Die Wasserpegelpanik
Die Bewässerungsrestriktionen in München sind weit mehr als der ideologische Alleingang eines grünen Bürgermeisters — sie sind der lokale Vorgeschmack auf die nächste große, weltweite Agenda, die seit 2026 ausgerollt wird: Wasser.
Wasser ist das neue Corona. In München wird derzeit wie unter dem Brennglas sichtbar, was schon dieses Jahr global ausgerollt werden soll: die — künstliche — Verknappung von Wasser, beziehungsweise die Behauptung desselbigen. Während das inzwischen grün besetzte Rathaus mit dem Verweis auf Pegelstände und tägliche Gesamtwasserverbrauchszahlen einen Notstand begründen möchte, lassen sich diese Behauptungen mit öffentlich einsehbaren Daten sowie dem Heranziehen älterer Medienberichte unmittelbar und mit Leichtigkeit widerlegen. Obendrein entbehrt die restriktiv verordnete und strafbewehrte Wassersparaufforderung nicht einer gewaltigen und doch so altbekannten Doppelmoral. Denn während der Münchner beim Zähneputzen den Wasserhahn nicht zu lange laufen lassen soll, ist die bayerische Landeshauptstadt seit Jahren der Hotspot für ausgesprochen wasserverbrauchsintensive Industrien wie etwa Rüstung und KI. Im diesbezüglich Diskurs der freien und alternativen Medien entsteht der Eindruck, das Wasser-Regime von München sei ein lokal begrenztes Phänomen eines grünen Ideologen in Bürgermeisterfunktion. Vielmehr handelt es sich jedoch lediglich um einen regionalen Appetizer für das, was einem Großteil der Welt demnächst ins Haus steht. Wasser ist nämlich das „next current thing“. Die von der UN für den Zeitraum von 2018 bis 2028 ausgerufene Aktionsdekade „Wasser für eine nachhaltige Entwicklung“ kommt diesjährig in die finale Phase und soll hernach nahtlos in die unter dem trojanischen Deckmantel der Nachhaltigkeit ausgerufenen Agenda 2030 übergehen. So häufen sich seit 2023 unter anderem die von der UN abgehaltenen Wasserkonferenzen, auf denen global verpflichtende Regelwerke für die Rationierung, Steuerung und gegebenenfalls Zurückhaltung für das existenzielle Element, welches Leben erst ermöglicht: Wasser.
Aus Grün wurde Olivgrün. Das, was in grünen-kritischen Diskursen schnell und gerne dahergesagt wird und sich zumeist auf den friedenspolitischen Selbstverrat bezieht, wird in München diesen Sommer womöglich plastisch sichtbar. Es ist der erste Sommer, seitdem im März erstmalig ein grüner Bürgermeister in das Rathaus am Marienplatz einzog. Vier Monate später ist der dort gelegene, historische Fischbrunnen trockengelegt. Ein Novum. Der kurzerhand von kritischen Geistern zum „Brunnen von Bergamo“ umgetaufte Wasserspender wird zum Symbol einer präzedenzlosen Wasserspar-Politik, wie sie die bayerische Landeshauptstadt noch nie gesehen hat. Denn es herrsche Wasserknappheit, heißt es seitens der Stadt. Besagter Grünen-Bürgermeister spricht von einer „seit den frühen 1970er Jahren nicht dagewesenen Ausnahmesituation“ und fügt hinzu, dass der „Wasserverbrauch in der Stadt (...) dringend gesenkt werden (muss)“.
