Gipfel der Unverfrorenheit

Die Münchner „Sicherheitskonferenz“ bricht auch in diesem Jahr wieder über eine Stadt herein und bläut der halben Welt die Notwendigkeit von Tötungsvorbereitungen ein.

Es gibt bekanntlich viele wichtige Politikfelder wie Umwelt, Familie oder Migration. Einer dieser Themenbereiche wird von den „Eliten“ jedoch für so überragend wichtig gehalten, dass sie für diesen jährlich ein aufwändiges Hochfest feiern und dafür eine ganze Stadt mit martialischem Polizeiaufgebot in Geiselhaft nehmen. Und das ausgerechnet in München, der Stadt der Räterepublik, des Friedensengels und der Widerstandsbewegung „Weiße Rose“! „Hochrangige Gäste“ debattieren dort über höchst bedenkliche Pläne, welche die Welt im Ergebnis immer ein Stück unsicherer machen. Der „Rang“ der Erlauchten bemisst sich dabei überwiegend danach, wie nützlich sie für die Auftragsbücher der Rüstungsindustrie sind. Es wäre höchst naiv, in der Veranstaltung etwas anderes zu sehen als die Vorbereitung zur Plünderung der Völker für die Profite der Waffenhändler — ergänzt durch die Abrichtung junger, friedliebender Menschen zum Töten. Die ebenso regelmäßig dagegen aufstehende Demo-Folklore wird — rigide von der Polizei eingehegt — daran auch in diesem Jahr nichts ändern.

Die Münchner Kriegskonferenz, die nächstes Wochenende über die Stadt herfällt, ohne deren Bewohner jemals um Erlaubnis gebeten zu haben oder ihnen einen einzigen Cent Zoll oder Tribut oder Entschädigung für die Zumutung zu zahlen — diese widerwärtig dreiste pseudoelitäre Protzpompversammlung internationaler Schwerstkrimineller ist eine höchst kuriose Veranstaltung.

Die Führer der Stadt selbst erklären dazu, die „Konferenz“ „gelte“ als „wichtigstes internationales Forum für Sicherheit und Außenpolitik“ und werde von einer „hochrangigen Teilnehmerliste“ beehrt. Das ist freilich — wie man das von der Münchner Stadtführung gewohnt ist — ein absoluter Blödsinn, und zwar Wort für Wort, angefangen damit, dass es eine internationale Außenpolitik gar nicht geben kann, solange nicht wenigstens erste zaghafte diplomatische Kontakte mit außerirdischen Weltraumbewohnern geknüpft sind. Es sei denn, man stellte fest, jede Außenpolitik sei per se international, oder man insinuierte, es gebe bestimmte DIN– oder vielmehr WIN–genormte, also weltweit gültige Techniken und Regelwerke für ein Handwerk namens „Außenpolitik“.

Aber da gibt es neben dem kindischen Herumgebolze von irrlichternden Querschlägern wie der zum Glück längst vergessenen deutschen Blablubb-Ministerin höchstens eine „regelbasierte Ordnung“, von der ein paar besonders notorische Politverbrecher seit Jahren schwafeln, von der der Rest der Welt — also ihre Bevölkerung — aber längst weiß, dass die angeblich in ihr enthaltenen mythischen „Regeln“ nur darin bestehen, dass es keine Regeln gibt, sondern bloß die Willkür des sogenannten „Westens“. Aber damit komme ich bereits so weit und tief in den banalen Blödsinn hinein, dass ich den Gedanken lieber fallenlasse.

Nein, worum es bei der finsteren Versammlung geht, ist etwas völlig anderes, und das weiß auch so gut wie jeder: Es geht darum, für Milliarden an Schuld- und Steuergeld mit Tötungs- und Vernichtungsgerät zu dealen, Anspruchs- und Interessengebiete für die selbsternannten Führer der Welt abzustecken, Kriege zu planen und vorzubereiten.

Es geht also um das Übelste, was der Mensch überhaupt tun kann und tut: sich gegenseitig ausrotten, um Geld zu erzeugen — mit der Einschränkung, dass dieses Geld auf ganz bestimmte Konten fließen muss und dass die Führer selbst nicht ausgerottet und ihre Paläste und Burgen nicht angetastet werden dürfen.

