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Eine perverse Koalition

Eine perverse Koalition

Ukrainische Erben des Antisemiten Stepan Bandera und jüdischstämmige US-Neocons führen einen gemeinsamen Kreuzzug gegen Russland. Teil 1/2.

Am 29. Juni 2023 sorgte die angesehene Universität Stanford in Kalifornien für eine beeindruckende Symbolik: Sie empfing erneut Mitglieder des neonazistischen ukrainischen Bataillons „Asow“. Und diesmal war bei der Veranstaltung kein geringerer als der einflussreiche US-Politikwissenschaftler Francis Fukuyama anwesend. Er war nicht zufällig dort, sondern dankte herzlich einem Mitglied von Asow „für seinen Dienst und sein Heldentum während des Kampfes um Mariupol“ und brachte damit seine „Unterstützung für die Ukraine auf ihrem sicheren Weg zum Sieg zum Ausdruck“ (1).

Berühmt ist Fukuyama deshalb, weil er 1992 den endgültigen Sieg von Kapitalismus und liberaler Demokratie und damit ― fälschlicherweise ― das „Ende der Geschichte“ postuliert hatte. Das bedeute nicht, so Fukuyama damals, dass dann „keine großen Ereignisse mehr stattfinden, aber dass es keinen weiteren Fortschritt in der Entwicklung grundlegender Prinzipien und Institutionen mehr geben würde, da alle wirklich großen Fragen endgültig geklärt wären.“ Die Universalisierung der westlichen liberalen Demokratie sah Fukuyama „als letzte Form menschlicher Herrschaft“ (2).

In den 1990er-Jahren profilierte sich der liberale Fukuyama als überzeugter Neokonservativer, also als Mitglied der amerikanischen militaristischen Falken. Er war Mitglied der mittlerweile berüchtigten Denkfabrik „Project for a New American Century“, die sich offen für die globale Hegemonie der USA einsetzte. Er unterstützte öffentlich den gewaltsamen Sturz Saddam Husseins nach dem Anschlag auf die Türme des World Trade Centers am 11. September, obwohl es keinerlei Beweise dafür gab, dass der irakische Machthaber etwas damit zu tun hatte.

Später, nachdem der Irak zerstört und Saddam gehängt worden war, distanzierte sich Fukuyama öffentlich von den Neokonservativen und  forderte unter anderem die „Entmilitarisierung“ des amerikanischen „Kriegs gegen den Terror“. Allerdings singt derselbe Mann heute im Chor derer, die die Ukraine gegen Russland unterstützen, also den Traum aller neokonservativen Träume ― die nachhaltige Schwächung Russlands ― und plädiert gleichzeitig für eine weitere Militarisierung, also gegen Friedensverhandlungen, bis die Ukraine militärisch Erfolg hat.

Diese Positionierung zeigt sehr anschaulich die Widersprüche in der herrschenden Ideologie.

Denn Fukuyama hatte Joe Biden unterstützt ― wegen des „Rassismus“ von Donald Trump. Er hat aber kein Problem damit, ukrainische Neonazis zu hofieren.

Fukuyama ist damit ein erstklassiges Beispiel für die Medienintellektuellen des westlichen Regimes, die sich perfekt mit dem „Doppeldenk“ und dem „Neusprech“ aus George Orwells „1984“ auskennen (3).

OUN und SS-Division Galizien

Die OUN wurde 1929 in Wien gegründet. Das Ziel der nationalistischen Organisation war die Unabhängigkeit der Ukraine. Noch im selben Jahr begann die OUN mit dem bewaffneten Kampf gegen den polnischen Staat, der damals über die Westukraine herrschte. Dabei erhielt sie Unterstützung von der deutschen Reichswehr und von Litauen. Es wurden Anschläge auf staatliche Funktionäre, Brandschatzungen und Gleisdemontagen durchgeführt, was im Herbst 1930 zu massiven militärischen Gegenschlägen des polnischen Staates führte.

