Ein Buch wie ein Vorschlaghammer

Uwe Froschauers „Corona — Das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben“ geht schonungslos mit der Zeit des Ausnahmezustands ins Gericht und gleicht damit einer Ohrfeige für den bequemen Zeitgeist.

Manch einer fragt sich heute sicher, ob die Kritiker der Coronapolitik das Ganze nicht endlich einmal ruhen lassen können. Über sechs Jahre ist es her, dass in der Bundesrepublik die ersten Maßnahmen erlassen wurden, und vor mehr als drei Jahren wurden die letzten wieder zurückgenommen. Kann man es nicht endlich einmal gut sein lassen? Uwe Froschauer beantwortet diese Frage in seinem Buch „Corona — Das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben“ mit einem klaren „Nein“. Denn wie will man etwas ruhen lassen, das nie richtig aufgearbeitet wurde? Froschauers Buch ist kein sanftes Werk, sondern eines, das auf den Tisch haut. Den Autor dieses Textes hat gerade das begeistert.

Gerade hat mir ein Verleger gesagt, es gebe nun wirklich genügend COVID-Bücher! Ach so, die Leute wollen nichts mehr über dieses unglaubliche Verbrechen gegen die Menschheit wissen, und so ist es logisch, dass niemandem an Aufarbeitung gelegen ist? Es gibt Leute, die das anders sehen und die dazu beitragen, dass nichts unter den Teppich gekehrt wird. Zu denen gehört Uwe Froschauer.

Es gibt Bücher, die möchte man nach drei Seiten zuklappen. Nicht weil sie schlecht sind, sondern weil sie die unangenehme Nebenwirkung haben, das eigene Weltbild infrage zu stellen. Froschauers „Corona — Das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben“ gehört genau in diese Kategorie.

Wer bereit ist, liebgewonnene Gewissheiten einmal auf den Seziertisch zu legen, findet 280 Seiten voll mit abscheulichen Anomalien. Froschauer führt seinen Kampf nicht mit dem Florett, sondern mit dem Säbel. Politiker, Enquete-Kommission, Experten, Medien, Pharmakonzerne, internationale Organisationen, Philantropen und Faktenchecker — niemand entgeht seinem gezielten Hieb. Sein Buch ist gnadenlos; er hat es mit der Überzeugung geschrieben, dass die Seuche der vergangenen Jahre nicht Corona, sondern Denkfaulheit war. Allerdings widmet er dankenswerterweise auch dem Widerstand gegen den Irrsinn der Coronakrise mehrere Kapitel.

Die Ironie der Geschichte ist höchst amüsant: Jahrelang wurde behauptet, Wissenschaft lebe vom Zweifel. Dann kam eine Zeit, in der der Zweifel selbst als ansteckende Krankheit behandelt wurde.

Auch dieser Gedanke rechtfertigt die Existenz dieses Buchs. Es liest sich wie ein Kriminalroman, aber die Täter agieren nicht im Dunkeln, sie tummeln sich im Rampenlicht auf Pressekonferenzen, Talkshows, in Nachrichtensendungen und bei Preisverteilungen zu ihren Ehren.

Froschauer erinnert daran, dass Demokratie vom Streit der Argumente lebt, nicht von der Gleichförmigkeit der Meinungen. Besonders gelungen sind die zahlreichen Zitate, historischen Vergleiche und psychologischen Betrachtungen über Angst, Gruppendruck und Konformität. Ob man allen Schlüssen folgt oder nicht — langweilig wird es keine Minute, und auch der Humor kommt nicht zu kurz.

Dieses Buch will niemandem gefallen. Es will provozieren, stören, Zweifel da säen, wo Gewissheiten alles zudecken. Darin liegt seine Stärke. Es zwingt den Leser, für sich selbst Stellung zu beziehen. Es will, dass wir uns endlich in Richtung ehrlicher Aufarbeitung der Corona-Verbrechen bewegen. Der Augiasstall muss ausgemistet werden, damit die Menschheit wieder nach ihren eigenen Bedürfnissen leben kann und nicht nach denen der Herren Gates, Schwab und anderer krimineller Oligarchen, die uns eine schöne neue Welt bescheren wollen. Und genau deshalb ist dieses Buch nötig und erfüllt seinen Zweck.

Während viele Autoren versuchen, ihre Leser behutsam mitzunehmen, packt Froschauer sie am Kragen, zieht sie vor die Kulisse der Coronajahre und fragt sie laut:

Kommt Ihnen das wirklich alles normal vor?

Man könnte dem Autor vorwerfen, dass er manchmal mit dem Vorschlaghammer argumentiert, wo ein Uhrmacher-Hämmerli genügt hätte. Doch vermutlich würde Froschauer darauf antworten, dass man eine schlafende Gesellschaft nicht mit Flötentönen weckt.

Wer den Mut besitzt, sich auch mit unbequemen Gedanken auseinanderzusetzen, wird dieses Buch nicht ohne inneres Frösteln zuklappen.

Fazit: Dieses Buch ist kein Ruhekissen. Es ist ein Kieselstein im Schuh der öffentlichen Debatte. Man kann den Kiesel ignorieren, man kann sich über ihn ärgern, man kann ihn herausnehmen, aber weiterlaufen wie zuvor wird schwierig. Das scheint mir die höchste Auszeichnung, die man einem politischen Buch geben kann.


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