# Totalitäre Erziehung

Schädlicher, als am Schulbesuch gehindert zu werden, ist es für Kinder mitunter, zur Schule zu gehen.

von 
   * Felix  Feistel

Die Schulschließungen im Zuge der sogenannten Coronapandemie wurden von Anfang an heftig kritisiert. Sie hätten großen Schaden an den Kindern angerichtet, wobei kein Nutzen gegeben war, hieß es. Die Kinder seien vollkommen sinnlos der Schule ferngeblieben und hätten dabei wichtiges versäumt. Doch dieser Schluss ist irreführend, denn er legt nahe, Schule und die Erziehung durch sie seien etwas Positives. Dem ist nicht so. Ganz im Gegenteil ist das Schulsystem ein Ergebnis eines totalitären Machtanspruchs von Staaten über ihr Volk.

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Als weltweit der Coronatotalitarismus losbrach, gingen viele Menschen auf die Straße, um ihre Kinder vor der übergriffigen Maßnahmenpolitik der staatlichen Institutionen zu schützen. Sie beklagten Lockdowns und Schulschließungen aus Sorge vor dem psychischen Wohlbefinden und der Entwicklung ihrer Kinder, und wehrten sich gegen den Impf- und Testfaschismus, der auch auf Kinder abzielte und in den Schulen vorangetrieben wurde. Dieser Einsatz für das Wohl der eigenen Kinder ist verständlich und löblich. Denn gerade die wehrlosesten dieser Gesellschaft waren diejenigen, die am meisten unter den Maßnahmen gelitten haben, wie die Überlastung psychologischer Betreuungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche heute ebenso zeigt, wie zahlreiche Statistiken, die die Entwicklung der Kinder in messbare Zahlen zu fassen versuchen.

Und selbst die Maßnahmenbefürworter und obersten Coronafaschisten räumen heute ein, dass die Schulschließungen überzogen waren und mehr Schaden angerichtet haben, als sie Nutzen brachten. Das wusste man zwar [bereits im Jahr 2020](https://www.cicero.de/innenpolitik/schulschliessungen-wegen-corona-an-einer-ganzen-generation-versundigt) — weil man ja auch damals schon wusste, dass es keine Pandemie gibt — aber nun gibt man es auch offiziell zu. Viele Eltern fühlen sich nun von den Institutionen bestätigt und auf irgendeine Weise auch wahrgenommen.

Doch dieselben Eltern, die sich gegen den Maßnahmenirrsinn zur Wehr gesetzt haben, versäumen es bis heute, die naheliegende, tiefer gehende Frage zu stellen: 

> Wenn die Institutionen wie Schulen und auch Kindergärten sich solchermaßen an einer Pandemieinszenierung beteiligen, die faschistischen, gewaltvollen Maßnahmen wie Testzwang und Impfzwang mittragen und den Kindern aufzwingen, wie förderlich sind diese Institutionen — in denen ja offenkundig ein hohes Gewaltpotenzial liegt — dann überhaupt für die Kinder? 

Sollte man seine Kinder überhaupt weiterhin dorthin schicken?

Diese Fragen werden bis heute von der absoluten Mehrheit gekonnt ignoriert. Nachdem der Maßnahmenirrsinn vorbei war, haben Eltern ihre Kinder wieder ohne zu zögern in Schulen und Kindergärten gesteckt, und machen sich nun keinerlei Gedanken mehr um deren Wohl. Dabei hat der Coronairrsinn nur eine verborgene Wahrheit an die Oberfläche gezerrt: Schulen sind Einrichtungen, die auf Gewalt und Zwang basieren. Sie unterwerfen Kinder und Jugendliche einem rigorosen Zwangsprogramm aus vorgegebenen Inhalten, erziehen zum Gehorsam und zur Unterwerfung unter Autoritäten und bringen den Kindern schon früh eine wettbewerbsorientierte Konkurrenzhaltung bei, mit der die einzelnen Kinder gegeneinander ausgespielt werden. Auf diese Weise erziehen sie diese zu Menschen, die eine konsumgesteuerte Ellenbogengesellschaft für etwas vollkommen Normales halten — wie man auch in Kreisen der angeblich so aufgewachten Kritiker sehen kann, die sich gegen die Abschaffung von Noten ebenso wehren, wie gegen jede andere Reform des sogenannten Bildungssystems.

