Mehr tot als lebendig

Auf Kuba verursacht die Chikungunya-Fieber-Epidemie großes Leid, während die Regierung sie vertuscht und herunterspielt.

Das Leben der Kubaner übertrifft jede Dystopie, die in einem kalten Büro von Drehbuchautoren entworfen werden könnte. So sieht es die junge Autorin dieses Textes, die in Kuba lebt und am eigenen Leib das Chikungunya-Fieber erlebte. Es fiel ihr schwer, diesen Text zu schreiben. Nicht aus Angst vor dem leeren Blatt Papier, sondern aufgrund der Nachwirkungen der Krankheit. Ihre Knie sind buchstäblich steif, und jede Handbewegung verursacht starke Schmerzen. Sie hat, wie fast alle ihre Bekannten, „das Virus“ gehabt, das einen Namen trägt, der schwer auszusprechen ist und die Kubaner seit Juli heimsucht.

Bei jedem Menschen beginnt es auf unterschiedliche Weise. Ich hatte einmal eine so extreme körperliche und geistige Erschöpfung, dass ich kaum aus dem Bett aufstehen konnte. Ich hatte noch keine Schmerzen, aber ich hatte keine Kraft. Am nächsten Tag tat mir die rechte Hand weh. Dann konnte ich nicht mehr aufstehen.

Es heißt Chikungunya. Es ist genauso schrecklich wie sein Name. Meine Nachbarn haben Schwierigkeiten, ihn auszusprechen, und es amüsiert mich sehr, ihre Kommentare zur medizinischen Etymologie zu hören. Sie sagen Sikumbumbia, Chikuguña, Chingungunga. Und wenn sie das sagen, ist es so lustig, dass es fast unglaublich erscheint, dass dies der Schuldige für die Schmerzen, die Folgeerscheinungen und sogar die Verluste ist, die viele kubanische Haushalte erlitten haben.

Chikungunya bedeutet in der afrikanischen Sprache Makonde „derjenige, der sich vor Schmerzen krümmt“, denn dies ist die Haltung, die die Betroffenen einnehmen, um die Qualen etwas zu lindern, die dadurch entstehen, dass alle Gelenke schmerzen, anschwellen und steif werden.

Es handelt sich um ein Alphavirus, das Betroffene hochgradig handlungsunfähig macht und zu Arthralgie und manchmal auch zu neuroinvasiven Erkrankungen führen kann. Es wurde erstmals 1952 in Tansania entdeckt und wird durch Aedes-Mücken übertragen, die das Virus in sich tragen, und in seltenen Fällen kann es vor oder während der Geburt von Müttern auf ihre Kinder übertragen werden.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass es auf dieser Insel mehr Mücken als Kubaner gibt. Am 28. August 2025 gab die Panamerikanische Gesundheitsorganisation (PAHO) eine epidemiologische Warnung zu Chikungunya-Fieber und Oropouche-Fieber in der kubanischen Region Américas heraus.

Dem Dokument zufolge wurden zwischen der 1. und der 33. epidemiologischen Woche des Jahres 2025 in Kuba acht Fälle von Chikungunya gemeldet, doch in den sozialen Netzwerken berichteten bereits viele Menschen, dass sie daran litten. Denn seit dem 25. Juli war in der Gemeinde Perico in der Provinz Matanzas der erste Ausbruch einer endemischen Übertragung gemeldet worden.

Die PAHO forderte in ihrem Bericht eine Verstärkung der Überwachung, Diagnose und Behandlung sowie der Präventions- und Vektorkontrollmaßnahmen. Das Wichtigste sei, Brutstätten zu beseitigen, Müll regelmäßig zu entsorgen — insbesondere in Gebieten mit hoher Ansteckungsgefahr — und Insektizide einzusetzen, um die Mücken zu vernichten.

Die Behörden warnten die Bürger zu diesem Zeitpunkt nicht vor einer möglichen Zunahme der Fälle, abgesehen von einer Fernsehansage, in der — subtil — darauf hingewiesen wurde, dass die Mücke Aedes aegypti vier Arboviren (Dengue, Zika, Oropouche und Chikungunya) überträgt und dass sie bekämpft werden muss.

