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Klima über alles

Klima über alles

Wollen wir die Umwelt bewahren, müssen wir sie vor bestimmten Auswüchsen des „Umweltschutzes“ schützen.

In Sachen Klimawandel geht die Ampelkoalition mit großen Schritten voran. Der Verbrennungsmotor soll abgeschafft und in Zukunft nur noch das Elektroauto zugelassen werden. „Wirtschaftsminister“ Robert Habeck brachte ein Verbot von Öl- und Gasheizungen ins Spiel. Auch auf der Ebene der EU wird der „Klimaschutz“ vorangetrieben. Unter dem schlanken Slogan „Fit für 55“, was darauf anspielt, bis 2030 die CO2-Emissionen um 55 Prozent zu reduzieren, wird eine faktische Enteignung der Menschen vorangetrieben. Demnach soll jeder Wohnraum bis zum Jahr 2050 in Nullemissionswohnraum umgewandelt werden.

Bis zum Jahr 2030 muss Wohnraum der Energieeffizienzklasse D entsprechen. Das jedoch erfordert kostenintensive Sanierungsarbeiten für einen großen Teil der bestehenden Immobilien, die sich die Eigentümer oft nicht leisten können. Gebäude, die nicht mindestens der Energieeffizienzklasse D entsprechen, sollen ab 2033 nicht mehr genutzt werden dürfen. Der Plan der EU läuft auf eine faktische Enteignung hinaus.

Auch Bundeskanzler Scholz gab große Pläne zum grünen Umbau der Wirtschaft bekannt. Man müsse, so erklärte er, bis 2030 jeden Tag fünf neue Windräder aufstellen und Solaranlagen in der Größe von mehr als 40 Fußballfeldern. Nebenbei erklärte er, dass für all diese anfallende Arbeit nicht nur jeder Mann und jede Frau gebraucht würde, sondern auch viele Menschen, die jetzt noch gar nicht in Deutschland seien. Das Problem der Arbeitslosigkeit, so erklärte er, werde Deutschland bald hinter sich lassen, was auch als Drohung verstanden werden kann, die Unterstützung für Arbeitslose abzuschaffen.

Schon seit Jahren befindet sich Deutschland auf einem grünen Weg in Richtung „Klimaneutralität“. Ungefähr 28.500 Windräder beherbergt Deutschland allein auf dem Festland und auf den 357.582 Quadratkilometern des Landes wurden bis 2020 insgesamt 2.275.880 Solaranlagen aufgestellt, und 845.640 Elektroautos waren bis zum Jahr 2022 in Deutschland zugelassen. Deutschland befindet sich auf dem Weg in eine grüne Zukunft. Könnte man meinen.

Allerdings zeigt sich hier der ganze Wahnsinn der Fixierung auf ein einzelnes Molekül, das CO2, dessen Ausstoß angeblich verhindert werden müsste. Denn diese ganzen Anlagen verbrauchen eine große Menge Ressourcen und produzieren eine unglaubliche Menge an Abfällen; beides richtet schwere Umweltschäden an. So verbrauchen Windkraftwerke mehr Metall als alle anderen Kraftwerkstypen.

Bezogen auf die von Deutschland ausgegebenen Ausbauziele würden bei 320 jährlich errichteten Windkraftanlagen jedes Jahr gut 400.000 Tonnen Stahl benötigt. Zudem benötigt jedes Windrad ein Fundament aus 1.600 Tonnen Beton. Beton selbst gilt aber als problematisch für das Klima, weil dessen Produktion große Mengen CO2 freisetzt.

Zudem enthalten Windräder nicht wenige Faserverbundstoffe, sprich Kunststoffe, Kunstharze und Glasfasern, die nicht nur in der Produktion, sondern auch in der Entsorgung große Probleme bereiten. Ein Recycling ist kaum möglich, und so werden die Abfälle einfach endgelagert — ein schwerer Eingriff in die Umwelt.

Zudem können Windräder den Klimawandel auch befördern, denn die Windparks entziehen dem Boden Feuchtigkeit und erwärmen ihn, wodurch es zu Dürren kommt. Allein die bis 2018 errichteten Windräder in Deutschland haben dem Land laut einer aktuellen Schätzung einen zusätzlichen Temperaturanstieg um 0,27 Grad Celsius beschert, und das in nur fünf Jahren. Noch mehr davon zu errichten — und dafür Wälder zu roden — wäre absurd, wenn es tatsächlich um den Kampf gegen den Klimawandel ginge.

