# Der Verrat an Jesus

Dostojewskis Parabel „Der Großinquisitor” erzählt die Geschichte einer Kirche, die sich gegen ihren eigenen Messias wendet, weil dieser ihren Herrschaftsanspruch bedroht. Wie für Parabeln üblich, hat sie viel mit der Realität zu tun. 

von 
   * Ingrid Ansari

Die Werke von Fjodor Dostojewski zeichnen sich meist nicht dadurch aus, dass sie gute Laune verbreiten. Faszinierend ist vielmehr die bittere Prägnanz, mit der unausweichlich beschrieben wird, wie dunkel menschliche Abgründe werden können. So ist es auch in einem seiner Hauptwerke „Die Brüder Karamasow“. Hier erzählt Iwan, ein junger intellektueller Atheist, seinem religiösen Bruder Aljoscha die Parabel vom Großinquisitor. Wie auch die beiden Brüder regte sie die Autorin dieses Artikels zu weiterführenden Gedanken an; vor allem darüber, wie Institutionen wie die Kirche heute mit ihrem religiösen Fundament umgehen: der Botschaft Jesu.  

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*„Der Mensch ist frei geboren, doch überall liegt er in Ketten“* 
(Jean-Jacques Rousseau).

## Dostojewskis Parabel vom „Großinquisitor“

Die Parabel „Der Großinquisitor“ hat Fjodor Michailowitsch Dostojewski als Binnenerzählung in seinen Roman „Die Brüder Karamasow“ eingefügt. Die fiktive Handlung spielt im 16. Jahrhundert in Sevilla, „in der furchtbaren Zeit der Inquisition, als täglich zum Ruhme Gottes im Lande die Scheiterhaufen loderten“, auf denen die Kirche vom Dogma abweichende sogenannte Ketzer verbrannte. 

Da verlangte es Jesus, noch einmal zur Erde zurückzukehren, wo er 15 Jahrhunderte zuvor 33 Jahre gelebt hatte. Er wird vom Volk erkannt, er vollbringt Wunder: Er gibt einem blinden Greis das Augenlicht zurück, und als ein totes Kind im Sarg in den Dom getragen wird, erweckt er es wieder zum Leben. Das beobachtet der Großinquisitor und befiehlt seinen Wachen, Jesus zu ergreifen und in einem Verlies festzusetzen. Und „das Volk ist schon derartig an Unterwürfigkeit und zitternden Gehorsam ihm gegenüber gewöhnt, dass die Menge sofort vor den Häschern auseinanderweicht“.

### Jesus stört

In tiefer Dunkelheit betritt der Großinquisitor den Kerker und beschuldigt Jesus in einem langen Monolog, dass er kein Recht habe, dem, was er zu seiner Zeit auf der Erde gesagt habe, noch etwas hinzuzufügen und somit durch sein erneutes Erscheinen die inzwischen geschaffene Ordnung der römisch-katholischen Kirche zu stören. Er wirft ihm vor, die Menschen durch das Geschenk der Freiheit überfordert zu haben und bezieht sich dabei auf Jesu [drei Versuchungen in der Wüste](https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us4), wo dieser nach 40 Tagen und Nächten großen Hunger litt:

>Da trat der Teufel an ihn heran und forderte ihn auf, Steine in Brot zu verwandeln. Jesus aber antwortete: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes kommt.“ 

Da führte der Versucher ihn auf die Zinne des Tempels der heiligen Stadt und verlangte von ihm, sich als Beweis seiner göttlichen Herkunft hinabzustürzen, auf dass er von den Engeln aufgefangen werde. Doch auch das lehnte Jesus mit den Worten ab: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.“ Schließlich führte ihn der Teufel auf einen hohen Berg und zeigte ihm die Herrlichkeit aller Reiche der Erde und sprach zu ihm: „Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest.“ Woraufhin ihn Jesus mit den Worten wegschickt: „Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen.“ Da verließ ihn der Teufel. „Und siehe, da traten Engel herzu und dienten ihm.“ 

*„Das Wohlergehen der Menschheit war schon immer das Alibi von Tyrannen“* (Albert Camus).

