Die Renaissance der Räuber
Im Manova-Gespräch führt der Publizist Hermann Ploppa aus, wie globale Eliten, große Vermögensverwalter und Tech-Konzerne mithilfe von Politikern ähnlich wie Feudalherren im Mittelalter die Bevölkerung enteignen.
In seinem neuesten Buch „Der neue Feudalismus: Privatisierung, BlackRock, Plattformkapitalismus“ beschreibt Hermann Ploppa mithilfe des Vergleichs zu vergangenen Phänomenen des Mittelalters, wie neue Eliten wieder „leistungslose Einkommen“ kassieren und irrational „nach Gutsherrenart“ regieren, ohne sich durch gesellschaftliche Leistung zu legitimieren. Im Gespräch mit Elisa Gratias führt er einige Aspekte seiner Analyse aus und erklärt, wie Menschen sich — gerade dank der sozialen Errungenschaften in der deutschen Geschichte, die vielen nicht bewusst sind — gegen die Allmachtsansprüche der neuen Sonnenkönige wehren können und sollten.
Tech-Oligarchen und Vermögensverwalter wie BlackRock oder Peter Thiel regieren feudal und höhlen den Staat bewusst aus. Eine Ausprägung dieses neuen Feudalismus sind bereits existierende Privatstädte und anarchokapitalistische Modelle, etwa Prospera in Honduras, sowie Investorpläne für Gaza als privatwirtschaftliche Smart-City-Zone.
In einem Interview mit Manova führt Hermann Ploppa seine Erkenntnisse aus und rät engagierten Bürgern, denen ihr Leben und ihre Freiheit lieb sind, sich ebenso gut zu vernetzen wie die neuen Eliten und die eigene Geschichte sozialer Errungenschaften wiederzuentdecken und wieder aufleben zu lassen. Fazit: Wenn es der Bevölkerung einmal gelang, sich aus der Knechtschaft vergangener Feudalherren zu befreien, kann es ihr wieder gelingen.
Elisa Gratias im Gespräch mit Hermann Ploppa