Im Schatten des Systemcrashs

Im Manova-Exklusivgespräch diskutiert Walter van Rossum mit dem Ökonomen Professor Max Otte über die Lage der Wirtschaft und die Ausweitung der Kampfzone.

Vor ungefähr 20 Jahren tauchte erstmals in den Talkshows ein Professor der Ökonomie auf, der sich den Sturmtruppen des Neoliberalismus entschlossen entgegenstellte: Max Otte. Kurz darauf — 2006 — erschien sein Buch „Der Crash kommt“. Der Crash kam, und er kam genau so, wie Otte ihn vorhergesehen hatte. Mit einem Schlag wurde Otte weltberühmt und geschätzt als unbestechlicher Analytiker. 2019 folgte ein umfangreiches Werk, in dem er den Weltsystemcrash prophezeite. Jenen ökonomischen Niedergang nicht nur des Finanzkapitals, sondern auch der Realwirtschaft, den wir spätestens seit Corona erleben. Der Niedergang der USA, die Selbstzerstörung Europas, die globale Verschuldung und der Mangel an Produktivitätswachstum sind die Motoren dieser Krise. Otte lässt keinen Zweifel daran, dass es sich um ein politökonomisches Versagen der westlichen Eliten handelt. Schlimmer noch: um ein totalitär anmaßendes Kalkül.

Im Gespräch erläutert er, wie die Imperative des „Deep State“ auf die politische Agenda geraten und ziemlich exakt umgesetzt werden. Die Serie von Ausnahmezuständen, die seit vier Jahren die Welt in Angst und Schrecken versetzen, veranschaulicht diese Politik, die vor Kriegen und radikaler Repression nicht zurückschreckt.

Otte hat lange in den Vereinigten Staaten gelebt, studiert und gelehrt. Als amerikanischer Staatsbürger hat er auch Donald Trump gewählt — weniger aus Sympathie, sondern aus der Überzeugung heraus, dass Trump unter den gegenwärtigen Umständen eher den Frieden als den Krieg wählt und sich den Anweisungen des Deep State widersetzt.

Der Ökonom hat 2008 seine universitäre Karriere beendet und wurde zum äußerst erfolgreichen Fondsmanager, der gleichzeitig sehr kritisch die politische und ökonomische Lage kommentierte. Heute geht er davon aus, dass die Wirtschaft in Deutschland völlig neu aufgesetzt werden muss. Die seit Jahren betriebene Politik der Deindustrialisierung ist nicht mehr umkehrbar.

Viele Jahre war Otte Mitglied der CDU, zuletzt Vorsitzender der sogenannten WerteUnion, bis er sich 2023 von der AfD zum Kandidaten für das Amt des Staatspräsidenten aufstellen ließ. Im Gespräch erläutert er, was ihn dazu bewogen hat und wie er heute zu dieser Partei steht. Er erzählt auch davon, was die vergangenen vier Jahre mit ihm gemacht haben.


Walter van Rossum im Gespräch mit Max Otte


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