In Kuba ist Müll in allen Städten zu einem Teil des Stadtbildes geworden. Müll und Pfützen. Es gibt Ausflüsse, Schlaglöcher und Gräben, in denen sich monatelang Wasser sammelt — fauliges Wasser, das sich perfekt für die Ablage von Mückenlarven eignet.

Die Krankheit beginnt mit seltsamen Schmerzen oder unerklärlichem Fieber. Und dann bist du nicht mehr du selbst. Du bist eine Holzpuppe, die nicht aus dem Bett aufstehen kann. Die akute Phase dauert zwei bis drei Wochen. Das Fieber hält in den ersten Tagen konstant über 39 Grad Celsius an. Kopf und Augen schmerzen. Jedes einzelne Gelenk entzündet sich.

Es kommt zu Erbrechen und Durchfall. Man verliert den Appetit. Das Ganze wird von einem unerträglichen Hautausschlag begleitet, den man nicht lindern kann, weil man sich mit den schmerzenden Armen nicht kratzen kann. Das Zahnfleisch entzündet sich, und der Mund füllt sich mit Geschwüren. Essen ist unerlässlich, um eine Dehydrierung zu vermeiden, auch wenn alles Ekel erregt.

Das ist, allgemein gesagt, das, was ein gesunder Mensch empfindet, der von diesem Virus befallen wird. Nach der akuten Phase bleiben die Schmerzen. Dann ziehen die Menschen beim Gehen ihre Beine hinter sich her oder stützen den Arm, der mehr schmerzt, mit dem weniger schmerzenden. Die Straßen und Warteschlangen sehen aus wie eine Szene aus einer Zombie-Apokalypse.

Deshalb begann man in Kuba, dem Land, das die Telenovela erfunden hat und daher alles übertreibt, von Mutationen zu sprechen, von einem „außerirdischen Virus“, davon, dass es „von den Amerikanern eingeschleppt“ worden sei, dass es über die Luft und nicht durch Mücken übertragen werde, dass es von der Regierung verbreitet worden sei, um an uns ein Heilmittel zu testen.

Aber Kuba ist ein Paradies für Mücken. Von meinem Haus aus kann ich nichts als Schmutz sehen. Auf der linken Seite ein etwa fünf Quadratmeter großes, mit Wasser gefülltes Schlagloch. Rechts ein sieben Meter langer Müllhaufen auf dem Bürgersteig.

Das geschieht nicht freiwillig, auch wenn der Kubaner im Allgemeinen jegliche Moral oder Ethik verloren hat.

In meinem Viertel gibt es keine Müllcontainer, von Recycling kann man nur träumen. Seit ich mich erinnern kann, liegen auf dem Bürgersteig trockene Blätter, Essensreste, Stoffe und Papiere aller Art herum.

Der Müll der Kubaner ist schmutziger als anderswo auf der Welt, denn es gibt Dinge, die für die Welt Abfall sind, für die Kubaner jedoch nicht. Beispielsweise wird eine Einwegwasserflasche in Kuba so lange verwendet, bis sie kaputtgeht, und dabei unzählige Male wiederbefüllt. Das Gleiche gilt für Plastiktüten, sogar für solche, in denen Fleisch verkauft wird: Sie werden gewaschen und wiederverwendet.

Oder Kleidung: Wenn sie nicht mehr in gutem Zustand ist, wird sie „zu Hause getragen“, dann „zum Schlafen“ und schließlich zu Putzlappen verarbeitet. Es ist eine Art Recycling, das auf die Spitze getrieben wird, aber meiner Meinung dazu führt, dass sich jahrelanger Schmutz ansammelt.

Mit Müllsäcken verhält es sich genauso: Da es keine speziellen Müllsäcke gibt, wird der Müll in bereits sehr schmutzige Säcke geworfen. In Kuba wird etwas erst als Müll betrachtet, wenn es das Ende seiner Lebensdauer längst überschritten hat.

Früher kam der Müllwagen jeden Tag vorbei. Jetzt nicht mehr. Früher fuhr er mehr Straßen ab. Dann nur noch meine. Menschen aus der Umgebung kommen und lassen ihren Müll vor unseren Häusern liegen.

