Euromaidan — Rückblick und Folgen
Wir erinnern uns: Monatelang — von Ende November 2013 bis Februar 2014 — hatten sich täglich immer mehr Menschen auf dem Kiewer Maidan versammelt — am Ende waren es Hunderttausende. Die anfangs friedliche Protestbewegung für eine demokratische und der EU zugewandte Ukraine (Präsident Wiktor Janukowytsch hatte das Assoziierungsabkommen mit der EU auf Eis gelegt) endete am 20. Februar 2014 blutig mit einem von den USA unterstützten Putsch, bei dem mehr als 100 Menschen getötet und viele weitere verwundet wurden. Janukowytsch, der im Februar 2010 zum Präsidenten gewählt worden war, floh; das ukrainische Parlament erklärte ihn am 22. Februar 2014 für abgesetzt. In einer von „Chevron Oil“ gesponserten Rede, die sie am 13. Dezember 2013 im „National Press Club“ in Washington, D. C., hielt, bestätigt die damalige „US-Staatsministerin für Europa und Eurasien“, Victoria Nuland, dass die USA fünf Milliarden Dollar für „a modern democratic government“ in der Ukraine investiert hätten. Ein Jammer, so Nuland, wenn ihre nun schon fünf Jahre andauernden Bemühungen für dieses Ziel umsonst gewesen sein sollten: „It is time to finish the job.“ („Es ist Zeit, die Arbeit zu Ende zu bringen.“)
Am 7. Februar 2014 wurde dann das vertraulich geführte Gespräch geleakt, in dem sich Victoria Nuland und der damalige US-Botschafter in der Ukraine Geoffrey Pyatt über die Besetzung der Führungspersonen einer ukrainischen Übergangsregierung austauschten, wobei Nuland sich für Arsenij Jazenjuk als Ministerpräsidenten aussprach („Jaz is the guy!“- „Jaz ist der Richtige!“), der dieses Amt anschließend mehr als zwei Jahre innehatte, während ihr Vitali Klitschko („Klitsch“) für ein Regierungsamt nicht geeignet erschien.
Seinen Abschluss fand der Euromaidan in der „Vereinbarung über die Beilegung der Krise in der Ukraine“, die am 21. Februar 2014 in Kiew unterzeichnet wurde.
Unterschrieben wurde der Vertrag auf Seiten der Regierung von Wiktor Janukowytsch und auf Seiten der Opposition von Vitali Klitschko von der Partei UDAR (Ukrainische Demokratische Allianz für Reformen), Oleh Tjahnybok von der ultrarechten Allukrainischen Vereinigung „Swoboda“, sowie von Arsenij Jazenjuk von der Partei Timoschenkos, der Allukrainischen Vereinigung „Vaterland“. Als Zeugen unterzeichneten außerdem der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski, der Außenminister Frank-Walter Steinmeier und der französische Außenminister Laurent Fabius.
Am 14. April 2014 begann die ukrainische Regierung die militärische „Anti-Terror-Operation“ gegen aufständische Separatisten in den traditionell der Russischen Föderation nahestehenden Regionen Donezk und Luhansk. Eine Tragödie ereignete sich am 2. Mai 2014, als in Odessa bei Straßenschlachten zwischen pro-russischen Demonstranten und ukrainischen Nationalisten Schüsse fielen und Molotowcocktails flogen.
Befürworter einer Abspaltung von der Ukraine flüchteten vor einem mit Schlagstöcken bewaffneten und Steine werfenden Mob in das Gewerkschaftshaus, das dann von den ukrainischen Nationalisten belagert und in Brand gesteckt wurde. In der Folge kam es dort zu einem Brand, bei dem 42 Menschen ums Leben kamen. Insgesamt forderten die Zusammenstöße und der Brand an diesem Tag 48 Todesopfer.
Bis Ende 2021 schätzte das „Office of the High Commissioner for Human Rights“ (OHCHR) der UN die Zahl der Todesopfer in der Donbass-Region auf mehr als 14.000 Menschenleben. Diese Zahlen zeigen, dass der Krieg in der Ukraine nicht erst mit der völkerrechtswidrigen russischen Invasion am 24. Februar 2022 begann, sondern dass er schon acht Jahre zuvor im Donbass ausgebrochen war.
