KI kann man nicht trinken

Der neue Above-Report veranschaulicht, in welch existenzbedrohenden Mengen KI-Rechenzentren Ressourcen, allen voran Wasser, unwiederbringlich verbrauchen.

Wann verstehen Menschen, dass man KI nicht trinken kann? Die Frage wirkt im ersten Moment widersinnig. Warum und wie sollte man eine KI „trinken“ wollen? Was hat prompten mit trinken zu tun? Tatsächlich besteht zwischen beidem ein unzertrennlicher Zusammenhang. Denn wenn der Mensch auf Wasser angewiesen ist, so ist es die KI um ein Vielfaches mehr. Genauer: ihre ununterbrochen kühlbedürftigen Hochleistungschips. Die hierfür in exorbitanten Mengen verschlungenen Wassermassen werden dem Wasserkreislauf nicht mehr zurückgeführt. Zumindest nicht mehr in Form von Trinkwasser, denn jeder zu diesem Zweck verwendete Liter ist hernach kontaminiert. Mit der sich anbahnenden Tendenz vieler Menschen, ohne Zuhilfenahme der KI nicht einmal mehr die Schnürsenkel binden zu können, rückt der Punkt näher, an dem sich die Digitalgesellschaft buchstäblich das Wasser abgräbt. Die in weiten Teilen der Welt ohnehin kritische Wasserlage wird durch die wie Pilze aus dem Boden schießenden Rechenzentren nicht nur verschärft — das Wort wäre viel zu schwach. Die Wasservernichtungsanlagen treiben Regionen an einen kritischen Punkt, an dem man sich zwischen dem Weiterbetrieb von Rechenzentren und der Landwirtschaft entscheiden muss. Die Menschheit — ob private Nutzer, Behörden oder Unternehmen — prompten, rechnen und streamen sich in die globale Dürre, in einen Zustand, in dem Leben nicht mehr möglich ist. Der neue Report von Above Phone mit dem Titel „AI Data Center Ecology Report: Our water, power and local actions“ verdeutlicht auf rund 260 Seiten schonungslos und detailliert den Zusammenhang zwischen KI-Rechenzentren, Wasserpegelrückgängen, Hitzeanstieg sowie einer für Mensch und Tier nicht hinnehmbaren Lärmdrangsalierung. Der Report zeigt nicht nur die Dringlichkeit der Gefahr auf, er bietet auch einen Ausblick, wie Widerstand aussehen könnte und welche lokalen Alternativen zu ChatGPT, Gemini und Co existieren. Ein Text zum #Wasserspezial.

Wasser ist das „next current thing“, genauer dessen Mangel, der teils vorgetäuscht, teils real ist, aber im letzteren Fall nicht auf die Schuld einfacher Bürger zurückzuführen ist, die beim Zähneputzen den Wasserhahn zu lange laufen lassen. Wie auch schon bei Corona schlüpft Deutschland im weltweiten Ranking bezüglich des Klimas erneut in die Rolle des eifrigen Musterschülers, der den globalistischen Vorgaben in vorauseilender Pflicht-Übererfüllung noch eines oben drauf setzt. Im Falle der Wasser-PsyOp hat das jedoch einen konkreten Grund, der uns direkt zu dem Above-Report führt, dem dieser Beitrag gewidmet ist. Im weltweiten Ranking der Länder mit den meisten KI-Rechenzentren rangiert die infrastrukturell abgehalfterte Bundesrepublik — man mag es kaum glauben — auf Platz 2; direkt hinter den USA und noch vor China.

Der besagte Above-Report hat in diesem Licht gesehen, wenngleich er sich in erster Linie auf die USA bezieht, eine gewichtige Rolle für deutsche Leser. Denn die Auswirkungen, die die verschiedenartigen Rechenzentren auf die Natur und ihre Ressourcen haben, lassen sich sehr genau an der Zustandsbeschreibung in den USA ablesen und entsprechend auf Deutschland übertragen. Wenngleich in absoluten Zahlen — Stand 2025 — die USA mit 5.426 Rechenzentren über das Zehnfache von Deutschland, 529, verfügt, so stehen in der Bundesrepublik mit Blick auf die Flächendichte doppelt so viel Rechenzentren pro 100.000 Quadratkilometer — nämlich 148, in den USA nur 59. Es liegt nahe, was sich hieraus ableiten lässt: Wenn die weitläufige USA schon existenzielle Ressourcenengpässe hat, lässt sich nur mit Grauen erahnen, wie sich diese Dynamik in dem dicht besiedelten Deutschland ausnimmt.