In Kuba gibt es keine Einwegmüllbeutel. In vielen Häusern gibt es nur einen Mülleimer für den Abfall. Deshalb kommen Fremde und schütten ihren Müll auf den Bürgersteig.
Der Müllwagen kommt nicht mehr. Der Müll wächst in Höhe, Breite und Ausdehnung. Er ist das Einzige, was auf dieser Insel nachhaltig wächst.

Offiziellen Angaben zufolge fallen allein in Havanna täglich mehr als 30.000 Kubikmeter Müll an. Es gibt nur wenige Müllautos und Müllmänner, da die Löhne im Vergleich zum Lebensstandard sehr niedrig sind. Meine Stadt wurde einst zur saubersten Stadt Kubas gekürt.

Die Paranoia stieg noch weiter an, als Menschen, die mit dem Virus infiziert waren, zu sterben begannen. Denn die Behörden des Landes haben uns nicht nur nicht darüber informiert, wie leicht sich das Virus verbreitet und wie viele Menschen tatsächlich erkrankt sind, sondern sie haben uns auch nicht gesagt, dass es tödlich sein kann. Zu den möglichen Komplikationen, die es mit sich bringen kann, zählen Gehirn- und Hirnhautentzündung, Herzmuskelentzündung, Guillain-Barré-Syndrom, Nierenversagen und Organversagen (laut aktueller Fachliteratur).

Die Krankheit kann in der akuten Phase für gefährdete Personen oder Personen mit Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Niereninsuffizienz, Diabetes, Adipositas, Herzerkrankungen oder Schwangere, Kinder unter einem Jahr und ältere Erwachsene tödlich sein.

Das kubanische Gesundheitsministerium erkennt außerdem Immunsuppression, HIV/AIDS, Koinfektionen mit Dengue-Fieber, Influenza oder COVID, Frühgeburten, Untergewicht, Unterernährung und chronische Erkrankungen bei Kindern als Risikofaktoren an.

Obwohl die Zeitung Girón de Matanzas am 22. September 2025 kategorisch dementierte, dass es kritische Patienten oder Todesfälle gegeben habe, bestätigte sie am 1. Dezember, dass mindestens 33 Menschen in Kuba an Dengue- und Chikungunya-Fieber gestorben waren. Nach der ersten Dezemberhälfte waren bereits 52 Menschen ums Leben gekommen.

Von den 12 Todesfällen durch Dengue-Fieber waren sieben unter 18 Jahre alt. Von den 21 Todesfällen durch Chikungunya waren 14 Kinder und Jugendliche.

Im Jahr 2017 begannen der brasilianische Arzt Marciel de Souza und eine Gruppe von Forschern aus Brasilien, den Vereinigten Staaten und Großbritannien mit der Untersuchung von Proben von 32 Menschen, die in der Region Ceará, dem am stärksten von dieser Krankheit betroffenen Bundesstaat Brasiliens, an dem Virus gestorben waren.

Sie entnahmen Blut- und Gewebeproben aus verschiedenen Organen. Die Proben wurden mit denen von 39 Personen verglichen, die das Virus überwunden hatten, sowie mit 15 gesunden Blutspendern.

Der Studie zufolge ist Chikungunya zwar in der Regel eine „nicht tödliche“ Krankheit, kann jedoch zum Tod führen, wenn sie eine unverhältnismäßige Reaktion des Körpers auslöst oder bereits bestehende Erkrankungen verschlimmert. Das Problem ist nicht nur das Virus selbst, sondern auch seine Auswirkungen auf gefährdete Personengruppen und fragile Gesundheitssysteme.

Das Virus kann eine starke Entzündungsreaktion hervorrufen, die lebenswichtige Organe beeinträchtigt. Bei einigen Patienten beschränkt sich diese Reaktion nicht auf die Gelenke oder das Fieber, sondern führt zu einem Multiorganversagen, insbesondere bei älteren Menschen oder Menschen mit chronischen Erkrankungen. Es wurden Fälle mit neurologischen, kardialen, hepatischen und renalen Komplikationen dokumentiert. In diesen Fällen wirkt das Virus nicht isoliert: Es stört die normale Funktion des Organismus und führt zu schweren und sogar irreversiblen Symptomen.