Das neue Wasser-Regime
In einer hastig geschriebenen, da fehlerhaften Allgemeinverfügung des Referats für Klima- und Umweltschutz der Stadt München vom 14. Juli 2026 wird Folgendes untersagt:
„1. Die Entnahme von Wasser aus dem öffentlichen Versorgungsnetz sowie von Grundwasser in der Landeshauptstadt München
a. zur Befüllung und zum Betrieb von privaten Pools und sonstigen Badebecken, privaten Springbrunnen, Wasserspielanlagen, Wasserbehältern (z.B. Tonnen) o.ä.,
b. zum Bewässern, Gießen und Beregnen von Haus- und Kleingärten oder Schrebergärten (z. B. Gehölze, Hecken, Stauden, Beete, Zierpflanzen u.ä.) in der Zeit von 9:00
Uhr bis 19:00 Uhr. Ausgenommen hiervon sind:
- Flächen oder Bereiche, die einer gewerblichen oder öffentlichen Nutzung dienen
- die Bewässerung und Beregnung mit wassersparender Tröpfchenbewässerung
- land- und forstwirtschaftliche Flächen
- Friedhöfe,
c. zum Bewässern, Gießen und Beregnen von Rasenflächen und sonstigen Grünflächen. Ausgenommen hiervon sind:
- Flächen oder Bereiche, die einer gewerblichen oder öffentlichen Nutzung dienen
- insbesondere Sportplätze,
d. zum Waschen von Fahrzeugen außerhalb gewerblicher Waschanlagen, soweit dies
nicht aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung erforderlich ist (z.B. Ein-
satzfahrzeuge),
e. zum Befeuchten von Baustraßen und Baustellen zur Verminderung der Staubentwicklung, soweit dies nicht durch behördliche Vorgaben vorgeschrieben ist und
f. zum Abspritzen oder Bewässern (z.B. mit Hochdruckreinigern, Bürsten) von Terrassen, Wänden, Straßen, Hof- und Wegflächen, Dächern und nicht gewerblich genutzten technischen Anlagen durch Privatpersonen“
In der einstweilen nur bis zum 1.8. geltenden Allgemeinverfügung — wir kennen dieses Taktieren mit der Zeit von den Lockdown-Verhängungen — wird weiterhin gedroht, dass „Zuwiderhandlungen gegen diese Allgemeinverfügung (...) eine Ordnungswidrigkeit darstellen (können) und (...) im Einzelfall mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 EUR geahndet werden (können).“
Tagsüber die Blumen zu gießen könnte dann möglicherweise teurer werden, als eine gesamte Terrassenmöblierung. Wer etwa durch gewisse Schichtarbeitszeiten im „legalen“ Zeitraum nicht zum Gießen kommt, ist im Grunde genommen dazu verdammt, seinen Garten vertrocknen zu lassen.
Rechtlich stützt sich die Allgemeinverfügung sowohl auf das Bayerische Wassergesetz (BayWG) von 2010 als auch auf das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) von 2009. Im erstgenannten heißt es bei Artikel 29, dass die aus Paragraph 46 des WHGs hervorgehende „erlaubnisfreie Benutzung“ einschränkt werden kann, „wenn es der Grundwasservorrat nach Menge und Güte erfordert (…)“, denn, so heißt es im Artikel 44 des BayWG, sollen „Staat und Gemeinden (…) Wasserspeicher (…) so (…) bewirtschaften, dass Hochwasser- und Dürregefahren gemindert werden“.
Zu der erlaubnisfreien Benutzung des Grundwassers zählt das Ableiten „für den Haushalt einschließlich der Wärmeversorgung über den Entzug von Wärme aus dem Wasser, für den landwirtschaftlichen Hofbetrieb, für das Tränken von Vieh außerhalb des Hofbetriebs oder in geringen Mengen zu einem vorübergehenden Zweck, (...) für Zwecke der gewöhnlichen Bodenentwässerung landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzter Grundstücke (…).“ Die rechtliche Grundlage für derlei Maßnahmen existierte folglich schon lange vor der Umdeklarierung der warmen Jahreszeit zu einer Hitzepandemie oder einem „Höllensommer“. Nun werden sie scharf gestellt.
Wasser-Inzidenzwerte
In der oben erwähnten Mitteilung heißt es, dass im Stadtgebiet statt der üblichen 300 bis 350 Millionen Liter pro Tag nun teilweise über 400 Millionen Liter verbraucht worden wären. Was an und für sich nichts Neues ist. Auf seinem Blog verwies Norbert Häring auf einen SZ-Artikel vom Mai 2010, in welchem es hieß:
„Die Reserve ist (...) reichlich bemessen. Das sorgt dafür, dass München das Wasser kurzfristig auch in heftigen Hitzeperioden, wie sie derzeit herrschen, nicht ausgehen kann. Auch langfristig sehen die Stadtwerke keine Gefahr. Denn im Mangfall- und Loisach-Tal pumpen die Anlagen deutlich weniger ab, als die Natur nachfließen lässt. Die so genannte Neubildungsrate beträgt in der Regel ein Mehrfaches der Entnahmemengen (…). Während der großen Hitze vor drei Wochen kletterte der Münchner Tagesverbrauch auch schon mal auf 400 Millionen Liter.“
Es ist die seit Corona altbekannte Trickserei mit irgendwelchen dekontextualisierten Messwertangaben, die dann als Fakt einen Notstand und eine Handlungsnotwendigkeit begründen sollen. Einen unifaktoriellen Messwert wie PCR-Testergebnisse, Inzidenzzahlen oder CO2-Angaben hat man bei diesem „current thing“ noch nicht zur Hand. Es wird sich auf den niedrigen Grundwasserpegel im Mangfalltal berufen, von wo aus München 80 Prozent seines Wassers bezieht. Diese behauptete Wasserknappheit lässt sich jedoch noch leichter widerlegen, als die Farce mit den Ct-Werten der PCR-Tests, der CO2-Erbsenzählerei oder Zahlentrickserei mit den Inzidenzwerten — denn die Pegelstände im Mangfalltal sind gegenwärtig und archivarisch einsehbar.
