# Herausforderung Islam

Im Gespräch mit Manova und Transition TV führt der Islamwissenschaftler Stefan Weidner seine Erkenntnisse zum „Kampf der Kulturen“ zwischen Abendland und Orient aus.

von 
   * Elisa  Gratias

„Assalamu Alaikum“ (auf Arabisch: „السلام عليكم“) ist ein islamischer Gruß, der „Friede sei mit dir“ bedeutet. Er ist nicht nur ein einfaches „Hallo“, sondern vielmehr ein Wunsch, in dem für die gegrüßte Person göttlicher Schutz erbeten wird. In einem neuen Gespräch für *Manova* und *Transition TV* geht Elisa Gratias mit ihrem Gast, dem Islamwissenschaftler Stefan Weidner, der Frage nach, wie es sein kann, dass so viele Deutsche, Österreicher und Schweizer Angst vor Menschen haben, die einander so grüßen. Weidner ist Autor der drei Bücher „Mohammedanische Versuchungen“, „Manual für den Kampf der Kulturen“ und „Jenseits des Westens“. Er widmet sich dem Thema also in all seiner Komplexität und nimmt darin verschiedene Standpunkte ein.

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Stefan Weidner versteht das Gefühl der Bedrohung vieler Menschen und stellt zugleich die These auf, dass dahinter eher eine Projektion steckt als eine tatsächliche Gefahr. In seinem ausführlichen und anspruchsvollen Buch „Jenseits des Westens“ schreibt er: 

*„Der Neid, der dem Islam gegenüber dem Westen so gern unterstellt wird, hat nichts mit dem Islam zu tun, sondern ist die Projektion der Dialektik von Herr und Knecht auf den Islam und die Muslime, ist das Produkt ihrer Verwestlichung in Gestalt der Übernahme dieser Denkstruktur, dieser Paradigmen und Weltzugangsweisen, die wir im traditionellen Islam gar nicht finden. (…)*

*Da der Antagonismus der Kulturen ebenfalls gesetzt ist, kann die Gefahr einer Umkehrung, Vertauschung oder Durchlässigkeit der Rollen verständlicherweise nur große Ängste, ja Panik vor dieser dann auch möglichen Überlegenheit der anderen auslösen.“*

„Westler“ haben also vielleicht eher unbewusst Angst davor, dass Muslime — wären sie einmal selbst in der Mehrheit und an der Macht — so mit ihnen umgehen, wie sie derzeit mit den Muslimen: mit Abwehr, Vorurteilen und Kriegen. Weidner argumentiert, dass der Islam das Gegenbild sei, das uns als Spiegel diene, und dass der Westen monologisch über den Islam streitet, um eigentlich die eigene Identität und Unsicherheiten zu verhandeln.

Somit lautet das Fazit, dass diese „Reibungen“ zwischen abendländischer und orientalischer Kultur eine Bereicherung für die Gesellschaft sein können, wenn wir sie als solche begreifen:

*„Nicht der Kulturkampf ist schlecht. Schlecht ist es, wenn er einen allzu klaren Sieger kennt“* (1). 

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#### Elisa Gratias im Gespräch mit Stefan Weidner

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