Der greise Großinquisitor spricht in dieser Nacht laut aus, was er in seinem ganzen Leben verschwiegen hat: Er hält seine Mitmenschen für „klägliche Geschöpfe“, die zu schwach für die Freiheit seien, und behauptet, dass nichts jemals für die menschliche Gesellschaft unerträglicher gewesen sei als die Freiheit. Erst als diese diesem „Unfug“ entsagten und Gehorsam üben gelernt hätten, konnten sie unter der Herrschaft und dem Schutz der römisch-katholischen Kirche in Ruhe, Sicherheit und mit ausreichenden Brotgaben leben.

Dostojewski entwirft mit dem „Großinquisitor“ — der mit Terror, Folter und Tod herrscht — ein glänzendes Bild der Machtaneignung durch die römisch-katholische Kirche, der es mit Tricks, Täuschung und durch die Vorgabe, zum Wohle ihrer „Schwestern und Brüder“ zu handeln, darum geht, ihre Gläubigen in Abhängigkeit zu halten. Jesus schweigt, während der Großinquisitor redet. Seine Botschaft ist abgeschlossen. Mit dieser Entwicklung hat er nichts mehr zu tun.

*„Die Menschheit muss dem Krieg ein Ende setzen, oder der Krieg setzt der Menschheit ein Ende“* (John F. Kennedy).

Zu allen Zeiten gab es nicht gewählte Machthaber — und gibt sie nach wie vor: Fürsten, Könige und Kaiser, Oligarchen, Großkonzerne und Stiftungen, Vermögensverwalter, Denkfabriken, Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und eben auch die Kirchen —, die sich anmaßen, uns Bürger für ihre Zwecke manipulieren zu können. Andersdenkende werden mit inflationär gebrauchten Beschimpfungen wie Faschist, Nazi, Rassist, Antisemit, Putinversteher, Verschwörungstheoretiker überzogen, ohne diese Beschuldigungen mit Leben zu erfüllen. 

>Es hat sich eingebürgert, Mutmaßungen und Behauptungen aufzustellen, die man meint, nicht mit Quellen belegen zu müssen, an denen man dann aber — obwohl sie oft längst widerlegt wurden — hartnäckig festhält. 

Und immer haben sie beschönigende Bezeichnungen für ihre Maßnahmen parat, man denke nur an die Bezeichnung „Friedensmissionen“ für Kriegshandlungen. Die Aussagen von Politikern, die Ukraine werde mit Waffen beliefert, um Frieden zu schaffen, oder „Unsere Waffen helfen, Leben zu retten“ ([Annalena Baerbock](https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/annalena-baerbock-im-interview-zu-kampfpanzern-fuer-die-ukraine-18316223.html)), stehen in direktem Widerspruch zu den friedensbemühten Positionen der 1980er-Jahre mit dem Slogan „[Frieden schaffen ohne Waffen](https://www.deutschlandfunk.de/frieden-schaffen-ohne-waffen-102.html)“.

Vergessen Jesu Antwort „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ auf die Frage des römischen Statthalters Pontius Pilatus, ob er der König der Juden sei. Vergessen das fünfte Gebot: „Du sollst nicht töten.“ Vergessen die Worte von Jesus im Garten Gethsemane, als Petrus sein Schwert zog, um ihn bei seiner Festnahme zu verteidigen: „Stecke dein Schwert in die Scheide! Denn alle, die zum Schwert greifen, sollen durch das Schwert umkommen.“

*„Die Kirche ist ein Staatsverein“* 
([Jürgen Fliege](https://www.youtube.com/watch?v=C-fG-jDXxHQ&t=616s ) 9:33).