Durch Zulauf von jungen Ukrainern versuchte die OUN weiter, den polnischen Staat zu destabilisieren, und intensivierte ihre Guerillatätigkeit in Polen. Ein Bauernaufstand im Kreis Lesko wurde von 4.000 polnischen Soldaten und Polizisten mithilfe der Luftwaffe niedergeschlagen. Die OUN ließ Mordanschläge auf polnische Politiker, etwa 1934 auf den Innenminister Bronisław Pieracki, verüben, aber auch auf mit Polen kooperationswillige Ukrainer. Daraufhin wurde der Druck des polnischen Staates auf die Ukrainer weiter verstärkt und mehr als 90 orthodoxe Kirchen wurden zerstört.

Die OUN hatte zwischenzeitlich ihre Kontakte zur deutschen Reichswehr und zum deutschen Geheimdienst ausgebaut. Ab 1938 fuhr die OUN unter ihrem neuen Vorsitzenden Andrij Melnyk einen stark an Nazi-Deutschland orientierten Kurs. Die OUN sah den NS-Überfall auf Polen als Anfang einer Befreiung durch die Deutschen. Auf einem Kongress 1940 in Krakau spalteten sie sich allerdings in „Melnykisten“ (OUN-M), meist ältere Emigranten, und „Banderisten“ (OUN-B), meist jüngere Anhänger Stepan Banderas mit Erfahrung im Untergrundkampf (4).

Die Wehrmacht formierte 1940 in den besetzten polnischen Gebieten aus OUN-B-Angehörigen das „Bataillon Nachtigall“ und das „Bataillon Roland“, die beide beim Einmarsch in die Ukraine während des Russlandfeldzuges eingesetzt wurden. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Lemberg (Lwiw) am 30. Juni 1941 übernahmen von der OUN-B aufgestellte Milizen teilweise die Polizeigewalt.

Dort wurden die Pogrome gegen die jüdischen Einwohner der Stadt im Wesentlichen von Angehörigen des Bataillons „Nachtigall“ durchgeführt. Bei diesen Ausschreitungen hielten sich deutsche Soldaten weitgehend heraus. Aber die Wehrmacht unterband die öffentliche Hetzjagd auch nicht: Ein Befehl verbat jede Anwendung von Waffengewalt gegen ukrainische Milizionäre (5).

Leon W. Wells, ein überlebender Jude der Pogrome in Lemberg, schreibt in seinem Bericht „Ein Sohn Hiobs“ über Banderas OUN: „Vor den Banderowcy fürchteten sich die Juden noch mehr als vor den SS-Leuten, denn die ortsansässigen Ukrainer erkannten einen Juden viel leichter als die Deutschen“ (6).

Die deutschen Einheiten wurden bei ihrem Überfall auf die Sowjetunion in der Westukraine insgesamt von großen Teilen der Bevölkerung begeistert empfangen. Besondere Huldigungen erfuhr das Bataillon „Nachtigall“, das als „Stepan Bandera Bataillon“ gefeiert und nicht nur mit Blumen, sondern auch mit Kniefällen und Gebeten empfangen wurde.

„Erschlagt die Juden und die Kommunisten!“ wurde an Anschlagbrettern und Gebäudewänden großformatig von Westukrainern gefordert. „Lang lebe Stepan Bandera, lang lebe Adolf Hitler!“, skandierten riesige Massen von Westukrainern beim deutschen Einmarsch.

Nur die wenigsten Westukrainer mussten von den Nazis motiviert werden, die meisten waren Antisemiten, lange bevor die Deutschen kamen. Westukrainer nahmen begeistert an dem Krieg gegen die Juden teil. Dies entsprach einer vom „zweiten großen Kongress der Bandera-OUN“ im April 1941 in Krakau angenommenen Resolution, welche die Juden als die „zuverlässigste Stütze des sowjetischen Regimes und als die Vorreiter des Moskauer Imperialismus in der Ukraine“ bezeichnete (7).

Stepan Bandera selbst arbeitete unter dem Decknamen Konsul II für den deutschen Geheimdienst, er hatte das Säuberungsbataillon „Nachtigall“ aufgestellt und war verantwortlich für die Ermordung von Hunderttausenden Juden, Polen und Russen. In Ostgalizien beispielsweise fanden die Mordexzesse in der Frühphase der Besetzung laut Saul Friedländer „ohne erkennbare deutsche Beteiligung“ statt.

