Verderben wir das Spiel!
Sich über Menschen mit anderen politischen Ansichten zu ärgern, ergibt keinen Sinn.
Gespräche zwischen Menschen mit unterschiedlichen politischen Auffassungen können in unserer heutigen, emotional aufgeladenen Zeit im Handumdrehen eskalieren. Sei es am Arbeitsplatz, im Sportverein oder beim Familientreffen — ein gewöhnlicher „small Talk“ wird schnell zum verbalen Eiertanz, und vermutlich hat jeder die Bedeutung des Begriffs „Wortgefecht“ in den letzten Jahren am eigenen Leib erfahren. Gewisse Themen werden oft gar nicht mehr angesprochen, aus Angst, die Diskussion könnte aus dem Ruder laufen. Grund genug, sich das einmal genauer anzuschauen.
In den Coronajahren machte es mich regelmäßig fassungslos, wenn ich mit Menschen sprach, die — anders als ich — ausschließlich sogenannte „Mainstream“-Medien verfolgten.
Diese Gespräche habe ich lange Zeit als sehr belastend empfunden — hatte ich doch oft den Eindruck, dass mein Gegenüber gar keine eigenen Gedanken formulierte, sondern einfach nachplapperte, was ihm Fernseher, FAZ oder „Spiegel“ vorgegeben hatten. Versuchte ich, mit vorsichtigem Nachfragen die vermeintlich eigenen Überzeugungen meines Gesprächspartners ein wenig ins Wanken zu bringen, wurde das Klima meist sehr schnell eisig — was nicht selten dazu führte, dass in mir im Gegenzug heiße Wut aufstieg.
Mein innerer Frieden verließ mich — auch wenn mir das zuwider war — jedes Mal, wenn ich merkte, dass mein Gegenüber offensichtlich keinerlei Interesse hatte, seine aus meiner Sicht auf überaus tönernen Füßen stehende Überzeugung in Frage zu stellen.
Nun gehört das Prinzip „Teile und herrsche“ nicht erst seit ein paar Jahren zum beliebten Repertoire „derer da oben“ — und die beschriebenen Gesprächssituationen sind meiner Meinung nach eines der vielen Schlachtfelder, auf die wir geschickt werden, um von unseren wahren Gegnern abgelenkt zu werden. Seien wir ehrlich — man spielt mit uns. Mit dem „Mainstream“-Konsumenten genauso wie mit dem, der diese meidet wie der Teufel das Weihwasser. Wir alle sind Opfer psychologischer Manipulation — und nur wer sie erkennt, ist in der Lage, nicht mehr mitzuspielen.
Jemand, der sich intensiv mit den nicht-mainstream-konformen Hintergründen von Politik und Geschichte beschäftigt, der so gut wie alles in Frage stellt, was ihm als unter keinen Umständen zu hinterfragende Wahrheit verkauft wird, für den die Netzwerke und Strippenzieher im Hintergrund gar nicht mehr so verborgen arbeiten, mag nicht fassen können, wie Menschen so viel Offensichtliches nicht sehen können oder wollen. Wie sie sich an die vermeintlich einzige Wahrheit klammern oder sich mit einem müden Schulterzucken und dem Kommentar „Ich höre mir das alles gar nicht mehr an, man kann ja sowieso nichts machen“ aus jeglicher Verantwortung für das uns umgebende Desaster zurückziehen. Macht man sich jedoch klar, welche Mechanismen im Hintergrund wirken, ist dieses Verhalten durchaus nachvollziehbar — werden wir doch auf sehr vielen Ebenen davon abgehalten, uns unseres eigenen Verstandes zu bedienen und uns aus eigenem Antrieb aktiv in gesellschaftliche und politische Prozesse einzubringen.
Da ist zum einen — ganz banal — die Ressource Zeit: jemand, der im Berufsleben steht, sich um Kinder, alte Eltern oder Wohneigentum kümmern muss, ist so mit seinem Leben beschäftigt, dass er weder Zeit noch Energie hat, in seiner knappen Freizeit zu den Hintergründen der Klimaagenda zu recherchieren oder sich mit der finsteren Firmengeschichte von Pfizer und Co. auseinanderzusetzen.
So konsumiert er im Vorübergehen, was ihm „von oben“ vorgesetzt wird — und nimmt in der wenigen verbliebenen Freizeit dankbar jede Ablenkungsmöglichkeit an, die sich bietet. Schließlich hat man es sich verdient, auch mal abzuschalten — dann geht man zum Sport oder ins Restaurant und vor dem Schlafengehen schaut man Netflix oder aufs Smartphone.
