„Hybrid“ ist eines der Modewörter der Zeitenwende. So wie aktuell die Kriegsführung schnell als hybrid bezeichnet wird, so ist es die Reportage von der Dumawahl ebenfalls.
Flo Osrainik reiste in die Ostrepubliken, genauer nach Lugansk, und Nicolas Riedl nach Nischni Nowgorod, rund 400 Kilometer östlich von Moskau. Zwei Perspektiven, ein größeres Gesamtbild.
Das Augenmerk der beiden lag nicht allein auf Wahlurnen und Stimmzetteln, sondern auch oder gerade auf den Menschen des Landes. Die in Deutschland viel beschworene Kriegstüchtigkeit bedeutet schließlich im Endeffekt nichts anders, als das Töten ebendieser Menschen — was unmöglich wird, wenn man einander erst einmal kennengelernt hat. Genau dieses Kennenlernen wird durch das Einfrieren der Diplomatie, der Sanktionen sowie dem erschwerten Reisezugang in das Riesenland nahezu verhindert. Durch diese Entfremdung entsteht die gefährliche Weltanschauung jener, die sich die Welt und ihre Menschen nicht angeschaut haben.
Während des Beobachtermarathons von Wahllokal zu Wahllokal warfen Flo Osrainik und Nicolas Riedl mit ihren Augen und Kameras einen kritischen, nicht abgehobenen, sondern nüchternen Blick auf die Kultur und Gesellschaft jenseits des eisernen Vorhangs, um letztlich mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes festzustellen.
Hinter eisernen Vorhängen: Eine MANOVA-Reportage von Flo Osrainik und Nicolas Riedl
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