Neben der OUN-B wütete auch die westukrainische „SS-Division Galizien“, die sich stark aus Mitgliedern der OUN-M rekrutierte, weshalb die jüdische Gemeinde Galiziens, also mehr als 540.000 Menschen, fast vollständig ausgelöscht wurde. Die meisten westukrainischen Juden wurden, laut Klaus Kellmann, nicht verschleppt oder deportiert, sondern bei Massenerschießungen auf freiem Feld oder neben der eigenen Haustür ermordet, oft von Menschen, die sie ihr Leben lang gekannt hatten (8).

Die OUN wollte eine ethnisch reine Ukraine, ohne Juden, ohne Polen und ohne Russen. Die Massenmorde an den Juden waren für die OUN ein wichtiger Schritt zur „Säuberung“ der Nation. „Die Juden werden wir abschlachten, die Polen erdrosseln, aber die Ukraine müssen wir erkämpfen“, war ein populäres Lied der OUN (9).

Das Ausmaß der westukrainischen Kollaboration belegt der Massenmord an den Kiewer Juden. Über der berüchtigten Schlucht von Babyn Jar, in der Nähe von Kiew, hing während des gigantischen Massakers ein riesiges Transparent, auf dem in ukrainischer Sprache „Wir erfüllen Willen des ukrainischen Volkes“ stand. Zehn Tage lang erschossen zwei Bataillone ukrainischer Polizisten, eine Militäreinheit der OUN-B sowie Wehrmacht und deutscher Sicherheitsdienst ab dem 29. September 1941 in endlosen Salven 33.771 Menschen (9). Das Morden soll den Wehrmachtssoldaten psychisch so zugesetzt haben, dass diese Belastung auf der Wannseekonferenz als Argument für die Einrichtung von Gaskammern vorgebracht wurde. Dabei waren von den insgesamt 1.500 Exekutoren etwa 1.200 Ukrainer und 300 Deutsche.

Später gab es Differenzen zwischen den Nazi-Besatzern und OUN ― um die Frage der Errichtung eines eigenen Staates nach dem Vorbild von Ustascha-Kroatien, wofür es von der Wehrmacht Sympathien gab, was aber von Adolf Hitler und Heinrich Himmler kategorisch abgelehnt wurde. Einige OUN-Führer wurden zeitweilig ― unter privilegierten Bedingungen ― inhaftiert. Anders als die SS-Division Galizien agierten die OUN und ihre militärische Formationen „Ukrainische Aufständische Armee“ (UPA) teilweise eigenständig.

Dennoch richtete sich ihr Kampf weiterhin vor allem gegen die sowjetische Armee sowie gegen jüdische, polnische und russische Zivilisten. Sie waren damit weiterhin Helfer der NS-Besatzer und ihrer Vernichtungspolitik. Stepan Bandera, Andrij Melnyk und ihre faschistische und antisemitische OUN waren verantwortlich für die Ermordung von Hunderttausenden Juden, Polen und Russen. 84.000 Westukrainer hatten sich für den Dienst in der SS gemeldet, bis zu 200.000 weitere mordeten in den Kollaborationsverbänden von OUN/UPA (10).

Bis Juni 1941 lebten auf dem Gebiet der heutigen Ukraine etwa 2,7 Millionen Juden, 1,6 Millionen von ihnen wurden von den deutschen Besatzern und ihren ukrainischen Verbündeten umgebracht.

Rund 100.000 Juden überlebten im Untergrund in den Wäldern und bei den Partisanen. Für rund 900.000 Juden, vor allem aus der Ostukraine, schuf der Widerstand der Roten Armee im Sommer und Herbst 1941 die Möglichkeit zur Flucht ins Innere der Sowjetunion. Ukrainische Hilfspolizisten der Wehrmacht und Verbände der OUN exekutierten aber noch im Frühjahr 1944 in die Wälder geflüchtete Juden (11).

