Ein großer Schritt

Der Bewusstseinswandel ist nicht mehr aufzuhalten.

Ein neues Jahr bringt ein neues Glück. Oder zumindest die Möglichkeit dafür. Außergewöhnlich soll es werden, das Jahr 2026. Wir befinden uns an der Schwelle zu einem neuen Kapitel der Geschichte der Menschheit. Viele sehen in dem Wandel, der sich gerade vollzieht, eine so große Wende, wie sie der Mensch selten vorher erlebt hat. Die aktuellen Ereignisse bringen uns dazu, unser komplettes Weltbild neu zu überdenken. Die künstliche Intelligenz (KI) läutet das Ende der Zeit ein, in der wir uns allein auf unseren Verstand verlassen haben. Nun ist das Herz dran, die Seele, das, was uns im Inneren zusammenhält.

Die alte Welt geht. Das Gerüst ist noch da, doch der Geist ist ausgeflogen. Es ist niemand mehr zu Hause. Wie in einer Phantomstadt klappern noch die Fensterläden, abgestorbene Büsche treiben durch die leeren Straßen. Der Wind heult und macht glauben, hier sei noch etwas belebt, manchmal so laut, dass er einen das Fürchten lehren kann. Doch es gibt nichts mehr zu befürchten. Es ist vorbei. Das Alte ist tot. Es kann denen nichts anhaben, die nicht mehr daran glauben, so viel Lärm es auch macht.

Manche sprechen von Weltuntergang, von Apokalypse, von einem Phoenix, der sich aus der Asche erheben soll. Andere nennen es Bewusstseinswandel, Paradigmenwechsel, einen Scheideweg, an dem die Menschheit steht, verschiedene Zeitlinien, von denen wir eine zu wählen haben. Noch greift der alte Krake nach seiner Beute. Doch immer mehr werden die, die sich nicht von ihm in die Tiefe ziehen lassen, dorthin, wo es kein Leben mehr gibt, nur noch Technik, keine Seele mehr, nur noch Tod, keinen Geist mehr, nur noch Hülle.

Immer mehr werden diejenigen, die begreifen, dass keine äußere Macht der Welt sie retten wird. Wo im Innen niemand ist, da tritt auch im Außen niemand auf den Plan. Das haben diejenigen gelernt, die nicht nur konsumiert und projiziert haben, sondern ihr Bewusstsein geschult. Sie machen nicht die äußeren Umstände für ihr Leben verantwortlich, sondern ihre eigene innere Haltung. Mit dieser Erkenntnis stehen wir vor einem der bedeutsamsten Bewusstseinssprünge, die die Menschheit bisher erlebt hat.

Die Ur-Teilung

Um diesen Wandel zu verstehen, müssen wir weit in die bisher erforschte Geschichte zurück, bis hin zu der Zeit, als das Böse auf die Erde kam. Im Weltbild der Antike gab es die Spaltung in gut und böse noch nicht. Sie entstand erst mit dem Christentum. Während vorher Tiere und Menschen den Göttern geopfert wurden, machten fortan innere Opfer die Erlösung von Schmerz und Schuld möglich. Neu waren auch die Vorstellungen, dass es nur einen Gott gibt, dass Gott auch Mensch ist und der Mensch auch Gott.

Diese Erkenntnisse jedoch, so die Astrologin Carola Raasch, sind bei den meisten Menschen immer noch nicht angekommen (1). Das neue Wissen wurde nicht mit dem alten Wissen der Antike verbunden. Gnadenlos und mit ungeheurer Brutalität und Intoleranz verfolgten seit der konstantinischen Wende die Christen die alten Kulte. Als böse galt, was sich nicht dem Mainstream unterordnen wollte. So ist es bis heute geblieben. Was wir nicht haben wollen, wird abgespalten, als verwerflich abgestempelt und bekämpft.

Von der ursprünglichen Botschaft der Nächstenliebe blieb ein äußerlicher, strafender Gott übrig, der den Menschen innerlich keinen wirklichen Halt gab. Er wurde durch eine Wissenschaft abgelöst, die ihrerseits den Anspruch auf Alleinherrschaft erhob und die Spaltung weiter vorantrieb.