Es wäre märchenhaftes Wunschdenken, zu glauben, ohne diese Konferenz könne es keine Kriege mehr geben, man müsse die ekelhafte Klüngelei also bloß verhindern, um Frieden zu schaffen — es gab auch schon Kriege, als sich die Münchner Stadtführung noch nicht in dieser Weise prostituierte, und es wird sie möglicherweise auch noch geben, wenn der derzeitige Krieg des sogenannten „Westens“ gegen Russland, China, Iran et alii irgendwann zu Ende gehen sollte.

Zumindest falls es dann noch Profitquellen gibt, um die man Krieg führen könnte, sowie Ressourcen und Menschenmaterial, das man dafür halt auch braucht. Dass der nächste Krieg an Tischtennisplatten in den Residenzen von Larry Fink, Peter Thiel, Bill Gates oder Elon Musk ausgetragen wird, sollte man sich vielleicht nicht zu unbedacht wünschen.
So oder so wird, solange es die Kriegskonferenz gibt und geben wird, auch dagegen demonstriert und demonstriert werden. Das ist vollkommen logisch, schließlich handelt es sich ja neben allem anderen auch um eine bewusste und absichtliche Provokation: „Wir“, sagen die Mächtigen, „marschieren in eure Stadt ein, residieren in den prächtigsten Bauten, die ihr Pöbelvolk nie betreten werdet — höchstens durch den Dienstboteneingang —, und planen eure Vernichtung, um noch reicher und mächtiger zu werden. Und ihr könnt nichts dagegen tun, har har!“

Und damit die Machtlosen und Ohnmächtigen so richtig spüren, wie machtlos und ohnmächtig sie sind, wirft man ihnen Stöckchen hin, die sie brav apportieren, und lässt sie demonstrieren — aber selbstverständlich nur so, dass der reibungslose Ablauf der mörderischen Geschäfte nicht gestört wird.

Zur dementsprechenden Zurichtung der rituellen Proteste sind (oder waren) neben allen möglichen verfassungswidrigen Auflagen und Einschränkungen des Versammlungsrechts zwei Elemente nötig: die Erziehung der Protestierenden zum „Preaching to the Converted“ sowie ihre selbsttätige Aufspaltung in — asterixinisch gesprochen — Westgoten, Ostgoten, Nordgoten, Südgoten und so weiter, wobei in diesem Fall die Windrichtungen eine sehr untergeordnete Rolle spielen.

Auf diese Weise gelang es seit ungefähr Mitte der Achtziger, die breite Mehrheit der allermeisten Menschen, die keinerlei Interesse an Massenschlachtungen hegen, in viele winzige Häuflein zu zerhacken, die mittlerweile kaum noch für irgendeinen Frieden, sondern in erster Linie gegeneinander und damit letztlich gegen sich selbst aufziehen und trommeln und in besonders verblödeten Einzelfällen nicht mal davor zurückschrecken, konkurrierenden Lagern eine „Impfung“ anzudrohen.

Der vermeintliche Widerstand gegen die Münchner Kriegskonferenz ist hierfür ein rasselndes Paradebeispiel: Die eine Gruppe mag nicht mit der anderen demonstrieren, weil da einer spricht, der der falschen Partei oder Fraktion oder Gruppe oder Initiative oder sonst was angehört. Die anderen finden das doof, laden zum Ausgleich Vertreter einer ganz anderen Partei oder Fraktion oder Gruppe ein, die wiederum aber absagen müssen, weil ihre Partei oder Initiative oder sonst was ein „Mitlaufen“ mit den bösen Konkurrenten nicht duldet. Noch mal andere wollen keinesfalls mit Figuren demonstrieren, die nicht „queer“ sind oder das Klima leugnen, Trump oder Putin oder beide nicht entschieden genug hassen oder gegen die „Corona“-Verbrechen demonstriert haben, und so geht das munter im Kreis herum, bis am Ende alle möglichen Häuflein, wie gesagt, nur noch gegeneinander und nicht mehr gegen den Krieg und seine Betreiber demonstrieren.

Am Rande sei angemerkt, dass Demonstrationen auf diesem Weg etwas ganz anderes geworden sind als sie mal waren: Rituale der Selbstvergewisserung nämlich, bei denen bestimmte Vorbeter zu den Gleichgesinnten sprechen, als gäbe es da noch was zu klären, statt gegen die zu agitieren, gegen die es doch nominell gehen soll. Die sitzen derweil im Luxushotel und blicken durch schusssichere Panoramascheiben amüsiert hinunter auf die Auswüchse der Aufmarscheritis disparater Grüppchen, die angeblich alle dasselbe wollen, aber halt ohne oder gegen die anderen.