Maidanregime und Asow-Bataillon

Während in Deutschland und Österreich jeder Kritiker der aktuellen Einwanderungspolitik oder des Coronaregimes schnell mal aufgeregt als „Nazi“ diffamiert und selbst Kritik an (dem nicht jüdischstämmigen) Bill Gates als antisemitisch punziert wird, sieht das globalistische Establishment über den Kult um Stepan Bandera und sogar über Nazi-Mörderbanden in der Ukraine großzügig hinweg ― dient das doch den aktuellen Interessen von USA, NATO und Globalisten.

Dieses Hinwegsehen über die Benutzung echter Nazis für deren Ziele demonstriert eindrücklich, wie instrumentell und vorgeschoben für die EU-Regierungen und die westlichen Regimemedien „Antifaschismus“ und die Ablehnung von Antisemitismus in Wahrheit sind.

In der Ukraine wurde 2013-14 die gewählte Regierung durch gewaltsame Proteste am Kiewer Maidan hinweggeputscht. Die radikalsten und entscheidendsten Kräfte waren rechtsextreme Verbände, nämlich die rechtsextreme Partei Swoboda und die Schläger des sogenannten Rechten Sektors, beides Kräfte in der Tradition der ukrainischen NS-Kollaborateure. Hier handelte es sich um echte Nazis, sowohl von ihrer Ideologie her als auch in ihrer gewaltsamen Praxis des Terrors. Dennoch wurden diese Kräfte, die schon Monate zuvor in Wäldern militärisch trainiert hatten, bereits über Jahre von den USA protegiert, dennoch der von Nazis dominierte Maidanputsch vom Westen unterstützt. Dennoch mischten sich unter die Nazi-Schläger am Maidan die US-Vizeaußenministerin Victoria Nuland und andere westliche Politiker.

Als im Südosten der Ukraine die überwiegend russischsprachige Bevölkerung gegen den nationalistischen Putsch auf die Straße ging, waren es führend rechtsextreme Verbände, die Städte wie Mariupol, Slawiansk-Kramatorsk oder Charkow gewaltsam wieder unter Kontrolle des Regimes in Kiew brachten. Und der Rechte Sektor mobilisierte seine faschistischen Schläger nach Odessa, überfiel dort am 2. Mai 2014 eine Anti-Maidan-Kundgebung und zündete schließlich das Gewerkschaftshaus an, in das sich die Anti-Maidan-Aktivisten geflüchtet hatten; 42 Menschen verbrannten im Haus, weitere wurden bei Fluchtversuchen von den ukrainischen Faschisten gelyncht. Juri Odartschenko, der nach dem Massaker neu ernannte Gouverneur von Cherson, nannte Hitler in einer öffentlichen Ansprache gar einen Befreier. In den westlichen Medien wurde das Geschehen verschwiegen oder bagatellisiert, unterstützte doch der EU-Imperialismus die ukrainischen Nationalisten gegen Russland (12).

Nachdem das vorher schon nationalistische Gruppierungen getan hatten, beteiligte sich 2014 auch die damalige Regierungspartei Swoboda in Lemberg an einem Aufmarsch zur Feier des 71. Jahrestages der Gründung der SS-Division Galizien. In den Städten Iwano-Frankiwsk und Ternopil wurde jeweils eine Straße nach der Division benannt. Fans des westukrainischen Fußballclubs Karpaty Lwiw verwendeten ein Banner mit dem Abzeichen der ukrainischen SSler. In Tscherwone in der Westukraine gab es eine Gedenkandacht für gefallenen Soldaten der SS-Division, an der Vertreter der staatlichen Gebietsverwaltung teilnahmen und bei der Statisten und Veteranen Uniformen der Division trugen.

Auch im folgenden Bürgerkrieg in der Ostukraine spielten die faschistischen Mörderbanden des Rechten Sektors eine wesentliche Rolle in den sogenannten Freiwilligenbataillonen Asow, Ajdar und so weiter. Asow etwa wurde unter dem Kommando des bekannten Neonazis Andriy Biletsky gebildet. Dieser hatte erklärt, dass die Mission der Ukraine darin bestehe, „die weißen Rassen der Welt im letzten Kreuzzug anzuführen (…) gegen die von den Semiten geführten Untermenschen“.