Die Todesfälle konzentrieren sich vor allem auf ältere Menschen, Neugeborene, Schwangere und Patienten mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Niereninsuffizienz. In diesen Gruppen wirkt das Virus als Auslöser einer Kette schneller Verschlechterungen.

Viele Todesfälle werden nicht direkt auf das Virus zurückgeführt, sondern auf die dadurch verursachten Komplikationen. Dies trägt dazu bei, die tatsächliche Letalität zu unterschätzen und verzögert die angemessene Versorgung in schweren Fällen.

In Kontexten mit begrenzten Ressourcen erhöht das Fehlen einer rechtzeitigen Diagnose, klinischen Überwachung und Intensivpflege die Wahrscheinlichkeit tödlicher Folgen auch bei Patienten, die mit angemessener Versorgung überleben könnten.

Gemäß dem Protokoll des kubanischen Gesundheitsministeriums wird empfohlen, diagnostische Tests durchzuführen, um das Vorliegen einer Infektion zu bestätigen, und besonders gefährdeten Patienten besonders zu überwachen und umfassende Blutuntersuchungen durchzuführen, obwohl in vielen Gesundheitszentren keine Reagenzien dafür vorhanden sind.

Ich gehe durch mein Viertel und suche nach einem Insektenschutzmittel, das ich vor ein paar Tagen zu einem „erschwinglichen“ Preis von umgerechnet etwa 2,50 Euro gesehen habe. Ich kann mir das leisten, weil ich zum Beispiel keine Krankenschwester bin, die 10 Euro im Monat verdient. Während ich gehe, weiche ich Müllresten, gebrauchten Windeln und verwelkten Blumen aus. Eine Frau fragt sich, wie diese Krankheit so weit um sich greifen konnte.

Die günstigsten Mückensprays kosten zwischen zwei und zehn Euro. Das Monatsgehalt eines Arztes beträgt weniger als 20 Euro. Ein Moskitonetz kann bis zu zehn Euro kosten. Ein Müllmann in Kuba kann zwischen vier und neun Euro im Monat verdienen.

Seit mehreren Jahren werden die Straßen und Häuser aufgrund von Treibstoffmangel nicht mehr gesprüht. Fließend Wasser kann eine Woche oder länger ausfallen, sodass Familien gezwungen sind, Wasser in beliebigen Behältern zu speichern, auch wenn diese dafür ungeeignet sind und zu Brutstätten für Mücken werden können.

Jede Nacht fällt der Strom aus — es ist Dezember und die Tiefsttemperaturen liegen bei 29 Grad. Die Kubaner müssen ihre Häuser lüften und öffnen Türen und Fenster. Dutzende von Mücken dringen in die Häuser ein. Die Schlaglöcher, Gräben und Undichtigkeiten in den Straßen sorgen dafür, dass sich Hunderttausende dieser Insekten problemlos vermehren können. Es gibt mehr Mücken als Kubaner auf der Insel, daher ist es leicht, sich anzustecken. Hinzu kommt, dass viele Kubaner anfällig für Krankheiten sind — aufgrund von Mangelernährung und verborgenem Hunger.

Eine kubanische Mittelklassefamilie isst täglich Reis, eine kleine Portion Hähnchen, „Picadillo“ (auf Deutsch „Hackfleisch“) oder Würstchen. Picadillo ist dabei nicht dasselbe wie „Hackfleisch“: das Picadillo, das wir in Kuba essen, wird aus Resten anderer Tierteile hergestellt, das heißt aus Schnäbeln, Knochen, Haut und so weiter. Oftmals lässt sich gar nicht feststellen, woraus es genau besteht. Als Beilage dienen beispielsweise Bananen, Maniok oder gekochte Süßkartoffeln. Vielleicht eine Nudelsuppe mit Kürbis. Manchmal vielleicht auch Pasta. Und so geht das den ganzen Monat lang. Ein Ei kostet 20 Cent. Die Rente meines Großvaters beträgt acht Euro im Monat.

Während meiner Krankheit hatte ich große Lust auf Gemüse. Ein kleiner Kohlkopf und fünf Paprikaschoten kosteten mich zwei Euro. Wenn ich als Journalistin bei einer offiziellen Medienorganisation arbeiten würde, würde ich sechs Euro im Monat verdienen.

