Die Epstein-Libyen-Verbindung

Aus den Epstein-Akten geht hervor, dass der verurteilte Sexualstraftäter mit einem Netzwerk aus Anwälten und Geheimdienstmitarbeitern daran arbeitete, Zugang zu libyschen Staatsgeldern zu erhalten.

Am 30. Januar 2026 veröffentlichte das US-Justizministerium weitere Dokumente aus den Epstein-Akten. Darunter fand sich auch eine E-Mail von Greg Brown an Jeffrey Epstein, datiert vom 15. Juli 2011, worin der Plan erläutert wurde, sich mithilfe ausländischer Geheimdienste libysche Vermögenswerte anzueignen. Profitiert werden sollte auch von einem späteren Wiederaufbau Libyens. Jeffrey Epstein, der mit Politikern, Prominenten und Geheimdiensten besten vernetzt war, wurde wegen Betreibens eines Sexrings mit Kindern und Jugendlichen verhaftet, kam jedoch im August 2019 im Gefängnis noch vor Prozessbeginn auf mysteriöse Weise ums Leben.

Epsteins Partner Greg Brown schrieb in der jetzt freigegebenen E-Mail, dass weltweit bereits 80 Milliarden US-Dollar an libyschem Vermögen eingefroren seien, davon 32,4 Milliarden in den USA. Geschätzt seien die Vermögenswerte sogar „irgendetwas zwischen drei- bis viermal so hoch“. Wenn man von diesem Geld nur fünf bis zehn Prozent ausfindig machen könnte und hiervon 10 bis 25 Prozent Provision erhielte, „dann wäre bereits von Milliarden Dollar die Rede“ – von libyschen Staatsgeldern, die in die eigenen Taschen wandern würden, versteht sich.

Besonders reizvoll seien aber laut Brown jedoch auch die hundert Milliarden, die in Libyen für den zukünftigen Wiederaufbau und die wirtschaftliche Wiederbelebung aufgebracht werden müssten, wenn es gelänge, mit den diesbezüglichen libyschen Ansprechpartnern ins Geschäft zu kommen. Ideale Voraussetzungen dafür boten das politische und wirtschaftliche Chaos, das durch den Sturz von Muammar Gaddafi verursacht werden würde.

Ausdrücklich weist Brown Epstein darauf hin, dass Libyen ein reiches Land mit den neuntgrößten Rohöl- und Gasreserven der Welt sei, mit nur einer kleinen, aber gebildeten Bevölkerung. Ein Schnäppchen, sozusagen.

Der Coup sollte laut Brown folgendermaßen ablaufen: Anwälte sollten damit beauftragt werden, dem libyschen Geld nachzuspüren, zunächst nach Arbeitsaufwand bezahlt, da sich dies für die Auftraggeber lukrativer gestalte, später – wenn es um mehr und um schwierigere Aufträge gehe – auf Erfolgshonorarbasis. Freunde vom britischen Geheimdienst MI6 und vom israelischen Geheimdienst Mossad hätten bereits ihre Bereitschaft zur Mithilfe bekundet.

Von Jeffrey Epstein ist bekannt, dass er – ebenso wie sein Geschäftspartner Greg Brown – enge Verbindungen zum Mossad pflegte. Unter dem ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak (1999 bis 2001) soll Epstein zum Spion ausgebildet worden sein. Zwischen 2013 und 2017 besuchte Barak mehr als 30 Mal Epsteins Stadthaus in New York und reiste mehrfach mit dessen Flugzeug. Häufig vermittelte Epstein im Hintergrund, etwa 2017 bei der Stärkung der Beziehungen zwischen Indien und Israel. Er brachte den indischen Milliardär Anil Ambani, der Premierminister Narendra Modi nahesteht, mit Barak zusammen. Ambani wandte sich später an Epstein, da die „Führung“ Epsteins Hilfe benötige, um „so schnell wie möglich Kushner und Bannon treffen“ zu können. Er bat auch um Unterstützung für Modis bevorstehendes Treffen mit US-Präsident Trump.

Der NATO-Krieg gegen Libyen – ein geplanter Raubzug

Die jetzt veröffentlichte Epstein-Mail verfasste Brown zu einem Zeitpunkt, als der Nato-Krieg gegen Libyen in voller Stärke entbrannt war. Die Abgebrühtheit, mit der schon zu dieser Zeit in bester Kolonialmanier über die Staatsgelder Libyens, eines souveränen Staates, verfügt wurde, lässt einen fassungslos zurück.

Mit Hilfe des Mossad und des MI6 sollte der Zugang zu Milliarden US-Dollar an libyschem Staatsvermögen unter dem Vorwand der Wiederaufbauhilfe ermöglicht werden.

In Libyen fand niemals eine „Revolution“ statt, sondern es handelte sich von Anfang an um eine Operation zur Zerschlagung des Staates und zur Aneignung seines Reichtums mit internationaler Rückendeckung und unter Ausnutzung des im Land hervorgerufenen Chaos.

Libyen wird seit 2011 nicht nur militärisch angegriffen und zerstört, sondern auch juristisch durch ein internationales Netzwerk, dem Finanziers, Anwaltskanzleien und Geheimdienste angehören.

Es ging nie um Demokratie oder Menschenrechte, sondern es ging um einen Regime-Change und die Ermordung von Oberst Muammar Gaddafi, um die Gier nach libyschem Vermögen und den libyschen Ressourcen zu befriedigen.

An dieses Projekt schließt sich heute die Politik von US-Präsident Donald Trump beziehungsweise seiner Verwandtschaft nahtlos an. Trumps Chefvermittler in Libyen ist der libanesisch-amerikanische Geschäftsmann und Schwiegervater von Trumps Tochter Tiffany Massad Boulos. Mehr als 17 US-amerikanische Unternehmen nahmen neben Boulos an dem gerade stattgefundenen Wirtschafts- und Energiegipfel in Tripolis teil, abgeschlossen wurden wirtschaftliche Vereinbarungen, unter anderem im Energie- und Telekommunikationssektor, in Milliardenhöhe.

Derweil hofft Libyen immer noch darauf, dass jene Staaten und Organisationen, die die Intervention in Libyen im Jahr 2011 unterstützt haben, endlich ihrer moralischen und politischen Verantwortung dem Land gegenüber nachkommen.

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Quelle

Siehe auch: https://gela-news.de/raubzuege-euroclear-belgien-und-verschwundene-milliarden