Asows Weltanschauung wird vom „Center for International Security and Cooperation“ derselben Stanford-Universität, bei der sie kürzlich zu Gast waren, so beschrieben: „Asow und im weiteren Sinne die ukrainische Rechtsextreme verbinden klassische rechte Themen, darunter Antisemitismus, Ethnozentrismus, Homophobie und Rassismus, mit populistischeren Wirtschaftsideen und plädieren für eine größere Rolle des Staates in der Gesellschaft.“ Die Asowier sind also geschworene Feinde von Fukuyamas „kapitalistischer liberaler Demokratie“.

Asow greift auf Symbole zurück, die bereits die SS verwendete, zahlreiche ihrer Kämpfer haben Hakenkreuze und andere NS-Symbole tätowiert. Die ukrainischen Militärs und diese nazistischen Bataillone, in denen NS-Sympathien teilweise ganz offen zur Schau getragen wurden, wurden mit Waffen aus der EU und den USA aufgerüstet und von polnischen, britischen, deutschen und US-Beratern instruiert.

Wenn westliche Mainstreammedien diese Dinge nicht völlig verschweigen, wird meistens gesagt, dass es ein paar Nazis doch in jeder Gesellschaft gäbe und diese NS-Bezüge in der ukrainischen Bevölkerung keineswegs mehrheitsfähig seien, was schwache Wahlergebnisse für diese Parteien gezeigt hätten.

Während das für manche Regionen der Westukraine nicht so sicher sein dürfte, gilt Letzteres sicherlich für die Ukraine insgesamt ― wenn man nämlich die russischsprachige Südostukraine miteinbezieht. Der entscheidende Unterschied zu anderen Ländern besteht allerdings darin, dass das Maidanregime die Nazi-Kräfte unterstützt und ihre militärischen Formationen finanziert und ausrüstet. Der Einfluss der offenen NS-Nachfolger in Staat und Regime ist weit größer als ihr Prozentanteil in der Bevölkerung.

Das Regime in Kiew bezieht sich insgesamt nicht positiv auf die SS-Division Galizien und den Nazismus. Sein Frontmann ist, wie vom westlichen Mainstream stets zur Vertuschung des NS-Einflusses in der Ukraine vorgebracht, sogar jüdischer Herkunft. Und die Asow-Nazis sind letztlich nützliche Idioten und Kanonenfutter für den Vormarsch von NATO und Globalisten gegen Russland. Aber das macht die Sache kaum besser.

Die Asow-Verbände unterstehen dem Innenministerium, das ukrainische Regime befehligt also ganz offen Nazi-Einheiten.

Asow wurde sogar zuerst mit der Besatzung und dann mit der Verteidigung der strategisch wichtigen Stadt Mariupol beauftragt. Für ihre Drecksarbeit gegen die Bevölkerung des Donbass erhielten Asow-Kämpfer das doppelte Gehalt eines regulären Soldaten.

Wolodymyr Selenskyj selbst hat sich, etwa bei einer Liveschaltung im griechischen Parlament im April 2022, positiv auf Asow bezogen und diese Leute als Helden hingestellt (13). Und im Juli 2023 hat er stolz und demonstrativ Asow-Kommandeure aus der Türkei zurückgebracht. Durch solche Huldigungen steigt das Prestige dieser Nazis in den nationalistischen Teilen der ukrainischen Gesellschaft immer weiter an. Und vor allem ist Asow nur die Spitze des rechtsextremen Eisberges in der Ukraine, unter der Wasseroberfläche befindet sich die weitverbreitete Verehrung des NS-Kollaborateurs Bandera.

Überall in der Ukraine werden Denkmäler für die sowjetischen Soldaten abgerissen und stattdessen solche für den antisemitischen Massenmörder Stepan Bandera aufgestellt. Schon vor Kriegsbeginn gab es in der Westukraine 40 überdimensionale Denkmäler für ihn, sechs ihm gewidmete Museen. Vom Maidan-Putschregime wird Bandera wie ein Nationalheiliger verehrt, der mit Briefmarken, Gedenktagen und Feiertagen geehrt wird. Hunderte Straßen wurden nach ihm benannt ― darunter eine Hauptstraße in Kiew.

