Ein sturer Pazifist
In seinem Album „Lasst uns verweilen“ warnt der Liedermacher Hans-Eckhardt Wenzel leidenschaftlich vor dem alt-neuen kriegerischen Ungeist.
„Ein linker Liedermacher — oje!“ Nicht jeder wird sogleich voll froher Erwartung sein, wenn jemand Hans-Eckardt Wenzel so charakterisiert. Zu viele Fans waren in den letzten Jahren gerade von den Veteranen des deutschen Chansons und des Deutschrocks enttäuscht. Saturierte Ex-Idealisten hatten offenbar ihren Frieden mit dem Krieg gemacht, mit Bürgerrechtsabbau und der Einengung des Meinungskorridors — ihr Antikapitalismus wirkte nur noch wie eine Pose, verschwand hinter künstlerischen Anpassungsleistungen an eine repressiv auftretende Wokeness-Kultur. Wenzel ist demgegenüber ein Lichtblick. Er ließ sich nicht zurechtbiegen und auf ein bestimmtes angesagtes „Mindset“ festlegen. Er bleibt zottig, ungezähmt, scheinbar widersprüchlich und bei näherem Hinsehen doch sehr stimmig. Vielleicht hat auch seine Herkunft aus der ehemaligen DDR dafür gesorgt, dass Wenzel alten und neuen Denkverboten misstraut, dass sein Kampf gegen rechts nie phrasenhaft-performativ wirkt, sich vielmehr gegen Unterdrückung und Ausbeutung in allen ihren parteipolitischen Einfärbungen wendet. In seinem neu veröffentlichten Sampler „Lasst uns verweilen“ bekommen Interessierte einen facettenreichen Schaffensquerschnitt in neuem Gewand serviert — mit politisch-kämpferischen wie auch poetisch-privaten Liedern.
„Was sind das für Zeiten, wo ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!“
Diesen Satz Bertolt Brechts zitierte Hans-Eckardt Wenzel in einem öffentlichen Gespräch mit Sahra Wagenknecht („Sahra trifft“). Er umreißt damit ein Dilemma des engagierten Liedermachers. Will er sich seine Themen nicht von der tagesaktuellen Nachrichtenlage diktieren lassen, so muss der Künstler seine eigenen Sujets finden, kann auch einmal Atempausen des Privaten inmitten der politischen Stürme zulassen. Andererseits: Der Vorwurf, vor genau den Themen „gekniffen“ zu haben, die die Zeit zu erfordern schien, wird den zu unpolitischen Sänger unweigerlich verfolgen. Ein schönes Naturgedicht über Bäume — bagatellisiert dies nicht die Leiden des Ukrainekriegs? Und macht sich nicht, wer kein Lied zu Corona schreibt, zum klammheimlicher Sympathisanten der Täter — nach dem Motto „Wer schweigt, stimmt zu“?
Hans-Eckardt Wenzel hat einen guten Mittelweg gefunden, indem er lebensbejahende, unpolitische neben dezidiert politische Lieder setzt. Dabei hat er, was den Mut zum Widerspruch betrifft, sein Soll teilweise sogar übererfüllt, indem er sich nicht nur mit einem, sondern gleich mit beiden Lagern in gerade aktuellen Kulturkämpfen anlegte. Versucht man ihn zum Beispiel innerhalb des gerade in seiner ostdeutschen Heimat hochaktuellen Spannungsfelds zwischen Rechts und Links zu platzieren, so wird man sich von manchem seiner Lieder immer wieder irritiert fühlen, weil sie nicht bieten, was man erwartet hatte. Am Ende wird man Wenzel wohl nur so definieren können: „Er ist links — aber …“.
