Ich meine damit eine Maschine, welche in der Lage sein wird, Shakespeare zu lesen, ein Auto zu fetten, Verwaltungsarbeit zu machen, einen Witz zu erzählen und einen Streit zu haben. An jenem Punkt wird die Maschine beginnen, sich selbst mit fantastischer Geschwindigkeit weiterzubilden. In wenigen Monaten wird sie auf dem Niveau eines Genies sein, und danach werden ihre Möglichkeiten unberechenbar sein.“ So prophezeite es Marvin Minsky, einer der führenden KI-Forscher seiner Zeit, im Jahre 1970.
Seit etwa vier Jahren ist die KI massenkompatibel geworden — ungeheure Rechenleistungen und enorme Datenmassen haben es möglich gemacht. Doch von dem Maschinengenie, das Marvin Minsky vor über 50 Jahren ankündigte, ist weit und breit keine Spur. Geblieben sind die alten Fantasien. Das eine Lager verspricht eine glorreiche Zukunft mit einem KI-verbesserten Menschen in einer KI-optimierten Welt, während die andere Fraktion vor einer allmächtigen Maschine warnt, die der Kontrolle ihrer Schöpfer entkommen ist und ihrerseits die Kontrolle übernimmt.
Insofern ähnelt die KI dem lieben Gott, den wir lieben und verehren und vor dem wir uns gleichzeitig fürchten. Der äußerst einflussreiche amerikanische Software-Unternehmer Peter Thiel ist ein Prophet dieses religiösen KI-gestützten Transhumanismus und zugleich einer der gefährlichsten Datenkontrolleure.
Über Thiel und seine Welt hat Tariq Hübsch zusammen mit Thierry Chaudhry ein Buch geschrieben: „Peter Thiel. Palantir, der KI-Gott und das Ende des Menschen“, während sich Ullrich Mies in ein Gespräch mit der KI vertieft hat und ihr erstaunlich selbstkritische und kritische politische Kommentare entlockte.
Alexander Paprotny hat kürzlich einen Aufsatz mit dem Titel „Es gibt keine künstliche Intelligenz!“ (1) veröffentlicht.
Walter van Rossum im Gespräch mit Tariq Hübsch, Ullrich Mies und Alexander Paprotny
Hier können Sie das Buch bestellen: „Peter Thiel: Palantir, der KI-Gott und das Ende des Menschen“
Hier können Sie das Buch bestellen: „Kritik aus dem Maschinengeist: Totalitäre Abgründe - Gespräche mit der KI“

Hier können Sie das Buch bestellen: gegendruck.eu
Hier können Sie das Buch bestellen: „The Great WeSet: Alternativen in Medien und Recht“