Dabei geht aus dem Coronafaschismus doch eines ganz klar hervor: Diese Institutionen haben nicht das Wohl der Kinder im Sinn. Sie wurden geschaffen, um das System an sich aufrechtzuerhalten. Ein System, das auf Hierarchien, Autoritäten, Befehl und Gehorsam, Geld und Zwang zur Lohnarbeit beruht, und damit auf Abhängigkeit, Unterwerfung und der Bereitwilligkeit, sich ausbeuten zu lassen. Und genau das vermitteln Schulen auch außerhalb des Coronawahnsinns. Die allgemeine Schulpflicht mit Gebäudeanwesenheitspflicht, wie sie heute in Deutschland existiert — genau wie in [Nordkorea und China](https://www.fr.de/wissen/merkwuerdige-schulpflicht-11415635.html) — stammt aus dem früheren Preußen, wobei der Heimunterricht deutschlandweit erst 1938 mit dem Reichsschulpflichtgesetz verboten wurde.

In Preußen suchte man nach einem Weg, das Nationalgefühl der Polen in den neuen Ländereien zu unterdrücken, und die Polen zu guten, preußischen Untertanen zu erziehen. Mit der Schulpflicht entzog man den Eltern die Kinder über Jahre für viele Stunden am Tag und damit ihrem Einfluss, und konnte sie währenddessen zu guten, preußischen Untertanen erziehen. Und allein darum geht es bis heute bei der Einrichtung der staatlichen Schulen. Schulen sind dafür da, um Kinder zu erziehen, nicht, um ihnen etwas beizubringen. Und genau in dieser Erziehung liegt das Problem.

> Denn Erziehung impliziert, der Mensch sei an sich noch nicht gut, sei rohe, unfertige Masse, die erst zu einem echten Menschen veredelt werden müsse. Was genau diesen echten Menschen ausmacht, bestimmt die jeweilige Gesellschaft und deren vorherrschende Ideologie. 

An deren Werte und Normen muss der Mensch angepasst, in sie hineingepresst werden, und daher muss sein Wille früher mithilfe physischer, heute eher durch psychische Gewalt gebrochen und neu geformt werden. Dies geschieht subtil über den Zwang zum Gehorsam, die Bewertung des Verhaltens, die sich in Schulnoten und Lob ausdrücken, und die Konditionierung mittels sinnloser, da keinen Mehrwert bringender Arbeiten — etwa Hausaufgaben und Prüfungsleistungen.

Diese Prüfungen sind keine Abfrage von Wissen, sie sind Gehorsamsprüfungen, die sich in der Abfrage des Wissens ausdrückt. Denn das vermittelte Wissen interessiert in Wahrheit niemanden, es ist lediglich von Relevanz, ob der zu prüfende Mensch seine Lebenszeit damit verschwendet hat, dieses sinnlose Wissen tatsächlich auswendig zu lernen — obwohl es für ihn dabei unter Umständen keinerlei Mehrwert zu finden gibt. Und auch die Aufgaben zu Hause oder in der Schule sind kaum mehr als das: Die Konditionierung, den auch sinnbefreitesten Anweisungen von Autoritäten zu folgen im vollen Verständnis der Verschwendung der eigenen Lebenszeit. Es ist die perfekte Vorbereitung auf totalitäre Regime, wie es das Coronaregime war, und die sogenannte Demokratie seitdem offenkundig ist.

> Es ist daher auch kein Wunder, dass es gerade totalitäre und kollektivistische Ideologien sind, die eine Erziehung des Menschen notwendig macht. Denn für jede Ideologie ist der Mensch von Natur aus gar nicht vorgesehen und nicht gemacht. 

Er muss erst an diese Ideologie angepasst, ihrem Inhalt nach geformt werden. Der Einzelne muss dazu erzogen werden, seine eigenen, intrinsischen Regungen, Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche zu unterdrücken, und dem künstlich konstruierten Kollektiv unterzuordnen. Anders können kollektivistische Gesellschaften gar nicht funktionieren.