„Trauriger Clown“ mit Ost-Hintergrund
Hans-Eckardt Wenzel wurde 1955 in Kropstädt in der damaligen DDR geboren. 1989 beteiligte er sich an einer Resolution von Rockmusikern und Liedermachern, die Veränderungen im SED-Staat einforderten. Seine Karriere als Autor, Sänger, Schauspieler und Regisseur startete er 1981, seit 1986 veröffentlicht er Musikalben. Prägend waren Wenzels Übersetzungen von Liedern der Folklegende Woody Guthrie. Die Frucht dieser Auseinandersetzung waren das Album „Ticky Tock — Wenzel singt Woody Guthrie“. 2006 ging der mit Woodys Sohn, dem Singer/Songwriter Alro Guthrie auf Tournee. 2023 unterzeichnete Wenzel eine von Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer initiierte Petition an Olaf Scholz mit dem Ziel, im Verhältnis zu Russland auf Diplomatie und Verhandlungen statt auf Waffenlieferungen zu setzen. Wenzel geißelte den Krieg auch als Folge der brutalen kapitalistischen Profitlogik und als Konjunkturspritze für die Waffenindustrie. Seit April 2026 ist er Mitglied der Grundwertekommission des BSW.
Charakteristisch für Wenzels Stil ist das Spannungsfeld aus Melancholie und überschäumender Lebensfreude — oft vereint in ein- und demselben Lied, da gerade das Bewusstsein der Vergänglichkeit und der mannigfachen politisch inszenierten Bedrohungen dem Genuss des Augenblicks eine besondere Dringlichkeit verleihen.
Typisch ist auch, dass der Sänger dem Humor und der Satire mehr Raum gibt als andere vergleichbare Liedermacher, dass er zärtlich-bissig und verzweifelt-lustig zugleich wirkt, ein trauriger Clown, der sich an überaus ernsten Themen abarbeitet.
Gegen Rechts, aber nicht nur
In seinem großartigen Klassiker „1000 Tode“ von 2007 teilte Wenzel kräftig gegen Neonazis aus:
Ein kahler Schädel alter deutscher Prägung
Betrachtet in der Straßenbahn mein Haar.
Es grölt die Seele von der Volksbewegung,
Und dass es werden wird, wie es einst war.
Ich spür den harten Hass, der mir entgegen lacht,
So hart wie seine Faust, hart wie sein Kinn.
Für mich sind tausend Tode ausgedacht.
Es ist ein Wunder,
Dass ich noch am Leben bin.
Andererseits läuft die Gegen-Rechts-Rhetorik in Zeiten des AfD-Booms Gefahr, die jeweils Herrschenden zu milde zu beurteilen, als gebe es außer einem „Rechtsruck“ bei Wahlen und Umfragen in Deutschland nichts zu bemängeln und als genüge performative Abgrenzung von „Rechts“ für eine menschliche Politik. „Demokratie ist nicht, dass man sich zur Regierung bekennt, sondern dass man sie kritisiert“, sagte Wenzel im Gespräch mit Wagenknecht. Und: „Das ist ein verzweifeltes Land.“ Er geht damit den selteneren, den mutigeren Weg — verglichen mit den Liedermachern, die in den letzten Jahren zu aktuellen politischen Fragen nie etwas Falsches sagten, weil sie eigentlich gar nichts sagten. Und mit denen, die ihre Feigheit vor den Mächtigen damit bemäntelten, dass sie zwar fleißig gegen die AfD kämpften, sonst mit allem beflissen mitschwammen, um ihre Karriere nicht zu gefährden.
Der Verlust der eigenen Sprache
Mitunter opponierte Wenzel gleichzeitig gegen die Regierung und gegen den Mainstream der Opposition. Wenn es etwa um Auswüchse der „Wokeness“ geht, in denen er die Gefahr einer neuen Meinungsdiktatur à la DDR wittert. „Alter weißer Mann“, 2021, war so ein Lied. Wenzel trat im Video in grotesker Clownsmaske und mit weinerlichen Grimassen auf. Man könnte interpretieren, er habe die kritikresistente männliche Mehrheitsgesellschaft bloßstellen wollen, die sich selbst angesichts berechtigter Vorwürfe in Opferbewusstsein suhlt. Andererseits sind einige Textzeilen klar gegen woke Meinungseinfalt gerichtet: „Benutze ich ein falsches Wort, haut man mich in den Orkus fort. Zu den Verbrechern, Frauenschändern, die viel zu stur sind, um zu gendern.“ Und: „Ja früher war mein Reden scharf. Da wusst ich nicht, was man nicht darf.“ Genau diese Gefahr besteht ja: Dass sich oppositionelle Schärfe abschleift durch zu viel Rücksichtnahme auf Befindlichkeit und das mögliche Verdammungsurteil selbsternannter bigotter Zeitgeistlicher. Diese satirische Kritik wiegt umso schwerer, als sie aus dem Mund eines Traditionslinken kommt, den man nicht so leicht als rechtsextremen Verdachtsfall abkanzeln kann.