In Kuba herrscht Hunger — echter Hunger und verborgener Hunger. Das Phänomen des verborgenen Hungers tritt auf, wenn Menschen sich zwar satt essen können, jedoch nur mit Nahrungsmitteln von geringer Nährstoffqualität. Es besteht also kein physischer Hunger, aber der Körper nimmt die meisten der acht notwendigen Lebensmittelgruppen nicht zu sich: Milchprodukte; Fleisch, Eier, Fisch; Knollenfrüchte, Hülsenfrüchte, Nüsse; Gemüse; Obst; Brot, Teigwaren, Zucker; Öle und Fette; Wasser und alkoholfreie Getränke. Laut einem Bericht des Food Monitor Program (FMP) aus dem Jahr 2024 essen etwa 4 Prozent der Kubaner nur einmal am Tag, während weitere rund 30 Prozent zweimal am Tag essen können.

Meine Bekannten sind erstaunt über das Ausmaß der Verbreitung dieser Viren, und ich bin erstaunt, dass wir noch am Leben sind.

Während meiner Krankheit ernährte ich mich so gut ich konnte, mit Dosensäften, Linsen, Wackelpudding, Joghurt und Hähnchen, nichts Besonderes — und gab zehn Prozent meines Gehalts als Freiberuflerin dafür aus. Hätte ich in diesem Monat nicht zehnmal mehr verdient als ein durchschnittlicher Arbeitnehmer, hätte ich mir diese Lebensmittel nicht leisten können.

Ohne meine Erholung abgeschlossen zu haben, musste ich mich um meine Eltern kümmern, die ebenfalls krank wurden. Wie ich mussten die meisten ihre Ruhepause unterbrechen, um sich um andere zu kümmern, Essen zu besorgen oder zu arbeiten.

Meine Nachbarn denken nicht darüber nach, dass es angesichts all dessen, was uns umgibt, nicht ungewöhnlich ist, dass ein ganzes Land erkrankt ist, sondern dass wir die Krankheit überlebt haben.

Die Reaktion der Regierung bestand darin, die tatsächlichen Zahlen zu verschleiern und ansonsten nichts zu unternehmen oder zumindest anzudeuten, dass die Epidemie von den Vereinigten Staaten als biologische Waffe verbreitet worden sei, da der Ausbruch in unmittelbarer Nähe von Varadero, dem größten Tourismuszentrum des Landes, begonnen habe.

Es wurden keine Mittel in Krankenhäuser investiert, auch nicht in Ärzte, die ebenfalls krank sind, für ein mittelmäßiges Gehalt arbeiten und das Gesicht des Zusammenbruchs des Gesundheitssystems sind. Im Gegenteil: Mitten in dieser Krise und nach einem Wirbelsturm, der den Osten des Landes verwüstet hatte, verkünden sie, dass die Wirtschaft noch stärker „dollarisiert“ (1) wird, und erhöhen den Dollarpreis — womit sie vor der Welt zugeben, dass der Mindestlohn in Kuba nun tatsächlich 5,12 Dollar pro Monat beträgt.

Sie haben kein Geld, wir auch nicht. Sie halten uns in Geiselhaft, damit unsere Familienangehörigen und Freunde, die außerhalb Kubas leben und ununterbrochen arbeiten, für unser Wohlergehen bezahlen.

Kuba ist das Paradies der Mücken. Mücken als Metapher für unsere Regierenden: Sie rauben uns den Schlaf, nutzen unser Elend und unsere Schwächen aus, saugen uns das Blut aus und lassen uns schwach und kraftlos zurück, sodass wir sie nicht mehr vertreiben können. Ein Paradies für Moskitos und Korrupte.

Hier bleiben wir. Inzwischen mit schleppenden Füßen und ohne unsere Hände schließen zu können. Zombies wie eh und je. Im Widerstand, wie immer. Bis zu dem Tag, an dem wir es leid sind oder einfach nicht mehr da sind.


Redaktionelle Anmerkung: Dieser Artikel wurde von der Autorin exklusiv für Manova verfasst, von Elisa Gratias aus dem Spanischen übersetzt und vom ehrenamtlichen Manova-Korrektoratteam lektoriert.