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Halluzinierter Hass

Halluzinierter Hass

Aktivisten, Politiker und Medien betonen einen angeblichen Frauenhass aber beantworten ihn mit der Abwertung von Männern.

Vor einiger Zeit habe ich den Barbie-Film gesehen. Ich weiß, ich bin damit etwa drei Jahre zu spät dran, denn der Film kam bereits 2023 in die Kinos und feierte dort den wohl bis dahin größten Erfolg der Kinogeschichte. Zufällig kam er mir nun unter, und da ich nun, mit einigem Abstand, den enormen Hype um diesen Film verstehen wollte, schaute ich ihn mir an. Ich habe das 2023 bewusst nicht getan, weil ich schon aufgrund des enormen Wirbels zu wissen glaubte, dass der Film überbewertet und unterdurchschnittlich sei. Und was soll ich sagen? Ich hatte wohl recht. Eine sehr uninteressante Geschichte dümpelt die meiste Zeit vorhersehbar und überdreht vor sich hin, bis zu einem gänzlich unverständlichen Ende. Das einzig einigermaßen Außergewöhnliche ist wohl nur, dass die meisten Hauptfiguren ebenjene namensgebenden Spielzeugpuppen sind.

Da der Film 2023 in die Kinos kam, also noch während der Biden-Regierung in den USA und dem Ampelregime in Deutschland, verkörpert er, wie so viele Medienerzeugnisse in den vergangenen Jahren, „Peak Woke“, den Höhepunkt der woken Ideologie. Dementsprechend handelt es sich bei der Geschichte um nichts weiter als einen grotesk überdrehten Geschlechterkampf, in dessen Verlauf die bis dato eher an den Rand gedrängten Kens die Vorherrschaft über Barbieland erkämpfen können; die Kens werden dabei als primitive Egoisten dargestellt, die sich leicht manipulieren lassen. Der ganze Film strotzt nur so von typischen Narrativen, die uns seit Jahren aufgedrängt werden. Die Frau wird als unterdrücktes Wesen dargestellt, das sich um alles zu kümmern habe. Alles, was hier über Frauen gesagt wird, lässt sich zwar auch auf Männer übertragen, aber das sei an dieser Stelle einmal ignoriert.

Stattdessen ist mir eine zentrale Aussage im Kopf geblieben. An einer Stelle sagt eine der Protagonistinnen sinngemäß, die ganze Welt hasse Frauen. Ob Männer, ob Frauen, alle könnten sich zumindest darauf einigen, Frauen zu hassen. Diese Aussage ist vollkommen absurd, passt damit aber vielleicht in einen ohnehin absurden Film hinein. Und dennoch drückt sie etwas aus, das uns als Narrativ schon länger verkauft werden soll. Heerscharen selbst ernannter Feministinnen sprechen schon lange von einem grassierenden Frauenhass. Als Beweis führen sie etwa Gewalttaten gegen Frauen an — die es zweifellos gibt. Inflationär wird im Kontext von an Frauen begangenen Morden, von Femiziden gesprochen. Femizide seien ein großes Problem und müssten gestoppt werden, so die auch oft politisch erhobene Forderung aus den vorgeblich linken Kreisen, die während der inszenierten Corona-Pandemie kein Problem mit Zwangsbemaskung und Zwangsimpfung von Frauen hatten, diese sogar ausdrücklich forderten.

Jeder Mord an einer Frau wird heutzutage als Femizid bezeichnet. Und auch wenn dieser Ausdruck sachlich korrekt ist — Femizid bedeutet schlicht nichts anderes als Frauenmord —, so impliziert dieser Begriff doch eine größere Dimension. Anstatt dass eine Frau aus irgendwelchen Gründen ermordet wurde, legt der Begriff nahe, dass der Mord ausschließlich aus der Motivation heraus geschah, dass es sich bei dem Opfer um eine Frau handelte. Die Nähe zum Begriff „Genozid“ verstärkt diesen Effekt.

Hier wird gewissermaßen ein Genozid an Frauen suggeriert und als Tatmotiv einzig der Hass auf Frauen als solche. Wird umgekehrt ein Mann ermordet, spricht man hier schlicht von Mord, anstatt, wie man es ja auch tun könnte, von einem „Androzid“.

Die Wertigkeit der Opfer unterscheidet sich also offenbar nach Geschlecht.