Zum Thema wokes Neusprech sagte Wenzel im Interview mit dem politischen Journalisten Patrik Baab:
„Wir können Dinge nur ändern, indem wir sie genau benennen. Und indem uns die Sprache verloren geht, sind wir verloren. […] Und so müssen wir auch die Dinge, die uns verletzen und die uns verstören, benennen, und dazu müssen wir die völlige Freiheit haben.“
Die Gendersprache sei „noch eine Verschärfung, die unsere syntaktischen, unsere denkstrategischen Dinge verletzt. Das heißt, wir werden unserer intellektuellen Mittel zunehmend beraubt“.
Poesie ist in dieser Deutung nicht nur dann Rebellion, wenn sie sich ins politische Tagesgeschäft wirft und den Staat frontal angreift. Schon auf seiner eigenen Sprache zu bestehen, ist Widerstand.
Insofern gibt es auch kein irrelevantes Lied, sofern dieses — wie im Fall Wenzels — künstlerisch gelungen ist.
Unzureichende Begriffe, verkürzte Analysen
Gleichzeitig bleibt Wenzel dem klar antikapitalistischen Denken treu, das in der DDR gepflegt, aber auch autoritär verhunzt worden war. Es fehle gegenwärtigen Diskursen an analytischer Schärfe, meint er, weil man das Gute an sozialistischen Ansätzen vorschnell verloren gab. So sagte er — ebenfalls im Gespräch mit Patrik Baab:
„Wir haben durch den Zusammenbruch des Ostens und der damit verbundenen sozialistischen Ideen sozusagen ein Denkverbot, die Gesellschaft, in der wir leben, als kapitalistisch zu bezeichnen und zu analysieren. Das ist ein Problem. Wir bleiben in zwei Kategorien hängen. Das sind die Kategorien „demokratisch“ und „despotisch“. Das sind aber, wie man in der Mathematik sagen würde, keine hinreichenden Begriffe, um eine Gesellschaft zu definieren.“
Es gebe verschiedene Arten von Demokratie und Despotismus. „In diesen beiden Begriffen hängen wir fest und analysieren nicht mehr Eigentumsverhältnisse, was natürlich dazugehört.“ Auch die aktuelle AfD-Kritik kranke am Ausblenden des Faktors Ökonomie:
„Die Analogien, die man herstellt, über große Thinktanks, von der Brandmauer — dass man versucht sozusagen 1933 zu verhindern —, das ist ein ideologischer Furz. Denn wenn man sich die Verhältnisse real ankuckt: Die NSDAP war am Abkippen, gewonnen hatte sie erst, als das Großkapital mit Hitler das Treffen hatte und man sich geeinigt hatte darauf. Das heißt, sobald es für die Industriellen, das Kapital und die Leute, die auf Gewinn aus sind, effektiv ist, steigt man darauf ein. […] Das haben wir im Moment nicht.“
Rebellion an mindestens zwei Fronten
Man könnte auch sagen: Wenzel will eine linke Politik — aber nicht so. Kein Herumreiten auf Nebenwidersprüchen, keine ideologisch verordnete Sprachakrobatik — aber beharrliches Eintreten für die Systemopfer. Keine Nazi-Vergleiche, wo sie nicht hinpassen, trotzdem aber ein tiefer gehender Antifaschismus, der unbeirrbar bleibt. Dieser Weltanschauungen-Mix verwirrt viele. Wenzel ist einfach nicht linientreu, nicht einmal innerhalb einer Szene, die sich selbst gern als nonkonformistisch inszeniert.