Insofern sollten deutsche Leser den Above-Report so interpretieren, dass die dort beschriebene Dynamik im Falle Deutschlands doppelt so dramatisch sein dürfte.

Anschaulich und mit gut verständlichen Grafiken schildert der Report ab Seite 53, in welchem Umfang die Rechenzentren Wasser verbrauchen und weshalb dieses nach der Kühlung aufgrund von Kontamination nicht mehr zum Trinken oder für landwirtschaftliche Zwecke geeignet ist. Weiterführend wird veranschaulicht, wie überaus lange es dauert(e), bis sich der Grundwasserspiegel durch den Druck der Gesteinsschichten bildet(e). Dem wird gegenübergestellt, in welchem halsbrecherischen Tempo Rechenzentren Wassermengen verbrauchen, die bei weitem das Kontingent dessen übersteigen, was aus dem Boden nachkommt. Will heißen, dass die betreffenden Regionen in ein „Wasser-Dispo“ kommen, Wasser rascher verbraucht wird, als es sich nachbildet, mit der logischen Folge, dass Dürren entstehen und die Böden nicht mehr fruchtbar sind.

Analog zum Above-Report veröffentlichte Hakeem Anwar, Inhaber von Above, eine Rechenzentren-Karte, auf der er sämtliche, derartige Einrichtungen in den USA kartografiert hat, inklusive der mannigfaltigen Auswirkungen auf die Natur, im Speziellen auf den Wasserverbrauch. Wie er im Manova-Gespräch mit Tom-Oliver Regenauer darlegte, soll eine gleichartig gestaltete Karte bald auch für Europa erscheinen, sodass für jeden Europäer nachvollziehbar sein wird, wo sich ein entsprechendes Rechenzentrum befindet — gar in der unmittelbaren Nähe zum eigenen Wohnort. Schon jetzt lassen sich anhand der USA-Karte mit einer Teelöffelspitze an geistigem Vorstellungsvermögen die ökologischen Folgen für Europa erahnen, in Sonderheit für das mit Rechenzentren überzogene Deutschland.

Neben dem Verbrauch der menschlich schwer vorstellbaren Wassermassen kommen noch weitere, destruktive Begleit-Faktoren der Rechenzentren hinzu — etwa die Luftverschmutzung, ansteigende Temperaturen, Lärmbelästigung und weitere krankmachende Faktoren.

Mit dem zunehmenden Ausbau der Rechenzentren-Infrastruktur wird der ökologisch desaströse Schatten der KI immer sichtbarer, der sonst hinter den freundlichen Benutzeroberflächen und dem sykophantischen Verhalten verborgen bleibt.

Der Report kommt indes nicht allein deswegen auf 260 Seiten, weil er seinen Lesern ein einziges, unentrinnbares Katastrophen-Szenario vorzeichnet. Vielmehr wurde der Bericht verfasst im Modus von „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“. Statt den Leser über dem sich auftuenden Abgrund in der Luft baumeln zu lassen, gibt der Software-Ingenieur und Aktivist Hakeem Anwar dem Leser konkrete Lösungen an die Hand. Diese beziehen sich sowohl auf Alternativen, wie beispielsweise ethische, lokale KIs, als auch auf Formen, Widerstand gegen Rechenzentren in der Nachbarschaft oder Region zu organisieren. Gerade im Rechenzentren-Hotspot Deutschland schlägt sich dieses Thema nirgends nieder, weder in Diskursen, noch auf der Straße. Vor Rechenzentren hat sich noch niemand festgeklebt und in den rivalisierenden Fraktionen überkommener Links-Rechts-Lager sowie in Friedens- und Naturschutz- oder gar „Klima“-Bewegungen scheint niemand von dieser Problematik, bis auf Ausnahmen, je etwas gehört zu haben.

Insofern ist es dringend geboten, dass dieses Thema in Deutschland auf das Tableau kommt und die systemisch gestreuten Ablenkthemen verdrängt. In nächster Zeit soll es den Report auch in deutscher Fassung geben.

Am Ende, damit schließt das Werk, ist das ganze mehr, als eines von vielen politischen Themen. In der Frage der KI-Rechenzentren und der mit dieser Infrastruktur angestrebten Schaffung einer vom Menschen losgelösten KI-Singularität steht die Menschheit an einem „spirituellen Kipppunkt“, an dem sich in den nächsten Jahren entscheiden wird, wohin der Menschen gehen wird.


Hier können Sie den Report herunterladen:Above