So ist es kein Wunder, dass kollektivistische Vorstellungen schnell in totalitäre Systeme ausarteten, welche die Menschen unter großem Aufwand umerziehen müssen — oft mit wenig Erfolg. Die Ideologie des Sozialismus beispielsweise brauchte einen „neuen Menschen“, der über ein ausgeprägtes Klassenbewusstsein verfügt und der Illusion erlegen ist, er bringe sich mit seiner Arbeit in ein visionäres Zukunftsprojekt ein, dessen Früchte aber natürlich immer erst im Morgen geerntet werden können. Der Einzelne musste sich in die Diktatur des Proletariats als einheitliches Kollektiv einfügen, und sein ganzes Selbst in den Dienst dieses Kollektivs stellen. So setzten sozialistische Systeme auf Umerziehung und Indoktrination.

Der Nationalsozialismus, ebenfalls eine totalitäre Ideologie, benötigte diese Umerziehung gleichermaßen. Er strebte danach, den Deutschen eine Idee vom arischen Herrenmenschen und dem geeinten, deutschen Volk einzupflanzen „Du bist nichts, das Volk ist alles“, war damals die gängige Losung, die diesen Kollektivismus prägnant zusammenfasst, sich aber auch auf alle anderen, kollektivistischen Systeme übertragen lässt. Verbreitet wurde diese Ideologie durch umfassende Indoktrination, wobei man besonderes Augenmerk auf die Indoktrination von Kindern und Jugendlichen legte. Die Kinder wurden über Jungvolk, Hitlerjugend, die Schulen und das Militär, SA und SS ihr gesamtes Leben lang durch staatliche Institutionen gereicht, die lediglich das Ziel hatten, die Kinder umfassend zu indoktrinieren und zu willigen Soldaten und Funktionären zu erziehen. In seiner Reichenberger Rede im Jahr 1928 brachte Adolf Hitler es [folgendermaßen](https://unterrichten.zum.de/wiki/Jugend_unter_Hitler/%E2%80%A6und_sie_werden_nicht_mehr_frei_sein ) auf den Punkt:

*„Diese Jugend, die lernt ja nichts anderes als deutsch denken, deutsch handeln, und wenn diese Knaben mit zehn Jahren in unsere Organisation hineinkommen und dort oft zum ersten Mal überhaupt frische Luft bekommen und fühlen, dann kommen sie vier Jahre später vom Jungvolk in die Hitlerjugend, und dort behalten wir sie wieder vier Jahre.*

*Und dann geben wir sie erst recht nicht zurück in die Hände unserer alten Klassen- und Standeserzeuger, sondern dann nehmen wir sie sofort in die Partei, in die Arbeitsfront, in die SA oder in die SS, in das NSKK und so weiter. Und wenn sie dort zwei Jahre oder anderthalb Jahre sind und noch nicht ganze Nationalsozialisten geworden sein sollten, dann kommen sie in den Arbeitsdienst und werden dort wieder sechs und sieben Monate geschliffen, alles mit einem Symbol, dem deutschen Spaten.*

*Und was dann nach sechs oder sieben Monaten noch an Klassen- und Standesdünkel da oder da noch vorhanden sein sollte, das übernimmt die Wehrmacht zur weiteren Behandlung auf zwei Jahre, und wenn sie nach zwei, drei oder vier Jahren zurückkehren, dann nehmen wir sie, damit sie auf keinen Fall rückfällig werden, sofort wieder in die SA, SS und so weiter, und sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben und sie sind glücklich dabei.“*

> Die Unfreiheit ist also in dieser Erziehung bereits eingepreist und das ganz bewusst. Ein freier Mensch kann nicht erzogen werden und käme auch nicht auf die Idee, sich selbst zugunsten eines Kollektivs zu unterdrücken oder unterdrücken zu lassen. 

