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Respektlosigkeit gegenüber dem Leben

Respektlosigkeit gegenüber dem Leben

Der Wunsch, den Menschen genetisch zu veredeln, hat eine jahrhundertelange Tradition, die sich mit den heutigen Erscheinungsformen des Transhumanismus zuspitzt.

Wilfried Schmitz: Zunächst vielen Dank, dass Sie unsere Fragen zu Ihrem Buch „Evolution, Eugenik und Transhumanismus“ beantworten möchten, das jetzt ja auch in englischer Sprache erschienen ist. Was war für Sie der unmittelbare Anlass, dieses Buch zu schreiben?

Eric Markhoff: Der Themenkomplex „Natur und Leben“ hat mich schon immer begeistert. Bis zu meinem Rausschmiss wegen Coronamaßnahmen-Kritik habe ich im modernen Wissenschaftsbetrieb gearbeitet und eigentlich immer die Wissenschaftler des 18. und 19. Jahrhunderts um ihren universellen Ansatz beneidet. Man denke nur an die Arbeiten der Naturforscher des 19. Jahrhunderts wie Humboldt oder Darwin und vergleiche sie mit den Arbeiten von Wissenschaftlern, die heutzutage als Geistesgrößen gelten. Seit 2013 war ich beruflich in leitender Funktion in Biosicherheits-Trainingsprogramme involviert, bei denen ich die Gefahr für uns Menschen und die Menschlichkeit, welche von neuen Biotechnologien ausgeht, thematisiert habe und auch in die Gesamtprogramme einfließen lassen wollte.

Ich wollte also den Transhumanismus als Biosicherheitsrisiko thematisieren. Das ist mir nicht gelungen. Das Thema wurde immer wieder abgeblockt, meist mit dem Argument, wir müssten in den Programmen einen Fokus wahren und sollten uns insbesondere der Gefahr des Bioterrorismus widmen. Inzwischen muss ich erkennen, dass die Programme selbst wohl nur Teil der Vorbereitung des COVID-19-Komplexes waren, ich also für die nur ein nützlicher Idiot war. Zu den Vorbereitungen empfehle ich Paul Schreyers „Chronik einer angekündigten Krise“. Nach meinem Rausschmiss hatte ich dann Zeit, das bereits begonnene Buch „Evolution, Eugenik und Transhumanismus“ fertigzuschreiben und auch eine englische Fassung — „Evolution, Eugenics and Transhumanism“ — zu schreiben.

In Ihrem Buch holen Sie sehr weit aus, da Sie einleitend die gesamte Evolutionsgeschichte des Lebens und des Menschen darstellen und erst dann auch auf die hochaktuellen Themen der künstlichen Intelligenz eingehen. Offensichtlich war Ihr Ansatz also der, erst die Geschichte des Lebens darzulegen, damit Sie vor diesem Hintergrund dieses Verständnisses die Dimension des künstlichen Eingriffs in den „Plan des Lebens“ deutlich machen können?

Die Geschichte des Lebens ist ja auch viel länger als unser Rumgepfusche daran. Natürlich nimmt das Rumgepfusche am Leben im Medizinstudium mehr Platz ein als das Leben oder die Ehrfurcht vor dem Leben. Das ist wohl durchaus gewollt. Die moderne Medizin und die Pharmakologie sind sehr stark durch die Rockefeller‘schen Stiftungen in den Vereinigten Staaten zu Beginn des 20. Jahrhunderts geprägt. Rockefeller hatte als Öl-Magnat die Einzeleffekt-fokussierte Pharmakologie gefördert und damit universelle Blicke auf Leben und Wohlbefinden vom Tisch gefegt.

Die moderne Medizin hat einen extrem hohen Spezialisierungsgrad in Forschung, Wissenschaft und Entwicklung. Wer Professor werden will, soll immer mehr über immer weniger wissen — und weiß irgendwann alles über gar nichts. Die mit diesem Spezialisierungskult einhergehende Selektion von Wissenschaftlern in hohen Positionen hat dazu geführt, dass von den Wissenschaften so wenig Kritik am großen, monströsen Ganzen des Great Reset kommt.

Wir müssen also davon ausgehen, dass all die akademisch hochdekorierten nützlichen Idioten, die den globalen Unterdrückungskomplex am Laufen halten, gerade wegen ihrer Ignoranz für Großzusammenhänge in ihre Positionen gekommen sind. Um auf mein Buch zurückzukommen: Das transhumanistische Rumgepfusche am Leben ist ein — obgleich monströses — kleines Spezialgebiet im großen Ganzen, in der Geschichte des Lebens. So gesehen hätte man der Geschichte des Lebens noch viel mehr Platz einräumen müssen.