In den Wochen während des Euromaidan und des Maidan-Putsches sowie danach veröffentlichten die Medien noch in aller Offenheit zahlreiche informative Berichte aus der Ukraine. Diese wurden dann von Jahr zu Jahr immer spärlicher, und außer Kriegspropaganda erhalten Interessierte inzwischen so gut wie keine Informationen mehr über die wirkliche Situation in dem Land. Die deutschen Mainstream-Medien geben hauptsächlich nur die Meinung der Regierenden und nicht die Sorgen und Gedanken der ukrainischen Bevölkerung wieder.
Nur gelegentlich richtet sich das Scheinwerferlicht auf einzelne Ereignisse, und Leser und Zuschauer bekommen eine leise Ahnung davon, was in dem Land wirklich los war — und ist. Die Dokumentation „Ukrainian Agony“ (auf Deutsch) und Oliver Stones „Ukraine on Fire“ haben versucht, dem Geschehen näherzukommen.
Welche Rolle spielen die Faschisten?
Ich möchte jetzt von Begebenheiten berichten, die mich immer wieder zutiefst schockieren. Ich konnte es kaum glauben, als am 8. September 2014 in der 19 Uhr „heute“-Sendung“ Kämpfer mit Helmen mit Hakenkreuzen und SS-Runen vor meinen Augen vorbeizogen. Wie ich später erfuhr, waren das Soldaten des nationalistischen Asow-Bataillons, das in der Ostukraine an der Seite der Regierungstruppen gegen die Separatisten kämpfte. Neofaschistische Strukturen, die schon Kinder zu Soldaten ausbilden.
Ich war hellhörig geworden und suchte nach weiteren Berichten über solche Vorfälle, die es damals noch in großer Anzahl gab und die man auch heute noch im Internet finden kann. Die „Panorama“-Sendung vom 6. März 2014 widmete sich mit einem Beitrag mit dem Titel „Welche Rolle spielen die Faschisten?“ ausführlich dem Thema und präsentierte uns in aller Deutlichkeit ein verstörendes Bild von der Beteiligung extremer Gruppierungen:
„Monatelang haben Hunderttausende auf dem Maidan protestiert — für eine demokratische Ukraine. Doch von Anfang an spielten dort auch rechtsextreme Kräfte eine wichtige Rolle.“
Neben der Partei „Swoboda“ (Freiheit) war zum Beispiel die Organisation des „Rechten Sektors“, entscheidend an dem Umsturz beteiligt. Deutsche und EU-Politiker drückten allerdings ein Auge zu. Der langjährige EU-Abgeordnete Elmar Brok bemerkte damals dazu:
„Die Swoboda-Partei ist nicht die Partei, die ich liebe, aber sie hat es möglich gemacht, dass derjenige, der seine Menschen verfolgt hat, erschossen hat, nicht mehr im Amt ist. Solange gewährleistet ist, dass diese Partei sich für eine Rechtsstaatlichkeit einsetzt und die Demokratie in der Ukraine möglich macht, und das ist, glaube ich, das Entscheidende. Und nicht Sprüche der Vergangenheit.“
Die Allukrainische Vereinigung „Swoboda“, die unter ihrem offen antisemitischen Chef Oleh Tjahnybok an der ukrainischen Übergangsregierung mit drei Ministern beteiligt war, ist — laut Wikipedia — „eine ukrainische rechtsradikale und radikal nationalistische Partei, abzielend auf eine ethnische ukrainische Identität.“ „Panorama“ bringt einen Ausschnitt einer von Tjahnybok 2004 gehaltenen Ansprache, in der er wie folgt zum Freiheitskampf aufruft:
„Schnappt euch die Gewehre, bekämpft die Russensäue, die Deutschen, die Judenschweine und anderes Ungeziefer! Kämpft für eure ukrainische Heimat!“
Da bei dem Zitat der Eindruck entsteht, dass dies ein aktueller Appell sei, sah sich der Sender zu einer neuen Übersetzung veranlasst, die lautet:
„Ihr seid ukrainische Nationalisten, ukrainische Patrioten. Ihr müsst die Helden werden, die heute die Erde unter unseren Füßen verteidigen. Sie hängten sich Gewehre um den Hals und gingen in die Wälder. Sie kämpften gegen Russen, gegen die Deutschen, gegen Judenschweine und sonstiges Gesindel, welches uns den ukrainischen Staat wegnehmen wollte. Man muss endlich die Ukraine den Ukrainern geben.“