Wer aber denkt, diese Zeiten liegen bereits hinter uns, der hat nur in Bezug auf den Inhalt recht. Denn allein die Notwendigkeit von Erziehung und erzieherischen Einrichtungen sind ein deutlicher Beleg dafür, dass wir auch heute noch in einem kollektivistischen System leben. 

Es mag nicht so erscheinen, weil die Menschen in die vollständige Vereinzelung getrieben wurden und ein scheinbarer Individualismus gepredigt wird. Dieser Individualismus steht aber kollektiv im Zeichen der totalen, ökonomischen Verwertung jedes Einzelnen, und jeder Einzelne wird von der Maschinerie des Finanzsystems bewirtschaftet wie Nutzvieh. Dass die Menschen darüber durch Konkurrenzzwang und Ellbogengesellschaft in die vollkommene Vereinzelung getrieben wurden dient diesem Kollektivismus, da die Menschen auf diese Weise nicht mehr in Austausch miteinander kommen, und damit keinen Widerstand mehr organisieren können. Damit leben wir nach Hannah Arendt in der totalitärsten aller Gesellschaftsformen. Denn das Wesen des Totalitarismus ist es, den Raum zwischen den Menschen zu zerstören, und ihnen damit ihre Möglichkeit des gemeinschaftlichen Handelns zu nehmen.

Damit leben wir in einer kollektivistischen, totalitären Gesellschaft, die zwar dem Inhalt nach mit vergangenen Systemen nicht vergleichbar ist, in der Form aber zur absoluten Vollendung gelangt ist. Und genauso wie in früheren, kollektivistischen Versuchen, muss auch in diesem Finanzkapitalismus — wenn dieser Begriff die Dimension des Systems überhaupt akkurat erfasst — der Mensch erzogen, an die Ideologie und das Kollektiv angepasst und in seinen Dienst gestellt werden, und es geschieht mit ähnlichen Mitteln, wie zu jeder anderen Zeit des totalitären Kollektivismus.

> Denn Kinder werden heute über Kindergärten, Schulen und unter Umständen auch über Universitäten und Fachhochschulen sowie perspektivisch womöglich wieder über verpflichtende militärische Ausbildung geformt und erzogen. Sie lernen Gehorsam, Unterwerfung und das Befolgen selbst der schwachsinnigsten Anordnungen. 

Dabei werden sie gedrillt auf eine kapitalistische Ideologie, die die Unterwerfung unter das Geld, das Finanzsystem, den sogenannten Arbeitgeber und den Staat predigt und einfordert. Sie werden auf ein Leben im Dienste der Profitmaximierung der Wenigen vorbereitet, darauf gedrillt, als Nutzvieh des Kapitals zu dienen und benutzt zu werden, dem Staat und seinen Zwängen Folge zu leisten, Steuern und Abgaben zu zahlen und sich bei all dem möglichst wenig aufzulehnen.

Die staatliche Erziehung basiert dabei auf psychischer Gewalt und ihr Ergebnis ist eine umfassende, komplexe Traumatisierung der Kinder, die jede individuelle Entwicklung und jede eigene Willensbildung unmöglich macht. Der eigene Wille wird den Kindern mit Verboten und Zwängen abtrainiert. Statt ihren eigenen Neigungen nachzugehen und die Welt in ihrem Sinne zu erkunden und zu entdecken, werden sie zum Stillsitzen verdonnert und müssen auf Weisung der Lehrer fremdbestimmte Arbeiten ausführen, in denen die Kinder selbst in der Regel keinen Nutzen sehen. Anstatt ihrem eigenen Lerntempo zu folgen, werden sie mittels vorgegebener Konzepte und Inhalte mitgeschleift und zu Leistung gezwungen — Leistungen zudem, deren Sinn sich nicht erschließt.

Kooperation, eine Eigenschaft, die unter Menschen eigentlich vollkommen natürlich ist, wird verboten. Klassenarbeiten und Klausuren erfolgen individuell und ohne gegenseitige Unterstützung, die sogar bestraft wird. Am Ende werden die Kinder und Jugendlichen dazu gebracht, sich miteinander anhand der erzielten Noten zu messen, zu vergleichen und in Konkurrenz zueinander zu treten. Das Ergebnis dieses Prozesses sind Menschen, die ohne Autorität und Anweisung von außen unfähig sind zu handeln, und daher der Anleitung anderer, etwa des Arbeitgebers oder des Staates, bedürfen.
 