Eine weitere Ebene ist der mehr oder weniger direkte Einfluss auf das Denken, die Gefühle und in der Folge auch das Handeln der Menschen über Methoden der psychologischen Einflussnahme. Da ist zum einen das sogenannte Nudging, 2015 ganz offiziell von der damaligen Bundeskanzlerin Merkel in das politische Handeln integriert — eine psychologische, subtile Manipulationsmethode, mit der der unbedarfte Bürger dazu gebracht werden soll, sich „besser“ zu verhalten. Er wird als unmündiges, nach dem Willen der Politik zu formendes Wesen verstanden, das ohne sein Wissen und seine Zustimmung bevormundet und manipuliert wird, bis er genau da hin „gestupst“ wurde, wo die Politik ihn haben will (1).
Beschäftigt man sich mit dem Thema Manipulation der Massen und psychologischer Kriegsführung, springt einen die permanente, allgegenwärtige Anwendung dieser Methoden, zum Beispiel in den Beiträgen der „Mainstream-Medien“ oder Reden der Politiker, förmlich an.
Kommt das Nudging auf leisen Sohlen und oft kaum erkennbar daher, ist die überall präsente Propaganda so plump und dreist, dass sich der diesbezüglich Sensibilisierte regelmäßig fassungslos die Augen reibt, wie jemand das nicht bemerken kann.
Dieses Symptom ist zum einen ebenfalls Ursache, aber gleichzeitig auch Folge dessen, was wir zum Beispiel in Gesprächssituationen erleben. Das gezielte Zensieren von Informationen gehört ebenfalls dazu — entweder ganz offen und direkt über Löschungen auf den großen Plattformen oder subtil über das sogenannte „Shadow Banning“ — oder nicht weniger erfolgreich durch die Diffamierung von Quelle oder Übermittler.
Hinzu kommen die permanente Ablenkung und Fixierung auf Entwicklungen im „Außen“: Wir werden durchgehend beschallt mit Informationen, die oft rein gar nichts mit unserem eigenen Leben zu tun haben. Unser Nervensystem ist in Dauererregung und zum „Abschalten“ geht man dann auf Instagram oder Facebook, statt sich empathisch den aus dem subtilen Dauerstress hervorgehenden beunruhigenden Gedanken und Gefühlen zuzuwenden — etwas, das die meisten von uns nie gelernt haben.
Die Königsdisziplin der Manipulation jedoch ist die Angst: Die durchgehende Bombardierung mit Schreckensmeldungen aus dem In- und Ausland stellt selbst tief in sich ruhende, gelassene Zeitgenossen auf eine harte Probe. Nun ruhen heutzutage jedoch leider die wenigsten Menschen gelassen in sich. All die beschriebenen Angriffe auf unseren Verstand, unsere Psyche und unser Nervensystem treffen auf ein Sozialgefüge, in dem die große Mehrheit sich ihrer individuellen und generationsübergreifenden Traumatisierungen nicht einmal ansatzweise bewusst ist (2,3,4). Ich zitiere den Schweizer Psychoanalytiker Dr. Franz Renggli:
„Wir leben seit etwa 200 Jahren in einer psychotischen Gesellschaft — mich eingeschlossen.“
Der Psychiater Dr. Hans-Joachim Maaz spricht von der normopathischen Gesellschaft, in der psychische Störungen zur Normalität geworden sind. Und nicht nur er sieht die aktuellen gesellschaftlichen Krisen als Ausdruck nicht aufgearbeiteter historischer, gesellschaftlicher und individueller psychologischer Aspekte (5).
Für uns Deutsche kommt ein weiterer, überaus wirkmächtiger Punkt hinzu: Dieses Land scheint besessen vom Thema Nationalsozialismus — seit Jahrzehnten wird ein regelrechter Schuldkult zelebriert, ohne dass diese dunkle Zeit jemals ehrlich und umfassend aufgearbeitet und verstanden wurde. Es ist daher für viele Menschen unerträglich, auch nur im Entferntesten mit sogenanntem „rechten Gedankengut“ in Verbindung gebracht zu werden. Nun gehört es heute absurderweise zu „rechtem Gedankengut“, die Energiewende zu kritisieren oder eine Aufarbeitung der Coronakrise zu fordern. Jeder, der sich öffentlich kritisch zu aktuellen politischen Themen äußert, bekommt umgehend das Etikett „AfD-nah“ oder „rechtsextrem“ aufgeklebt — ein weiterer Grund für viele, sich lieber nicht ausführlicher mit der offensichtlich zutiefst verabscheuungswürdigen Meinung dieser Menschen auseinanderzusetzen, geschweige denn, selbst laut Kritik zu üben.