Lässt man beispielsweise die täglich dokumentierten Minimum-, Maximum- und Mittelwerte der letzten 20 Jahre von einer KI mit der Fragestellung auswerten, ob der Pegelstand im Juli 2026 im Vergleich zum übrigen Messzeitraum signifikant niedriger sei, dann liefert die Antwort das, was einem schon beim Betrachten der grafischen Darstellung unmittelbar entgegenspringt:
„Der Wasserstand im Juli 2026 (stabil bei 77 cm) ist nicht signifikant niedrig. Er befindet sich im üblichen Schwankungsbereich der letzten 20 Jahre und liegt klar über den historischen Tiefstständen in Trockenperioden.“
Der Normalwert der letzten 20 Jahre liegt laut der Auswertung zwischen 60 bis 80 Zentimeter, während es in der Vergangenheit bereits längere Perioden mit Pegelständen von 51 bis 60 Zentimeter gegeben hat. Und selbst in dem Zeitraum von April bis Juni 2010, aus dem der oben zitierte SZ-Artikel über den täglichen Wasserverbrauch von 400 Millionen Litern stammt, war der Pegelstand hoch, sogar überdurchschnittlich hoch mit 70 bis 90 Zentimetern im Normalbereich.
Schon ein kurzer Blick in die Vergangenheit straft die heutige Wasser-Angstmache Lüge. Dabei gerieren sich die Stadtwerke München (SWM) — wohl auf Geheiß des grünen Rathauses — in solch einer orwellschen Weise, dass man sich fragen muss, ob SWM nicht vielmehr für „Städtisches Wahrheitsministerium“ steht. Denn man machte sich nun daran, an der Vergangenheit herumzuschrauben. Bis zum 1. Mai — darauf verwies MatthiasFMohr auf X — hieß es auf der Seite der SWM noch:
„Die Quellgebiete im Mangfalltal und Loisachtal sind durch Gesteinsschichten bestens geschützt und werden regelmäßig überwacht. Die Wasservorkommen dort sind sehr ergiebig, ja praktisch unerschöpflich.“
Dieser Passus wurde nun gestrichen und die Löschung gegenüber NIUS gerechtfertigt mit einer hanebüchenen Begründung aus der Kategorie: „Wir wollen den — unmündigen — Bürger nicht verwirren“. Rückblickend nachvollziehen lässt sich das allein dank Internet-Archiven wie der Wayback Machine, das wohl aus genau diesen Gründen seit Jahren Angriffen ausgesetzt ist.
Es ist die altbekannte Taktik der letzten Jahre, eine für den einzelnen Bürger mal leichter, mal schwerer nachprüfbare Behauptung in den Raum zu stellen und auf ihrer schwammigen Grundlage Tatsachen zu schaffen, die ihre destruktiven Wirkungen entfaltet, aber im Nachgang keine Konsequenzen für die Initiatoren haben, wenn ebendiese Grundlage als unwahr entlarvt wird.
Selbstredend dürfen — wie auch schon bei Corona und der Energieknappheit — die infantilen Ratschläge an die Bürgerkinder nicht fehlen. So rät die Stadt München Erwachsenen (!) dazu:
„Lieber duschen statt baden. Im Vergleich zum Vollbad verbraucht man beim Duschen statt 150 nur 30 bis 50 Liter Wasser.
Beim Zähneputzen und Rasieren den Hahn abdrehen. In drei Minuten verschwinden rund 20 Liter Wasser im Ausguss.
Den Garten, wenn möglich, nur mit Regenwasser gießen, und zwar in den Abendstunden. Dann verdunstet weniger Wasser.