Nicht einmal zu denken wagen sie ohne Anleitung — womit sie im Sinne Kants keine aufgeklärten Menschen sind. Auf diese Weise sind sie steuer- und manipulierbar. Sie warten ständig auf Erlaubnis von oben, befürchten überall ein Verbot und Sanktionen und lehnen die Freiheit und jene, die sich diese nehmen, ab. Es sind genau jene Menschen, die sich zu Vollstreckern des Coronafaschismus gemacht haben.

> Die Schule bringt damit — Coronamaßnahmen hin oder her — traumatisierte, unselbstständige, unfreie Menschen hervor, die sich in der Regel ihrer Unfreiheit und Unselbstständigkeit nicht einmal bewusst sind, da sie diese für vollkommen normal halten. 

Denn jede alternative Vorstellung, jeder echte Freiheitsdrang, wurden ihnen im Laufe der Institutionalisierung ausgetrieben. Das vormals freie Kind wurde zu einem institutionalisierten Menschen, zu einer leeren Hülle, die vom Geist der herrschenden Institutionen erfüllt und angetrieben wird.

Doch nicht allein die Schulen sind hier maßgebliche Treiber der Traumatisierung und Unterwerfung der Kinder. Jede Erziehung bewirkt genau das, somit auch die elterliche. Denn auch den Eltern kommt die Aufgabe zu, die Kinder an den herrschenden, gesellschaftlichen Dogmen auszurichten. Auch sie nutzen psychologische Manipulationsmethoden und psychische Gewalt, um das Kind ihrem eigenen Willen anzupassen — und durch sie den Ideologien der Gesellschaft. 

Eltern setzen ihre Kinder unter Druck, setzen psychische Zwangsmaßnahmen ein, unterdrücken ihren Willen und zwingen sie so dazu, diesen abzuspalten. Denn, so die Vorstellung, das Kind müsse sich dem elterlichen Willen anpassen und unterwerfen, damit das Kind den elterlichen Vorstellungen entspreche und sich in ihr Lebenskonzept einfüge. Wie oft hört man in der Öffentlichkeit nicht offene Drohungen der Eltern gegenüber ihren Kindern? „Wenn du das machst, dann ist Mama böse.“ ist dabei noch eine der harmloseren Varianten. Immer wieder hört man auch Sätze wie: „Wenn du nicht mit nach Hause kommen willst, dann geht Mama ohne dich.“ — und damit die Androhung, das Kind in einer für es selbst lebensbedrohlichen Situation auszusetzen.

Doch auch vorgeblich nett gemeinte Sätze wie: „Wir wollen doch nur dein Bestes“ sind eine Manipulation, die von einem vermeintlich besseren Verständnis der Eltern von der Welt ausgehend die Wünsche des Kindes abwertet und ihm stattdessen jene der Eltern aufzwingt. Und in diesem vermeintlich „Besten“ spiegeln sich lediglich die Standards und Erwartungen der Gesellschaft, und damit letztlich der Herrschenden wider, die Menschen mögen sich doch unterordnen und in das menschenverachtende System eingliedern. 

> Denn was die Eltern besser zu wissen glauben ist oftmals lediglich genau das: Sie wissen besser, wie man sich unterwirft und ein möglichst unauffälliges Leben ohne Konflikte mit der Obrigkeit lebt. Und woher sollen Eltern schon wissen, dass das Beste für ein Kind ist? Das kann dieses Kind nur selbst herausfinden.