In der Rada, dem ukrainischen Parlament, wurde bereits 2018 Banderas Geburtstag pompös gefeiert.

Andrij Melnyk, von Januar 2015 bis Oktober 2022 ukrainischer Botschafter in Deutschland, nicht verwandt mit dem OUN-M-Führer, hatte unmittelbar nach seinem Amtsantritt Blumen am Grab Banderas in München niedergelegt und trat auch sonst als Verehrer des NS-Kollaborateurs auf und bestritt dessen Verantwortung für die Massaker (14).

Und der russischsprachig aufgewachsene Selenskyj, der mit dem Versprechen einer Friedenslösung gewählt wurde und dann an der Eskalation des Krieges mitwirkte, dem Kokainsucht und eine Explosion seines Privatvermögens nachgesagt werden (15), verkündete im April 2019: „Es gibt unbestreitbare Helden, Stepan Bandera ist ein Held für einen bestimmten Teil der Ukrainer, und das ist eine normale und coole Sache. Er war einer von denen, die die Freiheit der Ukraine verteidigt haben“ (16).

In Teil 2 geht es einerseits um die Wurzeln der US-Neocons im Milieu linker Juden osteuropäischer Abstammung und ihre Entwicklung zu einer einflussreichen Bewegung von Scharfmachern der globalen US-Vorherrschaft, andererseits um die Einschätzung dieser politischen Strömung und ihrer Motive, insbesondere bezüglich der Ukraine.


Quellen und Anmerkungen:

(1) Aleksandar Pavić: https://srbin.info/pocetna/aktuelno/sad-je-stvarno-kraj-istorije-fukujama-i-azovski-bataljon-na-istom-zadatku/
(2) Francis Fukuyama: Das Ende der Geschichte, München 1992.
(3) Aleksandar Pavić: https://srbin.info/pocetna/aktuelno/sad-je-stvarno-kraj-istorije-fukujama-i-azovski-bataljon-na-istom-zadatku/
(4) https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_Ukrainischer_Nationalisten
(5) Kai Struve: Deutsche Herrschaft, ukrainischer Nationalismus, antijüdische Gewalt. Der Sommer 1941 in der Westukraine. De Gruyter, Berlin 2015.
(6) Leon W. Wells: Ein Sohn Hiobs. Carl Hanser Verlag, München 1979.
(7) Manfred Breitenberger: https://www.fischundfleisch.com/manfred-breitenberger/warum-israel-keine-waffen-an-die-ukraine-liefert-80291
(8) Klaus Kellmann: Dimensionen der Mittäterschaft, Die europäische Kollaboration mit dem Dritten Reich. Böhlau Verlag, Wien 2019.
(9) Manfred Breitenberger: https://www.fischundfleisch.com/manfred-breitenberger/warum-israel-keine-waffen-an-die-ukraine-liefert-80291
(10) Eric Angerer: https://www.manova.news/artikel/der-deutsch-sowjetische-krieg
(11) Manfred Breitenberger: https://www.fischundfleisch.com/manfred-breitenberger/warum-israel-keine-waffen-an-die-ukraine-liefert-80291
(12) Eric Angerer: https://www.manova.news/artikel/die-ukrainische-vorgeschichte
(13) https://www.telepolis.de/features/Selenskyj-schleust-Rechtsextremisten-ins-griechische-Parlament-6666611.html?seite=all
(14) https://www.zdf.de/nachrichten/politik/melnyk-bandera-interview-botschafter-ukraine-100.html
(15) Siehe zur dubiosen Rolle von Selenskyj das sehenswerte Video von Scott Ritter: https://youtu.be/HLeBb6hPUC8 oder über https://www.scottritterextra.com/
(16) https://www.rbc.ua/rus/news/vladimir-zelenskiy-nam-vygodno-raspustit-1555546435.html


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