So bekam der Künstler, nachdem er sich bei einem Konzert im „Werk 2“ in Leipzig 2024 „daneben benommen hatte“, vom Veranstalter Auftrittsverbot. Die Gründe dokumentiert Wenzel in einem offenen Brief in der Jungen Welt. Die Leitung des Veranstaltungsorts warf Wenzel unter anderem folgendes vor: „verfälschende Glorifizierung der DDR-Vergangenheit“, „positiver relativierender Bezug zu Putin“. Wenzel habe sich „über sensiblen Sprachgebrauch amüsiert“ — also über das Gendern. Schließlich habe der Künstler Witze gemacht „über die Gefahren der Coronapandemie und über nonbinäre Personen“. Wir können davon ausgehen, dass das einem Herbert Grönemeyer oder Campino nicht passiert wäre — die wissen schon lange, was sich gehört. Wenzel „surft“ nicht auf den Zeitgeistwellen, vielmehr wirkt er mit seiner grundsätzlichen Ausrichtung — machtkritisch, kapitalismuskritisch, pazifistisch — wie ein Fels in der Brandung.
Das Private und das Politische
Dies ist als Hintergrundwissen wichtig, wenn wir die neue CD-Veröffentlichung Hans-Eckardt Wenzels betrachten, die schon im Titel eher „privat“ wirkt: „Lasst uns verweilen“. Ein Naturidyll, verbunden mit den Themen Liebe und Vergänglichkeit beschwört das erste Lied „Das Gras in S.“. Wenzel beschreibt darin, wie er mit seiner Geliebten einen Ort, in dem er mit ihr im Gras gelegen war, nach „1000 Jahren“ — also sehr viel später — wieder aufsuchte. Der Text kreiert einen unklar schwebenden poetischen Raum, der den Hörer sanft anrührt, ohne dass das Ganze leicht „ausinterpretierbar“ wäre.
Alles wird vergessen sein, das Gras wird wissen.
In die Erde wächst es Tag um Tag.
Das Gedächtnis ist ein grünes Kissen,
Das uns unterm nackten Rücken lag.
Die CD ist ein Sampler, aber kein „Greatest-Hits“-Album. Intuitiv griff der Künstler aus einem drei, vier Jahrzehnte umspannenden Oeuvre Titel heraus und nahm sie mit seinen Mitstreitern Thommy Krawallo und Hannes Scheffler neu auf. Beide Musiker spielen Gitarre, was den Sound auf diesen Aufnahmen entscheidender prägt als Wenzels charakteristisches Akkordeon und — gelegentlich — das Klavier. Die neuen Arrangements spannen auf diese Weise verschiedene Lieder, Themen und Lebensepochen zu einem Ganzen zusammen, das auch für Menschen, die schon viel von diesem Liedermacher kennen, viel Überraschendes bietet. Die drei Bandmitglieder wurden auf dem Cover in stark abstrahierendem Malstils von einem Kind porträtiert.
Zwischen Folk, Chanson und klassischem Arbeiterlied
Jedes Lied ist eine eigenständige Persönlichkeit, weder thematisch noch stilistisch ist der weitere Verlauf der CD vorhersehbar. In „Havanna wartet“ personifiziert Wenzel beispielsweise die kubanische Stadt als alte Dame im Schaukelstuhl, die auf das Meer schaut — hin- und hergerissen zwischen vager Hoffnung und Bedrohung. Er bleibt dabei aber nicht beim Allegorischen und Politischen stehen, sondern entfaltet viel reizvolles Lokalkolorit und „malt“ die Insel gleichsam mit wenigen Federstrichen.
Der musikalische Stil Wenzels zeichnet sich durch eine zeitlos wirkende Einfachheit aus, die zugleich nicht eindeutig einem „Nationalstil“ zuzuordnen ist. Man hört den Folk Woody Guthries heraus, dessen Werke Wenzel in deutscher Übersetzung gesungen hat.