Damit richten Eltern ihre Kinder entlang ihrer eigenen Vorstellungen aus und unterdrücken dabei die Entwicklungsmöglichkeiten des Kindes, dem diese Ideale in der Regel gar nicht entsprechen. Sie lassen die Kinder damit nicht zu einer eigenständigen Persönlichkeit werden, sondern machen sie zu einer Verlängerung ihrer selbst. Diese Erfahrung ist für Kinder in der Regel gewaltvoll und traumatisierend, da sie dabei Teile ihres Selbst abspalten und unterdrücken müssen, um den Wünschen ihrer Eltern zu entsprechen. Sie können gar nicht anders, da sie von ihren Eltern voll und ganz abhängig sind. Jeder Konflikt durch Liebesentzug und Verweigerung von Nahrung kann potenziell tödlich sein. Und wie oft schicken Eltern ihre Kinder ohne Abendessen ins Bett? Zumindest im Erleben des Kindes ist das so — und darauf kommt es für ein Trauma letztlich an.

Durch ihre Erziehung geben Eltern in der Regel lediglich ihre eigenen Trauma-Überlebensstrategien an die Kinder weiter. Da sie diese für die richtige Art und Weise halten, sich in der Welt zu verhalten — etwa die vollkommene Unterordnung unter scheinbare Autoritäten, die peinlich genaue Rücksichtnahme auf das, was „die Nachbarn sagen“, oder aber der übersteigerte Materialismus, der eine einträgliche Anstellung als einzig erstrebenswertes Ziel in den Mittelpunkt des eigenen Strebens rückt — halten sie diese Überlebensstrategien auch für das Beste des Kindes, wobei sie gar nicht merken, dass sie ihre eigenen Traumatisierungen auf das Kind übertragen, und ihm dabei die Möglichkeit verbauen, sich selbst und unabhängig zu entwickeln. Erziehung ist daher vollständig abzulehnen.

Das bedeutet natürlich wiederum nicht, dass man Kinder einfach machen lässt, was sie wollen. Dies ist das Argument, das oft ins Feld geführt wird, um Erziehung zu rechtfertigen. Die quengelnden Kinder, die sich im Supermarkt auf den Boden werfen und laut schreien, weil sie ihren Willen nicht bekommen etwa. Noch beliebter ist der Einwand: „Also würdest du dein Kind auf die Straße laufen lassen.“ Das ist natürlich Unsinn. Denn selbstverständlich lässt man ein Kind ebenso wenig einfach auf die Straße laufen, wie jeden anderen, auch erwachsenen Menschen. Es ist aber etwas anderes, ob man ein Kind vor einer unmittelbar drohenden Gefahr rettet, oder aber ihm in jeder Lebenslage den eigenen Willen abspricht und unterdrückt.

Ebenso wenig muss man sein Kind im Supermarkt quengeln lassen. Es gehört zum Leben dazu zu lernen, dass man selbst nicht alleine auf der Welt und der eigene Wille nicht immer die Maßgabe allen Handelns auf der Welt ist. Dies kann man Kindern auch vermitteln, ohne ihre Neigungen unterdrücken zu müssen — etwa durch eine Kommunikation auf Augenhöhe, die wir in unserer Gesellschaft aber gar nicht mehr kennen, da wir ständig von oben herab behandelt werden — und uns oftmals auch behandeln lassen.

Gerade daran, dass den Menschen heute — man schaue sich nur die Polit-Kaste der Bundesrepublik an — die nötige Zurückhaltung und Bescheidenheit fehlt, erkennt man doch, dass das Bildungs- und Erziehungssystem vollkommen versagt hat. Die westlichen Regierungsvertreter verhalten sich auf internationaler Bühne wie quengelnde Kinder, die ihren Willen um jeden Preis durchsetzen wollen, und dazu auf Zwang, Gewalt und starke Worte, die an das aufmüpfige Verhalten eines Pubertierenden erinnert, setzen. Die Erziehung und das Bildungssystem tragen offenkundig nicht dazu bei, erwachsene, selbstständige und denkende Menschen hervorzubringen, sondern haben uns eine infantilisierte Gesellschaft beschert, in der die Mehrheit der Menschen sich wie Kinder verhält, die unabhängig von vermeintlichen Elternfiguren gar nicht mehr zu handeln in der Lage sind.