Auch der Abbau der für die „erneuerbaren Energien“ benötigten Rohstoffe ist mit erheblichen Umweltschäden verbunden. Der Abbau von Lithium, das für die Akkus der Elektroautos benötigt wird, bewirkt eine große Zerstörung der Umwelt. Viele Menschen sind von diesem Abbau negativ betroffen. Ihr Grundwasser wird verseucht und damit Landwirtschaft und Viehhaltung unmöglich. Viele Menschen müssen aus den Abbaugebieten auswandern.

Hinzu kommt, dass durch die steigende Nachfrage bisher unberührte Gebiete für den Lithiumabbau erschlossen werden. So greift der Mensch nur noch weiter und tiefer in die Umwelt ein, die zu schützen er eigentlich vorgibt. Dasselbe gilt für seltene Erden, die für die „erneuerbaren“ Technologien erforderlich sind. Ihr Abbau geht einher mit einer radioaktiven Verstrahlung der Abbaugebiete, der Verseuchung durch giftige Schlacken oder Lösungsmittel und strahlenden Abraum.

Ebenfalls problematisch ist die zunehmende Dämmung von Gebäuden. Denn für diese werden in der Regel verschiedene Kunststoffe verwendet. Da sie aber relativ leicht entzündlich sind, muss zugleich eine große Menge von chemischen Brandschutzmitteln verarbeitet werden. Häuser bestehen heutzutage also zu einem großen Teil aus Giftmüll. Diesen zu produzieren und zu entsorgen geht mit massiven Umweltschäden einher. Hinzu kommen potentielle Gesundheitsschäden bei den Menschen, die in diesen Gebäuden wohnen.

Ein Zwang zur Sanierung alter Häuser, ein Zwang zum Einbau neuer Heizungsanlagen und Wärmepumpen verschärft diese Umweltprobleme nur. Denn auch hier werden große Mengen an Ressourcen verwendet, während die Altanlagen entsorgt werden müssen.

Ein gesteigerter Ressourcenverbrauch und eine Verschärfung der Abfallproblematik ist damit vorprogrammiert.

Auch Wasserkraftwerke stören das natürliche Gleichgewicht vieler Flüsse. Sie bilden ein unüberwindbares Hindernis für Wasserlebewesen wie die Lachse, die einmal jährlich den Fluss zum Laichen hinaufschwimmen. Versperrt ein Wasserkraftwerk den Weg, kommen sie nicht bis in ihre angestammten Laichgebiete, und so fällt für die oberen Flussläufe auch der dadurch entstehende Nährstoffeintrag weg. Die Lachse sterben auf diese Weise aus. Dasselbe gilt für auch andere Fische und Wasserorganismen.

Es gibt alles in allem also gute Gründe, sich gegen die grün angestrichene Zwangspolitik zu wehren: Sie zerstört die Umwelt — hierzulande und in den Abbaugebieten seltener Rohstoffe — und wird viele Menschen im Ergebnis enteignen. Damit verbunden ist auch ein Ausbau der Überwachung bei Einführung eines individuellen CO2-Budgets, eines damit einhergehenden Sozialkreditsystems oder den „15-Minuten Städten“, welche die Menschen in Freiluftgulags sperren; hinzu kommen immer höhere Steuern und Gebühren unter dem Deckmantel des „Klimaschutzes“, der mit dem Umweltschutz oft nichts gemein hat.

Die andere Seite

Aber auch die gegenläufige Bewegung schießt oft über das Ziel hinaus. So hat die neue, rechte Regierung Schwedens unter Ulf Kristersson als eine ihrer ersten Amtshandlungen das Umweltministerium abgeschafft und in das Wirtschaftsministerium eingegliedert.

Die Botschaft ist klar: Die Umwelt soll der Wirtschaft untergeordnet sein. Ähnliche Töne hört man überall. Da die Grünen das Thema Umwelt auf das Klima reduziert haben, was allerdings viel wichtiger klingt, wird jeder Versuch, die Umwelt zu schützen und zu erhalten, als nachrangig und weniger wichtig abgetan. Das ist aber mitnichten der Fall.

Denn der Mensch selbst zerstört die Umwelt in erheblichem Maße. Wälder werden gerodet, um wahnsinnigen Bauprojekten oder Monokulturlandwirtschaft zu weichen; die Ozeane versauern immer mehr und sind voll von Mikroplastik und anderen giftigen Stoffen, die der Mensch dort entsorgt hat. Beispielhaft zeigt dies die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines durch die USA. Die Explosionen haben in der Nähe befindliche Reste von Chemiewaffen, welche nach dem Zweiten Weltkrieg dort entsorgt wurden, aufgewirbelt und damit eine ökologische Katastrophe herbeigeführt.

Auch die Verseuchung der Luft, des Grundwassers, des Bodens, der Pflanzen und Tiere mit kaum oder nicht abbaubaren Giftstoffen wie polyfluorierten Alkylverbindungen, (PFAS), Hormonen, Mikroplastik, Schwermetallen und anderen giftigen Abfallprodukten nimmt immer weiter zu und zerstört Leben und Gesundheit über alle Artgrenzen hinweg.