## Unterwerfung unter den Zeitgeist

### Verleugnung 

Und wie soll man es anders als Verleugnung des christlichen Glaubens nennen, wenn die zwei wichtigsten Repräsentanten der deutschen Amtskirchen, Kardinal Reinhard Marx und Heinrich Bedford-Strohm (Zitat: „Das Amtskreuz hätte an diesen Orten als Provokation empfunden werden können.“), im Oktober 2016 auf dem Tempelberg [ihre Kreuze ablegten](https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/faktenfuchs-verleugnen-deutsche-bischoefe-ihre-religion,R0KH7tV ). In einer Erklärung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) heißt es dazu wörtlich:

*„Die ökumenische Delegation hat bei ihrem Besuch des Felsendoms und der al-Aksa-Moschee (nicht aber des gesamten Tempelbergs) (…) im Oktober 2016 darauf verzichtet, das Bischofkreuz zu zeigen. Gleiches haben sie auch beim Besuch der jüdischen Westmauer (hinlänglich bekannt als ‚Klagemauer‘) getan.“* 

### Ein Papst, der mit der Zeit geht

Nach seiner Wahl im März 2013 machte Papst Franziskus Klima und Umwelt zu einem für ihn wichtigen Anliegen. In seiner „Enzyklika Laudato Si“ (Gelobt seist Du“) beschreibt er den Klimawandel als „ein globales Problem mit schwerwiegenden Umweltaspekten und ernsten sozialen, wirtschaftlichen, distributiven und politischen Dimensionen“, die eine der wichtigsten aktuellen Herausforderungen an die Menschheit darstelle. 

In einem Nachfolgeschreiben „Laudate Deum“ (Lobt Gott!“) ruft er zu entschlossenen Maßnahmen gegen die Erderwärmung auf und wendet sich entschieden gegen die Leugner des menschengemachten Klimawandels, der nicht mehr bezweifelt werden könne. Am 8. Juli 2013 führte ihn seine erste Reise auf die Mittelmeerinsel Lampedusa, wo er sich mit Flüchtlingen traf, um den Blick auf ihr Schicksal zu lenken. Am 16. April 2016 besuchte er das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos, um „auf die größte humanitäre Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg“ aufmerksam zu machen. Immer wieder forderte er dazu auf, die Flüchtlinge aufzunehmen. Er selber kündigte an, zwölf Syrern im Vatikan Asyl zu gewähren. 

Die Verursacher der zahlreichen völkerrechtswidrigen Kriege, die den Menschen die Heimat genommen und sie in die Flucht getrieben haben, wurden nicht angesprochen, geschweige denn zur Verantwortung gezogen.

>Es war auch Papst Franziskus, der die Menschen weltweit dazu aufrief, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen, indem er die Impfung als einen „Akt der Liebe“ bezeichnete. Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche griffen diesen Gedanken auf und haben sich in Coronazeiten weitgehend den Regierungen zur Seite gestellt und gepredigt, was die Mächtigen propagierten. 

Wer sich nicht impfen ließ, galt als unsolidarisch. Der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst [verlautete](https://katholisch.de/artikel/32175-bischof-fuerst-ungeimpfte-rauben-kindern-eine-unbeschwerte-kindheit), die „Unvernünftigen und Uneinsichtigen“ raubten den Kindern eine unbeschwerte Kindheit und nähmen alten Menschen die letzten Jahre. Das Erzbistum Berlin wollte in der Weihnachtszeit nur [Geimpften und Genesenen](https://katholisch.de/artikel/32050-erzbistum-berlin-setzt-auf-2g-fuer-weihnachtsgottesdienste ) Zutritt zu den Gottesdiensten gewähren. Zu manchen Gottesdiensten durften nur 25 Ungeimpfte kommen — sofern sie dafür an der Kirchentür einen aktuellen negativen Schnelltest vorwiesen. Immer wieder wurden Kirchen für Impfaktionen genutzt. Ausgerechnet für den Heiligabend 2021 hatte [der Kölner Dom](https://katholisch.de/artikel/32450-impfaktion-im-koelner-dom-an-heiligabend) eine solche angekündigt.

