Die Friedensuntüchtigen

Eugen Drewermann entlarvt die verquere Logik des Krieges: Um vermeintliche Teufel zu besiegen, müssen die „Guten“ die Erde in eine Hölle verwandeln. Auszug aus „Erinnerungen an eine Ausnahmezeit“.

Haben wir eigentlich aus dem Grauen des Zweiten Weltkriegs gelernt? War die Lektion, die uns damals erteilt wurde, noch nicht drastisch genug, so dass Kriegsvorbereitungen im Jahr 2026 wieder „en vogue“ scheinen? Der weltbekannte Theologe Eugen Drewermann kämpft schon sein ganzes Leben lang mit wohlformulierten Argumenten gegen die Eskalation der Gewalt an, die aus Religion und Psychologie entnommen sind oder schlicht die Gebote der Menschlichkeit ernst nehmen. Aus Angst vor einem äußeren „Feind“, sagt er, benehmen sich die westlichen Demokratien selbst so, dass sie in anderen Ländern Angst auslösen. Als Antwort auf die befürchtete Brutalität der Gegenseite versucht man diese an Grausamkeit noch zu übertreffen. Der Frieden ist auf diese Weise nicht zu erreichen. In Osnabrück gibt Drewermann Auskunft zu Themen wie Putin, Querdenken und Kennedy. Zu den früheren „Qualitätsmedien“ fehlen dem Schriftsteller fast die Worte. Auszug aus „Erinnerungen an eine Ausnahmezeit“.

Hannes Henkelmann: Herr Drewermann, am 6. August jährt sich zum 77. Mal der Bombenabwurf auf Hiroshima. Hat die Welt daraus gelernt?

Eugen Drewermann: Ein Mann wie der Theologe Karl Barth war nach Hiroshima fest der Meinung:

„Der Krieg ist zu Ende. Wir brauchen gar nicht weiter zu diskutieren, er hat sich endgültig selber widerlegt.“

Leider hätte Karl Barth das anders wissen können. Die Preußen haben von Kriegen wirklich etwas verstanden. Und einer ihrer Theoretiker, Generalmajor Clausewitz, kann in seinem bekannten Buch Vom Kriege genau das Problem schildern: Wenn Krieg ist, wird jede der kämpfenden Parteien der anderen die Regel vorgeben, nach der sie zu handeln hat. Mit der Konsequenz, dass jeder Krieg zum Äußersten schreiten muss. Bis einer der Kombattanten unterliegt und kapituliert. Und bis dahin wird alles Grauen sich steigern.

Weil es der andere tut, müssen wir ihm zuvorkommen, indem wir es besser noch tun, das heißt: viel schlimmer. Wir müssen alles, was der andere machen könnte, selber vorbereiten, damit wir mächtig genug sind, ihn niederzuzwingen. Wenn dies das Denken ist, begreifen Sie, dass selbst eine Atombombe mit 100.000 Toten in wenigen Sekunden kein Grund zum Innehalten ist.

Im Gegenteil. Zwei Wochen später rückten amerikanische Kamerateams in die Schluchten von Hiroshima ein. Aber nicht, um das Grauen aufzunehmen, es der ganzen Menschheit zu zeigen und um das Entsetzliche ein für alle Mal abzustellen. Nein, man muss die Wirkung der Bombe studieren, das ist Wissenschaft. Man muss genau sehen, in welcher Entfernung die Druckwelle welche Schädigung hinterlassen hat. Wie war die thermische Wirkung auf die Körper der Menschen, die verkohlt da liegen und deren Schattenumrisse man noch an der Wand sieht? In welchen Generationen, das müssen wir noch abwarten, werden missgebildete Kinder zur Welt kommen? Wie hoch wird der Anteil der Leukämiekranken und Krebskranken durch die Strahlenbelastung sein?