Auch richtige Technik senkt den Wasserverbrauch. Wassersparende Armaturen und WC-Spülkästen mit Wassersparautomatik verbrauchen deutlich weniger Wasser. Bei der Anschaffung einer neuen Waschmaschine oder eines Geschirrspülers sollte man auf das Energielabel achten und sich für sparsame Modelle entscheiden.
Durch tropfende Wasserhähne und defekte WC-Spülungen können mehrere hundert Liter Wasser am Tag verloren gehen. Also schnell reparieren.“
Tropfen für die Menschen, Wassermassen für die Digitalisierung und Panzer
Aus den infantilen Ratschlägen ist zugleich ablesbar, dass die in den „last current things“ erprobten und bewährten Doppelstandards sodann auch hier zur Anwendung kommen. Während die Münchner beim Zähneputzen darauf achten sollen, den Wasserhahn nicht zu lange laufen zu lassen, leistet sich die Bayernmetropole den Wasserverschwender schlechthin, der auch schon bei der Daten-Recherche dieses Beitrags zur Anwendung kam: KI.
Vor knapp zwei Jahren rühmte sich München schon als „Hotspot für KI-Startups“ und verkündete stolz, dass elf der damals 27 vielversprechenden KI-Jungunternehmen aus der bayerischen Landeshauptstadt kämen. Der Trend hält an. Ein Bericht des Magazins Produktion vom Januar dieses Jahres bescheinigt München für 2025, bei der Entstehung von Startup-Gründungen pro Kopf auf Platz 1 zu liegen. Von den 3.568 neuen Startups hätten 27 Prozent, also 963, einen Bezug zu KI. Laut dem Applied AI Institute for Europe waren 2025 insgesamt 200 KI-Unternehmen in München ansässig.
Nun mag sich auf den ersten Blick der Zusammenhang zwischen KI und Wasserverbrauch nicht unmittelbar erschließen. Doch auf Ebene der Hardware ist die Technologie von „Chatty“ und Co. äußerst durstig. Die unvorstellbare Rechenleistung, die durchgehend erbracht werden muss, damit KI bei jedem noch so banalen Alltagsproblem konsultiert werden kann, bedarf einer ununterbrochenen Kühlung der sonst glühend heiß werdenden Chips. Wie sich ein jeder mit einem halbwegs realistischen Vorstellungsvermögen denken kann, erfolgt das nicht durch Ventilatoren. Sondern durch was? Richtig! Wasser. Und davon in sündhaften Mengen. Ein Risikobericht der Allianz vom November 2025 schätzte den täglichen Wasserverbrauch von großen Rechenzentren auf 19 Millionen Liter pro Tag. Mit anderen Worten: Ein einziges Rechenzentrum verbraucht binnen eines halben Monats so viel Wasser, wie die Stadt München an einem Tag. Wir erinnern uns: Der Normalverbrauch der Stadt liegt bei täglich 300 bis 350 Millionen Liter.
Nun sind selbstredend nicht alle der 200 in München ansässigen KI-Unternehmen Firmen mit eigenen Rechenzentren. Darunter werden sich auch Agenturen befinden, die schlicht mit KI operieren, aber selbst keine Rechenzentren betreiben. Doch unter Veranschlagung der aus dem Allianz-Bericht hervorgegangenen Zahl genügte es, wenn von den 200 KI-Unternehmen insgesamt 17 oder mehr ein derart großes Rechenzentrum in München betrieben. Dann benötigten die Chips täglich so viel Wasser, wie alle Münchner zusammengenommen.
Es braucht nicht viel Fantasie, um sich auszumalen, auf welche Konfliktlinie das hinausläuft. Schon im April 2023, als der KI-Hype gerade erblühte, bezeichnete die Washington Post die Internetnutzung als die neue Front im Krieg um Wasser. Manche US-Bundesstaaten gelten bereits als akut von Austrocknung durch Rechenzentren bedroht. Und ein diesjährig veröffentlichter Report der United Nations University mit dem Titel „Environmental cost of AI‘s energy use“ räumt auf Seite 10 ein:
„Der Wasser-Fußabdruck des für 2030 prognostizierten Stromverbrauchs der Datencenter beläuft sich auf 9,3 Billionen Liter. Das ist die erforderliche Menge, um den Mindestwasserbedarf von 1,3 Milliarden Einwohnern des subsaharischen Afrikas für ein ganzes Jahr zu decken.“
Das heißt im Klartext, dass die weltweite KI-Infrastruktur im Jahr 2030 so viel Wasser benötigt, wie das heutige München in 78 Jahren zusammengenommen. Im Lichte dieser Zahlen geht es sich nicht zusammen, von den Bürgern einerseits Wasserenthaltsamkeit einzufordern, aber auf der anderen Seite Wasser verschlingenden KI-Unternehmen den roten Teppich auszurollen. Doch genau das tat der grüne Bürgermeister vor seinem Wahlsieg, ziemlich genau ein Jahr zuvor bei der Verleihung des Münchner Innovationspreises 2025, der an das ökologisch angestrichene aber KI-gestützte Unternehmen Hula Earth ging.
