Eine beunruhigende Entwicklung
Während die Waffenindustrie boomt, schwindet die Existenzgrundlage kritischer Medien immer mehr. Stimmen für den Frieden brauchen Ihre Unterstützung.
Seit Monaten geht der Verkauf von Büchern zurück, sodass sich viele Verleger Sorgen um ihre Zukunft machen — im selben Ausmaß sind Online-Medien wie Manova betroffen. Auch andere unabhängige Medien sind besorgt, denn der Spendeneingang geht rapide zurück. „Kaufzurückhaltung“ nennt das der Chef der Drogeriekette Douglas. Das ist ein sehr beschönigendes Wort. Denn die Realität ist: Die ständig steigenden Lebenshaltungskosten sorgen dafür, dass die Menschen in Deutschland, und damit auch potenzielle Leser des Manova-Magazins, immer weniger Geld zur Verfügung haben. Berücksichtigt man nun die Tatsache, dass Manova sich allein durch Spenden finanziert, bedroht diese Entwicklung die Zukunft des Magazins, das sich gerade, wenn es brenzlig wird, als besonders wichtig erweist, wie die COVID-Krise gezeigt hatte: Damals hatte unsere Initiative das Dreifache an Spendeneinnahmen zur Verfügung und konnte darüber massiv Druck auf die Herrschenden ausüben.
Im Dezember führte Manova eine Leserumfrage durch, deren Ergebnis uns als Redaktion außerordentlich freute. Die meisten unserer Leser waren mit unserer Arbeit zufrieden und fanden sich in unserem umfangreichen Angebot an Artikeln wieder. Manchmal werden wir auch von Lesern oder Spendern kritisiert, was wir dankbar annehmen.
Von Zeit zu Zeit wird jedoch auch Kritik an uns herangetragen, die wir weniger nachvollziehen können. Manche Manova-Leser möchten durch die veröffentlichten Beiträge ihre eigene Weltsicht bestätigt sehen und reagieren zornig auf Texte von Autoren, deren Meinung sie nicht teilen. Dabei sollte klar sein, dass nicht jeder Beitrag die Haltung der Redaktion widerspiegelt. Mit einigen Texten möchten wir eine Debatte anstoßen.
Manova hat genau aus diesem Grund den Debattenraum geschaffen. Das Konzept ist einfach: Sobald ein Leser einen Beitrag gelesen hat, mit dem er nicht einverstanden ist, kann er eine Replik mit seinen Ansichten verfassen und wir veröffentlichen sie direkt neben dem kritisierten Beitrag. Leider nehmen die wenigsten dieses Angebot an und reagieren stattdessen lieber mit Empörung und drohen, ihre Spende einzustellen oder die Manova-News gar nicht mehr zu lesen.
Was bedeutet unabhängiger Journalismus? Unabhängig von wem? Theoretisch: unabhängig von der Einmischung der Geldgeber in die Inhalte eines Mediums.
Dennoch erhält Manova auf X oder per E-Mail immer wieder Kommentare wie diese:
„Seit 4 Jahren seid ihr der größter Empfänger meiner jährlichen Zahlungen an freie Medien. Kürzlich hatte ich Euch schon mal auf solchen Vollmumpitz hingewiesen. Guck ich mir jetzt noch genau 2 Mal an.
Das ist keine Zensurbestrebung meinerseits für den Autor. Der darf das mit den Quellen ja gern lernen. Oder Ihr schreibt davor ‚auf Autorenwunsch — obwohl es Blödsinn ist‘. Aber in jedem Fall möchte ich meine Freizeit nicht mit dem Lesen von solchem Rotz verschwenden.“
Dadurch wird unsere Arbeit zusätzlich gefährdet. Deshalb bitten wir diejenigen, die unseren Ansatz für wirkliche Meinungsvielfalt und Debattenkultur unterstützenswert finden, um ihre Hilfe.
Selbstverständlich leiten wir Kritik, die in einer fundierten und respektvollen Weise geäußert wurde, an den Autor weiter, damit dieser sich dazu äußern beziehungsweise angemessene Korrekturen vornehmen kann. Doch Drohungen, wozu?
Unser Überleben hängt einzig von unseren Spendern ab. Wir verzichten auf Werbung, Tracking und Paywall. Gleichzeitig gestalten wir unsere Inhalte nach unserem besten Wissen und Gewissen als Redaktionsteam.
Dabei sind wir uns auch nicht immer intern einig und wägen sorgsam im Austausch miteinander ab, welche Beiträge erscheinen und welche nicht. Das ist extrem zeitaufwändig. Sicher machen wir auch Fehler und wir sind stets dankbar dafür, respektvoll darauf hingewiesen zu werden.
