Die Parallelwelt

Im Manova-Exklusivgespräch erzählt Walter van Rossum von den Errungenschaften der neuen Gegenöffentlichkeit, der er sein neues Buch „Alternativen in Medien und Recht“ widmet.

Nach 40 Jahren beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk moderiert der Journalist Walter van Rossum nun seit zwei Jahren die Manova-Kultsendung „The Great WeSet“, in der er die Experten der anderen Art in virtuellen Round-Table-Gesprächen zu Wort kommen lässt, um dem „Great Reset“ des Weltwirtschaftsforums ein „Wir“ entgegenzusetzen. Nun erscheint ergänzend zur Sendung im Massel-Verlag eine gleichnamige Buchreihe. Der erste Band entstammt der Feder des sprachgewaltigen van Rossum selbst und widmet sich den Bereichen Medien und Recht. Im November erscheint der zweite Band „Wirtschaft und Finanzen neu gedacht“ von Ulrich Gausmann; weitere werden folgen. In seinem Werk zeichnet Walter van Rossum die erschütternden Ereignisse während der Corona-Pandemie nach und skizziert zugleich ein Bild der vielen Erfolge durch die „scheinbar aus dem Nichts“ entstandene Gegenöffentlichkeit. Im Manova-Gespräch mit Elisa Gratias wechselt der Moderator nun einmal die Seite und kommt selbst als Gast zu Wort.

Schon lange fühlten viele Menschen in den Wohlstandsgesellschaften des Westens, egal ob arm oder reich, die Leere in sich selbst. In der Coronakrise erwachten sie auf einmal wieder zum Leben und stellten fest, dass sie sich mit dem System irgendwie arrangiert hatten, auch wenn sie darunter litten. Plötzlich wurde immer mehr Menschen klar: Es wird kein Retter kommen, der das System des Profits und der Unterdrückung in ein System des Respekts vor allem Lebendigen umwandeln würde.

In seinem neuen Buch „Alternativen in Medien und Recht“ berichtet Walter van Rossum von einigen Beispielen für aktiven Widerstand, die aus dieser Krise heraus erwuchsen. Im Videogespräch mit Manova tritt er nun zum ersten Mal als Gast in Erscheinung und betont, dass er nur einen kleinen Ausschnitt aller Projekte vorstellen konnte, die er bei seinen Recherchen zum Buch entdeckte.

„Es würde schlicht den Rahmen sprengen, vom gesamten Ausmaß und der Breite der Suchbewegungen zu erzählen: von der spirituellen Erneuerung über neue Medien bis zu neuen Formen des Wirtschaftens. Daran beteiligt sind Professoren, Hausfrauen, Arbeitslose und Bauern, die ziemlich genau verstanden haben, was schiefläuft, aber auch, dass man die geballten politischen und ökonomischen Mächte mitsamt ihren angeschlossenen Institutionen nicht durch einen wie auch immer gearteten Putsch ausschaltet. Im Gegenteil vermute ich, dass die allermeisten den Abenteuern der Gewalt zutiefst misstrauen.“

Die Pandemie-Maßnahmen lösten ein politisches Erwachen aus. Auf einmal schlossen sich viele Menschen spontan zusammen. Doch die neue Gegenöffentlichkeit ist äußerst vielseitig und kein geschlossener Verein.

Nach und nach stellte sich heraus, dass die Dissidenten sich nur in Bezug auf das Pandemie-Regime einig sind und es bei vielen anderen Themen erhebliche Differenzen gibt. Das ist erfreulich, denn was eine Demokratie braucht, ist Pluralismus. Diesen anzunehmen und trotz verschiedener Ansichten zusammenzuhalten, ist nun die Herausforderung der spontan entstandenen Parallelwelt. In seinem Buch schreibt Walter van Rossum:

„Differenzen aller Art muss es geben dürfen. Die Verwerfungen des klassischen politischen Feldes sind kurios. Ich muss eingestehen, dass die Linke — parlamentarisch und außerparlamentarisch — in meinen Augen weitgehend dramatisch versagt hat, während die AfD die einzige Partei ist, die im Bundestag zu den beherrschenden Themen ‚meine‘ Ansichten vertritt. Ansonsten gibt es fast keinen Programmpunkt, den ich mit dieser Partei teile. Die Parallelgesellschaft muss lernen, mit ihren inneren Differenzen zu leben, sonst wird es sie nicht lange geben.“

Walter van Rossum traf für sein Buch und seine Manova-Talkreihe „The Great WeSet“ verschiedene Menschen aus dieser Gegenöffentlichkeit, die vermuten, dass bis zu 50 Prozent der Bevölkerung in den verschiedenen Ländern die kritische Haltung gegen die Pandemie-Maßnahmen teilen, und es gibt Anzeichen, dass der Kreis von Oppositionellen stetig wächst. Das verdankt sich unter Umständen sogar dem Walten der Mächte selbst, die jeden Tag aufs Neue abstruse Unwirklichkeiten schaffen. Im Schlusswort seines Buchs fasst van Rossum zusammen:

„Unsere Chancen stehen nicht gerade blendend. Aber wir haben keine Wahl. Es gibt uns. Scheinbar aus dem Nichts hat sich eine neue Gegenöffentlichkeit gebildet. Die besteht aus mehr als ein paar kritischen Bravourstücken. Es ist in Teilen zumindest eine bewohnbare Welt mit einer — wie Heinrich Böll sagte — ‚bewohnbaren Sprache‘.“


Walter van Rossum im Gespräch mit Elisa Gratias


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