Da schmeckt der Cocktail zum Rüstungsvertragsabschluss gleich noch viel besser, wenn man genüsslich feststellen kann, dass eine Gefahr der Stürmung der Konferenz von diesen diversen Mikrosekten ganz bestimmt nicht droht. Ein absurdes Résumé: Drunten haben alle das gleiche Ziel, kloppen sich aber wie die erwähnten Asterix-Goten; droben planen oder führen nicht wenige Krieg gegeneinander, genießen aber einträchtig gemeinsam die abendliche Zigarre im Ohrensessel. Krieg, möchte man fast meinen, versöhnt, während der Wunsch nach Frieden unweigerlich die Zersplitterung nach sich zieht.

Neben dem jahrtausendealten Motto „teile und herrsche“ kommt in dem masturbativen Deklamieren altbekannter, durch jahrzehntelanges Wiederkäuen fadenscheinig zerwaschener Parolen auch das erwähnte „Preaching to the Converted“ zum Zug:

Ehedem hatten Demonstrationsredner vor allem die Aufgabe, den jeweils bekämpften Herrschenden gehörig Angst einzujagen. Die sollten merken, dass wir — wer auch immer das jeweils war — mehr sind und ihnen im Falle einer Fortführung ihrer giftigen Machenschaften das Fell über die Ohren ziehen werden.

Heute stellt man gefällige Alternativprominente auf Bühnen, damit sie aufsagen, was sowieso alle wissen, und damit dem ganzen Spektakel die Luft rauslassen, noch bevor die Februarkälte den letzten revolutionären Funken vereist. Dazwischen singt noch jemand ein Lied, irgendwas ganz Friedliches, und am Ende zuckelt man desillusioniert und durchgefroren nach Hause, weil doch wieder so wenige da waren. Als hätte es etwas geändert, wenn zwanzig Millionen zugehört hätten, wie irgendein Promi von der Bestsellerliste erklärt, wieso Frieden wichtig ist.

Besonders gern tun das übrigens Parteifunktionäre, und deshalb lassen sich die Grüppchen anhand dieser Marke besonders gut spalten und trennen: Bei Demo A darf einer von der AfD was sagen? Ho! Dann spricht die SPD bei Demo B, was wiederum der sogenannten „Linken“ missfällt, die daher auf Demo D antritt, weil Demo C schon von den „Grünen“ besetzt ist.

Ich bin gespannt, wann CSU, FDP, Freie Wähler, Bayernpartei, ÖDP, Bibeltreue Christen, Rosa Liste und der lilafarbene Soros-Haufen — ganz zu schweigen von den tausenden regierungs- und parteiamtlichen GONGOS — endlich auf den Trichter kommen, eigene Demos zu veranstalten, um, wie man im Marketing sagt, „ihr Branding zu setzen“ oder so. Falls sie das nicht längst tun und es mangels Zuspruchs bloß noch keiner bemerkt hat. Es ist schließlich Wahlkampf, meine Damen und Herren!

Vielleicht sollten wir uns zwischendurch mal wieder fragen, was eine Partei überhaupt ist. Parteien sind grundsätzlich, das wissen wir seit ungefähr sechzig Jahren von Karl Jaspers, nichts anderes als Machtmaschinen: Sie besetzen Parlamente, Regierungen und die Justiz und bewahren diese angeblich „geteilten Gewalten“ somit vor dem Zugriff der „normalen“ Bevölkerung, um unter sich auszuhandeln, wohin das Steuergeld, das sie als Verkörperung des Staats einziehen und verwalten, fließt — wodurch es letztlich logischerweise immer an sie selbst fließt sowie an ihre Puppenspieler in den „Corridors of Power“ und ihre Vorfeldkampforganisationen (die sie in einem Anflug unfreiwilliger Selbstironie stur „Nichtregierungsorganisationen“ nennen).

So entstand eine Art militärisch-industriell-gesamtstaatlicher Machtkomplex, den seine besonders dreisten Protagonisten und Oberhampel mit geschwellter Brust „Unsere Demokratie“ (Betonung auf „unsere“, also nicht eure) nennen und der mit Demokratie so viel zu tun hat wie ein Betonbunker mit Frühlingsgefühlen unwägbarer Verliebtheit.