Man hört Kurt Weill, den kongenialen Komponisten der politischen Singspiele Bertolt Brechts. Man hört Brels „Amsterdam“ mit seinen Akkordeonklängen und anschwellendem Furor, ebenso wie klassische Arbeiter- und Freiheitslieder in der Art von „Bella Ciao“.
Diese Klänge sind vielleicht schon lange nicht mehr modern, werden aber noch in Jahrzehnten etwas in ihren Hörern berühren können, weil sie direkt zur Seele sprechen. Der Künstler versucht, seinen gut geschulten Intellekt nicht durch komplizierte Melodien- oder Satzkonstruktion zu demonstrieren. Es ist Musik „für alle“, aber insofern anspruchsvoll, als sie sich nicht durch Parolen anbiedert und manche Bedeutung und Klangfarbe erst bei mehrmaligem Hören offenbart.
Das schlafende Ungeheuer
Der aus heutiger Sicht bedeutendste Aspekt dieser Neuaufnahmen liegt sicher in Wenzels Parteinahme gegen die Kriegsstimmung, die gerade 2026 in erschreckender Form eskaliert. In seinem Lied „Sturer Pazifist“ singt er:
„Ich werd beschimpft als dummer, kranker Affe,
von denen, die stets einen an der Waffe,
von denen, die am liebsten hoch zu Rosse
als Siegerdenkmal protzen in der Gosse.
Weil nur durch Waffen auch das Böse endet.
Es leben Freiheit, Panzer und die Dividende.
Und die Moral, das macht uns stark und wunderschön.“
Da zeigt sich „Sturheit“ — wie auch beim Antikapitalismus — in Form eines unbeugsamen Beharrens auf dem einmal als richtig Erkannten. Und so ist auch ein Einknicken vor der „Zeitenwende“ der Kanzler Olaf Scholz und Friedrich Merz mit Wenzel nicht zu machen. Es ist großartig, dass er sein pazifistisches Meisterstück „In den Ländern schläft der Krieg“ gerade jetzt durch die Neuauflage ins Gedächtnis ruft. Analytisch stark, bleibt das Lied zugleich nahe bei den brutalen Details der Kriegsrealität und spricht gerade dadurch eine eindringliche Warnung aus:
*„Jeder Krieg braucht frisches Blut,
sonst ist es nicht zu schaffen.
Einen Feind, der Böses tut
und die besten Waffen.
Und wenn dann der Himmel noch
riecht nach Exkrementen,
Fliegen alle Hände hoch
in den Parlamenten.“*
Das Wachsen der Wüsten
Zu den Höhepunkten des Albums gehört für mein Gefühl auch das Lied „Wo liegt das Ende dieser Welt?“, das quasi eine Sammlung apokalyptischer Optionen ausbreitet — „1000 Tode“, die als Möglichkeiten vor uns liegen — nicht so sehr für das Individuum, sondern für das Kollektiv und für das ganze Ökosystem. Dieser „negative“ Ansatz macht zugleich eindringlich spürbar, was verloren zu gehen droht oder schon verloren ist.
„Ist es die Stille, das Wachsen der Wüsten,
baumlos und müde, als ob wir es nicht wüssten,
dass uns nur die Erde geliehen war. […]
Sag, wo liegt das Ende dieser Welt?
Liegt’s am Ufer von den großen Flüssen?
Liegt’s in Banken knausrig abgezählt,
als ein Rest, den wir verjubeln müssen?“
Schließlich kehrt Wenzel zum schon mehrfach thematisierten Krieg zurück, als dem ultimativen Weg in Richtung Weltuntergang:
„Liegt’s in den Gärten mit den hohen Zäunen?
Trägt es die Maske des Krieges so roh?
Liegt’s in den Bunkern und Waffendepots,
zu verschlingen uns als ein wildes Tier? […]
Ist’s die Zeit, so sorgsam abgezählt,
wenn die großen Reiche untergehen?“