Dies findet auch in der Politik mittlerweile Widerhall. Justizministerin Stefanie Hubig hat sich schon vor einigen Wochen dafür ausgesprochen, Femizide in die Mordparagrafen zu integrieren. Dazu sagte sie:

„Wer aus der Motivation heraus tötet, nur weil sie eine Frau ist, der soll dann, wenn alle anderen Einzelheiten passen, auch als Mörder verurteilt werden.“

Die Beweisführung dafür dürfte allerdings sehr schwierig werden und in den meisten Fällen ins Leere laufen. Und das nicht nur, weil die Motivation eines Täters ohnehin schwierig zu ermitteln ist. Ebenso spielt eine Rolle, dass das Motiv „Frauenhass“ wohl so gut wie nie vorkommt.

Der unterstellte Frauenhass in unserer Gesellschaft ist weitgehend eine Illusion. Bis auf wenige randständige Einzelgänger dürfte wohl niemand Frauen hassen, einfach weil sie Frauen sind. Natürlich kann man sich viele Gründe vorstellen, aus denen jemand eine andere Person hasst. Dieser Hass kann sich auch gegen Frauen richten. So könnte man sich etwa vorstellen, dass ein von seiner Frau oder Freundin verlassener Mann sich in seinem Selbstwert verletzt fühlt und diese Verletzung in Hass gegen diese Person ummünzt. Der Grund für den Hass ist dann aber nicht der simple Umstand, dass es sich bei der anderen Person um eine Frau handelt. Es geht dabei nicht um das Geschlecht, sondern um die spezielle Person und ihr Handeln.

Doch mittlerweile wird jede gegen Frauen gerichtete Straftat als Ausdruck eines weitverbreiteten Frauenhasses gedeutet. Dabei sprechen die Statistiken des Bundeskriminalamts (BKA) eine andere Sprache. Diese zeigen, dass statistisch mehr Männer Opfer von Morden werden als Frauen. Für 2024 weist die Statistik sogar einen Anstieg des Anteils männlicher Opfer gegenüber dem Vorjahr aus und damit ein Absinken des weiblichen Anteils an Mordopfern. Insgesamt waren 54 Prozent der Mordopfer 2024 männlich, 46 Prozent weiblich. Bei allen Gewaltdelikten dominieren Männer eindeutig unter den Opfern. Auch wenn man die Delikte auf alle gegen persönliche Rechtsgüter gerichtete Delikte erweitert — und damit etwa auch Freiheitsberaubungen oder Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung miteinbezieht —, machen Männer die Mehrheit der Opfer aus, 2025 etwa 58,5 Prozent. Wenn es um die Statistik geht, müsste man also von einem anwachsenden Männerhass sprechen.

Genau das tut aber niemand. Werden Straftaten gegen Männer begangen, handelt es sich einfach um Straftaten. Denn so etwas ist zu erwarten — Männer werden eben Opfer von Straftaten. Umgekehrt werden Frauen als Opfer immer gleich zu einer ganzen Opferkategorie stilisiert. Das legt noch etwas anderes nahe: Männer, in ihrer primitiven und gewalttätigen Ausprägung, neigen dazu, sich gegenseitig Gewalt anzutun und in Straftaten verwickelt zu werden, sei es als Opfer oder als Täter. Bei Frauen hingegen scheint diese natürliche Veranlagung nicht gegeben zu sein, und daher ist jedes weibliche Opfer viel mehr zu betrauern.

Aber auch was den Hass unterhalb der Kriminalitätsschwelle angeht, ist der Vorwurf, alle hassten Frauen, vollkommen absurd. Es dürfte so gut wie niemanden geben, der einen anderen Menschen einzig aufgrund seines Geschlechtes hasst — abgesehen vielleicht von einigen Genderaktivisten und selbst ernannten Feministen. Denn diese sind es, die dazu tendieren, Menschen, vor allem Männer, auf ihr Geschlecht zu reduzieren und ihnen nichts als Hass entgegenzubringen. Männer sind dann allein deshalb, weil sie Männer sind, problematisch. Sie seien privilegiert, vor allem wenn sie alt und weiß sind, und diese Privilegien müsse man ihnen nehmen, so die Logik in den betreffenden Kreisen. Gewissermaßen mischt sich hier also auch noch eine rassistische Komponente mit in den Hass.