Aus dem Kampf gegen das Böse wurde der Kampf gegen die Natur des Menschen. Unsere Schwächen und Schattenseiten sollten nicht mehr zu uns gehören.

Im Detail verloren

Mit dieser Haltung verhindern wir unsere eigene Weiterentwicklung. Denn unser Potenzial liegt nicht wie bunte Ostereier auf der sonnigen Wiese, sondern verbirgt sich in unseren dunklen Tiefen. Erst die Auseinandersetzung mit unseren Schattenseiten lässt uns reifen. Licht und Schatten gehören zusammen. Wenn wir uns von einem abschneiden, finden wir auch zum anderen keinen Zugang und verunmöglichen damit die weitere Entwicklung unseres Bewusstseins.

Das natürliche wurde durch das künstliche Licht ersetzt. Die Wissenschaft ignorierte den gesamten geistigen Teil unserer Entwicklung und biss sich am materiellen Detail fest. Durch das Zerlegen unserer Wahrnehmungswelt in immer kleinere Einzelteile verloren wir den Überblick und nahmen uns die Möglichkeit, die Zusammenhänge zu erfassen. Das Ganze entzog sich uns. Die zunehmende Abtrennung des Menschen von der ursprünglichen Schöpfung findet schließlich ihren Höhepunkt in dem Bestreben, der Maschine mehr Macht zu geben als dem Menschen.

So verlieren wir letzten Endes unser Menschsein. In der Medizin sind wir nicht mehr als eine Ansammlung von Organen, in der Schule werden wir in Klassen sortiert und mit Noten etikettiert, in der Wirtschaft geht es nicht mehr um Austausch, sondern um Konsum und Macht — und auch der Mensch ist nicht mehr als ein Stück Ware —, in der Landwirtschaft sind Pflanzen und Tiere zu Objekten geworden, die beliebig manipuliert werden können.

Wechsel der Zeitalter

Vor diesem Hintergrund, so Carola Raasch, treten wir aus dem Fischezeitalter heraus in das Zeitalter des Wassermanns. Während die Fische im Sternkreiszeichen voneinander abgewandt sind, schwingen die Wellen des Zeichens Wassermann parallel. Körper und Geist, Himmel und Erde sind miteinander in Einklang. Das dem Wassermann zugewiesene Element ist die Luft. Frei wie die Vögel schwingen wir uns auf. Das Gegensätzliche wird im Inneren zusammengeführt und vereint. Nicht mehr das eine schließt das andere aus, sondern beide Seiten gehen miteinander in Resonanz und ergänzen sich gegenseitig.

Das ist die Entwicklungsstufe, die wir eingeladen sind zu erreichen. Kein strafender Gott wacht mehr von oben mit argwöhnischem Blick. Wir wenden uns uns selbst zu und entdecken die schöpferische Kraft in uns. Das Körperliche und das Geistige sind wieder miteinander verbunden. So werden auch gut und böse überwunden.

Wir müssen nicht mehr kämpfen, sondern ergreifen das Schwert der Freiheit, das uns gereicht wird, und machen uns die Welt so, wie sie uns gefällt.

Diese Vision klingt zu schön, um wahr zu sein. Mit allen Mitteln wird die Funktionalität gefördert, die die Entwicklung des Bewusstseins verhindert. Nur noch die Form soll es geben, während der Inhalt verkümmert. Auf eine seelenlose Hülle reduziert, wird der Mensch immer technischer, während die Technik immer menschlicher wird. Gleichzeitig ist immer mehr Macht nötig, um die geistige Entwicklung des Menschen noch aufzuhalten.

Nach Hause

Wie der Übergang gelingt, der aus astrologischer Sicht unaufhaltsam ist, hängt von unserer Bereitschaft ab, uns unserem eigenen Inneren zuzuwenden, dem Geist, der in uns wohnt. Auf dem Weg in die Freiheit ist die wichtigste Frage die, die uns seit der Antike gestellt wird: Wer bist du? Wo willst du hin?

