NGO unter falscher Flagge
Eine Organisation von „Anti-Rassisten“ finanzierte über Jahre Rechtsradikale, um ihre eigene Existenzberechtigung zu untermauern und Spenden zu akquirieren.
Das Southern Poverty Law Center (SPLC) ist eine bekannte und bislang in linken Kreisen hochgeschätzte Lobbygruppe: Sie kämpft gegen Rassismus und Transfeindlichkeit — das glaubte man jedenfalls bis vor ungefähr fünf Minuten. Jetzt wurde bekannt, dass sie über mindestens zehn Jahre ihre angeblichen Gegner finanziert hat, bis hin zum Ku-Klux-Klan und rechtsradikalen Terrororganisationen. Offenbar gab es zu wenig Rassismus und Transfeindlichkeit in den USA, da hat die SPLC nachgeholfen, um ihre Existenz, ihre Spendengelder und ihr Ansehen weiter sichern zu können. Eine totale moralische Bankrotterklärung.
Das FBI hat am 22. April 26 bekanntgegeben, dass es auf Bundesebene Anklage gegen die Aktivistengruppe erheben wird (1). Die Presseerklärung liest sich abenteuerlich. Offiziell war es das erklärte Ziel der Lobbygruppe aus den Südstaaten, gegen rassistische Übergriffe vorzugehen. Zu diesem Zweck hat sie jedenfalls Spendengelder eingeworben.
Da es aber in ihren Augen leider nicht genug von diesen rassistischen Übergriffen gab, um ihre Existenz zu rechtfertigen und weitere Gelder einzuwerben, hat die SPLC die Sache selbst in die Hand genommen: Laut FBI gibt es wasserdichte Beweise, dass die Gruppe Schattenfirmen gegründet hat, die Gelder an rechtsextreme, gewalttätige Organisationen gespendet haben. Diese Organisationen haben dann die gewünschten Aufreger produziert, wodurch die SPLC wiederum mehr Spendengelder einwerben konnte.
Das Spendengeld kommt — anders als in Deutschland — nicht hauptsächlich aus Steuermitteln, sondern aus Stiftungen. Der Open Society Fund von George Soros ist einer der Hauptgeldgeber, aber auch die Investmentbank JPMorgan, George Clooney, Tim Cook (der Chef von Apple) oder OpenAI sind großzügige Spender (2). Laut der letzten veröffentlichten Steuererklärung hat die Organisation 129 Millionen US-Dollar im Jahr 2024 eingenommen.
Drei Millionen Dollar davon flossen angeblich an ultrarechte, rassistische und auch terroristische Gruppen. Hass, Hetze und Übergriffe, finanziert von einer Lobbygruppe, die angeblich genau dagegen ankämpft. Drei Millionen Dollar, um Rassismus in den USA zu fördern!
Das hat Auswirkungen. Natürlich erstmal auf die direkten Opfer dieser mit reichen Geldern bedachten rechtsextremen Organisationen. Aber nicht nur das. Ein weiterer Arm der SPLC ist dazu da, alle Menschen, die vom woken Glauben abweichen, als rechtsradikal zu framen und deren Meinungsäußerungen gleichzusetzen mit „Genozid“.
Jedes Jahr veröffentlicht die SPLC einen Report über Hass und Rechtsextremismus (3). Darin beklagt sie mit großen Krokodilstränen die Übergriffe gegenüber „marginalisierten“ Gruppen — Übergriffe, die sie selbst finanziert hat.
Dann geht es weiter gegen jede Organisation, die sich ihren Zielen entgegenstellt. Nehmen wir Trans als Beispiel: Gleich zu Beginn wird erklärt, man müsse Anti-LGBTQ als einen Arm der weißen Vorherrschaftsideologie verstehen. Was das eine mit dem anderen zu tun hat, wird nicht erklärt. Nach dem Schlagwort der weißen Vorherrschaft erklärt die SPLC noch im gleichen Satz, dass alles, was Transideologie in Frage stellt, „Pseudo-Wissenschaft“ sei. Anschließend wird die Verbindung zu Eugenik hergestellt – ohne jeden Nachweis, ohne Begründung.
Eine dieser im Report gegen Hass und Rechtsextremismus schwer beschimpften Gruppen ist die SEGM (Gesellschaft für evidenzbasierte Gendermedizin — Society for Evidence based Gender Medicine). Diese sehr hoch angesehene Gesellschaft wird in einem 150-seitigen „Bericht“ als Anti-LGBTQ-Hassgruppe und eine Vertreterin von Pseudo-Wissenschaft diffamiert — ohne dass diese Vorwürfe auch nur im Ansatz belegt würden.
