Wer Mut sät, wird Freiheit ernten
Im Manova-Gespräch bilanziert Walter van Rossum mit dem Musiker Jens Fischer Rodrian, der Tierärztin Imke Querengässer und dem Aktivisten Kayvan Soufi-Siavash, welche Alternativprojekte seit dem Gesellschaftsbruch von 2020 entstanden sind.
„Dissidentes Leben“ — das dürften die allermeisten Menschen kennen, die diesem Video-Gespräch zuschauen. Es gibt viele Formen von Dissidenz. Dissidenten stehen nicht einfach in kritischer Distanz oder Opposition zur herrschenden Weltlehre, sondern sie wurden und werden von diesen Weltlehrern von der Benutzeroberfläche der sogenannten Öffentlichkeit getilgt. Dissidenten hat man in den Untergrund verklappt, und dort sind sie für die herrschende Oberwelt und ihre Partisanen fast unsichtbar. Gelegentlich beehrt man ihre Existenz mit Vokabeln aus der Abfallwirtschaft. Dissident wird man nicht auf eigenen Wunsch, man wird dazu gemacht. Und dann muss man damit klarkommen. „Unsere Kraft reicht weiter als unser Unglück“, hat die Dichterin Ingeborg Bachmann formuliert. So ist es.
Es geht nicht nur um unsere Erfahrungen in der Vergangenheit, sondern auch um die Projekte, die aus diesen Erfahrungen entstanden oder im Entstehen sind. Wie wird man Dissident und was macht man daraus? Gibt man sich zu erkennen oder tarnt man sich? Begreifen wir unsere Dissidenz als Verhängnis oder als Chance?
Wir leben jetzt im Jahre Sieben eines permanenten Ausnahmezustands. Von Corona über den Krieg des Westens gegen Russland bis zu den verschiedenen wahnsinnigen Kriegen in Nahost. Nicht zu vergessen: die stets gegenwärtige Klimakatastrophe. Was macht das mit uns Menschen? Wie viele sind wir eigentlich?
Imke Querengässer erinnert daran, dass wir allmählich auch mal an uns selbst denken sollten.
„Wie wäre es, wenn wir lernen könnten, unsere Gefühle der Verzweiflung und Resignation zuzulassen, sie ganz und gar zu fühlen und zu akzeptieren, sie aber nicht unser Handeln bestimmen zu lassen?“
Am Ende stellt sich eine grundsätzliche Frage: Wollen wir im Dissidententum überleben? Sollten wir versuchen, die Spaltung zu reparieren, oder müssen wir eine neue Welt suchen?
Walter van Rossum im Gespräch mit Jens Fischer Rodrian, Imke Querengässer, Kayvan Soufi-Siavash
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