Was sind die zentralen theoretischen Ansätze und Konzepte der Eugenik?

Die Eugenik wendet Darwins Evolutionstheorie auf den Menschen an mit dem Ziel, die Menschen durch Höherzüchtung zu veredeln. Die natürliche Selektion Darwins besteht darin, dass Gene und die dazugehörigen Eigenschaften in einem Organismus, der sich fortpflanzt, über die Generationen bestehen bleiben, während solche, die in einem Organismus sind, der sich nicht fortpflanzt, verloren gehen. Darwin verdrängte damit ein anderes Konzept, das damals als Lamarckismus diskutiert wurde, nämlich die Weitergabe antrainierter Eigenschaften.

Zuchtprinzipien auf den Menschen angewandt bedeutet also die Begünstigung des Erhalts positiver Eigenschaften im Genpool über die Generationen und die Selektion von Menschen mit solch positiven Eigenschaften, mit der Hoffnung der Zucht herausragender menschlicher Individuen und der Höherzüchtung der menschlichen Rasse. In meinem Buch habe ich drei Strategien der Eugenik aufgeführt: die positiv selektierende Eugenik, die negativ selektierende Eugenik und, neu dazugekommen, die Eugenik durch gentechnische Optimierung des menschlichen Genoms.

Bei der positiv selektierenden Eugenik werden Individuen mit „fördernswerten“ genetischen Eigenschaften bei der Fortpflanzung gefördert. Die Lebensbornprogramme der Nazis sind hier ein Musterbeispiel, aber auch in die Familien- und Sozialpolitik können eugenische Ansätze eingebettet sein.

Die negativ selektierende Eugenik ist wohl die brutalste Ausprägung, da hier Individuen, deren Eigenschaften als schlecht angesehen werden, an der Fortpflanzung gehindert werden durch brutale Ermordung, Sterilisierung oder durch soziale Barrieren.

Durch Fortschritte in der Biotechnologie ist inzwischen auch noch die Eugenik durch gentechnische Modifikationen dazugekommen. Hierbei muss die Änderung allerdings in den Keimzellen erfolgen — Ei- oder Spermienzellen —, wenn sie an die Nachkommen weitergegeben werden soll.

Wenn man sich mit Eugenik und Transhumanismus auf Populationsebene beschäftigt, kommen demografische Faktoren ins Blickfeld. Was machen wir zum Beispiel, wenn das Konzept der Unsterblichkeit beziehungsweise der Lebensverlängerung biotechnologisch machbar wird? Wem stehen dann Eingriffe zu, die die Lebenszeit stark verlängern? Wenn Menschen plötzlich Hunderte von Jahren lebten und sich weiter fortpflanzten, käme es rasch zum Überbevölkerungskollaps. Sobald der Mensch in der Lage ist, die Lebenszeit stark zu verlängern, wird diese zu einer Ressource, um die Verteilungskämpfe ausbrechen.

Uns allen dürfte klar sein, dass Eugenik eine sehr rassistische Komponente haben kann, die in der Vergangenheit zum Tragen kam. Allerdings scheint die transhumanistische Bewegung eher von sozialen Gegensätzen getragen zu sein, wobei die Gefahr besteht, dass sich wenige Superreiche ihr Elysium schaffen wollen, und dies dann auf Kosten der großen Mehrheit der Menschheit geht.

Wann und durch wen hat aus Ihrer Sicht eine Art Fortschreibung der Evolutionstheorie zur Eugenik stattgefunden, und welche Vordenker waren nach Ihrer Einschätzung für diese Entwicklung verantwortlich?

Ich werde ein paar Personen nennen, weise aber darauf hin, dass Eugenik zu Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts keine kleine Seitenströmung weniger Köpfe, sondern wissenschaftlicher Mainstream war.

Der Begriff Eugenik wurde von Francis Galton geprägt, der die Verbesserung des Genpools als erstrebenswert ansah und deshalb in der englischen Gesellschaft die hohe Fertilität der Unterschicht verurteilte. Galton war ein sehr vielfältiger Wissenschaftler, und Eugenik war nur eine seiner Interessen. Das heutige Galton Institute ist die Nachfolgeorganisation der British Eugenics Society. In Amerika wäre Charles Davenport zu nennen, aus dessen Eugenik-Institut eines der berühmtesten und renommiertesten biologischen Forschungszentren der Welt, die Cold Spring Harbour Laboratories, wurde.

