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Die alltägliche Zensur

Die alltägliche Zensur

Twitter blockiert friedenspolitische Inhalte.

Das Schicken dieses Links zu http://freethepress.yolasite.com/ durch den Twitterer via Direktnachricht erwies sich allerdings schwieriger als erwartet, denn Twitter lies das nicht zu und brachte stattdessen folgende knallrot unterlegte Meldung – hier mit Beispieltext „TEST“:

„Deine Nachricht konnte nicht gesendet werden. Text der Nachricht: freethepress.yolasite.com TEST“.

Das weckte meine Neugier und ich postete die entsprechende URL als normale Twitter-Mitteilung (Tweet). Zumindest wollte ich das tun, denn Twitter ließ auch das nicht zu und beschimpfte mich daraufhin wiederholt kaum verhohlen als Bot, angesichts des bösen Links gegen unsere westliche Propaganda wahrscheinlich gar als „Russenbot“:

„Es sieht so aus, als sei diese Anfrage automatisiert. Um unsere Nutzer vor Spam und anderen böswilligen Aktivitäten zu schützen, können wir diese Aktion nicht vollenden. Bitte versuche es später erneut.“

Die genannten späteren Versuche sind allerdings eher eine Nebelkerze, denn auch später hat das Posten des Links – zusammen mit verschiedenen Textkombinationen – nie funktioniert. Um den Link einem anderen zu senden, muss man solche Dinge tun, wie zu texten:

„Hier die URL: xxxfreethepress.yolasite.comxxx (xxx jeweils entfernen)“.

Was der bereits erwähnte Twitterer auch tat.

Die Website mit dem Titel „#FreeThePress“ und der Überschrift „Videos on Syria and media lies“ enthält laut aufgeführten Titeln der Videos nichts, was nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt wäre. Angesichts des Standes der wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Syrienkrieg sind diese Videos sehr wahrscheinlich sehr viel näher an der Wahrheit dran als Tagesschau, Bild und Co. Ansehen kann man sich die Meisten allerdings mittlerweile nicht mehr, denn Googles YouTube meldet zu fast allen Videos:

„Dieses Video ist nicht mehr verfügbar, weil das mit diesem Video verknüpfte YouTube-Konto gekündigt wurde. Das tut uns leid.“

Selbstverständlich ohne zu präzisieren, ob YouTube oder der Benutzer dies getan hat.

Eine Nachfrage bei dem Twitterer ergab, dass die meisten dieser gesperrten YouTube-Videos aus dem Kanal des Twitterers waren und YouTube seinen Kanal gesperrt hat. Nicht er hat das Konto gekündigt, sondern YouTube. Den meisten YouTube-Nutzern dürfte das bei dieser Meldung nicht klar sein. Einem Widerspruch des Twitterers wurde trotz Senden seines Journalistenausweises nicht stattgegeben.

Propagandakritische Ansichten zum Syrienkrieg und seinen Propagandagestalten à la White Helmets und Bana Alabed werden offenbar von den US-Unternehmen YouTube und Twitter als „ganz böse“ eingestuft, stören sie doch die US-Regierung und ihre Anhängsel beim weltweiten Kriegführen im Namen des „Kampfs gegen den Terror“ seit Anfang dieses Jahrtausends.

Und während dieser Artikel noch in der Entstehung ist, ergeben sich in der Sache neue Entwicklungen: Nachdem noch ein weiterer Twitter-Nutzer den Twitter-Support eingeschaltet und verschiedene Leute sich über die Zensurmaßnahme mit entsprechenden Screenshot-Bildern öffentlich beschwert hatten, wurde die URL bei Twitter wieder frei gegeben. Der bereits erwähnte Twitterer hat einen neuen YouTube-Kanal angelegt und die Videos dort erneut hochgeladen. YouTube begann kurz darauf mit dem Löschen der ersten Videos. Wie lange das YouTube-Konto dieses Mal überlebt, wird sich zeigen.


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