Wir verfolgen zweierlei Ansätze:
- Einerseits bringen die Autoren unabhängiger Medien bestimmte Erkenntnisse und alternative Narrative zum Mainstream zum Ausdruck, die sich zum Teil wiederholen oder bestätigen, wie zum Beispiel die berechtigte Kritik an der Genderbewegung, Kritik an der Klimabewegung, Kritik an der Woke-Bewegung.
- Anderseits beobachten wir, dass auch bei unabhängigen Medien oft wenig differenziert wird und ein gewisses Schwarz-Weiß- oder Pro-Kontra-Denken auftritt, das die Spaltung der Gesellschaft weiter fördert und berechtigte Anliegen ebendieser Bewegungen ignoriert, was den Herrschenden gelegen kommt.
Deshalb versuchen wir, auch Themen, die sonst in unabhängigen Medien nicht oder wenig vorkommen, und die Medienblase übergreifende Inhalte — zum Beispiel zu den Themen Wasser, Klima und Rassismus — zu veröffentlichen und Debatten anzuregen, wie zuletzt mit unserer Sonderausgabe „Frau, Mann, Macht“.
Diese löste ebenfalls empörte Kommentare — vor allem von Männern — aus, wobei wir oft den Eindruck hatten, dass sie die kommentierten Beiträge gar nicht gelesen hatten, da feminismus-kritische Artikel mit Kommentaren versehen wurden wie: „Hört verdammt nochmal mit eurer feministischen Giftversprühung auf.“ Eine Debattenkultur ist auf diese Weise unmöglich. Wir laden jeden Kritiker ein, in einem durchdachten Beitrag zu reagieren und nicht aus dem Affekt heraus.
Meinungsvielfalt, die alle so bejubeln, ist eben viel schwieriger auszuhalten und anstrengender, als den meisten Menschen bewusst ist. Die Frage an Sie und uns selbst lautet also: Wie viel ist uns allen eine tatsächliche Meinungsvielfalt sowohl materiell als auch geistig und emotional wert?
Wir werden auch zukünftig nicht nur Beiträge veröffentlichen, von denen wir quasi sicher sein können, dass Sie damit einverstanden sind. Wir fordern Sie gern auch ein wenig heraus. Da nicht alle Menschen und Spender das schätzen, riskieren wir damit unsere finanzielle Absicherung.
Damit Sie eine Vorstellung haben, wofür Ihre Spendengelder verwendet werden:
- Aktuell haben wir 15 regelmäßig mitwirkende Menschen in unserem Magazin — davon 6 Personen im Angestelltenverhältnis Voll- und Teilzeit und Minijob sowie 9 ehrenamtliche Mitarbeiter für Lektorat, Spendenbetreuung, Übersetzungsleistungen, IT-Unterstützung und ähnliches. Diese erhalten zum Teil eine geringe Aufwandsentschädigung. Hier entstehen Lohnkosten inklusive Abgaben für Krankenkassen, Rentenkassen usw. Die Gehälter der Angestellten mussten wir zu Jahresbeginn um einige Cent anheben, um die neue gesetzliche Mindestlohngrenze nicht zu verletzen.
- Unsere IT-Infrastruktur
- Bildrechte
- Kleine Artikelhonorare für Stammautoren und Videohonorare, wobei jeder Video-Redakteur sein eigenes technisches Equipment verwendet, das er aus eigener Tasche bezahlt hat. Reisekosten können oft nur teilweise erstattet werden.
- Allgemeine Verwaltungskosten: Büromiete, Kosten für Buchhaltung, Telefon und ähnliches
- Versicherungen und Steuern, die jedes Unternehmen zu zahlen hat.
Wenn Sie unseren Ansatz von Debatten und Sonderausgaben sowie unsere konsequente Weigerung zu Werbung, Tracking und Paywall schätzen, bitten wir Sie deshalb um Ihre Unterstützung unseres unabhängigen Journalismus, in Form einer Spende, in Form von Mundpropaganda in Ihrem Bekanntenkreis und in Form von Repliken auf Beiträge, die Sie kritisch sehen. Wir bieten auch Journalismus zum Mitmachen. Selbstverständlich wählen wir als Redaktionsteam nur Artikel aus, die einen gewissen qualitativen Standard erfüllen. Mehr dazu finden Sie in unseren Autorenhinweisen.
Wir bitten diejenigen, die unseren Ansatz für wirkliche Meinungsvielfalt und Debattenkultur unterstützenswert finden, um ihre Hilfe. Auch kleine monatliche Spenden sichern unsere Arbeit und damit die Zukunft von Manova ab.
Vielen Dank an dieser Stelle auch an unsere wertschätzenden und stillen Leser und Spender sowie an alle Autoren, die uns honorarfrei ihre Texte zur Verfügung stellen. Dank Ihnen allen ist unsere Arbeit überhaupt möglich.
Herzlich,
Ihr Manova-Team,
Roland Rottenfußer, Jana Pfligersdorffer, Nicolas Riedl, Madita Hampe, Andreas Baron, Annette van Gessel und Elisa Gratias