Verängstigte Menschen mit ihren Sorgen, Schwerkranke, Blinde, Gelähmte und Aussätzige fanden bei Jesus ungeteilt und ohne Berührungsängste Zuwendung und Trost, was in seinen Worten „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken“ Ausdruck findet. Dagegen wurden von den Kirchen Gläubige, die Beistand brauchten, weil sie zum Beispiel Angst vor der Impfung hatten, ausgegrenzt. Im Gegensatz zu Jesus hießen die Kirchen sie nicht mehr willkommen (Kommet her!), sondern rief ihnen — so muss man es verstehen — zu: „Bleibet weg, wenn ihr unsere Empfehlungen negiert!“

### Kirchenasyl — ein Einzelfall?

Es gibt in Deutschland kein gesetzlich verankertes Recht auf Kirchenasyl. Dennoch hört man immer wieder von [Fällen wie dem folgenden](https://www.focus.de/panorama/mehrere-faelle-zeigen-islamisten-fluechten-ins-kirchenasyl_4ec08082-9da3-42a8-99c0-5b84c91cbe37.html), wo es die Kirche auf die Spitze treibt: Ein als Sicherheitsrisiko geltender abgelehnter Asylbewerber mit laut LKA terroristischem Hintergrund hatte sich Mitte März 2024 in das Kirchenasyl der evangelischen Kirche in Wuppertal begeben und sich monatelang der angeordneten Abschiebung entzogen. Ein Islamist wurde hier widerrechtlich von der Kirche geschützt, während Gläubige, die eine „falsche“ Partei wählen, stigmatisiert und ausgegrenzt werden.

*„Feind ist, wer anders denkt“* (Titel einer Wanderausstellung über das Ministerium der Staatssicherung (Stasi) der DDR).

Die katholische Kirche in Sachsen-Anhalt stellte sich im Vorfeld der Landtagswahl 2026 gemeinsam mit der evangelischen Kirche mit Slogans wie „[Unser Kreuz hat keine Haken](https://www.caritas-paderborn.de/aktuell-presse/themen-und-projekte/unser-kreuz-hat-keine-haken/0-unser-kreuz-hat-keine-haken)“ gegen AfD-Wähler. Sie empfahl „[Herz statt Hetze](https://www.diakonie-mitteldeutschland.de/herz-statt-hetze/)“ sprechen zu lassen und bewusst zu wählen ([Initiative „Bewusst wählen!“](https://bewusstwaehlen.de/)).

Der evangelische Pfarrer Andreas Tschurn kandidierte im Wahlkreis Querfurt für die Linkspartei und warb mit Aufnähern auf seiner Weste mit der Botschaft „[Liberté, Egalité, Fuck AfD!](https://www.spreadshirt.de/shop/sticker/s/liberte-egalite-fck-afd)“.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz [Bischof Heiner Wilmer befürchtet](https://www.mt.de/weltnews/nachrichten/nachrichten-aktuell/Bischof-Wilmer-befuerchtet-antikirchliche-Massnahmen-der-AfD-24415294.html), dass im Fall der Regierungsübernahme in Sachsen-Anhalt die AfD den Kirchen Gelder entziehen und das Kirchenasyl abschaffen könnte.

Einer Mitarbeiterin, die im niedersächsischen Jever 15 Jahre lang für das diakonische Hospiz „Mission Lebenshaus“ gearbeitet hat, wurde im August 2026 [von ihrem kirchlichen Arbeitgeber fristlos gekündigt](https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/afd-kandidatin-kuendigung-hospiz-niedersachsen-arbeitsrecht-martina-mueller-100.html), als bekannt wurde, dass sie für die AfD für den Kreistag Friesland und den Gemeinderat Wangerland kandidierte. Der Diakonie-Verband gab als Grund für die Entlassung an, dass die politische Tätigkeit der Frau unvereinbar mit den christlichen Werten und Zielen der Kirche sei.

