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Der ehrliche Nachruf

Der ehrliche Nachruf

Politik und Medien rücken die verstorbene US-Außenministerin Madeleine Albright in ein positives Licht — dabei prägte Unbarmherzigkeit ihre Amtshandlungen.

Der verdiente Propagandist der Nato-Atlantikbrücke, der damalige ZDF-Anchorman Claus „Es-gibt-diese-Nazis-in-der-Ukraine-nicht“ Kleber, äußerte 2019 über die ehemalige US-Außenministerin Madeleine Albright:

„Madeleine Albright ist eine kleine Person — wie taktische Atomwaffen ‚klein‘ sind.“

Das sollte übrigens ein Kompliment sein. Ich habe das mal bei meiner Holden ausprobiert. Danach schlief ich zwei Tage auf der Couch.

Für Albright war es jedoch in der Tat eine lieb gemeinte Würdigung. Als Kriegsverbrecherin freut man sich eben, wenn man in der Wirkung mit taktischen Atomwaffen verglichen wird.

Am Mittwoch ist Madeleine Albright verstorben. Als sie in einem Interview 1996 gefragt wurde, ob sie über 500.000 (!) in direkter Folge der US-Sanktionen krepierte irakische Kinder rechtfertigen könne, antwortete sie:

„Wir meinen, dass sie den Preis wert sind.“

Welcher „Preis“ das sein sollte — die Milliarden von den USA geraubten irakischen Goldreserven oder der nun ermöglichte Raub aller irakischen Bodenschätze durch US-Konzerne —, äußerte sie nie.

Wenige Jahre später, 1999, unterzeichnete Albright ein Militärabkommen mit Kolumbien: Über eine halbe Milliarde Dollar — noch zusätzlich zu etlichen Millionen in den Jahren zuvor — garantierten den Todesschwadronen des kolumbianischen Militärs freie Hand im Kampf gegen linke Guerillas, aufständische Bauern und die Landbevölkerung.

Mit Todeslisten in der Hand durchkämmten Todesschwadronen ganze Städte in Kolumbien, in der Provinz Bolívar zerstückelten die Schlächter Bauern mit der Motorsäge und folterten Kinder vor den Augen ihrer Eltern zu Tode. Ausgebildet wurden diese Killer in der „School of the Americas“ in Fort Benning/Georgia, auf der in den vergangenen Jahrzehnten tausende von lateinamerikanischen Generälen in Anti-Guerilla-Strategien und psychologischer Kriegsführung unterrichtet worden sind.

Der grüne Außenminister Joschka Fischer, der unser Land — zusammen mit Madeleine Albright — auf der Basis von Nato-Lügen und Halbwahrheiten 1999 gegen Jugoslawien in den ersten völkerrechtswidrigen Krieg seit Ende des Zweiten Weltkrieges trieb, betreibt heute die global agierende, etliche Millionen schwere Lobbyagentur Joschka Fischer & Company (JF&C) in Berlin, die Politik und Konzerne geopolitisch berät. Seine Geschäftspartnerin dabei war: Madeleine Albright.

Deutsche Konzerne profitieren übrigens bis heute von der deutschen Beteiligung am Bombardement Serbiens. Über 700 deutsche Investoren sind, zum Teil mit Tochterfirmen, in Serbien ansässig.

Von der Firma KWS Saatgut aus Einbeck bis hin zur Rüstungsschmiede ThyssenKrupp ist jede Branche vertreten. Und nicht wenige beschäftigen dort Tagelöhner für um die 8 Euro pro Tag, ohne jegliche soziale Absicherung. Die Bomben der Nato trafen 1999 nur zu 5 Prozent militärische Ziele, der überwiegende Teil war zivile Infrastruktur. Damit wurden auch gezielt tausende Arbeitsplätze vernichtet. In den nächsten Jahren stand die — um Marx zu zitieren — so geschaffene „industrielle Reservearmee“ in Form arbeitsloser Menschen dann in Scharen bereit, um westlichen Konzernen in Serbien für Hungerlöhne zu dienen.

Im Gegenzug bekommt man in Serbien zum Beispiel Milch aus Deutschland für 1,20 Euro pro Liter. „Neue Märkte erschließen“ heißt das im späten Neoliberalismus. Ein weiterer Vorteil für westliche Konzerne: Serbiens quasi immerwährende, historische Freundschaft mit Russland garantiert weiterhin und seit Jahren bereits gute Umsätze, da Serbien sich weder irgendwelchen Sanktionen gegen Russland angeschlossen hat, noch dies jemals tun wird.

Als Albright im Jahr 2003 von der Süddeutschen Zeitung zur völkerrechtswidrigen US-Invasion in den Irak — basierend auf der Nato-Lüge von angeblichen Massenvernichtungswaffen — und zur Rolle der USA hierbei gefragt wurde, antwortete sie:

„Wir sind groß und mächtig, und deshalb sind wir unentbehrlich!“

Wenn in diesen Tagen die Rufe nach einer Überstellung Vladimir Putins an ein Kriegsverbrechertribunal in Den Haag laut werden, könnte der Mann theoretisch beruhigt werden. Sein Prozess wäre erst fällig …

... nachdem — chronologisch — die Prozesse von Henry Kissinger, George Bush I, Gerhard Schröder, George Bush II, Tony Blair, Bill Clinton, Nicolas Sarkozy und Barack Obama durch sind.

Wer auch noch auf diese Anklagebank gehört, selbst post mortem: Madeleine Albright! Was dieselben Medien, die heute lauthals „Putin nach Den Haag“ fordern, jedoch nach wie vor verschweigen: Die USA haben den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag nicht anerkannt und drohen mit „militärischer Intervention“ (!) in die Niederlande, sollte „jemals ein US-Staatsbürger“ hier angeklagt werden.

Das betrifft freilich primär die „US-Staatsbürger“, die mit Vorliebe von deutschen Grünen mit einer Laudatio nach der anderen bedacht werden. Die Grünen und die Kriegsverbrecher: So wächst zusammen, was zusammen gehört, denn hunderttausende tote Kinder sind der Preis für — WEF-„Young Leader“ Annalena definiert diese Prio unten selbst — : „Wahre Transatlantiker“!

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Quelle Screenshot 23. März 2022, twitter.com/ABaerbock

Und so steht — nach eigener Aussage — die Frau, die Deutschland in der Welt vertritt, „auf den Schultern“ einer Verbrecherin.

Aber lasst mich raten, liebe Grüne: Es zu wagen, auf diese Fakten überhaupt aufmerksam zu machen, kommt einem „antifeministischen, von rechts orchestrierten Shitstorm alter weißer Männer“ gleich. Right?!

Aber hey, „Inhalte überwinden“, darin waren die Tik-Tok-Grünen der Generation Böhmermann schon immer stark. Zwei, drei Radwege, bissel Fridays For Future, viel CO2-Geblöke — und schon wählt der gemeine Erstsemester — aber auch der liquide grüne SUV-Fahrer — aus Gewissensgründen eine alles zurechtlügende, neoliberale Steigbügelhalterpartei und völlig naive, phrasendreschende, aber kriegsgeile Ökolords. Aber erst nach dem Selbstfindungsjahr in Neuseeland, versteht sich.


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