Margaret Sanger brachte Demografie, Feminismus und Eugenik zusammen und gründete die American Birth Control League.

„Brave New World“ von Aldous Huxley beschreibt eine Gesellschaft, die durch genetische Klassen — Alphas, Betas, Gammas, Deltas, Epsilons — geprägt ist, wobei die Zufriedenheit mit der eigenen Klasse genetisch mitverankert ist und durch klassenspezifische Indoktrinationsprogramme aufrechterhalten wird. Die Huxley-Familie hat aber noch mehr interessante Köpfe hervorgebracht: Aldous‘ Bruder Julian war der Mitbegründer der United Nations Educational, Scientific and Cultural Organisation, der UNESCO, ihr erster Generalsekretär und führendes Mitglied in der British Eugenics Society. Der Großvater der Huxley-Brüder, Thomas Henry Huxley, hatte den Spitznamen „Darwins Bulldogge“, da er als eingefleischter Agnostiker die Evolutionstheorie mit Vehemenz gegen Angriffe seitens religiöser Strömungen verteidigte.

Man muss sich vor Augen führen, dass die Anwendung der Evolutionstheorie auf den Menschen an sich nichts Verwerfliches ist, ja bei der Betrachtung der Menschwerdung notwendig ist; das habe ich ja in den entsprechenden Kapiteln meines Buches auch getan. Der Gedanke, den Menschen höherzüchten zu wollen, wie man es zum Beispiel mit Pferden oder Hunden macht, drängte sich im 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts geradezu auf, und kaum einer, der sich mit der Entwicklung des Lebens beschäftigte, konnte sich den Eugenik-Konzepten entziehen.

In Deutschland trug Ernst Haeckel zur Verbreitung von Darwins Evolutionstheorie, aber auch der Eugenik-Konzepte bei. Haeckel war Pazifist und und hätte die Angriffskriege Hitlerdeutschlands und die mörderische Rassenpolitik sicherlich nicht unterstützt. Da Haeckel 1919 starb, konnte er sich nicht gegen die Vereinnahmung durch die Nationalsozialisten wehren. Haeckels zoologische Werke mit seinen wunderbaren Handzeichnungen sind bewundernswert, und hätten ihn die Nazis nicht vereinnahmt, würden wir ihn vielleicht heute ähnlich verehren wie Alexander von Humboldt.

Aber, wie gesagt, die Eugenikbewegung war nicht das Werk einiger weniger Personen. Die Fortschreibung der Evolutionstheorie zur Eugenik lag gewissermaßen in der Luft und war wissenschaftlicher Mainstream.

Waren die Vordenker der Eugenik aus Ihrer Sicht letztlich nur die Erfüllungsgehilfen einer größeren politischen, wirtschaftlichen und/oder sonstigen Agenda? Wenn ja: Können Sie Personen oder Kräfte benennen, die diese Agenda ins Leben gerufen und gefördert haben?

Ich denke, Agenden entwickeln sich im Wechselspiel mit den realen gesellschaftlichen Entwicklungen, die natürlich auch wiederum von den Agenden mächtiger Akteure beeinflusst und gesteuert werden. Macht war und ist mit Reichtum assoziiert. Hinzu kommt aber auch das strategische Agieren bei Auseinandersetzungen um Macht. Wenn jemand gern und gut Klavier spielt, wird er ein guter Klavierspieler werden und viel Zeit am Klavier verbringen. Eine Person, die mit Leib und Seele nach Macht strebt, hat eine höhere Wahrscheinlichkeit, mächtiger zu werden, als ein Mensch, der mehrere Stunden am Tag Klavier spielt. Der Wille zur Macht begünstigt also den Aufstieg in Machtpositionen.

Man muss sich fragen, welche Verhaltensweisen Reichtum und Machtzuwachs einer Einzelperson begünstigen. Ich fürchte, dass dies eher Eigenschaften wie Skrupellosigkeit und Rücksichtslosigkeit sind als Altruismus und Empathie. Entsprechende Eigenschaften werden dann auch in mächtigen Clans und Netzwerken gefördert. Zudem geht es darum, Abhängigkeiten zu schaffen, zum Beispiel indem man als Plutokrat Politiker fördert, die einem auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind, beispielsweise indem sie erpressbar sind.

