Leiden für die Wirtschaft

Für das Gesundheitssystem rechnen sich nur Kranke. Interview mit Sven Böttcher zu seinem Buch „Rette sich, wer kann!“.

Werden Menschen gar nicht erst krank oder nach kurzer ärztlicher Intervention schnell wieder gesund, geht es Ärzten, Kliniken und Medikamentenherstellern finanziell schlecht. Richtig profitabel sind nur langfristige Abhängigkeitsverhältisse, chronische Krankheiten und teure Eingriffe. Es ist für jeden viel verlangt, sich mit ganzer Kraft für die Beseitigung eines Übels einzusetzen, von dessen Weiterexistenz er existenziell abhängt. „Das ist doch krank!“, möchte man ausrufen. Ist es auch. Höchste Zeit für fundierte Aufklärung. Jens Lehrich interviewte den Erfolgsautor Sven Böttcher zu seinem ganz persönlichen Schicksal, aber auch zu Systemfragen, die uns alle betreffen.

Die Fakten sind ernüchternd, die Konsequenzen, die wir daraus ziehen, noch viel mehr: 99,9 Prozent aller medizinischen Vorsorgeuntersuchungen haben laut einer Meta-Studie der Cochrane keinen Einfluss auf ein längeres Leben, mit durchschnittlich 18 Arztbesuchen im Jahr stehen wir Deutschen immer wieder ganz oben auf dem Weltmeister-Treppchen, gleichzeitig sind wir aber auch das kränkste Volk Europas. Allein an den Nebenwirkungen von durch Ärzte indizierten fachgerechten Behandlungen und verschreibungsgemäß eingenommenen Medikamenten sterben in den USA und Europa jedes Jahr etwa 500.000 Menschen.

Diese dramatischen Zahlen aus dem neuen Buch „Rette sich, wer kann!“ von Erfolgsautor Sven Böttcher sprechen eine deutliche Sprache. Doch viele Menschen scheinen für diese Sprache völlig taub zu sein. Wenn es darum geht, ein Auto oder einen Fernseher zu kaufen, steigen wir tief in die Materie ein, wir vergleichen, lesen Fachzeitschriften, laufen von Händler zu Händler, um das beste Angebot zu ergattern. Bei unserer Gesundheit dagegen verlassen wir uns oft blind auf den Rat der „Götter in weiß“, weil wir von Kindesbeinen an gelernt haben, intellektuelle Obrigkeiten nicht zu hinterfragen. Dabei verdrängen wir leider sehr erfolgreich, dass die Menschen heute nicht gesünder, sondern immer kränker werden.

Bereits im Sommer vergangenen Jahres habe ich Sven Böttcher zu einem exklusiven RUBIKON Video-Interview über diesen schulmedizinisch und pharmakologisch praktizierten Wahnsinn getroffen, der mich einfach nur sprachlos macht. Was uns die großen Pharmakonzerne mit ihren Symptom-Unterdrückungs-Medikamenten anbieten, ist oftmals nicht mehr als eine Mogelpackung, die nur einem dient, dem BIP, dem Bruttoinlandsprodukt. Der chronisch kranke Mensch ist Pharma‘s Lieblingskunde – das ist nicht polemisch gemeint, sondern nach der aufwühlenden Lektüre von „Rette sich, wer kann!“ die nackte „kranke Wahrheit“.

Sven Böttchers neues Buch, das Anfang Februar im Westend Verlag erschienen ist, gehört genau aus diesem Grund in jedes Bücherregal nicht nur der gesundheitsbewussten Menschen, sondern auch all jener, die etwas an ihrem Zustand verändern wollen. Denn die Lektüre regt intensiv dazu an, endlich wieder selbst mehr Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen.

Böttcher zeigt anhand seiner Lebensgeschichte, dass es möglich ist, den eigenen kranken Körper umzustimmen, wieder die richtigen Prozesse einzuleiten. Der erfolgreiche Autor, der neben Sachbüchern auch zahlreiche Thriller und Romane geschrieben hat, erkrankte mit Anfang 40 an Multipler Sklerose mit einem schweren Verlauf und lebt heute nahezu symptomfrei in der Nähe von Hamburg. Bei seinem Heilungsprozess setzte der Familienvater nicht auf esoterischen Hokuspokus sondern auf die Dinge, die uns im Alltag krank machen, aber nicht in den Behandlungs-Leitlinien der Ärzte stehen: gesunde Ernährung, das Eliminieren von Umweltgiften, ein lebensfreundliches, auch menschlich positives Umfeld.

In diesem zweiten Video-Interview spricht Sven Böttcher so offen wie nie zuvor auch noch über einen anderen wichtigen Aspekt, der bei allen Zahlen und Statistiken zum menschenfeindlichen Krankheitssystem oft in den Hintergrund gerät: das Warum! Warum tun wir uns das alles an?

Müssen wir in Zukunft tatsächlich künstlich am Leben gehalten – möglichst chronisch krank - 120 Jahre alt werden, damit die Wirtschaft weiter wachsen kann?

Das Interview mit Sven Böttcher berührt, weil es zeigt, dass wir Menschen viel besser damit fahren, wenn wir endlich wieder zu unserer Intuition zurückfinden und die Verantwortung für unseren Körper nicht ausschließlich in die Hände eines rein durch Kapitalinteressen gesteuerten Systems legen. Dieses Buch verändert, es macht Mut ohne falsche Versprechungen, es ist ein wunderbares Werk, wenn man bereit ist zu erkennen, dass der Körper immer unser Freund und niemals unser Feind ist.



Bild

Sven Böttcher: Rette sich, wer kann. Das Krankensystem meiden und gesund bleiben, Taschenbuch 1. Februar 2019, Westendverlag.