Das alles müssen wir erforschen. Nicht um es sein zu lassen, sondern um es zu verbessern. Beim nächsten Mal effizienter! Und selbst die Atombombe ist zu schwach. Wenn aber wir die Energie der Sonne auf die Erde holen, wenn wir Wasserstoff zu Helium verschmelzen und den Masseneffekt in reine Energie abstrahlen lassen, wenn wir die Wasserstoffbombe haben, dann gibt es physikalisch kein Ende mehr. 1952: 40.000 Wirbeltiere hat man mitgenommen, um es zu erproben. Ganz genau zu erproben. Wann platzen die Trommelfelle? Wann brennt die Haut? Wann bleibt von den Tieren gar nichts mehr übrig? Alles, was man in Hiroschima nur ansatzweise gesehen hat — jetzt sind wir die Mächtigsten! Wir haben eine Waffe, die nach oben hin unbegrenzt tödlich ist. Wir können töten.

Sie leiden darunter sehr, wie man hört.

Ich bin mit diesem Wahnsinn groß geworden:

Wir müssen atomar aufrüsten; wir müssen abschrecken; wir müssen ein Gleichgewicht des Schreckens schaffen; wir müssen immer brutaler werden, als wir es jedem potentiellen Gegner zutrauen können. Nur wenn wir die Furchtbarsten sind, bereiten wir den Frieden vor, schaffen wir die Sicherheit.

Ich kann mich noch entsinnen, mit 17 Jahren bei einer CDU-Veranstaltung, als diese Theorie vorgetragen wurde, gesagt zu haben: „Was Sie da Sicherheit nennen, ist meines Erachtens die Gefährdung der ganzen Menschheit. Ich verstehe das nicht als Sicherheit. Und im Übrigen verstehe ich es als Aufforderung zum Massenmord.“ — „Nein, das wollen wir ja verhindern“, kam da als Antwort, und: „Wir haben ja nur Soldaten in der Bundeswehr, damit nie ein Krieg geführt wird. Durch die Abschreckung wird ja keiner wagen, uns anzugreifen.“ — „Dann lügen Sie sich was in die Tasche oder aus der Tasche. Man kann nur ernsthaft drohen, wenn man willens ist, das Angedrohte auch durchzuführen.“

In Ihren Vorträgen erzählen Sie bisweilen von einer Erfahrung, die Ihr Vater im Ersten Weltkrieg gemacht hat.

Mein Vater hatte sich freiwillig gemeldet. 1914. Eingesetzt an der Ostfront. Auf Bildern sieht man ihn in Baranowitschi, dem Eisenbahnknotenpunkt. Russische Front bis 1917, dann rückversetzt an die Westfront gegen die Franzosen. Das war die Jugend meines Vaters. Ich kann nicht sagen, dass ich den Pazifismus grad von ihm gelernt habe, aber im Widerspruch zu dem, was er da gelernt hatte, hatte ich es begriffen. So meinte ich zumindest.

Manchmal konnte mein Vater lyrisch sein. Abends an der Front, wenn der Krieg eingeschlafen war, fingen die da drüben, der Iwan also, zu singen an. Und mein Vater konnte das so wertschätzen: „Die russische Seele ist eine Nachtigall.“

Mit einmal war der Iwan kein verlauster, abzuschaffender Schreckling Europas, sondern ein Mensch mit einer eigenen Musikalität, einer lyrischen Seele, ein Quellgrund der Dichtung, der Gemeinsamkeit. Das konnte man hören.

An der Front, wenn man nur hörte. Und man schwieg. Es war mäuschenstill in den Gräben. Musik ist Frieden. Beethovens Neunte. Aus russischen Gräben in Baranowitschi.

Auch Erich Maria Remarque und seinen Roman „Im Westen nichts Neues“ erwähnen Sie oft, um das immer Wiederkehrende des kriegerischen Wahnsinns deutlich zu machen.

Remarque hat zehn Jahre gebraucht, um nach dem Ersten Weltkrieg seine Eindrücke zu Papier zu bringen. Sie beginnen im Grunde mit der Frage, wie es möglich wird, einen normalen Menschen zu einem Soldaten zu machen.