Wir haben es also mit einer Skrupellosigkeitsselektion der Mächtigen zu tun, die dazu geführt hat, dass die Welt in der Hand von Menschen mit entsprechenden Charaktereigenschaften liegt. Nun betrachte man genetische Eigenschaften als dazukommenden Machtfaktor, und man kann sich denken, dass mächtige Plutokratenclans auch eugenische Ziele zugunsten des eigenen Clans und der eigenen Kaste mitverfolgen.

Das atomisierte Einzelindividuum charakterisiert zwar die moderne westliche Gesellschaft, jedoch sind in den obersten Schichten der Superreichen wieder größere Familienverbände vorzufinden. Ich spreche also bewusst von Clans und nicht von Einzelpersonen, da die Weitergabe von Macht und Reichtum über die Generationen, das „Hochhalten der eigenen Blutlinie über die Zeit“, ein wichtiger Machtfaktor ist — man denke an die amerikanischen Geld- und Polit-Dynastien wie den Bush-Clan, den Clinton-Clan oder den Rockefeller-Clan. Auch können größere Gruppen, die über Familienbande zusammengehalten sind, synergistische Macht ausüben und sich gegenseitig bei Angriffen schützen.

Durch die Gründung der Federal Reserve (Fed, Zentralbanksystem der Vereinigten Staaten) 1913 war es einigen Bankenclans gelungen, eine Agenda durchzuziehen, die das wichtigste Machtinstrument, nämlich das Geld der Welt, unter wenigen Clans aufteilte. Namen wie J.P. Morgan, Rothschild, Warburg und Rockefeller sind hier zu nennen. Natürlich gibt es noch viele andere Plutokratenclans, die über internationale Netzwerke die Menschheit dominieren. Natürlich sind nicht alle reichen und einflussreichen Menschen skrupellos und schlecht. Ich denke, wir — das Volk — haben immer auch Fürsprecher unter den Reichen und Mächtigen. Gegen die Gründung der Fed stellten sich zum Beispiel Benjamin Guggenheim, Isidor Strauss und John Jacob Astor. Leider starben alle drei beim Untergang der Titanic.

Über Stiftungen wird Macht über die Menschheit ausgeübt, gleichzeitig werden Steuern gespart. Ein paar große Clan-Stiftungen kennen wir gut, zum Beispiel die Carnegie Foundation, Rockefeller Foundation, Bill and Melinda Gates Foundation oder die Clinton Foundation wären da zu nennen. Durch Public-Private-Partnerschaften greifen internationale Großkonzerne und die dahinterstehenden Plutokraten mehr und mehr Gelder ab, die eigentlich der Gesellschaft, dem Gemeingut dienen sollten.

Einige Stiftungen sind per se staatsnah angelegt, zum Beispiel der britische Wellcome Trust, dessen Gründer auch ein bekennender Eugeniker war und der traditionell mit dem Galton Institute — ehemals British Eugenics Society — verbandelt ist, mit dem World Economic Forum (WEF) zusammenarbeitet und eng mit AstraZeneca bei der COVID-19-Impfung kooperiert hat. Über Wellcome Leap haben sich der Wellcome Trust zu Obama-Zeiten und die amerikanische Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) zusammengetan und Ableger im Silicon Valley unter Einbeziehung von Tech-Konzernen wie Google und Facebook gegründet. Google wurde von der Central Intelligence Agency (CIA) unterstützt und Facebook von der DARPA selbst mitgestaltet.

Allerdings habe ich durch meine Sozialisation einen verengten Blick auf die Weltmacht USA und die westliche Welt. Welche mächtigen Clans, Konzerne und Pharmariesen zum Beispiel in China dominieren, weiß ich nicht. Da haben wir auch einen Informationsnachteil: Während China dafür gesorgt hat, dass sehr viele Chinesen Englisch können und in westlichen Ländern studieren und leben, gibt es im Westen wenige Menschen, die ähnlich in die chinesische Kultur eingetaucht sind.

Die eugenisch-rassistischen Bewegungen des Westens im 20. Jahrhundert haben wir voll im Blick, jedoch wissen wir wenig über eugenische und möglicherweise rassistische Tendenzen der kommenden Weltmacht China, nur dass die gezielte Ansiedelung von Han-Chinesen in manchen von anderen Ethnien bewohnten Regionen Chinas gezielt vorangetrieben wird.