Die anhand des KI-Wasserverbrauchs demonstrierten Doppelstandards lassen sich auch im Bereich der Rüstung durchdeklinieren. Auf diesem Gebiet gibt es eine zeitliche Überschneidung von Wassereinsparungs- und Verschwendungsvorhaben, die die Heuchelei unverhohlen zum Vorschein kommen lässt. Am 15. Juli, nur ein Tag nach der Allgemeinverfügung des städtischen Referats für Klima- und Umweltschutz, beschließt das Referat für Stadtplanung und Bauordnung den Bebauungsplan für den Flächenausbau des Panzer-Rüstungsherstellers KNDS im nordwestlichen Stadtteil Allach, wodurch München — unter Billigung des grünen Bürgermeisters — zur „Rüstungshauptstadt“ wird. Das mit Grün zu Olivgrün hatten wir bereits zu Beginn des Beitrags.
Die Datenlage über den Wasserverbrauch der Rüstungsindustrie, im Speziellen der Panzerproduktion, ist relativ dünn. Wohl aus Gründen. Für die Produktion eines durchschnittlichen PKWs liegt allein der Direktwasserverbrauch bei rund 3.500 Litern. Nun versteht es sich von selbst, dass die Produktion eines Panzers ein paar Gläser Wasser mehr bedarf. Eine Verzehnfachung des Wertes dürfte angemessen, wenn nicht gar untertrieben sein. Das KNDS-Werk in München produziert bislang 40 bis 50 Panzer im Jahr, was bei der Berechnungsgrundlage 1,4 bis 1,7 Millionen Litern Wasser entspricht. Mit eben diesem Ausbau des Werkgeländes soll die Produktion bis 2030 versechsfacht werden, was 240 bis 300 Panzern, respektive 84 bis 105 Millionen Litern Wasser pro Jahr entspräche. Zum Vergleich: Der am Textanfang erwähnte und stillgelegte Fischbrunnen am Münchner Marienplatz verbraucht pro Tag 130.000 Liter, was auf das Jahr gerechnet 47,5 Millionen Liter entspricht, also gerade einmal die Hälfte des mutmaßlichen Wasserverbrauchs für den Münchner Panzerbau im Jahr 2030.
Die Allgemeinverfügung kann vor diesem Hintergrund auch so gelesen werden: Liebe Münchner, bitte duscht kürzer und schwitzt mehr, denn KI und Panzer brauchen Wasser!
Was bei der Veranschaulichung der rüstungsbezogenen Wasserverschwendung noch gar nicht erwähnt wurde, ist die kriegsgefahrbedingte Inkaufnahme einer gefährdeten Wasserversorgung im Angriffsfall. Empfindliche Knotenpunkte der Wasserversorgung stellen einen potenziellen Angriffspunkt für unabfangbare russische Mittelstreckenraketen wie die Oreschnik dar.
Wasser: Die neue, weltweite PsyOp
Gerade verengt sich der Diskurs auf München, weil hier unter der grünen Ägide wie unter dem Brennglas sichtbar wird, was bereits als das „next current thing“ nicht nur bundesweit, sondern für die gesamte Welt in den Schubladen der global-oligarchischen Think-Tanks und NGOs liegt: Wasser. Genauer: seine — künstliche — Verknappung, Inbesitznahme und Regulierung unter dem Deckmantel der Nachhaltigkeit. Es steht zu befürchten, dass dieses Thema keine Eintagsfliege á la Hanta-Virus sein wird. Der grüne Bürgermeister drohte bereits auf Instagram durch die vertrocknete Blume: „Für die nächsten Jahre braucht es natürlich eine Strategie, wie wir mit der veränderten Wassersituation umgehen. Ich habe die Stadtverwaltung und die Stadtwerke deswegen gebeten, schnellstmöglich genau daran zu arbeiten.“ Was sich hinter dem harmlosen Wort „Strategie“ verbergen könnte, offenbart sich, weitet man den Blick raum-zeitlich von München auf die globale Ebene — sowohl in die Vergangenheit, als auch in die nahe Zukunft.