Wir sind heute soweit. Bundeswehroffiziere kommen in die Schulen, zu 16-jährigen Mädchen und Jungen, um ihnen klarzumachen, wie ehrenvoll es ist, etwas Richtiges zu tun und Soldat zu werden. Sogar auf Omnibussen wird geworben: „Macht, was wirklich zählt!“ Für 16- und 18-jährige, sich beim Militär zu melden, mit Aufstiegschancen. Karrierebewusst. Wir haben wirkliche Söldner, Leute, die töten, das Töten lernen für gute Bezahlung. Ideale sind dabei gar nicht nötig. Und „was wirklich zählt“, hat einen furchtbaren Unterton.

Die Frankfurter Allgemeine, die ich damals las, schrieb jeden Tag davon, was wirklich zählt. Beim Bodycounting nämlich: welche Einheit hat wie viele Gooks, Nordvietnamesen, getötet, umgebracht, zur Strecke gelegt. Wie bei einer Jagd. Das konnte man zählen und das zählte. Dafür wurden Prämien vergeben.

Dieser Spruch prangt heute auf den Omnibussen, die durch Berlin und überall herfahren. „Macht, was wirklich zählt“, ist ein grauenhafter Zynismus. Noch nicht einmal damit entschuldbar, dass er kaum begriffen wird von denen, die damit motiviert werden sollen, wieder in die Stiefel zu steigen und blutbeschmierte Felder zu betreten.

Remarque beschreibt das eigentlich ganz richtig: Was man erlebt, ist nicht, wie man aufblüht in Idealismus, Humanismus, Menschlichkeit, Christentum womöglich, einer besseren Moral — ganz im Gegenteil. Was im zivilen Leben als Verbrechen gilt, genau das muss trainiert werden, geübt werden, perfektioniert werden, routiniert werden, kommandiert werden auf dem Kasernenhof. Töten, verbrennen, bombardieren, zerfetzen, mit dem Bajonett zerstechen, rücksichtslos, brutal, ohne Skrupel.

Dafür braucht es aber vorbereitende Werbung und begleitende Propaganda.

Wenn Krieg ausbricht, haben Sie es mit Angst, mit Hassgefühlen, mit unglaublichen Formen des Rechthabens zu tun. Zudem wird der Gegenseite so etwas wie Wahrheit oder Menschlichkeit vollkommenen abgesprochen. Höhere Ziele dürfen beim Feind nicht vermutet werden. Und das gilt auch heute durch die Propaganda.

Wenn Sie wirklich Krieg führen, brauchen Sie einen Gegner, der der Teufel selber ist: Es ist ihm alles zuzutrauen, und die Propaganda ist entsprechend. Das meiste, was so läuft, sind Projektionen der eigenen Triebhandlungen und Wünsche, die man nicht zugibt und deshalb auf den anderen verlegt.

Ein Beispiel: Putin will das Sowjetimperium wiederherstellen und Gesamteuropa besetzen. Das kenne ich auch. Ab 1956 war das das Genre. Irgendwann werden die russischen Panzer-Armeen durchbrechen. So viele Panzer haben die. Deshalb brauchen wir Atombomben, um die Panzer der Sowjets zu stoppen. Ich war damals 16, und ich dachte, das sei alles Lüge. Denn kein Mensch kann das so wollen. Außer man will Macht. Aber man will sie für sich selber.

Ich konnte damals im Unterricht sagen: Der Russe hat uns nie angegriffen. Im kompletten 20. Jahrhundert nicht. Im Ersten Weltkrieg nicht, im Zweiten Weltkrieg nicht. Er ist nie gekommen. Dass ihr erklärt, die Russen kommen, genügt alleine schon, Krieg vorzubereiten. Eigentlich wollt ihr das ja so, dann habt ihr eine Rechtfertigung. Im Grunde wollt ihr eure eigene Macht ausleben.

Wäre der Ukraine-Krieg vermeidbar gewesen?

Wir hätten Frieden haben können. 1989 brach das Sowjetimperium zusammen. Gorbatschow schlug vor: Demilitarisierung vom Ural bis zum Atlantik. Nach der Beendigung des Warschauer Paktes, Auflösung der NATO, denn sie hatte überhaupt keinen Gegner mehr.