Hinzu kommen Kriege und bewaffnete Konflikte, die zum Teil mit Chemiewaffen und abgereichertem Uran geführt werden, was katastrophale Folgen für Flora und Fauna nach sich zieht.

In einigen Teilen der Welt liegen noch immer Minen vergraben, die regelmäßig menschliche und tierische Opfer fordern. Auch die Landwirtschaft wird mit der Logik des Krieges geführt. Unzählige verschiedene Gifte kommen hier zum Einsatz und bilden einen giftigen Cocktail, der Pflanzen, Tiere, Menschen, Boden und Grundwasser schwer belastet. Der Industriekapitalismus hat ein Zerstörungspotenzial freigesetzt, das in alle Regionen der Welt metastasiert.

Die Zerstörung der Umwelt schlägt letztlich auf den Menschen zurück, der immer mehr in Kontakt mit all den Giften kommt, dadurch krank wird oder vielfach auch stirbt. Doch die Gifte sind kaum noch aus dem Alltag wegzudenken. Sie sind überall: vom Grundwasser über die Nahrung, die Kleidung, die Kosmetikprodukte bis hin zur Luft. Verbrennungsmotoren und Industrieanlagen stoßen täglich Tausende Tonnen weiterer Gifte aus, Chemiewerke und die chemische Landwirtschaft Abwässer. Der Industriekapitalismus vernichtet das Leben auf der Welt schleichend, aber stetig.

Von daher ist eine Forderung nach Deindustrialisierung nicht notwendigerweise ein ideologisches Hirngespinst. Die Frage ist nur, was die Alternative sein soll.

Auf diese Frage haben die Grünen keine schlüssige Antwort. Sie wollen den Kapitalismus lediglich mit anderen Mitteln fortsetzen und setzen dabei nur neue Zerstörungspotenziale frei, die dann in anderen Regionen der Welt ihre Wirkung entfalten. Statt Öl aus dem Golf von Mexiko zu pumpen, holen wir nun Lithium aus Südamerika. Wieder sind es arme Menschen, die darunter leiden müssen, und wieder ist es die Natur, die zerstört wird.

Das Thema der Umwelt kann also nicht einfach vom Tisch gewischt werden, indem es als grüner Wahn abgetan wird. Auch die Ursache im Kapitalismus ist nicht von der Hand zu weisen. Auf die Innovationskraft des Kapitalismus zu vertrauen, ist dabei ebenso falsch. Denn diese ist es ja gerade, die Windräder, Solarenergie und Elektroautos hervorgebracht hat und seit bereits mehr als 70 Jahren keine Lösung für das Problem des Atommülls findet. Stattdessen hat sie uns das Fracking beschert, eine neue Idiotie rechter Wildwestkapitalisten, die keine Kritik an dem derzeitigen Produktionswahnsinn zulassen und auch das letzte Bisschen Öl und Gas aus dem Boden brechen wollen. Fracking, so wird nun diskutiert, soll auch in Deutschland zur Anwendung kommen, ungeachtet der extremen Schäden, die dadurch angerichtet werden.

Fazit

Die Fixierung auf den Klimawandel sorgt also in beiden Lagern dafür, dass die Umwelt leidet.

Diejenigen, die sich dem Kampf gegen den Klimawandel verschrieben haben, forcieren mit Vorliebe umweltschädliche Techniken; diejenigen, die daran zu Recht Kritik üben, wollen lieber den zerstörerischen Raubtierkapitalismus der letzten Jahrzehnte beibehalten und blenden die Umwelt vollkommen aus, erklären sich allenfalls noch bereit, ein paar Blumenstreifen anzulegen.

Damit jedoch ist der Umwelt in keiner Hinsicht geholfen.

Es wäre an der Zeit, zu einer vernünftigen, tatsachenorientierten und nicht von Ideologie getriebenen Thematisierung dieses für die Menschheit sehr ernsten Themas zu finden. Dabei könnte man auch die wahren Ursachen für die Umweltzerstörung angehen — den Industriekapitalismus, den Zwang zur Lohnarbeit und damit zur fortgesetzten Produktion nutzloser Dinge, den Konsumwahn der westlichen Welt, der letztlich auf tiefe Traumatisierungen hindeutet, und das Geld an sich, das für ein Leben notwendig sein soll. Denn anstatt weiter Symptombehandlungen durchzuführen, die, wie bei jeder ernsten Erkrankung, nur zu immer neuen Symptomen führen, müssen wir uns den wahren Ursachen widmen, wollen wir Mensch und Natur auf Dauer heilen.


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