Historisch bezieht sich „Swoboda“ auf die „Organisation der Ukrainischen Nationalisten“ (OUN) unter Stepan Bandera (1909 bis 1959), der vor allem in der Westukraine noch immer als Freiheits- und Unabhängigkeitskämpfer verehrt wird, während er im Süden und Osten zumeist als Nazi-Kollaborateur, der er war, angesehen wird. Banderas Milizen waren maßgeblich an Pogromen gegen die jüdische Zivilbevölkerung beteiligt. Im Juli 1941 wurde er verhaftet und später in das Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht, wo er bis September 1944 inhaftiert war, da der von ihm und seinen Mitstreitern aufgerufene unabhängige ukrainische Staat nicht den Vorstellungen der Nationalsozialisten entsprach. 1946 flüchtete er nach München, wo er am 15. Oktober 1959 von einem KGB-Agenten ermordet wurde. Sein Grab befindet sich auf dem Münchner Waldfriedhof. Dort legte der 2014 vom damaligen ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko ernannte Botschafter Andrij Melnyk bei einem Besuch am 27. April 2015 Blumen ab, wie auf eine Anfrage von Sevim Dagdelen von der Linken herauskam. (Siehe Anlage 12 im verlinkten PDF)
2014 gab es in der Ukraine noch zahlreiche lebensgroße Statuen und Gedenktafeln von Stepan Bandera, dessen Portrait auch auf dem Euromaidan präsentiert wurde. Viele Straßen sind nach ihm benannt, und zwischen 1990 und 2010 entstanden fünf Museen an mit seinem Lebensweg verbundenen Orten.
2012 rief der Oblast Lwiw den „Stepan Bandera — Held der Ukraine“-Preis ins Leben, der jeweils am 1. Januar, Banderas Geburtstag, für Verdienste bei der Entwicklung der Ukraine zum Nationalstaat verliehen wird. Am selben Tag marschieren Männer und Frauen in Kampfanzügen mit Fackeln, mit rot-schwarzen (Blut und Boden) Bannern und mit Fahnen mit Nazi-Symbolen wie Wolfsangel und SS-Runen durch die Hauptstadt.
Ukraine den Ukrainern!
In Deutschland hat man die AfD als „rechtsextremistischen Verdachtsfall“ eingestuft, wobei es auch um den Vorwurf geht, die Partei vertrete einen „ethnisch verstandenen Volksbegriff“. Im Fall der Ukraine wird jedoch weggesehen, wenn Vertreter des im November 2013 gegründeten „Rechten Sektors“ von einer „sauberen“ Ukraine sprechen. Hier die deutsche Übersetzung der Aussage eines jungen Kämpfers auf dem Maidan, den „BBC Newsnight“ nach seinen Idealen gefragt hat: „Nationalsozialistische Themen sind bei einigen von uns populär. Ich möchte, dass wir eine Nation, ein Volk und ein Land sind.“—Auf die Frage, was er damit meine, spricht er von einer „sauberen Nation“. — „Nicht wie bei Hitler, aber auf unsere Weise ein wenig wie das.“ Diejenigen, die Russland anhingen, sollten nach Russland gehen. Die Ukraine gehöre den Ukrainern. Ein Kamerad spricht Russen und Juden das Bleiberecht ab, weil sie keine ethnischen Ukrainer seien. Niemand wisse, wie stark der Einfluss solcher Stimmen sei, meint der britische Reporter; er schätze ihn jedoch als sehr groß ein.
Heruntergespielt oder verschwiegen wurde und wird, dass sich der damalige Außenminister Frank-Walter Steinmeier im Februar 2014 gemeinsam mit anderen europäischen Politikern mit dem Vorsitzenden der ultrarechten Partei „Swoboda“ Oleh Tjahnybok zu Verhandlungen in Kiew traf. Das Auswärtige Amt verteidigte die Kontakte damals als diplomatisch notwendig, da ohne die Einbindung von radikalen Kräften, die auf dem Maidan aktiv gewesen waren, ein Ende der Gewalt nicht durchsetzbar gewesen sei.
Im Mai 2014 wurde das Bataillon Asow gegründet. Es ging aus dem Umfeld der Gruppierungen „Patriot der Ukraine“ und der „Sozial-Nationalen Versammlung“ hervor und wurde im November 2014 in die Nationalgarde eingegliedert.