Das gilt übrigens für sämtliche Parteien. Alle paar Jahre nämlich streckt mal wieder eine neue solche Machtmaschine ihr Fähnlein in den Wind und wird umgehend von ihren fetten und fauligen alten Artgenossen bis aufs Blut bekämpft — das ist so logisch wie das Geknurre, Gekläffe und Gebeiße an den Futternäpfen, wenn ein neuer Köter dazustößt.

Anderswo ordnet sich das Kartell dann neu, ein paar alte Läden machen zu, und deren Personal wechselt die Arbeitsanschrift. In Deutschland ist der Beton bekanntlich besonders hart, aber auch hier kommt das, wenn auch selten, mal vor: Die einst so stolze Arbeiterverräterpartei SPD nähert sich im zügigen Abfahrtsrennen der Fünfprozenthürde, und die früher mal ganz treuherzig friedensbewegten „Grünen“ schafften es vom alternativen 0,5-Prozent-Spontisumpf per eifrigem Stechschrittmarsch durch die Institutionen in den menschenfeindlich-weltanschaulichen Fußstapfen der alten Nazis zwischendurch bis hinein in Bundes- und diverse Landesregierungen, zettelten zwei Kriege mit an und werden neuerdings trotzdem wieder unmodisch.

Und die AfD, ehedem ein Anti-Euro-Protestverein, zwischendurch maßgeblich an der Aufklärung der „Corona“- und Klimalügen beteiligt und vordergründig recht kriegsgegnerisch und antirussophob engagiert, freut sich auf ihren ersten Ministerpräsidenten und — da schließt sich nicht nur ein Kreis — über die Einladung zur Münchner Kriegskonferenz, hi hi.

Wohlgemerkt: In all diesen und fast allen anderen Parteien gibt es vernünftige, freundliche, sympathische, manchmal liebenswerte Menschen. Und aber halt auch hinterfotzige Hornochsen, billige Brüllaffen, fiese Karrieristen und diverse andere Exemplare, mit denen man weder Bett noch Stammtisch teilen möchte.

Es handelt sich eben um Parteien, also Machtmaschinen, deren Aufgabe darin besteht, Regierungen zu bilden, um die Bevölkerung zu entmündigen und zu beherrschen. Mehr ist da nicht. Eine Supermarktkette, ein Kaninchenzüchterverein, eine freiwillige Feuerwehr, eine Kegelbruderschaft haben ganz andere, aber ebenso begrenzte Aufgaben und Zwecke.

Der verbreitete Irrtum besteht darin, dass unbedarfte Menschen Parteien eine gesellschaftliche Rolle zuschreiben, die sie einem Supermarkt oder einer Kegelbruderschaft niemals zubilligen täten. Noch immer hält sich hartnäckig der Irrglaube, dass Parteien irgendjemanden repräsentieren außer sich selbst.

Das tun sie nicht — abgesehen von gewissen kriminellen Kreisen, die solche Organisationen aber nur deshalb vor den eigenen Karren spannen, weil sie um den Irrglauben wissen — vgl. Scholz/Warburg, Merz/BlackRock, die „Grünen“ und die „Klima“-Industrie.

Das macht Parteien nicht per se schlecht oder böse. Sie tun halt, was sie tun, auch wenn im Grundgesetz etwas völlig anderes steht. Supermärkte verkaufen Nahrungsmittel, machen damit Profit und schauen auch nicht immer so genau auf Tarifverträge und ähnlichen Kram. Kaninchenzüchter züchten Kaninchen. Parteien organisieren die staatliche Macht. Wer glaubt, sie hätten darüber hinaus irgendeine besondere Kompetenz oder Bedeutung, ist leider ein höchstens nostalgischer Dummkopf.

Deshalb haben Parteien und ihre selbstbezogenen und selbstbezüglichen Streitereien um die Fressnäpfe auf Demonstrationen so wenig verloren wie im Fußballstadion oder im Vereinsheim einer Schrebergartenkolonie, wenn die vorgeschriebene Höhe von Heckenpflanzungen diskutiert wird. Wenn es um Krieg und Frieden geht, haben sie sich rauszuhalten.

Und deshalb ist es mir im Rahmen dessen, worum es geht, vollkommen egal, ob ein Demonstrant gegen die Kriegstreiber ab und zu besoffen Auto fährt, gerne rohes Fleisch isst, „Grüne“ wählt, die „Süddeutsche Brandmauer“ abonniert oder etwas gegen Araber hat. Es ist mir egal, ob eine Demonstrantin zu Hause ihren Mann prügelt, „Tagesschau“ glotzt, ihren Kindern Cola zu trinken gibt oder ihnen Rolf-Kauka-Comics vorliest.