Die nachfolgende Chronologie dessen, was hier der Einfachheit halber als „globale Wasserstrategie“ bezeichnet wird, erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie soll lediglich in Grundzügen skizzieren, wie die Klasse der Besitzenden — analog zur Klima-Agenda — die Weltbevölkerung über einen längeren Zeitraum propagandistisch auf einen Punkt hintreibt, an dem die kontrollierte Rationierung von Wasser als eine aus menschlichem Fehlverhalten erwachsene Notwendigkeit erscheint und nicht als ein Machtmittel zur Unterdrückung aller und der Gefügigmachung von Dissidenten.
- Im März 1977 fand in Mar del Plata, Argentinien, die erste United Nations Water Conference statt. Ein Spiegel-Artikel vom 27.3.1977 hält hierzu Folgendes fest: „ (…) (S)pätestens im Jahre 2000 (...) könnte Wasser weltweit so knapp und kostbar sein wie heute Erdöl — die Weltbevölkerung werde sich bis dahin verdoppelt, der Wasserbedarf mindestens vervierfacht haben.“ Schon damals wurde die Angst geschürt, ganz im Geist des kurz zuvor, 1972, vom Club of Rome veröffentlichten Werkes „The Limits of Growth“.
- Auf der 66. Generalversammlung der Vereinten Nationen 2011/12 wurde die „Aktionsdekade des Wassers“ beschlossen, die am 22. März, also dem Weltwassertag, 2018 beginnen und an ebendiesem Tag des Jahres 2028 enden soll. Gegenwärtig befinden wir uns zum Zeitpunkt dieser Textveröffentlichung im letzten Fünftel jener Dekade.
- Am 25. September 2015 wurden die 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung beschlossen, darunter das Ziel Nummer 6: Die Sicherstellung von Wasser-Verfügbarkeit und Nachhaltigkeit. Wie mittlerweile bekannt sein dürfte, verbergen sich hinter den wohlklingenden Formulierungen gänzlich andere Vorhaben, die das Vorgetragene lediglich als trojanische Tarnung nutzen.
- Auf dem Davoser Jahrestreffen 2022 des World Economic Forum (WEF) deklarierte die US-italienische Wirtschaftswissenschaftlerin Mariana Mazzucato ganz unverhohlen das Wasser zu dem großen Thema schlechthin. Die dabei gewählten Worte offenbarten ihre geringschätzige, paternalistische Sichtweise auf die Menschen: „Haben wir es tatsächlich geschafft, alle Menschen auf der Welt zu impfen? Nein. Deshalb ist es wichtig, Wasser als globales Gemeingut hervorzuheben und zu verdeutlichen, was es bedeutet, zusammenzuarbeiten und das Thema sowohl aus dieser globalen Perspektive als auch aus der Perspektive des Eigeninteresses zu betrachten, denn es gibt tatsächlich diese Parallele — es ist nicht nur wichtig, (…) jene Probleme zu lösen, die ähnliche Merkmale aufwiesen, und Wasser ist etwas, das die Menschen verstehen. Wissen Sie, der Klimawandel ist ein bisschen abstrakt; manche verstehen ihn sehr gut, manche ein bisschen, manche verstehen ihn einfach nicht. Wasser — jedes Kind weiß, wie wichtig es ist, Wasser zu haben, wenn man Fußball spielt und durstig ist — man braucht Wasser! Es geht also auch darum, die Bürger wirklich für dieses Thema zu begeistern und in gewisser Weise mit diesem Konzept des Gemeinwohls zu experimentieren: Können wir es diesmal tatsächlich umsetzen, wo wir doch bei anderen Gelegenheiten kläglich gescheitert sind, und hoffentlich werden wir bei den anderen Dingen nicht weiter scheitern, aber wie auch immer.“ Mit anderen Worten: Wasser ist das neue „vaccinate 7 billion people“.
- 46 Jahre nach der ersten Wasserkonferenz wurde die zweite im März 2023 in New York abgehalten. Sie lief unter einem Banner, das, mit einem kritischen Filter gelesen, als Drohung gedeutet werden kann: „Uniting the world for water“, zu Deutsch: „Die Welt für Wasser vereinigen“. Das bedeutet nichts anderes, als die gesamte Welt in ein einheitliches Korsett aus Regeln zu zwängen, die von wenigen, teils nicht gewählten Personen erlassen und für die gesamte Menschheit verbindlich werden.