„Nicht alle Männer, aber immer ein Mann“ singt auch Caroline Kebekus zusammen mit Lady Bitch Ray im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Das Lied mit dem Titel „Wut“ erhebt schwere Vorwürfe gegen Männer und stellt sie gewissermaßen unter Generalverdacht.

Der Tenor: Zwar sind nicht alle Männer Täter von Gewalt gegen Frauen, aber alle Täter sind Männer. Diese Aussage lässt sich im Angesicht von Kriminalstatistiken aber nicht halten. So sind von den verurteilten Gewalttätern zwar in der Tat etwa 82 Prozent Männer. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch: 18 Prozent sind eben Frauen. Entgegen der Propaganda fallen die Zahlen bei Partnerschaftsgewalt für Frauen noch etwas weniger günstig aus. Hier sind bis zu 80 Prozent der Täter Männer und damit mindestens 20 Prozent Frauen. Die Rate der weiblichen Täter ist hier also sogar geringfügig höher als bei den übrigen Gewaltdelikten.

Und auch wenn damit keine Straftaten relativiert oder verharmlost werden sollen und der Anteil der männlichen Täter immer noch stark überwiegt, so zeigen diese Zahlen doch, dass das Narrativ vom Frauenhass und Frauen als reinen Opfern überhaupt nicht der Wirklichkeit entspricht. Noch differenzierter wird das Bild, wenn man sich vor Augen führt, dass laut polizeilicher Kriminalitätsstatistik von 2024 etwa 43 Prozent der Gewalttäter einen Migrationshintergrund und keinen deutschen Pass haben. Das Gewaltproblem ist also zu einem nicht unerheblichen Anteil importiert. Und auch hier könnte man sagen: Der angebliche Frauenhass hat eine stark migrantische Komponente.

Die Ironie der Geschichte ist dabei, dass dieselben Aktivisten, die sich so gegen Frauenhass engagieren, sich oftmals ebenso vehement für unkontrollierte Zuwanderung einsetzen. Und das ergibt Sinn: Denn auf diese Weise erschafft man sich selbst ein Problem, das man dann enthusiastisch bekämpfen kann — wofür wiederum auch Staatsgelder aus dem Programm „Demokratie leben“ winken. Man eröffnet sich sein zukünftiges Betätigungsfeld mit den Handlungen von heute.

Seltsamerweise wird der angebliche Frauenhass aber nie in Zusammenhang mit Zuwanderung gestellt. Es wird nur abstrakt von „Männern“ gesprochen, wobei ohnehin stets suggeriert wird, alte weiße Männer seien das eigentliche Problem. Dass jemand, der am Rollator durch die Stadt wackelt oder im Pflegeheim vor sich hinvegetiert, kein ernst zu nehmender Täter von Gewalt sein kann, sondern höchstens deren Opfer, findet dabei keine Berücksichtigung. Zudem ist es sehr unwahrscheinlich, dass diese Menschen einfach Frauen nur aufgrund ihre Geschlechts hassen. Die Wahrheit ist vielmehr: Fast niemand hasst einen anderen Menschen auf der Grundlage seines Geschlechtes, schon gar nicht die unterstellten Täter. Denn alle diese Männer haben Mütter, Freundinnen, Frauen, Schwestern — ist ernsthaft anzunehmen, dass sie diese hassen?

Sollte ein solcher Frauenhass tatsächlich vorliegen — und das dürfte die wenigsten betreffen —, steckt dahinter vermutlich eine tiefgreifend traumatische Erfahrung, deren Ursache durchaus negative Erfahrungen mit der eigenen Mutter sein können. Diese negativen Erfahrungen aufzuarbeiten, wäre nicht nur für den Einzelnen interessant, sondern würde vielleicht auch ein Schlaglicht auf ein größeres Bild werfen, welches das Täterimage der Männer relativieren könnte.

Aber das ist ein anderes Thema, das sich nicht für einseitig ideologische Propaganda eignet, die darauf abzielt, Feindbilder zu erschaffen und somit zur gesellschaftlichen Spaltung beizutragen. Diese Propaganda wird eben auch über die Kulturindustrie — wie den Barbie-Film — vorangetrieben, um die gewünschten Botschaften in den Köpfen der Menschen zu verankern. Ein differenziertes Bild liefern solche Medienerzeugnisse dabei nicht.


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