Der störende Normalmensch

Die internationale Ordnung der Staaten wird gerade im Schockverfahren aufgelöst. Die ideologische Begleitmusik dazu heißt: Dunkle Aufklärung.

Die UN ist dabei, rapide an Bedeutung zu verlieren. Das mag mancher nicht bedauern, hat sich die Organisation doch als ein Vehikel erwiesen, um die Nationalstaaten nach Maßgabe „elitärer“ Pläne zu gängeln. Doch was könnte auf die UN folgen? US-Präsident Trump hat es mit dem von ihm kreierten „Board of Peace“ vorgemacht: Ein exklusiver Club, besetzt nach den Gusto des Initiators, tagt ohne eine Spur demokratischer Legitimation unter Ausschluss der Nichtmitglieder. Von einer Gleichberechtigung aller Länder kann keine Rede sagen — schon gar nicht von demokratischer Mitbestimmung der Staatsvölker. Die Begründung für diese Form der illegitimen Machtergreifung ist immer dieselbe: Effizienz im Sinn der zu erreichenden Ziele, welche eine nach eigener Auffassung mit überlegener Erkenntnis begabte Machtclique festlegt. „Demokratie muss abgeschafft werden, damit es endlich vorangeht — so das Credo der Techno-Oligarchen.“ So beschreibt Autor Hermann Ploppa die wahren Absichten der Weltenlenker. Und er macht auf eine weitere besorgniserregende Entwicklung aufmerksam: Zunehmend werden Dienstleistungen, die früher staatlich waren, von Privatfirmen zur Verfügung gestellt. Oder eben verweigert. Wer die Kreise der Mächtigen stören könnte, muss von jeder Mitwirkungsmöglichkeit abgeschnitten werden. Und das betrifft in erster Linie uns, die „dummen“ Normalmenschen.

Der vom US-Präsidenten Donald Trump ins Leben gerufene sogenannte Board of Peace hat jetzt seine Arbeit aufgenommen (1). Eigentlich sollte dieses Gremium nur den Friedensprozess im Gazastreifen koordinieren und dann langfristig verwalten. Dazu ist dieser Friedensrat tatsächlich von den Vereinten Nationen ermächtigt worden. Jedoch übernimmt ein Unterausschuss dieser neuartigen Institution die Verwaltung des Gazastreifens. Während sich der Board of Peace bereits um weltweite Brandherde kümmert, und der Eindruck nicht ganz von der Hand zu weisen ist, dass er langfristig den Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen ersetzen soll (2).

Dazu passt natürlich exakt die Mitteilung des UNO-Generalsekretärs Antonio Guterres, dass die Vereinten Nationen Mitte dieses Jahres insolvent sein werden. Besonders die Vereinigten Staaten von Amerika haben schon seit vielen Jahren ihre Mitgliedsbeiträge nicht mehr entrichtet. Die UNO müsse dann bereits im Juli 2026 ihre Pforten schließen. Das kurze schmähliche Ende einer Institution, die 80 Jahre lang der zentrale diplomatische Knotenpunkt von 193 Staaten dieser Erde gewesen ist. Besteht eigentlich zwischen der Gründung des Board of Peace und der systematischen Austrocknung der Vereinten Nationen ein Zusammenhang?

Da mögen manche Beobachter jubeln. War doch die UNO zunehmend in negative Schlagzeilen geraten. Von Korruption und moralischen Verfehlungen im Stab der UNO war immer wieder die Rede. Immer wieder ließ sich die UNO willig einspannen, wenn die US-Regierung mit brutalen Sanktionen Länder in Hungersnöte und in den Zusammenbruch der lokalen Infrastrukturen trieb. Der Stempel der UNO verlieh auch völkerrechtswidrigen Angriffskriegen der westlichen Wertegemeinschaft die unverdiente Legitimation. Dennoch laufen über diese UNO immer wieder wichtige Kontaktlinien, um Konflikte auf niederer Stufe diplomatisch zu bereinigen. In der UNO sind Staaten unterschiedlichster Systeme miteinander verbunden.

Haben Sie sich schon mal ausgemalt, was bleibt, wenn diese traditionsreiche Instanz ersatzlos wegfällt? Und dann an ihre Stelle die Privatveranstaltung von Trumps Board of Peace tritt? Das ist, mit Verlaub, ein Alptraum.