Nun muss man kein sogenannter Verschwörungstheoretiker sein, um zu erkennen, dass es Gruppierungen gibt, für die es unabdingbar ist, dass die „breite Masse“ keine schwierigen Fragen stellt, nicht in dunklen Ecken herumstöbert und recherchiert und in der Folge womöglich nicht mehr in ihrem Interesse handelt. Dies geht von den unzähligen NGOs über den aufgeblasenen Staatsapparat, unzählige Großkonzerne, die von den aktuellen Narrativen profitieren, undemokratischen, hinter verschlossenen Türen agierenden Bündnissen wie die Bilderberger, gigantischen Investmentgesellschaften wie BlackRock bis hin zu einigen unvorstellbar reichen und mächtigen Familien, die unerkannt im Hintergrund wirken. Und es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich vorzustellen, dass diese Kreise die Mittel und Ressourcen haben, unter anderem über die oben beschriebenen Maßnahmen zu verhindern, dass die Menschen in ihre Kraft kommen und das Treiben „derer da oben“ nicht nur ans Licht bringen, sondern sich ihm entgegenstellen und es beenden.
Ich bin überzeugt, dass nur ein Mensch, der sich seiner eigenen, meist sehr alten Verletzungen und ihrer oft unfassbar großen Auswirkungen auf sein aktuelles Leben bewusst ist und sich auf den Weg begibt, das Leiden zunächst im eigenen Inneren aufzulösen, überhaupt in der Lage ist, im echten Sinn erwachsen und mündig zu werden und in der Folge nicht nur Verantwortung für sein eigenes Denken und Handeln zu übernehmen, sondern sich auch in ein echtes freiheitlich-demokratisches Gemeinleben einzubringen. Mein Eindruck ist, dass besonders die Menschen, die die politisch gewünschten Narrative am inbrünstigsten verteidigen oder sich resigniert und verzweifelt „ins Private“ zurückziehen, am stärksten von sich selbst entfremdet und all den oben beschriebenen Methoden am hilflosesten ausgeliefert sind.
Für mich ist in schwierigen Gesprächssituationen zu Politik und Weltgeschehen der Gedanke hilfreich, dass ich mich mit meinem Gegenüber aus den oben dargelegten Gründen oft gar nicht auf einer sachlichen Diskussionsebene befinde und dass es mir niemals gelingen wird, ihm meine Sicht der Dinge nahezubringen, wenn es für ihn unfassbar bedrohlich wäre, seine eigene in Frage zu stellen.
So kann ich, sobald ein Gespräch erkennbar keinerlei Sinn macht, dieser Situation mit Empathie und Mitgefühl begegnen und das Thema wechseln. Gespräche können aber auch einen vollkommen anderen Verlauf nehmen und wir sollten es uns unter keinen Umständen nehmen lassen, zum engagierten Spielverderber zu werden: Informieren wir uns über die, die uns aus dem Hintergrund ihre Regeln aufzwingen, machen wir uns ihre perfiden Methoden der Manipulation und Spaltung wieder und wieder bewusst und entlarven sie, wo wir ihnen begegnen, hören wir auf, über ihre Stöckchen zu springen, werden wir zum Experten im Bloßstellen ihrer gekauften „Experten“, enttarnen wir ihre Netzwerke und finanziellen Verstrickungen, zeigen wir auf, dass es sich bei „Klimaschutz“, „Unserer Demokratie“ oder der „bunten, offenen Gesellschaft“ um gezinkte Karten handelt, lernen wir so viel wie möglich über unsere eigenen blinden Flecken, die sie in ihr mieses Spiel eingeplant haben — und nutzen wir jede Gelegenheit, ihre perfiden Hütchenspiele und Taschenspielertricks laut und öffentlich anzuprangern.
Geraten wir dabei einmal mehr in eine schwierige Gesprächssituation, können wir uns diesen Satz von Christian Morgenstern ins Gedächtnis rufen: „Wer am Menschen nicht scheitern will, trage den unerschütterlichen Entschluss des Durch-ihn-lernen-Wollens wie einen Schild vor sich her.“