Antwort finden wir nicht im lauten Gebrüll, sondern in der Stille des In-uns-Gehens. Unser Verstand kommt an seine Grenzen. Aufgrund der künstlichen Intelligenz können wir nicht mehr wissen, welche Nachricht wahr ist und welche nicht. Nun ist das Herz an der Reihe. Das Herz kann Dinge, die der Verstand nicht kann. Es kann das Richtige vom Falschen unterscheiden. Das Herz weiß, wo es langgeht. Denn nur mit dem Herzen, so heißt es im „Kleinen Prinzen“ von Antoine de Saint-Exupéry, sehen wir wirklich gut.

Die Antwort auf die zunehmende Entmenschlichung ist: menschlicher werden. Das haben wir der Technik entgegenzusetzen. Der Verstand trennt. Das Herz vereint.

Wer sich von seinem Herzen leiten lässt, so die Bewusstseinsforscherin Sandra Weber, der kommt vom Wissen zur Weisheit. Nicht Berechnung und kalte Intelligenz führen den Reigen in die neue Zeit an, sondern Mitgefühl, Intuition und Güte.

„Sei einfach präsent und lass alles sein. Hör auf, dich gegen den Moment zu wehren. Hör auf, dich gegen das zu wehren, was bereits ist. Du musst es nicht reparieren, verändern, beurteilen oder davor fliehen. Lass das Streben los, das Festhalten, das Verharren daran, wie das Leben sein sollte. In deiner Sanftheit liegt Frieden, eine tiefe Stille in der Hingabe. Lass kommen, was kommt. Lass gehen, was geht. Stehe als Zeuge da, bewusst, offen, unberührt in deinem Innersten.“

„Selbst wenn der Geist rast, wenn die Emotionen hochkochen, kannst du hier bleiben in diesem Raum des Zulassens. Kein Drängen, kein Ziehen, nur Präsenz. Der Atem strömt ein, der Atem strömt aus. Das Leben bewegt sich und du bleibst darin still. Das ist kein Aufgeben. Das ist Erwachen zu der stillen Intelligenz, die sich durch alle Dinge bewegt. Du musst die Welt nicht aufrechterhalten. Du musst nur loslassen. In der Hingabe liegt Freiheit, in der Stille liegt Klarheit. Indem du einfach bist, kehrst du nach Hause zurück“ (2).

Vom Wort zur Tat

Aus der Präsenz heraus lernen wir es, zu manifestieren und unsere neue Realität selbst zu erschaffen. Nicht aus kindlichem Wünschen heraus, sondern aus einfachem, authentischem Sein. In dieser Haltung sind wir bereit für das neue Jahr. Die Zeit der Worte ist vorbei. Nun kommt die Zeit des Handelns. Im Wege steht uns nur unser eigenes Ego, das das alte Zeitgeflecht noch aufrechterhält.

2026, so die Bewusstseinsforscherin Christiane Hansmann, möchte die Zeit befreit werden (3). Die Erde erfährt einen Bewusstseinsschub, der sich unerwartet und plötzlich vollziehen kann. Viele arbeiten daran, dass ein neues Bewusstsein ein Netz um den Erdball webt, in dem alle gehalten sind, die ihrem Herzen und ihrem Gespür vertrauen. Nicht als Klimaretter sind sie unterwegs, sondern als mutige Pioniere, die es üben, sich von ihren Vorstellungen, Meinungen und Erwartungen zu lösen, um sich die Antworten schenken zu lassen.

Wer sich sozusagen in seine Seelenspur einloggt, entfaltet als stiller Zeuge sein wahres Menschsein. Er lässt die Dinge durch sich geschehen.

In dieser Haltung wagt er den Schritt ins Unbekannte und ist bereit für das nächste Zeichen in der chinesischen Astrologie. Die Schlange hat sich gehäutet. Die toten Schichten sind abgezogen. Was nicht von Herzen kommt, fällt nach und nach weg. So kann das Feuerpferd kommen, das uns unberechenbar macht, unregierbar und von keiner Elite dieser Welt zu beherrschen.