Menschenrechtsorganisationen wie „Human Rights Watch“ dokumentierten schwere Menschenrechtsverletzungen durch Mitglieder ukrainischer Freiwilligenbataillone, darunter Asow. Das Bataillon nahm an der Militäroperation Kiews im Donbass teil und war maßgeblich an den Kämpfen um und in Mariupol beteiligt, über die der YouTuber Patrick Lancaster auf seinen wochenlangen Erkundigungsgängen durch die Keller der Stadt, bei Hilfslieferungen, bei Evakuierungen von Flüchtlingen und in Gesprächen mit der leidgeprüften Bevölkerung und mit Soldaten informativ berichtet hat.
Im Februar 2025 konnte man in einigen wenigen Gazetten lesen, dass sich die „12. Spezialkräftebrigade Asow“ in Schloss Diedersdorf in der Nähe von Berlin einquartiert habe. Man suche Unterstützer für deren neues internationales Bataillon, erklärt Peter R., Pressesprecher bei der Brigade, dem „Bild“-Reporter Julian Röpke.
Auf dessen Frage nach dem Vorwurf von „angeblich rechtem Gedankengut“ bezeichnet Peter R. das als „ganz klar russische Propaganda“, während man im Video gleichzeitig auf den Armen der Soldaten und bei Einblendungen von Übungen das Emblem mit der Wolfsangel sehen kann.
Auf die Frage des Journalisten Florian Warweg in der Bundespressekonferenz vom 26. Februar 2025, wer die Brigade eingeladen und ihren Aufenthalt finanziert habe, erhielt er die Antwort, das Bundesverteidigungsministerium habe damit nichts zu tun. Auch das Bundesministerium des Innern könne dazu nichts sagen und verwies auf die Brandenburger Behörden. Als Florian Warweg das Wolfsangel-Emblem ansprach und auf die Einschätzung der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages hinwies, dass die Wolfsangel grundsätzlich ein verbotenes Kennzeichen im Sinne des § 86a StGB sei, wurde er an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden verwiesen.
Im Rahmen der Regierungspressekonferenz vom 16. Mai 2025 wollte Florian Warweg von Mitko Müller, dem Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums, wissen, was es mit dem „ausgerechnet am 8. Mai“ stattgefundenen Treffen von Generalmajor Christian Freuding mit dem Asow-Kommandeur Oleg Romanow auf sich habe. Romanow und seine Einheit, die 3. Separate Sturmbrigade, stünden in der Kritik, weil sie die 1943 gegründete Waffen-SS-Division „Galizien“ verherrlichten und Romanow selbst seine Tätowierungen mit NS-Bezügen, darunter die „Schwarze Sonne“, offen zur Schau stelle. Pressesprecher Müller weiß mal wieder von nichts Genauerem. Bei seinem Besuch der regulären ukrainischen Streitkräfte sei ein T-Shirt der ukrainischen Drohnenabwehreinheit „Paskuda Group“ überreicht worden. Das sei der einzige Kontakt von Freuding mit diesem, ihm unbekannten Vertreter gewesen: „Er hatte eine Uniform an.“ Man könne nicht davon ausgehen, dass man jeden ukrainischen Soldaten und dessen Hintergründe kennen könne. Die eindeutige Linie sei, dass alles, was mit Rechtsextremismus zu tun habe, in Deutschland keinen Platz habe. „Dabei belasse ich es.“
Ukraine ehrt Nazi-Kollaborateure
Seit 2026 führt die Ukraine, initiiert von Wolodymyr Selenskyj (dessen offizielle Amtszeit am 20. Mai 2024 endete) und Geheimdienstchef Kyrylo Budanov, ein Rückführungsprogramm der Gebeine von Nazi-Kollaborateuren der
„Organisation Ukrainischer Nationalisten“ (OUN) aus dem Ausland nach Kiew durch, um sie auf einem neu geschaffenen Nationalen Militärfriedhof — und später in einem geplanten Nationalen Pantheon — in der Region Kiew beizusetzen. Der ehemalige Anführer der OUN Andrij Melnyk und seine Ehefrau wurden bereits aus Luxemburg überführt und am 25. Mai 2026 mit einem Staatsakt bestattet.
Die sterblichen Überreste von Jewhen Konowalez, dem Gründer und ersten Vorsitzenden der OUN, der 1938 von einem sowjetischen Geheimdienstagenten ermordet und in Rotterdam bestattet worden war, wurden am 18. August 2026 im Beisein von Wolodymyr Selenskyj mit militärischen Ehren auf dem Nationalen Militärfriedhof in der Region Kiew vorläufig umgebettet.