Im 21. Jahrhundert zeichnen sich eugenische Trennlinien weniger zwischen Rassen oder Völkern ab, sondern zwischen den wenigen Superreichen und der großen Masse der Menschen.

Wie definieren Sie Transhumanismus?

Hier zitiere ich einfach mal den Investigativjournalisten James Corbett, der ein Interview mit der amerikanischen Investigativjournalistin Whitney Webb mit den folgenden Worten eingeleitet hat: „Biodigital convergence is just the old vine of transhumanism in a new bottle and transhumanism is just the old vine of eugenics in a new bottle“ (Biodigitale Konvergenz ist lediglich der alte Wein des Transhumanismus in einer neuen Flasche, und Transhumanismus ist lediglich der alte Wein der Eugenik in einer neuen Flasche).

Was ist aus Ihrer Sicht das letzte Ziel, das mit der Etablierung der künstlichen Intelligenz und dem transhumanistischen Bemühen, den Menschen mit dieser Technologie zu „verbinden“, verfolgt wird?

Tja, wenn ich das wüsste. Beim WEF 2018 in Davos hat der Philosoph Harari die Entwicklungen unter dem Blickpunkt der wirtschaftlichen Ausbeutbarkeit der Menschheit dargestellt, vielleicht kann ich das hier kurz wiedergeben: Demnach war früher Landbesitz das wichtigste Reichtum und Macht definierende Vermögen, für das die Arbeit von Menschen ausgebeutet wurde, um Reichtümer zu schaffen. In den letzten 200 Jahre kamen Maschinen dazu; ich würde auch noch Energierohstoffe erwähnen.

Nach Harari sind Daten der wichtigste Rohstoff des 21. Jahrhunderts, und zwar insbesondere Daten aus und über Menschen. Wem es also gelingt, die meisten und tiefsten Daten zu akquirieren, unter anderem durch „Einhacken“ in die Menschen, wird am meisten Reichtum und Macht erlangen. Im 20. Jahrhundert sei die Demokratie der Diktatur überlegen gewesen, da sie Informationen — Daten — effizienter über verteilte Distanzen verarbeitete.

Dies wandle sich jetzt, und die zentralisierte Datenverarbeitung und Kontrolle werde immer effizienter, weshalb Gesellschaften, die eine digitale Diktatur verwirklicht haben, die freiheitlich und demokratisch strukturierten Gesellschaften wirtschaftlich überflügeln würden. Eric Schmidt (Google, Alphabet), einer der Antreiber der künstlichen Intelligenzentwicklung und Beeinflusser nationaler Sicherheitsstrategien der USA, hält es deshalb für notwendig, dass die westlichen Gesellschaften zu Überwachungsgesellschaften umgebaut werden müssen, um wirtschaftlich nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Sie haben nach einem letzten Ziel der transhumanistischen Bemühungen gefragt. Die Evolution als Akkumulation stochastischer Prozesse über Jahrmillionen wird im evolutionsbiologischen Denken als nicht zielgerichtet angesehen. Dies kann sich nun aber tatsächlich ändern; wenn Menschen in unsere Biologie eingreifen, können diese erstmals Ziele setzen. Im 20. Jahrhundert hatten die meist national orientierten Eugeniker das Ziel, die eigene Rasse zu veredeln.

Welche Ziele die wenigen Superreichen haben, die Einfluss haben, kann man nur erahnen. Möglicherweise gibt es keine klaren Ziele, sondern immer nur Zwischenziele, die dann bei Netzwerktreffen in vage Ziel-Agenden gegossen werden, welche wiederum zu konkreten, machtorientierten, suppressiven operationellen Agenden werden, wie sie wir jetzt im COVID-19-Komplex erleiden müssen. Dieser ist wohl Bestandteil dessen, was in mehreren Formen als Agenda 2030 bezeichnet wird. Ein immer wieder auftauchendes Ziel scheint jedoch Bevölkerungskontrolle zu sein, qualitativ durch Überwachung und Steuerung, aber auch quantitativ. Bei den wenigen mächtigen Akteuren scheint auf individueller Ebene aber immer das Streben nach mehr Macht als permanentes Ziel zu bestehen.

Um dies nicht allzu entmutigend abzuschließen: Was auch immer die Agenda mit all den Zwischenzielen sein mag — dahinter steht nur eine winzig kleine Minderheit der Menschheit. Wir sind viel mehr und können diese Entwicklungen stoppen.