Denn dieser Friedensrat ist besetzt mit lauter Spezis aus Trumps Familie und der dazugehörigen Oligarchenclique. Trump ist Chef auf Lebenszeit. Er kann aus eigenem Gutdünken bestimmen, wer seinem Board angehören darf und wer nicht. Und wer länger als eine Gnadenzeit von drei Jahren diesem Rat angehören will, der muss eine Milliarde Dollar bei Trump treuhänderisch hinterlegen. Diese ganze Konzeption des Board of Peace ist eine nackte Provokation für jeden verantwortungsbewussten Menschen. Eine derart grobe Provokation ist auch ein Versuchsböller, wie die Weltöffentlichkeit auf diesen Exzess des Neuen Feudalismus reagieren wird. Das pro forma immer noch kommunistische Vietnam hat indes seine Mitarbeit in Trumps privater Friedensfirma sofort zugesagt.

Russlands Wladimir Putin sagte, er könne sich vorstellen, dem Board beizutreten. Das Geld müsse allerdings aus in den USA festgehaltenen russischen Geldern aufgebracht werden. Und China hat sich bisher vornehm herausgehalten. Was natürlich nicht heißt, dass China untätig bleibt. Die Volksrepublik China webt weiter an ihren neuen Netzwerken von BRICS, Shanghai Cooperation Organization und der Seidenstraße. Wohl wissend, dass die USA sich mit der Zerschlagung der UNO selber eines wichtigen Hegemonie-Instruments beraubt.

Die verborgene Agenda der Staatszerstörer

Dabei begreift die Weltöffentlichkeit offenbar gar nicht, dass die Zerstörungswut der Trumpisten ein wichtiges Element zur radikalen Neugestaltung der Welt ist. Es geht um ein Konzept ungehemmter Investitionen und Innovationen durch die Techno-Oligarchen der USA. Sie wollen nicht mit dem Volk teilen. Die berühmte Aussage von Peter Thiel, Freiheit und Demokratie seien nicht miteinander vereinbar, bedeutet, dass die Volksherrschaft die Freiheit der Superreichen beeinträchtigt. Der Konsens aller Mitglieder einer Gesellschaft stört den genialen Innovator-Start-Up-Unternehmer daran, den technischen Fortschritt in jenem Tempo voranzutreiben, das er persönlich für durchführbar und zwingend notwendig hält.

Bei einer Demokratie kommt eben immer nur ein Kompromiss heraus. Und nicht das, was performativ optimal wäre. Demokratie muss abgeschafft werden, damit es endlich vorangeht – so das Credo der Techno-Oligarchen.

Das wird mittlerweile vollkommen ungeniert in die Öffentlichkeit posaunt. Und solange die Menschen draußen im Lande diese Drohung nicht ernst nehmen oder sie sogar naiv bejubeln, kann das Zerstörungswerk, die Disruption, ungestört ihren Fortgang nehmen. Unwidersprochen wird erklärt, dass der Gazastreifen zu einer Zone ungehemmter technologischer und sozialer Experimente genutzt werden soll (3). Und das heißt eben auch, dass die rechtmäßigen Bewohner des Gazastreifens, die Palästinenser, vertrieben werden wie früher die Indianer. Und es kommt auch wenig Widerspruch, wenn Grönland zu einem Experimentierfeld der Technoszene gemacht werden soll (4). In Gaza und Grönland sollen private Sonderwirtschaftszonen entstehen.

Das bedeutet: Noch 2026 wird die seit Jahrhunderten aufgebaute Weltordnung abgerissen. Nicht dass es irgendwie schade ist um die alte Weltordnung. Sie hat viel zu viel Leid, Hunger und Leichenberge verursacht. Sie hat die Willkür der Aggressoren und Imperialisten für gültiges Recht und Gesetz erklärt. Die Normative Kraft des Faktischen. Freie Fahrt für die Mächtigen.

Jedoch würde ich mal die Behauptung wagen: Jetzt wird gerade der Beelzebub mit dem Teufel ausgetrieben. Wo der öffentliche Sektor derart ungeniert ausgeschaltet wird wie in der neuen Pax Trumpicana, wo nur noch die Finanzakrobaten das Sagen haben, da werden sich die geschilderten Übel jener alten Weltordnung noch einmal exponentiell verschlimmern.