Damit hätten wir unglaubliche Möglichkeiten gehabt: an Geldmitteln, an wissenschaftlichen Kenntnisständen, an Kooperation im Wirtschaftlichen. Wir hätten Geld zur Linderung der wirklichen Nöte der Menschen einsetzen können. 50 Millionen Menschen droht weltweit der Hungertod. Schuld ist Putin und die Ukraine, so wird es uns heute gesagt.

Nein, das ist seit Jahrzehnten der Fall und die NATO bekommt Milliarden in den Rachen geworfen, aber wenn die UNO um zwei Milliarden Dollar für Flüchtlinge in Nordafrika bettelt, dann haben wir kein Geld, das ist zu teuer. Wir haben auch kein Geld für Flüchtlinge, die sich gerade übers Mittelmeer gerettet haben. Sie sitzen seit mindestens sieben Jahren irgendwo auf griechischen Inseln rum. Wir haben kein Geld, sie da wegzuholen. Und auch kein Geld, Griechenland zu unterstützen, damit sie die Menschen mal vernünftig unterbringen können. Das ist alles zu teuer, aber 100 Milliarden Euro für Rüstung, das ist kein Problem. Das ist ja Stärke und Größe.

Da erweist sich die politische Weitsicht in Vernunft und Verantwortung. Wie lange soll Deutschland diesen Irrsinn glauben? Die Wahrheit ist, wir hätten 1989 Frieden haben können, zwischen Russland und ganz Europa. Das Angebot lag auf dem Tisch. Und nicht zu vergessen: Die Wiedervereinigung Deutschlands kam zustande, weil wir Gorbatschow versichert hatten, die NATO würde keinen Zentimeter nach Osten vorrücken. Ein klares Versprechen, das heute geleugnet wird, es ist aber aktenkundig.

Wer an den Anteil des Westens an diesem Krieg erinnert, gilt momentan als Querdenker. Wie sagen Sie dazu?

Wenn Sie von Querdenkern sprechen, muss ich daran erinnern, dass das vor dreißig Jahren ein Titel mit Lob war. Es gab damals im Goldmann-Verlag eine Buchreihe „Querdenker“. Das waren Leute, die selbständig dachten, nicht dauernd mit dem Strom schwammen und Widerspruch an den Stellen riskierten, wo sie es für nötig befanden.

Das Entscheidende ist, Sie können Macht nur halten und verwalten, wenn Sie die Begriffe festlegen, die man korrekt gebrauchen soll, um in Übereinstimmung mit dem Massenkonsens zu kommen. Und das ist jetzt passiert. Man hat Querdenker einfach umgedeutet. Das sind Leute, die gar nicht denken wollen, die aus unbekannten, vielleicht aus psychotischen Gründen, gegen alles Mögliche sind, die unverantwortlich sind, die sich weigern, sich impfen zu lassen, die aber andere anstecken können.

In meinem Sprachgebrauch bleibt Querdenker ein positiver Begriff. Jesus war in meinen Augen ein absoluter Querdenker, Sokrates allemal; er dachte ja selbständig, also niemals stromlinienförmig. Für mich ist das ein positiver Wertbegriff geblieben.

Ich kann das noch ausdehnen. Andere Vokabeln sind umbesetzt oder erfunden worden. Beispiel, Verschwörungstheoretiker. Wenn Sie sagen: Ich vermute, dass die Zielsetzungen in der Politik ganz andere sind als die vorgegebenen, sind Sie ein Verschwörungstheoretiker. Der Begriff ist 1965 aufgekommen. Die CIA schuf den Begriff „Verschwörungstheorie“, weil alle, die daran zweifelten, dass Kennedy von Lee Harvey Oswald durch einen einzigen gezielten Schuss ermordet worden sei, damit der Agenda, dem Narrativ, widersprachen, das man glauben sollte. Lee Harvey Oswald, der damals verhaftet wurde, kann es nicht gewesen sein, soviel steht fest.