Geplant ist, die Gebeine zahlreicher sogenannter Unabhängigkeitskämpfer im Ausland zu exhumieren, in die Ukraine zu überführen und mit allen Ehren zu bestatten. Eine Umbettung von Stepan Bandera bleibt bis heute umstritten. Das Vorhaben sorgt allerdings für heftige Spannungen mit Polen: Die OUN-B und die Ukrainische Aufständische Armee (UPA) waren im Zweiten Weltkrieg für ethnische Säuberungsaktionen an der polnischen Zivilbevölkerung in Wolhynien und Ostgalizien verantwortlich, bei denen an die 100.000 Polen grausam getötet wurden.
Hören wir nun Wolodymyr Selenskyj in der deutschen Übersetzung zu, wie er seine Rede bei der Umbettungszeremonie von Jewhen Konowalez beginnt:
„Wir bringen einen herausragenden Sohn des ukrainischen Volkes in seine Heimat zurück: Oberst Jewhen Konowalez, einen beispielhaften Kämpfer und bedeutenden Staatsmann der Ukraine. Mit ihm kehrt ein Teil der Ukraine selbst zurück, ein Teil ihres Gedächtnisses, ihrer Erfahrung und unserer nationalen Geschichte. Ein Teil all jener, die in verschiedenen Epochen für die Ukraine und ihre Unabhängigkeit als souveräner Staat gekämpft und gelebt haben. Oberst Jewhen Konowalez ist eine solche Persönlichkeit. Sein Schicksal ist zugleich heldenhaft und tragisch und ein Symbol für jene Epoche unserer Geschichte. Oberst Konowalez wurde in einer Zeit geboren, als fremde Staaten und Imperien über ukrainisches Land herrschten. Sein gesamtes bewusstes Leben lang kämpfte er dafür, dass die Ukraine wieder zu sich selbst findet und echte eigenständige Kraft gewinnt.“
Abschließende Gedanken
Es beunruhigt jedenfalls zutiefst, dass Politiker und Medien, die bei jedem sogenannten Corona-Spaziergang, einer Protestform aus dieser Zeit, bei jedem Regierungskritiker Nazis und Rechtsextremisten am Werk sehen und einfache Bürger, die für ihre Meinung auf die Straße gehen, verdächtigen, diskriminieren und aus der Gesellschaft ausschließen wollen, uns diese verstörenden Ereignisse verschweigen.
Dass ausgerechnet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am „Tag der Deutschen Einheit“ 2026 wieder einmal beklagt: „Die unerträgliche politische Demagogie extremistischer Kräfte, die eine Lust an der Zerstörung ausleben und andere Menschen verhöhnen und bedrohen, gefährdet heute nicht nur Freiheit und Demokratie. Sie gefährdet unsere Einheit“; und der uns Bürgern dann zuruft: „Lassen wir uns nicht lähmen durch die ganz bewusst fabrizierten Zerrbilder unseres Landes — fabriziert durch Trolle des Kreml, durch deutsche Rechtsextremisten oder auch durch linksautoritäre Irrlichter, geflutet ins Netz durch gewissenlose Internet-Oligarchen!“; und der zugleich betont, dass „wir“ die größten Unterstützer der Ukraine seien.
Die früheren CIA-Mitarbeiter Larry C. Johnson und Raymond McGovern rätseln bei einem Interview vom 25. April 2025 über die Frage, ob Wolodymyr Selenskyj aus Furcht vor den in seinem Dienst stehenden „Proto-Nazis“ überhaupt frei sei, ein Friedensangebot anzunehmen. McGovern äußert die Vermutung, Selenskyj könne durch solche Kräfte gefährdet sein.
Auch wenn sich mangels zuverlässiger Berichte nicht nachvollziehen lässt, wie groß der Einfluss rechtsextremer Gruppierungen in der Ukraine tatsächlich ist, waren diese laut dem „Panorama“-Bericht maßgeblich am Umsturz auf dem Maidan beteiligt.
Man muss sich fragen, warum versucht wird, uns ihre Existenz und ihr Treiben so gänzlich vorzuenthalten, wo wir doch von der Regierung immer wieder Sätze wie den folgenden zu hören bekommen:
„Wir haben aus unserer Geschichte gelernt, dass Rechtsextremismus gestoppt werden muss.“
Es macht zornig, dass in Deutschland, wo Medien und Politik bei jedem Protest und bei jeder Regierungskritik Nazis am Werk sehen, ausgerechnet jene für uns Deutsche besonders verstörende Ereignisse verschwiegen werden.
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