Es sollte jedem denkenden Menschen vollkommen wurst sein, dass andere Menschen Macken, Flausen im Kopf, unsinnige Ansichten und saudumme Gewohnheiten haben, wenn es darum geht, Massenmördern das Handwerk zu legen. Über alles andere mag man hinterher ausgiebig debattieren, wenn’s denn unbedingt sein muss.

Und wenn während der Kriegskonferenz draußen Mitglieder von SPD, „Grünen“, AfD, CSU und/oder irgendeiner anderen Machtorganisation gegen den Krieg demonstrieren, während drinnen ihre Parteigenossen Austern und Champagner schlürfen und am Kaminfeuer mit Waffenhändlern plauschen, dann finde ich das höchstens auf sehr ironische Weise bezeichnend — im Schützengraben spielt es ja auch keine Rolle, ob der eine Wolfgang Amadeus Mozart und der andere Taylor Swift für die Krönung der Musikgeschichte hält. Wer auf solche Feinheiten Wert legt und sie zum entscheidenden Kriterium erhebt, zeigt damit nur eines: dass er ein vernagelter Holzkopf ist, der für seine angebliche Weltanschauung nicht nur das eigene, sondern vor allem viele andere Menschenleben zu opfern bereit ist. Solche Leute nannte man früher manchmal „Nazi“, bevor dieser Begriff von den herrschenden Parteiautokraten als allumfassendes Kampfsynonym für Regimekritiker missbraucht wurde.

Ich weiß allerdings nicht, ob es überhaupt einen Zweck hat, gegen die widerliche Kriegskonferenz zu demonstrieren, wenn man nicht vorhat, nicht mal im Traum daran denkt, sie zu verhindern. Wenn man nicht mal daran denkt, die aus der eigenen Tasche bezahlten Stadtführer, die derweil bräsig in ihrem Rathaus herumlungern, aus Steuergeldern Blödsprüche wie „München bleibt stabil“ auf Plakate drucken lassen und zaghafte Anfragen, was genau sie eigentlich während der kriminellen „Corona“-Kampagne getrieben haben, noch nicht mal mit einem symbolischen Mittelfinger, sondern überhaupt nicht beantworten — wenn man sich nicht mal vorzustellen wagt, diese selbstzufriedene Bande von Patriziern im Geiste auf der Leiste aus selbigem Rathaus zu jagen, dann muss man sich nicht wundern, wenn das symbolische Aufbegehren unter Polizeibewachung höchstens belächelt wird.

Ehrlich gesagt: Nein, einen Zweck hat das wohl eher nicht. Möglicherweise ist das Konzept „Demonstration“ durch die Umtriebe und Unterwanderungen der letzten vierzig Jahre derart zerlottert und diskreditiert, dass man genauso gut Sponsoren von BMW bis Edeka dafür engagieren könnte — beim „Christopher Street Day“ geht das ja auch, da marschieren mittlerweile sogar CSU und Bundeswehrmacht für irgendwas mit … Dings. Dann hüpft man frohgemut herum, füllt den Bauch mit gesponsertem Blubberlutsch und schwärmt hinterher davon, was für ein Fun das wieder mal war.

Aber: Der Krieg geht derweil weiter, und er wird eskaliert von denen, die da protzen, pompen und dinieren hinter den schusssicheren Panoramascheiben. Irgendwann wird diese Eskalation jeden von uns treffen und erwischen.

Und dann wird es keine Rolle spielen, ob irgendwer mal bei einer Supermarktkette, einem Versicherungskonzern oder einer Partei sein Geld verdient hat. Die Pläne dazu werden jetzt formuliert, und wir wissen, wo das geschieht. Also: Was tun?

Vielleicht mögen die eifersüchtelnden Splittergruppenführer ja wenigstens hinterher mal darüber ratschen, fürs nächste Mal, falls dann noch Zeit bleibt?


Ostwestgotische Aufmärsche für irgendwas mit Dings: Belästigungen #43 - von Michael Sailer

Manova sammelt keine nutzerbezogenen Daten. Auf YouTube, Spotify und Co. haben wir leider - noch - keinen Einfluss. Wenn Sie den Inhalt wiedergeben möchten klicken Sie bitte auf diese Box. Dann werden gegebenenfalls einige Ihrer Nutzungsdaten durch die jeweilige Plattform erfasst.