Die Definition dieses Hasses lautet: Anti-LGBTQ-Hass beinhalte „plumpe Beschimpfungen sowie die Verbreitung herabwürdigender Propaganda und Falschbehauptungen“ sowie „Überzeugungen oder Praktiken, die eine ganze Bevölkerungsgruppe angreifen oder verunglimpfen, typischerweise aufgrund unveränderlicher Merkmale“ (4). Konkrete Vorwürfe sucht man in diesem pauschalen Rundumschlag vergeblich: keine „plumpe Beschimpfung“, keine „herabwürdigende Propaganda“, keine „Falschbehauptung“, die genannt wird.
Die SEGM ist zweifelsohne eine Organisation, die dem Southern Poverty Law Center gegen den Strich geht. Sie fordert evidenzbasierte Untersuchungen statt Ideologien, wenn es um Transmedizin geht, vor allem wenn Minderjährige betroffen sind. Drei dieser Untersuchungen haben sie selbst in Auftrag gegeben: eine Studie zu Pubertätsblockern, eine zu gegengeschlechtlichen Hormonbehandlungen und eine zu Brustamputationen. Alle Studien wurden in peer-reviewten, angesehenen Fachzeitschriften veröffentlicht. Sie kommen zu den gleichen Ergebnissen wie alle anderen internationalen wissenschaftlichen Studien zu diesem Thema: Man sollte Minderjährige nicht mit Pubertätsblockern oder Gegenhormonen behandeln und dadurch sterilisieren, man sollte Mädchen nicht ihre Brüste abschneiden. Das reicht offenbar, um in den Hass-Atlas der Organisation aufgenommen zu werden.
Das Southern Poverty Law Center zieht gegen die einzelnen Mitglieder von SEGM zu Felde: Es bezichtigt sie der Christlichkeit — Verzeihung: der „fundamentalen“ Christlichkeit —, der Bigotterie, der Transphobie, des Rechtsradikalismus und einigem anderen mehr. Wer für oder mit SEGM arbeitet, wird persönlich diffamiert.
Wir haben also eine Gruppe, die über False-Flag-Operationen selbst Gelder einwirbt und damit Andersdenkende abwertet. Das ist zweifelsfrei eine moralische Bankrotterklärung. Doch es bleibt die Frage: Was sehen wir hier eigentlich genau?
Ist es ein rein wirtschaftliches Kalkül? Setzt sich der Vorstand zusammen und überlegt, wie viele Millionen Dollar man für sich selbst behalten kann und wie viele man optimal einsetzen sollte, um durch Hass, Hetze und Übergriffe mehr Spendengelder zubekommen? Und kam Trans als Thema hinzu, weil da die Dollars lockerer sitzen? Geht es hier wirklich nur darum, möglichst hohe Einkommen und Swimmingpools für die Law-Center-Angestellten zu finanzieren?
Das könnte dann plausibel sein, wenn die meisten Spendengelder von den teils selbst produzierten Opfern kämen. Schwarze könnten beispielsweise eher dazu bereit sein zu spenden, wenn sie das Gefühl haben, dass der Ku-Kluks-Klan eine reale Bedrohung in ihrem Leben darstellt. Aber wie gesagt: Hauptgeldgeber sind Organisationen wie die von Georges Soros. Glaubt man wirklich diese spenden nur dann, wenn genügend Kreuze an den Straßen Alabamas brennen?
Interessant ist, dass diese weitgehend künstlich fabrizierte ultra-rechte Bedrohung dazu herangezogen wird, vollkommen legitime und sauber arbeitende Organisationen zu diffamieren. Das Southern Poverty Law Center stellt SEGM auf eine Stufe mit den Rechtsradikalen, die von ihm selbst finanziert wurden.
Hier kommen wir zu interessanten Bezügen zu Deutschland. Denn wer kennt das nicht? Wer vom gängigen Narrativ abweicht, wird des Rechtsradikalismus bezichtigt. Wenn man Glück hat, wird einem nur unterstellt, man sei zu doof, um zu merken, wie man ultra-rechten Kreisen in die Hände spielt. Aber man kann ja nicht immer nur Glück haben. Diese Hetze funktioniert jedoch nur, wenn Rechtsradikale wenigstens irgendeine Rolle spielen.
