Stippvisite der deutschen Gedankenpolizei

Bei dem US-amerikanischen Autor C.J. Hopkins wurde eine Hausdurchsuchung durchgeführt, weil er die Kritik an Corona-Maßnahmen mit Nazi-Symbolen würzte.

Es ist eine alte Debatte: Darf man aktuelle Maßnahmen in formal demokratischen Ländern assoziativ mit dem „Dritten Reich“ in Verbindung bringen? Stellt dies nicht eine Bagatellisierung der damaligen Verbrechen dar? Oder muss man sogar vergleichen, um den Anfängen zu wehren und eine autoritäre Zukunft, die sich andeutet, zu verhindern? Speziell auch wenn Bildsymbole im Spiel sind, gehen die Meinungen darüber weit auseinander, denn diese sind naturgemäß vieldeutig. Die deutschen Behörden verfolgen in solchen Fällen in letzter Zeit eine eher rigide Linie. Wer mit der Symbolik der Hitlerdiktatur „spielt“ — und sei es auch, um seinen Abscheu vor dieser Zeitepoche zum Ausdruck zu bringen —, bekommt mitunter Besuch von der Polizei im Morgengrauen. Und dies, obwohl überfallartige Durchsuchungen, Beschlagnahmungen und Einschüchterung ja auch eine eher „rechte“ Handschrift aufweisen. Unlängst traf es sogar einen bewährten Journalisten und Satiriker, der nicht einmal aus Deutschland stammt: C.J. Hopkins.

Heute Morgen standen drei bewaffnete Beamte der Berliner Polizei vor meiner Wohnungstür und hielten mir einen Durchsuchungsbefehl vor die Nase. Sie durchsuchten meine Wohnung, verhörten mich und meine Frau und beschlagnahmten meinen Computer.

Der Durchsuchungsbefehl war im Zusammenhang mit einem neuen Ermittlungsverfahren ausgestellt worden, das die Berliner Staatsanwaltschaft gegen mich eingeleitet hat. Wie schon im Jahr 2023 wirft man mir erneut vor, dass ich nazifreundliches Material verbreite, wobei es sich bei dem fraglichen „Material“ um mein Buch The Rise of the New Normal Reich: Consent Factory Essays, Vol. III (2020-2021) handelt.

Im Gegensatz zu den früheren Klagen gegen mich, bei denen es um zwei Tweets ging, die das Titelbild des Buchs enthielten und sich gegen die sogenannten Covid-Maßnahmen aussprachen, basiert das neue Ermittlungsverfahren auf meiner Veröffentlichung und Verbreitung des Buches selbst.

Das Buch war 2022 von Amazon in Deutschland, Österreich und den Niederlanden verboten worden. Bis heute gab es keinerlei klare Beweise dafür, dass es von den deutschen Behörden offiziell verboten worden war, obwohl der Vertrieb in Deutschland zeitgleich mit der Streichung von Amazon eingestellt wurde. In anderen Ländern ist es nach wie vor verfügbar und es wird weltweit über Amazon und Ingram Content Group vertrieben.

Nach dem heutigen Besuch besteht kein Zweifel mehr daran, dass das Buch in Deutschland offiziell verboten ist. Es ist offiziell verboten! Und die deutschen Behörden ermitteln gegen mich und wollen mich einschüchtern, weil ich das „Verbrechen” begangen habe, es zu schreiben, zu veröffentlichen und zu vertreiben.

Dieses neue Ermittlungsverfahren, die Razzia bei mir zu Hause und die Beschlagnahme meines Computers sind eindeutig verfassungswidrig — eine dreiste Verletzung meiner Rechte als Autor und Verleger gemäß dem deutschen Grundgesetz.

Und natürlich werde ich gesetzliche Schritte einleiten, um diese Rechte zu verteidigen.

Ich werde mich in Kürze ausführlicher über den heutigen Besuch und das neue Verfahren äußern, nachdem ich meinen neuen Computer eingerichtet habe. Inzwischen bitte ich sämtliche Mitglieder der Presse oder Menschen mit einer großen Reichweite in den sozialen Medien darum, mich dabei zu unterstützen, meinen Fall an die Öffentlichkeit zu bringen. Ich werde sowohl auf X als auch auf Facebook stark in meiner „Sichtbarkeit gefiltert” (sprich: zensiert) und mein Substack ist für mich die einzige Möglichkeit, mir Gehör zu verschaffen.

Ich bedanke mich von Herzen bei allen, die mich bereits früher unterstützt und/oder in den letzten zwei, und mehr, Jahren über meinen Fall berichtet haben. Wie viele von euch wissen, läuft nach wie vor mein Einspruch gegen meine Verurteilung vor dem deutschen Verfassungsgericht. Ich war davon ausgegangen, dass dessen Urteil — wie auch immer es ausfallen sollte — dem Albtraum endlich ein Ende setzen würde. Das war eindeutig ein Irrtum.


Redaktionelle Anmerkung: Dieser Beitrag erschien zuerst unter dem Titel „Eine Stippvisite von der deutschen Gedankenpolizei!” beim deutschsprachigen Substack von C. J. Hopkins und der Original-Artikel unter dem Titel „A Visit by the German Thought Police - CJ Hopkins” auf seinem englischen Substack.