- 2026 soll — wie die nachfolgenden Punkte zeigen werden — die Dekade des Wassers in die finale und beschleunigte Phase übergehen, um dann schlussendlich auf die Zielgerade Richtung Agenda 2030 einzuschlagen. Die Ereignisse und Events überschlagen und überhäufen sich, weswegen die Vorkommnisse in München im Sinne der globalen Agenda-Marschrichtung nur folgerichtig wirken.
- Am 20. Januar setzt die weiter oben schon erwähnte United Nation University die Duftmarke mit dem Report „Global Water Bankruptcy: Living Beyond Our Hydrological Means in the Post-Crisis Era“. Der neue Agenda-Begriff „Water Bankruptcy“ etabliert sich sodann auch weltweit, wie etwa Google Trends zu entnehmen ist. Auch weitere themenverwandte Suchbegriffe wie „Water Scarcity“, „Water-Saving Measures“ oder auch „Water Shortage“ nehmen weltweit in der Häufung ihrer Eingabe seit 2026 signifikant zu.
Die Handschrift eines Agenda-Settings ist unverkennbar.
Im besagten Report heißt es dann gleich im Vorwort: „Der Zeitpunkt dieses Berichts ist von entscheidender Bedeutung. Der Zeitraum im Vorfeld der UN-Wasserkonferenzen 2026 und 2028 stellt zusammen mit dem Abschluss der Internationalen Aktionsdekade ‚Wasser für nachhaltige Entwicklung‘ im Jahr 2028 eine entscheidende Gelegenheit dar, die Umsetzung zu beschleunigen, die Rechenschaftspflicht zu stärken und das Thema Wasser als globale Priorität zu etablieren. Diese Meilensteine bieten eine Grundlage, um Verpflichtungen, Partnerschaften und Investitionen an die hydrologischen Gegebenheiten und die langfristige Resilienz anzupassen sowie Maßnahmen zu planen und umzusetzen, die die unter den gegenwärtigen und zukünftigen Bedingungen verfügbaren Wasserressourcen widerspiegeln.“ Und tatsächlich folgt nach Jahrzehnten, in denen nach der ersten Wasserkonferenz keine einzige weitere abgehalten wurde, eine Wasserkonferenz nach der anderen in immer kürzeren Abständen. Im Dezember diesen Jahres wird die dritte — ganz unironisch — in Abu Dhabi ausgetragen und die vierte, am Ende der Wasser-Dekade, 2028 in Tadschikistan.
- Am 4. Februar veröffentlichte das von Lionel Curtis gegründete und unter anderem von der Rockefeller- sowie der Bill & Melinda Gates Foundation projektweise finanzierte Chatham-House (Royal Institute of International Affairs), ein britisch-imperialer Think-Tank, einen tiefblickenden Beitrag. Darin schreiben die Autoren Leslie Morris-Iveson und Richard König: „Die (...) UN-Wasserkonferenz im Jahr 2023 wurde dafür kritisiert, dass sie von Regierungen, Unternehmen und der Zivilgesellschaft nur freiwillige Verpflichtungen verlangte und vage Ergebnisse lieferte. (…) Wird dieses Jahr anders sein? Wasserprobleme waren — noch — nicht mit der gleichen politischen Gegenreaktion konfrontiert wie der Klimaschutz und seine spaltenden Netto-Null-Ziele. Das bietet etwas Raum für Fortschritte. Die Konferenz könnte die vorhandene politische Dynamik nutzen und sich für die Schaffung eines globalen Rahmens und eines regelmäßigen zwischenstaatlichen Prozesses einsetzen. Diese wären ein Katalysator und ein Motor für Rechenschaftspflicht und konkrete Maßnahmen, die über koordinierte freiwillige Maßnahmen hinausgehen und zu einer verbindlicheren und ehrgeizigeren Politik führen würden.“ Es ist die altbekannte Taktik: Erst werden Empfehlungen ausgesprochen und die dabei vorab fest einkalkulierte Folgen- und Wirkungslosigkeit im Nachgang als Begründung herangezogen, um nun rechtliche, strikte Rahmenbedingungen, Regulationen und vor allen Dingen Verbote durchsetzen zu müssen. Die menschliche Unvernunft müsse eben durch Regelwerke gebändigt werden. Wir sehen hier auf globaler Ebene Selbstähnlichkeiten mit der sich zudrehenden Daumenschraube in München. Die dort erlassene Allgemeinverfügung ist lediglich ein lokaler Vorgeschmack auf ein möglicherweise global um sich greifendes Wasser-Regime.