In den USA war diese Rolle offensichtlich nicht mehr groß genug. Das künstlich finanzierte Gespenst der Rassisten schlägt nicht nur die realen Opfer. Es erklärt auch Thesen als undenkbar und nicht debattierbar, die eigentlich harmlos sind, denn schließlich gilt es die Gefahr abzuwenden, vermeintlich Rechtsradikale zu legitimieren.
In Deutschland finanziert Gott sei Dank niemand Übergriffe auf Transmenschen. Das, was hier als Hass und Hetze gegen Trans verkauft wird, ist unglaublich weit weg von echten Bedrohungen.
Die häufigste „Gewalt“ gegen Transpersonen besteht darin, sie mit ihrem biologisch richtigen Geschlecht anzusprechen. Das Psychotherapeutenjournal nennt auch noch „ausschließlich heteronormativ gestaltete Räume ohne Hinweis auf geschlechtliche Vielfalt“ als heftige Aggression (5).
Also jeder Raum ohne Transflagge ist eine Aggression gegen Transmenschen. Doch nicht nur Gewalt; auch das, was bei uns als Hetze verkauft wird, kann man eigentlich nur als lächerlich bezeichnen.
Die Aktivistin und Autorin Rona Duwe wurde beispielsweise kürzlich durch den Kakao gezogen. Sie hatte ein Video geteilt, in dem Sabine Maur, die Vorsitzende der rheinland-pfälzischen Psychotherapeutenkammer, auf einer offiziellen Fortbildung die Teilnehmer darüber informiert, wie man Krankenkassenregeln umgehen kann, um mehr Transoperationen finanziert zu bekommen. Auf dieses Teilen hin wird Rona Duwe abgemahnt und bietet daraufhin an, den Tweet zu löschen. Die Klägerin Sabine Maur will aber unbedingt einen Prozess. Nach dem Urteil (Duwe gewann) trat Sabine Maur als Präsidentin zurück. Es kommt nicht gut, wenn die Kammerpräsidentin als Aufseherin über korrektes Handeln das Umgehen der Regeln nahelegt. Das sei jetzt aber angeblich eine unerträgliche Hetzkampagne seitens Rona Duwe gewesen. Die Fakten: Sie hat ein Video geteilt. Sie hat angeboten, den Tweet zu löschen. Sie ist vor Gericht erschienen, weil sie verklagt wurde. Sie hat gewonnen, weil sie im Recht war. Dies ist leider ein typisches Beispiel, wie eine abweichende Meinung zu Hetze umgedeutet wird. Gäbe es bessere Beispiele für abwertendes Verhalten, der Bundesverband Trans würde sicher ausführlich darüber berichten.
In Deutschland werden NGOs großzügig mit Steuermitteln eingedeckt. Diese propagieren dann eine Politik, die von der Regierung gutgeheißen wird. Statt Geldwäsche eine Art „Politikwäsche“.
Also die Bäckereifachangestellte finanziert mit ihren Steuerzahlungen Translobbygruppen, die grüne Thesen untermauern und jeden Kritiker dieser Thesen als rechtsradikalen Hetzer diffamieren. No debate!
Wenn man „No debate“ als Hauptziel des Southern Poverty Law Centers sehen würde, dann bekämen die finanzierten Übergriffe — neben der unglaublich zynischen, Menschen überfallen zu lassen, um Spendengelder einzuwerben — noch eine weitere Bedeutung: wissenschaftliche Diskussionen unterdrücken zu können, weil man selbst die schlechteren Argumente hat.
In ihrer Erklärung zu den Vorwürfen schreibt die Gesellschaft für evidenzbasierte Medizin (SEGM): „Wir möchten diejenigen, die anderer Meinung sind, nicht dämonisieren (…). Diese Kritiker sind wichtige Stimmen und verdienen ebenfalls Respekt. Wissenschaft klärt Meinungsverschiedenheiten durch gründliche Forschung und lebhafte Debatten. Es liegt jedoch in der Verantwortung aller Beteiligten, sich in gutem Glauben an diesen Diskussionen zu beteiligen, Meinungsverschiedenheiten auszutragen, ohne falsche Narrative zu verbreiten, und stets die langfristige Gesundheit und das Wohlergehen besonders schutzbedürftiger Jugendlicher an erste Stelle zu setzen.“ (6)
Es ist Zeit, Debatten einzufordern. Mit Argumenten, nicht mit ideologischen Keulen.