Sie haben die Elternfunktion lediglich auf andere Figuren übertragen, etwa den Staat, den Arbeitgeber, die Medien oder „die Wissenschaft“. Diesen vermeintlichen Autoritäten unterwerfen die Menschen sich nun im Einklang mit ihren durch Bildung und Erziehung hervorgebrachten Trauma-Überlebensstrategien, sie passen sich an die Glaubenssätze an, die zumindest vermeintlich in der Gesellschaft dominierend sind, ohne sich noch eigene Gedanken zu machen und agieren nur noch im Hinblick auf diese. Dabei verfolgen sie das Ziel, in der wettbewerbsorientierten Ellenbogengesellschaft möglichst hoch aufzusteigen — was ihnen ebenso durch Bildung und Erziehung indoktriniert wurde. 

Sie sind Opfer der Ideologie totaler egoistischer Vereinzelung, die jeden Menschen zu einem Kämpfer für seine eigenen, rein ökonomischen Interessen macht — etwas, das ihnen mit Gewalt aufgezwungen wurde und an das sie sich anpassen mussten. Auf diese Weise führen die Erziehung und das Bildungssystem heutzutage zu einer zunehmend dysfunktionalen Gesellschaft, weil diese Vorstellung eines funktionierenden, auf Kooperation und gegenseitiger Rücksicht basierenden gesellschaftlichen Zusammenhalts gar nicht mehr existiert, nicht einmal mehr in der Vorstellung der Menschen selbst. Sie haben verlernt zu kooperieren, die Interessen anderer zu berücksichtigen, in größeren Zusammenhängen zu denken, und verfolgen — ganz so wie es ihnen indoktriniert wurde — lediglich ihre eigenen, stumpfen Interessen, womit sie aber die Interessen des Finanzsystems fördern.

> Daher sind die Erziehung und das Bildungssystem ein wesentlicher Faktor all dessen, was im sogenannten Wertewesten falsch läuft. Nur weil Menschen erzogen werden, können totalitäre Ideologien wie der Coronafaschismus überhaupt funktionieren, und nur, weil es Erziehung gibt können sich Herrschaftssysteme an der Macht halten. 

Sie indoktrinieren über die Bildungseinrichtungen die ihnen unterworfenen Menschen so, dass sie die Herrschaft als legitim erleben und die Gewalt- und Machtapparatur nahezu unsichtbar wird.

Dem Wohl der Kinder ist all das ohnehin nicht zuträglich. Sie werden gebrochen, geformt und indoktriniert und leiden darunter in der Regel erheblich, müssen dieses Leid aber abspalten und verleugnen, da sie die Zeit in diesem Apparat ansonsten gar nicht überstehen könnten. Es ist daher kein Wunder, dass Jugendliche heutzutage immer mehr Therapien benötigen, sich in Konsum und digitale Parallelwelten flüchten, und für sich keine hoffnungsvolle Zukunft sehen. Sie müssen dem Schmerz entfliehen und vermögen es gleichzeitig nicht, sich von den erlebten Traumata frei zu machen — da sie gar nicht in der Lage sind sie als solche wahrzunehmen. Denn sie werden in unserer Gesellschaft normalisiert und bagatellisiert.

Wer also aus den Erfahrungen des Coronafaschismus nichts über Erziehung und Bildung im Grundsätzlichen gelernt hat, und seinen Kindern weiterhin solche Zwangsmaßnahmen angedeihen lässt, der ist vielleicht nicht so aufgewacht, wie er selbst denkt — oder aber seinerseits traumatisiert und deswegen unfähig, anders zu handeln und zu reagieren. Dann jedoch wäre es möglich und nur logisch, diese Traumatisierungen aufzuarbeiten, damit man seine Kinder nicht zu den Opfern der eigenen Traumata macht. Dazu muss man aber sein Denken und Handeln einmal grundsätzlich reflektieren.

Anders ist eine andere Welt gar nicht möglich, da sich ansonsten immer dieselben Muster reproduzieren. Daher sollte die Lehre aus dem Coronafaschismus im Hinblick auf die Kinder sein, sie nicht wieder dem Zwang der Erziehung auszusetzen. Denn diese macht Kinder letztlich zu Opfern totalitärer Ideologien — und damit im weiteren Verlauf zu deren Tätern.