Die Hofdichter der dunklen Aufklärung

Diese neue Weltordnung hat bereits ihre eigenen Hofdichter und Ideologen hervorgebracht. Diese Panegyriker des real existierenden Trumpismus sagen ganz ungeniert: Demokratie ist von Übel. Es muss wieder alles so werden wie im Feudalismus. Natürlich nicht auf der Basis von Ackerbau und Viehzucht. Dafür aber auf der Grundlage der Digitaltechnik und Krypto-Währung. Gewählte Regenten und eine Verfassungsordnung hemmen den Fortschritt. Es müssen Führer mit den Machtbefugnissen von absolutistischen Königen her.

Die abrupte Entmachtung des Adels in der Französischen Revolution war für die Adligen ein tiefer Schock. Immer wieder sannen sie auf Rache und auf Wiederherstellung ihrer einstigen Macht. Sie mussten sich aber lange Zeit mit einem immer selbstbewusster werdenden Bürgertum arrangieren. Sie mussten erdulden, dass sogar Menschen aus den untersten Schichten der Bevölkerung in Regierungsverantwortung gelangten.

Pseudowissenschaftlich argumentierte der Adlige Gustave Le Bon, dass die geballte Macht von Menschenmassen wie ein unberechenbares Raubtier sei, das man nur aus vorsichtiger Distanz betrachten kann. Der österreichisch-ungarische Adlige Ludwig Heinrich Edler von Mises gilt als Stammvater der Marktradikalen Österreichischen Schule. In vielen seiner Schriften beschäftigt er sich mit dem Übel der Gemeinwirtschaft und des Gemeinwohls, wie er es wahrnimmt. Sein Schüler Friedrich August von Hayek entwickelte die Strategie, wie die marktradikalen Neofeudalisten innerhalb von vier Generationen die Diskurshoheit zurückgewinnen konnten. Hayek und der US-Ökonom Milton Friedman haben Diktaturen tatkräftig beraten, wie sie die Gemeinwirtschaft am effektivsten abschaffen konnten. Doch zu Lebzeiten dieser marktradikalen Disruptoren waren die Staaten noch so stark, dass an deren Beseitigung und Ersetzung durch neofeudale Königtümer noch gar nicht zu denken war.

Das änderte sich in dem Maße, in dem marktradikale Seilschaften in den Nationalstaaten immer mehr und immer erfolgreicher die Staatsfinanzen und die Institutionen des Gemeinwohls von innen her zerrütteten. Längst sind viele Nationalwirtschaften insolvent und reif für die Abrissbirne. Das ist die Stunde der Anarchokapitalisten. Der US-Amerikaner Murray Rothbard erklärte, der Staat habe kein Recht, von den Reichen und Tüchtigen Geld abzuziehen und es vermeintlich unwürdigen Faulenzern in den Rachen zu stecken. Rothbards Credo:

„Das ultimative libertäre Programm lässt sich in einem Satz zusammenfassen: die Abschaffung des öffentlichen Sektors, die Umwandlung aller vom Staat erbrachten Tätigkeiten und Dienstleistungen in Aktivitäten, die freiwillig von der Privatwirtschaft ausgeführt werden.“ (5)

Eine weitere Steigerung der Staatsverachtung vollzog der im niedersächsischen Peine geborene Hans Hermann Hoppe. Hoppe ist in der breiten Öffentlichkeit wenig bekannt. Jedoch ist er der Leib- und Magen-Guru des Oligarchen Peter Thiel — und auch der Ideologen der dunklen Aufklärung, wie wir noch sehen werden. Hoppe formuliert ganz offen den Salto rückwärts ins Mittelalter, wenn er ausführt:

„Die Institution des modernen, nachmittelalterlichen Staates selbst stellt einen folgenschweren Irrtum dar. Es ginge uns heute besser, was Wohlfahrt und Freiheit anbelangt, als es uns tatsächlich geht, hätten wir das demokratische Modell nie übernommen.“ (6)

Und noch einen drauf:

*„Wenn es denn schon unbedingt ein Staat sein muss, dann ist die Monarchie immer noch das kleinere Übel, verglichen mit der Demokratie. Denn ein Monarch sieht den gesamten Staat als sein Privateigentum an. Deswegen ist der Monarch auch bemüht, sein Eigentum sorgsam zu hegen und zu pflegen. Demgegenüber hat der Verwalter des demokratischen Staates keine persönliche Beziehung zum Diebesgut der Steuereinnahmen. Er ist auch nicht haftbar für schlechten Umgang mit dem ihm anvertrauten ‚Ungut‘. Da er wiedergewählt werden will, verteilt er aus dem Beutegut viel und reichlich an alle. Staatsinsolvenz und Inflation sind typische Symptome des demokratischen Unwesens.“ (7) *

Es ist in diesen Kreisen immer wieder wohlfeil, Übel wie staatliche Verschuldung und Insolvenz der Demokratie anzulasten — und vergessen zu machen, dass genau diese Verschuldung von marktradikal geimpften Politikern wie Ronald Reagan oder George Bush junior ad extremum getrieben wurden. Das ist, als wenn man jemandem ins Bein schießt und dann ruft: „Seht mal her, der kann doch gar nicht laufen! Was will der denn?“

Curtis Yarvin alias Mencius Moldbug

Jedoch blieb es einem amerikanischen Wunderkind, das schon im Teenageralter ein Universitätsstudium absolvierte, vorbehalten, die Blaupause für die trumpistische Weltrevolution zu formulieren. Der Name des Wunderknaben lautet Curtis Yarvin. Heute sieht er aus wie ein in die Jahre gekommener Rockstar. Natürlich stammt auch Yarvin aus der Silicon Valley-Szene. Er unterhielt einen Blog unter dem Pseudonym Mencius Moldbug. Ein Best of von Yarvin alias Moldbug erschien im Jahre 2008 mit dem Titel: Patchwork — A Political System for the 21st Century“ (8). Also: Flickenteppich — Ein politisches System für das 21. Jahrhundert.

Yarvin skizziert hier die Welt als einen Flickenteppich von kleinen Königtümern. Schon das Cover seiner Aufsatzsammlung ziert eine Landkarte der deutschen Duodezfürstentümer aus der frühen Neuzeit. Die Welt soll neu erschaffen werden durch Privatstädte und kommerzielle Sonderwirtschaftszonen. In diesen Zonen gibt es keine demokratisch gewählte Regierung mehr. An die Stelle des Präsidenten oder des Oberbürgermeisters tritt ein Manager, ein CEO. Statt eines Kämmerers gibt es einen Buchhalter. Und der Bürger ist kein Bürger mehr, sondern der Konsument und Anteilseigner an der privat geführten Stadt-Firma. Dieser Stadt-Konsument kann auch nicht auf demokratische Weise das Gemeinwesen mitgestalten und verändern. Er kann sich ja stattdessen seinen Anteil auszahlen lassen und sich in eine anders geführte Stadtfirma einkaufen, die ihm besser gefällt.

Klingt bizarr. Wird aber heutzutage bereits an vielen Orten dieser Welt praktiziert. Aber im Jahre 2008 war das noch reine Gedankenspielerei. Yarvin hat heute einen immensen Einfluss in Oligarchenkreisen und war auch Ehrengast bei Donald Trumps Inaugurationsfeier. Der Mann ist äußerst einflussreich. Seine Philosophie, Städte und Regionen rein nach privatwirtschaftlichen Kriterien zu führen, nennt man inzwischen Neokameralismus. Yarvin alias Moldbug entwirft in seinem Essay seine Ideen anhand eines hypothetischen Modells für die Stadt San Francisco, die er sinnvollerweise „Friscorp“ nennt — eine Kreuzung aus San Francisco und Corporation, also: Wirtschaftsunternehmen. Es ist für Moldbug klar, dass in Friscorp nur Menschen etwas zu suchen haben, die sich ihr Bürgerrecht mit Geld erkaufen können. Was macht man mit den Besitzlosen von Friscorp? Yarvin/Moldbug gibt zu Bedenken:

„Was tun wir mit ihnen? Ihre Slums unter den Füßen weg verkaufen, ganz klar; alles abreißen, gegen Kakerlaken, Nagetiere und Pitbulls sprühen, den Schutt mit ein oder zwei Bulldozern ebnen, und vielleicht noch ein paar Bombenangriffe aus der Luft durchführen; neue Wohnviertel errichten, die für russische Oligarchen geeignet sind.“

Kommt einem doch irgendwie aus der Gegenwart bekannt vor, oder? Mit Ausnahme der russischen Oligarchen. Aber es geht noch weiter: „Als Abgeordneter von San Francisco, was sollten Sie mit diesen Menschen tun? Ich denke, die Antwort ist klar: alternative Energien. Da die Mündel eine Belastung darstellen, gibt es keinen wirtschaftlichen Grund, sie in ihrer jetzigen, mobilen Form zu behalten. Daher ist die profitabelste Verwendung dieses zweifelhaften Kapitals die Umwandlung in Biodiesel, der die kommunalen Busse antreiben kann.“ Yarvin beschwichtigt: „Okay, nur ein Scherz.“ Alle mal lachen.

„Die beste humane Alternative zum Völkermord, die mir einfällt, ist nicht die Liquidierung der Gefangenen — weder metaphorisch noch wörtlich —, sondern ihre Virtualisierung. Ein virtualisierter Mensch befindet sich in permanenter Einzelhaft, eingepfercht wie eine Bienenlarve in einer Zelle, die nur in Notfällen geöffnet werden kann. Dies würde ihn in den Wahnsinn treiben, wäre da nicht eine immersive Virtual-Reality-Schnittstelle, die es ihm ermöglicht, ein reiches, erfülltes Leben in einer völlig imaginären Welt zu erleben.“ Dafür hat Elon Musk mit Neuralink zumindest die technischen Grundlagen geschaffen.

Doch auch die Kunden der Stadt-Dienstleistung haben eigentlich nichts zu lachen. Denn sie stehen unter strengster Beobachtung: „Alle Einwohner, auch vorübergehende Besucher, tragen einen Ausweis mit RFID-Chip. Alle werden genotypisiert und per Iris-Scan erfasst. Öffentliche Plätze und Verkehrssysteme überwachen jeden. Sicherheitskameras sind allgegenwärtig. Jedes Auto weiß, wo es sich befindet und wer darin sitzt, und teilt beides den Behörden mit. Die Einwohner können diese Daten nicht nutzen, um einander auszuspionieren, aber Friscorp kann sie nutzen, um die Gesellschaft bis ins kleinste Detail zu überwachen.“ Sehr anheimelnd.

Sicherheit, so stellt Yarvin klar, geht über Freiheit. Die unerwünschten Habenichtse sperrt man, wie gesagt, ein in einer virtuellen Welt.

„Ich mag Virtualisierung, weil sie skalierbar ist. Ich glaube nicht, dass es ein Szenario gibt, in dem San Francisco mehr als ein paar tausend Sozialfälle hat. Viele andere Regionen der Erde beherbergen jedoch eine große Anzahl von Menschen, deren Existenz sich durchaus als eindeutige Belastung für die Eigentümer von Grundstücken erweisen könnte. In diesem Fall können sie virtualisiert werden, wodurch riesige menschliche Wachowski-Waben ehemaliger Einwohner von San Francisco entstehen, deren Elendsviertel geräumt und zu Villen für pensionierte Führungskräfte von Ölkonzernen umgestaltet werden können.“

Wenn wir uns umschauen in der Welt von heute, nicht nur im Gazastreifen, dann erkennen wir hier die ganze Palette angloamerikanischer Arroganz und Menschenverachtung in Aktion.

Der neue Elitemensch will in seinem kranken Orbit leben und dabei nicht gestört werden von normalen Menschen. Die störenden Normalmenschen müssen eliminiert werden. Der neue technokratische Elitemensch soll ungebremst herrschen können. Dann würden sich alle Übel auflösen.

Wenn nur noch fähige Leistungsträger im Turbomodus durchregieren. Es handelt sich bei dem von Trump zu neuen Herrschern dieser Welt erkorenen modernen Feudalherren allerdings zu einem beträchtlichen Anteil um Personen, die in den Epstein-Akten eine gewisse Rolle spielen. Schwer vorstellbar, dass uns dieser Personenkreis wirklich voranbringen kann.