Die Vorherrschaft der Heuchelei
Im Gespräch mit Transition TV und Manova klärt Daniele Ganser über wenig bekannte historische Ereignisse auf, die er in seinem Buch „Kampf der Giganten“ ausführt, sowie über den Sinn des Völkerrechts und der Achtsamkeitslehre.
Historiker widmen sich der Vergangenheit und halten sich dementsprechend bei Voraussagen über die Zukunft zurück. Dennoch ist für Daniele Ganser bereits jetzt absehbar, dass in den nächsten Jahren eher keine Entspannung auf der Weltbühne eintreten wird. Bisher lag der Fokus des Historikers beim US-Imperialismus. In Anbetracht der geopolitischen Entwicklungen der letzten Zeit brachte Ganser im September 2026 sein neues Buch „Kampf der Giganten“ heraus, in dem er China und Russland sowie deren Sichtweisen auf den Westen mit in den Vordergrund rückt. In einem neuen Videogespräch für Manova und Transition TV geht er auf den geopolitischen Niedergang Europas ein und bekräftigt sein Vertrauen in das Völkerrecht und die Achtsamkeitslehre als wichtige Hilfsmittel für die Friedensbewegung.
Im Westen wissen die Menschen wenig über China. Zum Beispiel ist vielen Chinesen das Jahrhundert der Schande ein Begriff, während Europäer selten davon gehört haben, wie die Europäer, auch Deutschland, ebenfalls im großen Reich des Ostens Kolonien innehatten. Und dies hat natürlich Einfluss auf die politischen Beziehungen der Länder.
In seinem Buch schreibt Ganser: „Durch die Unterstützung des Genozids in Gaza verliert der Westen an moralischer Glaubwürdigkeit.“ Doch hat Europa in Anbetracht seiner kolonialen Raubzüge wie damals in China, aber auch in Amerika, woraus die USA ja überhaupt entstanden sind, jemals eine moralische Glaubwürdigkeit gehabt?
Welchen Einfluss haben „wir“ auf die Entscheidung der von Ganser beschriebenen Akteure der Weltpolitik, das Völkerrecht zu beachten? Glaubt Ganser wirklich noch an das Völkerrecht, oder beschönigt er seine eigene Ratlosigkeit? Und welche Kraft hat die von Ganser so viel beschworene Achtsamkeit wirklich? Auf diese Fragen geht der Friedensforscher in einem neuen Videogespräch für Manova und Transition TV ein.
Fazit: Wir brauchen analogen Kontakt und Austausch sowie Vernetzung mit anderen Menschen der Friedensbewegung. Eine Möglichkeit, dies umzusetzen, finden Zuschauer von Transition TV und Manova in den Manova-Treffpunkten, die sie in ihrer Nähe finden oder selbst organisieren können.
Elisa Gratias im Gespräch mit Daniele Ganser
Hier können Sie das Buch bestellen: „Buchkomplizen“