Sind Sie spirituell? Ich frage, weil viele Menschen in dieser transhumanistischen Agenda letztlich das Werk des Teufels erkennen, der diese Schöpfung entmenschlichen und zerstören will. Teilen Sie diese Wahrnehmung oder können Sie sie nachvollziehen?

Ich denke, dass ich mit der stattfindenden Entzauberung der zeitgenössischen Wissenschaft wesentlich offener für andere Zugänge zu geistigen Themen geworden bin. Spiritualität ist eine nicht gegenständliche Entität, die im Geiste entsteht. Wir müssen uns vor Augen führen, dass wir als Mensch ständig mit nicht realen Realitäten zu tun haben. Institutionen wie Geld, Staat oder Markennamen sind nicht gegenständliche Entitäten, die nur als Konzept real geworden sind, aber mehr Macht entfalten als gegenständliche Entitäten.

Die Frage, ob es einen Teufel als Wesen gibt, brauche ich also für mich gar nicht zu beantworten, denn als Konzept gibt es den Teufel, und dieses Konzept ist wohl tatsächlich hier am Wirken. Der Teufel ist also eine Realität. Ob eine reale oder nicht reale Realität ist dabei zweitrangig, zumal dieser Krieg zu einem Großteil auf spiritueller Ebene ausgetragen wird.

Welche Möglichkeiten hat die Menschheit, um sich dieser transhumanistischen Agenda zu widersetzen?

Die transhumanistische Agenda wird von einer winzig kleinen, aber leider sehr mächtigen Gruppierung getragen, Plutokraten mit ihren Clanstrukturen, Stiftungen und Erfüllungsgehilfen aus der Politik, den wenigen, die vom Transhumanismus profitieren würden, zum Beispiel indem sie viel länger leben könnten — was gleichzeitig bedeutet, dass sie auch Lebenszeit von uns allen für sich beanspruchen werden. Dass diese kleine Minderheit die gesamte Menschheit so massiv unterdrückt, ist kein neues Phänomen und wurde von Noam Chomsky als „Hume‘s Paradox“ bezeichnet: Machtsysteme scheinen viel stärker, als sie eigentlich sind.

Die De-facto-Macht liegt eigentlich in der Hand der Vielen, die der Macht Weniger unterworfen sind. Insbesondere in Staaten und Machtsystemen, die äußerlich Meinungsfreiheit gewähren, ist die Medien- und Meinungsindustrie von außerordentlicher Wichtigkeit: Wenn man den der Macht Unterworfenen zugesteht, frei ihre Meinung zu äußern, muss man dafür sorgen, dass das im Volk entstehende Meinungsspektrum im Interesse der Machthaber liegt. Die Aufgabe des Medienapparates liegt also darin, die „öffentliche Meinung“ so zu steuern, dass die Mehrheitsmeinung zu Disziplinierungsmechanismen führt, sodass Abweichler durch andere Menschen aus dem Volk bestraft werden, zum Beispiel durch Diffamierung und soziale Ächtung.

Im Jahr 2020 ist vielen der Macht Unterworfenen dieser Unterdrückungszustand bewusst geworden, da hat tatsächlich ein kollektives Erwachen stattgefunden. Natürlich ist es frustrierend zu sehen, wie viele Menschen immer noch den alten Unterdrückungsstrukturen trauen (wollen) und sich zum Beispiel einen Impfstoff injizieren lassen, der nachgewiesenermaßen mehr Gesundheitsschaden als Nutzen mit sich bringt. Viele dieser Menschen leben wohl noch in einer kognitiven Dissonanz. Sie könnten im Grunde schon sehen, dass sie einer ziemlich finsteren und bösen Macht unterworfen sind, wenn sie nur bereit wären, dies einzusehen.

Man spürt eine massive Erschütterung des Vertrauens in die Regierenden. Ich schreibe absichtlich „spürt“, da dieser Vertrauensverlust vielen gar nicht bewusst ist oder geradezu geleugnet wird. Sich einzugestehen, dass man sich im Grunde eben nicht den Herrschenden anvertrauen kann, erschüttert ein tiefes Urvertrauen, das in der menschlichen Evolution entstanden ist. Der Mensch hat eine jahrelange Abhängigkeitsphase, die Kindheit, in der das Vertrauen auf die elterliche Macht ein Überlebensvorteil ist. Ohne Autoritäten, denen wir vertrauen können/wollen, fühlen wir uns einsamer und verlorener. Dies wird von der Macht-Propaganda schamlos ausgenutzt — man denke an Framing-Wörter wie „Landesvater“ oder „Mutti“.