## Kirchentage ohne Jesus?

Mit einem Gottesdienst mit dem Wahlspruch „Bunt verbunden“ wurde am 30. April 2025 der 39. Evangelische Kirchentag eröffnet. Wie auf dem Kirchentag 2023 in Nürnberg hatte auch 2025 in Hannover — „mutig, stark, beherzt“ — wieder der Mainstream das Wort. Hier traf sich die Politik-Elite, und die evangelische Kirche bewies erneut, dass sie fest an der Seite der Mächtigen steht. Altkanzlerin [Angela Merkel hielt eine Bibelstunde ab](https://www.youtube.com/watch?v=LDJbOnjkBWc&t=7s) und bekannte sich dann zu der, wie sie es nannte, großen Menschheitsaufgabe, „mit diesem Klimawandel fertig zu werden“. Die Teilnehmer der [Podiumsdiskussion](https://www.youtube.com/watch?v=uFe2cWQrrHc&t=14s) „Deutsche Zerrissenheit — Mit Waffen Frieden schaffen?“, Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB) Roderich Kiesewetter, Militärhistoriker Sönke Neitzel, MdB Bodo Ramelow und Bischof Franz-Josef Overbeck, gaben wieder einmal dieselben längst bekannten Erklärungen und Behauptungen von sich. 

Während die Veranstalter vorgaben, Brücken zu bauen, wurden gleichzeitig Teile der Gesellschaft ausgegrenzt. AfD-Wähler waren zwar noch geduldet, aber augenscheinlich nicht willkommen. Die Resolution „AfD-Verbot – jetzt“ erreichte am vorletzten Tag das Quorum von 500 Stimmen. Dagegen konnte der Historiker Michael Wolffson verkünden, der Krieg Israels gegen die Hamas sei kein Völkermord, denn das würde bedeuten, ihn mit dem Holocaust gleichzusetzen. Es ginge nicht an, den Begriff für etwas völlig Unterschiedliches zu verwenden — was jedoch Elad Barashi vom israelischen Sender *Channel 14* getan hatte, indem er auf X einen [Holocaust an den Palästinensern](https://taz.de/Rechte-Medien-in-Israel/!6083367/ ) forderte.

Schon 2023 war die Wanderausstellung „Die Nakba — Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“ vom Evangelischen Kirchentag ausgeschlossen worden. Das Verbot wurde 2025 wiederholt.

Wie weit die evangelische Kirche dem Mainstream folgt und sich immer weiter von Jesu Lehre entfernt hat, konnte man an der vor einer Kulisse von Kindern und jungen Männern gehaltenen [Predigt von Pfarrer Quinton Ceasar](https://www.youtube.com/watch?v=7g-2CB7QxbM ) auf dem 38. Evangelischen Kirchentag 2023 beobachten, bei dem unter immer wieder aufflammenden Beifall alle die gängigen Diversity-Schlagworte wie „Grenzen öffnen, letzte Generation, allgegenwärtige Diskriminierung, black lives matter, all you need is love“ zu hören waren, mit der Steigerung: „Jetzt ist die Zeit zu sagen: Gott ist queer!“

Im [*ARD*-Weihnachtsgottesdienst](https://katholisch.de/artikel/66561-schleim-jesus-in-der-krippe-debatte-um-ard-weihnachtsgottesdienst) 2025 aus der Stuttgarter Kirche St. Maria war die Krippe ein Strohhaufen, auf dem ein in nasses Reispapier gehülltes Wesen mit den Konturen eines Erwachsenen — von den Medien „Schleim-Jesus“ genannt — sich krümmend lag. 

*„Pfaffen sollten beten und nicht regieren“* 
(Martin Luther, Tischreden).

## Fazit

„Der Großinquisitor“ ist Dostojewskis große Parabel vom Kampf für die Selbstbestimmung und Freiheit des Menschen gegen entleerte opportunistische Institutionen, die sich anmaßen, eine Machtposition zu vertreten, die ihnen nicht zusteht. Indem sie sich der weltlichen Macht andienen, anstatt die originäre Lehre von Jesus Christus zu leben, finden Trost und Zuwendung suchende Menschen bei ihnen keinen Halt mehr und können leicht Beute von Ideologien werden. Vergessen, dass gerade Jesus immer wieder mit den damaligen Autoritäten in Konflikt geraten ist und aus diesem Grund am Ende ans Kreuz geschlagen wurde.