Kurz darauf starb er im Übrigen — praktischerweise. Bei Shakespeare würde jetzt stehen: „Er starb allzu gelegen.“ Er schied damit als Zeuge aus. Und es wurde immer mysteriöser. Bis heute ist die Ermordung Kennedys nicht aufgeklärt, aber das alles durfte man nicht bezweifeln. Beim Einsturz der Twin Towers zu 9/11 ist es genauso. Wer da etwas Anderes denkt, ist suspekt.

Macht bedeutet, Begriffe zu definieren, nach denen Sie in richtig und falsch einteilen können, ohne sich um Argumente kümmern zu müssen. Die Macht diktiert, wie man Begriffe richtig setzt.

Welche Rolle spielen dabei unsere Qualitätsmedien?

Die Begriffe verwenden unsere Medien absolut gehorsam. Von früh bis spät werden wir belehrt, dass Putin furchtbare Gräueltaten beginge, ein Massenmörder, ein Kriegsverbrecher sei, dass er nach Den Haag gehöre, dass man Russland besiegen müsse. Aber wie das ohne einen jahrzehntelangen Krieg mit Tausenden von Toten gehen soll, steht dahin.

Die Medien bringen es uns bei — auch solche, die vormals sogar kritisch waren, wie der Spiegel.

Man muss es deutlich sagen, Der Spiegel von einst ist heute das bellizistischste Hassorgan zur Kriegsverstärkung, das wir gerade auf dem Markt haben.

Was ist aus Ihrer Sicht jetzt zu tun?

Wir müssten innerlich und äußerlich abrüsten. Im fünften Kapitel des Matthäusevangeliums heißt es, das Böse ist nicht mit Bösem zu bekämpfen. Wenn wir so vorgehen, rotten wir das Böse nicht aus. Wir geben vor, den Teufel in die Hölle zurückzujagen, aber wir merken nicht, dass wir selber die Teufel werden und die ganze Welt in eine Hölle verwandeln. Wir müssen angeblich schlimmer werden als das Böse und wir könnten es nur besiegen, indem wir es überbieten. Deshalb sind wir nämlich genau in der Eskalation der Waffenspirale und der Rüstung, in der wir momentan stecken.

Nicht zurückschlagen, das wäre abrüsten. Und vor allem jetzt: Interesse aufbringen für die Angst des andern. Wir haben Angst vor Putin, aber hat jemals jemand gefragt, welche Angst Russland hat, umklammert zu werden von der NATO? Man hält schon die ganze Südflanke Russlands besetzt und will noch weiter vordringen. Wir müssen endlich die Angst, die wir vorm anderen haben, lösen. Und zwar durch das Interesse an der Angst, die wir dem anderen bereiten. Stattdessen haben wir in der gesamten Geschichte seit 7.000 Jahren nur ein einziges Rezept: Wenn wir Angst haben, müssen wir Angst verbreiten. Und da geht die Spirale der Blutmühle, der Kriege durch die Jahrhunderte und Jahrtausende endlos in verschlimmerter Form weiter.

Deshalb finden Sie im 14. Kapitel des Johannes-Evangeliums die Worte: Ich gebe Euch einen Frieden, den die Welt nicht geben kann. Einen Frieden der Versöhnung. Die Welt gibt nur einen Angstfrieden, einen Teufelsfrieden.

Die Mächtigen sind übrigens nicht die Mächtigen. Im Grunde sind es Leute, die mit Minderwertigkeitsgefühlen nach oben streben, um etwas darzustellen, das sie sich selbst nicht glauben.

Wo kann man anfangen?

Beginnen müsste das in unseren Schulen. Wenn ein Bundeswehroffizier beibringen möchte, dass es jetzt eine Pflicht ist, in der Zeitenwende ordentlich für die Außenpolitik zu sorgen, müsste mindestens, damit es demokratisch zugeht, jemand von der Friedensbewegung kommen und denselben Kindern erklären, was es wirklich bedeutet, was sie gerade gehört haben.


Eugen Drewermann, Foto: Hannes Henkelmann




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