Vertrauen ist an sich kein schlechter Zug, kann aber leider missbraucht werden. Das weltweite Ausmaß von Machtmissbrauch wird heutzutage dank unabhängiger Jedermann-Medienportale ausgeleuchtet. Der Machtmissbrauch ist im Grunde leicht zu sehen. Der schwierigste Schritt scheint der vom „Sehen“ zum „Einsehen“ zu sein, unterbewusstes Leugnen des Gesehenen überwinden. Dieses Leugnen wird massiv von systemtreuen Medien gestützt.

Im Moment setzen die Machtmedien alles daran zu verhindern, dass die Menschen einsehen, was sie im Grunde schon gesehen haben. Mir scheint aber, dass auf der anderen Seite allmählich auch Panik herrscht. Die unabhängige Medienlandschaft ist inzwischen so weit verbreitet, dass die Mächtigen diese auf lange Sicht nicht eindämmen können. Die Paste ist aus der Tube.

Wo sehen Sie die Welt in 10 bis 20 Jahren? Was wird sich nach Ihrer Überzeugung durchsetzen? Die Kräfte, die das Leben schützen wollen, oder die Kräfte, die das Leben mit der Technik „transformieren“ wollen?

Ich bin weiterhin verhalten optimistisch, warne aber davor, die Bedrohlichkeit der Situation zu negieren. Es hat aber den Anschein, dass einige Dinge von der anderen Seite immer hektischer durchgedrückt werden, und man bekommt den Eindruck, dass hier Schritte eingeführt werden, für die die Bevölkerung noch nicht weit genug weichgekocht war. Ich habe den Eindruck, dass hier Dinge in wesentlich kürzerer Zeit passieren als von der anderen Seite geplant.

Die nächste Zeit könnte entscheidend sein. Wenn es gelingt, das Corona-Kartenhaus zum Einsturz zu bringen, wackelt auch die Festung der uns unterdrückenden Plutokraten und deren Organisationen, zum Beispiel World Economic Forum, International Monetary Fund, Worldbank et cetera. Entscheidend ist es, die Globalisierung der Macht auszubremsen: Politische Entscheidungen müssen künftig wieder auf der niedrigstmöglichen Organisationsebene getroffen werden. Da, wo Koordination notwendig ist, wird diese ja durchaus weiterbestehen, zum Beispiel bei Industrienormen, und auch die Völkerverständigung hängt nicht von globalen Machtorganisationen ab, sondern wird wahrscheinlich sogar erleichtert, wenn Mobilität als Recht und nicht als Zwang im Vordergrund steht.

Obgleich ich hoffe, dass das Kartenhaus noch vor dem Winter zusammenbricht, bereite ich mich selbst auf einen schwierigen Winter vor. Die nächsten zwei bis drei Jahre könnten noch einmal hart werden. Wir wissen noch nicht, welche gesundheitlichen Langzeitschäden durch die COVID-Impfungen hervorgerufen werden, müssen aber mit erheblichen Gesundheitsschäden, zum Beispiel durch thromboembolische Ereignisse und Gefäßentzündungen, rechnen. Inwiefern irreversible Modifikationen der geimpften Menschen hinsichtlich ihres Menschseins eingetreten sind, überlasse ich den Spekulationen des Lesers. Aber schon jetzt ist auch ohne pharmakologische Erwägungen sichtbar, dass erhebliche Zerstörungen der individuellen und kollektiven Psyche angerichtet wurden.

Die Spalte-und-herrsche-Politik des Berliner Regimes wird im Herbst noch einmal eskaliert werden. Die werden versuchen, Geimpfte und Ungeimpfte aufeinanderzuhetzen und Ungeimpfte für alles mögliche Unheil — insbesondere vom Regime angerichtetes Unheil — zum Sündenbock deklarieren. Zudem wird man versuchen, Streit darüber zu entfachen, was Ungeimpfte und Geimpfte dürfen.

Die Frage ist aber nicht, was wir dürfen, sondern was wir mit uns machen lassen — danke, Nena. Dieser Satz zeugt von einem großen Geist.

Wir bedanken uns ganz herzlich für Ihre Antworten und das Interview und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Aufklärungsarbeit.



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