- Zwei Tage nach der Münchner Allgemeinverfügung veröffentlichte der Spiegel ein Interview mit Umweltminister Carsten Schneider. Schon das Titelzitat schwört den Leser auf die neue Wasser-Angst ein: „Wir werden ernsthafte Konflikte um Wasser haben — auch in Deutschland“. Die Frage des Spiegels, ob sich die Deutschen darauf einstellen müssten, dass das Wasser knapp wird, bejaht Schneider.
Die vorangegangenen Punkte zeichnen die Grundrisse eines größeren Gesamtbildes, in welchem die Wasserrestriktionen von München lediglich eine regional begrenzte Vorhut dessen sind, worauf die gesamte Welt zusteuern könnte.
Es geht nicht um den ideologisch irren Alleingang eines grünen Bürgermeisters, sondern um ein von langer Hand geplantes, weltweites Wasser-Regime, welches derzeit von den verschiedenen Kasten globaler Oligarchen errichtet wird und zur Vollendung kommt, wenn dem Vorhaben nicht Einhalt geboten wird.
Ausblick
Statt in Angst zu verfallen, kann das Anlaufen des „next current thing“ dazu genutzt werden, sich intensiver mit dem in unseren Breitengraden als Selbstverständlichkeit wahrgenommenen Element des Wassers auseinanderzusetzen.
In diesem Fall waren die freien und alternativen Medien dem Mainstream einen Schritt voraus und setzten den Themenkomplex vorher aufs Tableau. Vor zwei Jahren lief rund um den Weltwassertag das medienübergreifende #Wasserspezial. Neben unserem Magazin waren auch Fair Talk, der Schweizer Zeitpunkt, apolut, Radio München und Punkt.Preradovic beteiligt. Das Archiv des Themenspezials ist immer noch hochaktuell und dennoch zeitlos und lädt weiterhin dazu ein, sich durch die vielfältigen Wasserbeiträge zu stöbern. Es gibt inspirierende Beiträge über die Wasserforscher Masaru Emoto, Wilfried Hacheney oder die Beobachtungen des Försters Viktor Schauberger.
Kehren wir ganz am Ende noch einmal zum Anfangspunkt zurück — zum Fischbrunnen in München. Das Symbol hinter der Schließung des historisch bedeutsamen Brunnens offenbart, worum es bei dieser und allen anderen Agenden geht. Bekannt ist dieser Brunnen nämlich unter anderem für den Metzgersprung. Die Metzger-Innung München schreibt hierzu:
„Wie der Schäfflertanz ist auch der Metzgersprung aus einer schrecklichen Zeit heraus geboren worden. Vor 450 Jahren, als der schwarze Tod in den Mauern der Stadt München gewütet hatte, zogen die Zünfte der Metzger und Schäffler in fröhlichem Tanz und mit klingendem Spiel durch die noch verödeten Gassen der Stadt, um die ängstlichen Bürger wieder aus ihren Häusern heraus auf die Straße zu locken. Durch Umzug mit wehender Fahne und der Fröhlichkeit der Zunftangehörigen gelang es ihnen — nicht zuletzt durch den ausgelassenen und grotesken Sprung in den Fischbrunnen auf dem Marktplatz —, die verängstigten und in den Häusern vergrabenen Menschen herauszulocken und aus ihrem Elend aufzurütteln, wodurch das Leben sich wieder normalisierte.“
Was bedeutet es im Umkehrschluss, wenn ebendieser Brunnen versiegelt wird? Angst und Mangelgefühle sollen in den Köpfen und Herzen der Menschen verankert werden.
Dabei ist es an jedem Einzelnen, ob sie oder er sich dazu entscheidet, über das nächste Agenda-Stöckchen zu springen, sich über die Protagonisten aufzuregen und in Schimpftiraden zu verfallen, anstatt sich Lösungswegen — siehe das genannte #Wasserspezial — zuzuwenden. Ob bei Corona, Klima oder nun eben Wasser — es bleibt festzuhalten: „Die Mächtigen können nicht alles!“ Jeder Einzelne umso mehr! Wo Widerstände sich auftun, findet das Wasser seine Umwege. Das hat die Coronazeit eindrücklich gezeigt. Folglich sei dieser Beitrag geschlossen mit den Worten von Bruce Lee: