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In der Balance bleiben

In der Balance bleiben

Rationales Denken und Spiritualität schließen einander nicht aus — sie ergänzen sich.

Wer sich mit den herrschenden Zuständen, der Korruption in Politik und Medien, der Kriegstreiberei und den geplanten Transformationen der Welt beschäftigt, der kann nur verzweifeln. Wer schon der Coronaerzählung kritisch gegenüberstand, vielleicht im Zuge dieser Ereignisse auch erst zu einem kritischen Geist geworden ist und erstmals den Lauf der Welt und die Dinge, die uns als Normalität verkauft werden, zu hinterfragen begonnen hat, der erlebt sich von der Mehrheitsgesellschaft an den Rand gedrängt und aus dieser ausgeschlossen, zusammen vielleicht mit Gleichgesinnten, die ebenfalls nicht mehr mit ansehen können, was auf dieser Welt geschieht.

Diese immer größer werdende Gruppe spaltet sich — so könnte man sagen — im Großen und Ganzen in zwei Teile, die sich in der Regel zwar nicht feindselig gegenüberstehen, aber sich auch oftmals nicht zu einer kraftvollen Opposition verbinden. So finden sich hier einerseits jene, welche mit kühlem Rationalismus die gegenwärtige Lage analysieren, zum Widerstand aufrufen, Proteste und Demonstrationen organisieren und besuchen, und dem System den Kampf ansagen. Andererseits gibt es diejenigen, die den Weg der Spiritualität für sich gewählt haben und ihre Veränderungsenergie nach innen richten, an sich selbst arbeiten, versuchen, bessere, sanftere, selbstbestimmtere Menschen zu werden, und die das Leben auf der Erde lediglich als eine kurze, bedeutungslose Episode betrachten.

Von den Rationalen werden die Spirituellen oft lächerlich gemacht. Es ändere nichts, wenn man nur bei sich sei und den ganzen Tag auf einem Kissen sitze und meditiere, so hört und liest man oft. Bösere Zungen sagen, dass gerade solche Verhaltensweisen den Mächtigen noch in die Karten spielen, weil sie die Menschen in die Untätigkeit treiben.

So wird hier sogar eine große Psychooperation wahlweise der CIA oder des KGB vermutet, welche darauf abziele, die Menschen mittels Meditation, Spiritualität, der Musik der Beatles und der Doors gefügig, schwach und unterwürfig zu machen.

Die Spirituellen wiederum werfen den Rationalen vor, dass diese nur im Außen agieren, nur gegen äußere Zustände ankämpfen und dadurch gerade diese immer wieder reproduzieren. Sie würden nicht erkennen, dass das Außen ein Spiegel des inneren Seelenlebens ist. Wenn also Chaos in der Seele der Menschen ist, findet sich dieses Chaos auch im Außen wieder. Die Krisen der Seelen, die Zweifel, der Zorn, die Traumata, kurz: der Schatten, wird nach außen gerichtet und stürzt die Außenwelt in dasselbe Chaos, das sich in den Menschen findet. Daher müsse, bevor ein Wandel im Außen stattfinden könne, zunächst das innere Seelenleben verändert werden.

Rationalismus

Beide Positionen enthalten Wahrheiten, die nicht zu leugnen sind, und doch sind beide Positionen jeweils isoliert für sich betrachtet wenig zielführend. Denn es stimmt, dass das Außen ein Spiegel des inneren Seelenlebens darstellt. Wer immer nur im Außen agiert und versucht, die Zustände zu verändern, ohne sich selbst, seine Beziehung zu sich und seinen Mitmenschen zu überarbeiten, der reproduziert nur immer wieder dieselben Verhaltensweisen und Zustände. Denn ein jeder ist von dem gegenwärtigen System geprägt und traumatisiert, ein jeder hat seine von dem System erzwungenen Trauma-Überlebensstrategien. Das können unglaublich nützliche Fähigkeiten sein, die auch einiges bewirken.

Doch es sind und bleiben Trauma-Überlebensstrategien, und so werden sie, wenn die zugrundeliegende Situation, in der sie sich entwickelt haben, wegfällt, zu Hindernissen. Dann produzieren sie nur neue Verwerfungen, neue Probleme, die immer wieder ins Außen projiziert werden und dadurch die Gesellschaft formen.

Die Trauma-Überlebensstrategie der Gier nach Reichtum würde auch nach einer erfolgten Revolution die Gesellschaft bestimmen und dadurch dieselben Probleme erneut hervorbringen.

Auch die Mentalität des gesellschaftlichen Kriegszustandes, der Konkurrenz und des beständigen Wettbewerbes befeuert die Ellbogengesellschaft, und auch das würde sich durch einen Regierungswechsel nicht ändern.

Hinzu kommt die Verhaftung im totalen Materialismus, in welchem nur das Irdisch-Materielle existiert. Diese Überzeugung findet gerade im nüchternen Rationalismus seinen Niederschlag. Eine solche Geisteshaltung blendet die geistige, seelische Komponente vollkommen aus, reduziert die Existenz auf das reine diesseitige Leben, und macht daher auch anfällig für Steuerung der Menschen mittels Angst und Panik. Denn wer nur dieses eine Leben hat, das Leben nicht als eine kurze Phase in einer immateriellen Ewigkeit oder als immer wiederkehrende Gelegenheit des Lernens und sich Entwickelns betrachtet, der muss sich mit aller Macht an dieses Leben klammern. Damit einher geht eine extreme Todesangst. Es führt außerdem zu Verbissenheit, da derjenige, der die höhere Dimension ausblendet, das Paradies schon mit allen Mitteln im Diesseits, und das noch im eigenen Leben, verwirklichen will.

Beispiele für diesen Materialismus der kalten Rationalität gibt es in der Geschichte zur Genüge. Immer wieder verspürten die Menschen die Sehnsucht nach Veränderung, die dann in einer Phase eruptiver Gewalt in Revolutionen mündete. Diese Revolutionen haben aber selten mehr bewirkt, als die herrschende Gewalt auszutauschen und dann dasselbe Spiel munter weiterzuspielen. Das liegt nicht nur daran, dass die neuen Herren die Revolutionen für sich genutzt haben, um die Macht zu ergreifen, sondern auch daran, dass die Menschen nicht die gesellschaftlich anerkannten Wahrheiten an sich hinterfragt haben. Oft folgte die größte Gewalt erst nach den Revolutionen und dem Machtaustausch, da nun die eigene Ideologie von der besseren Gesellschaft mit aller Gewalt durchgesetzt werden musste. Der rein materialistische Revolutionär wird schnell zum neuen Diktator.

Der Gipfel der Rationalität findet sich zudem verwirklicht in der digitalen und durch künstliche Intelligenz vollkommen gesteuerten Gesellschaft, die aktuell am Horizont heraufdämmert. Hier regiert nur noch die KI auf der Grundlage nüchterner Rationalität. Die Welt wird perfekt sein, aber gleichzeitig wird sie dadurch ganz und gar unmenschlich. Denn der Mensch an und für sich ist nicht rational. Sein Handeln wird bestimmt von Emotionen und Gefühlen, von persönlichen Vorlieben und Abneigungen. Die KI kennt keine Emotionen, ebenso wenig wie sie Vorlieben oder Abneigungen hat. Sie entscheidet auf Grundlage der Daten, die in sie eingespeist werden, basierend auf dem Algorithmus, der von Menschen zu einem bestimmten Zweck programmiert wurde.

Der Algorithmus wird zum neuen Gesetz, und die KI wird dieses Gesetz vollkommen gerecht zur Anwendung bringen, aber eben auch vollkommen unmenschlich. In einer vollends rationalen Welt verschwindet jede Menschlichkeit.

Geistig im Jenseits

Gleichzeitig ist das rationale Denken ein wichtiges Instrument. Denn es stimmt, dass sich die Welt nicht allein dadurch verändert, dass die Menschen nur auf einem Kissen sitzen und meditieren, dass sie Räucherstäbchen anzünden und schamanische Gesänge und Tänze aufführen. All das mag hilfreich und heilsam für die Seele sein, aber es verändert noch nicht die Welt. Zudem ist auch die übersteigerte Fixierung auf Spiritualität nichts weiter als eine Trauma-Überlebensstrategie. Weil die Wirklichkeit unerträglich ist, flüchtet man sich in höhere Sphären, in denen man sich nach dem Leben eine heile, bessere Welt verspricht. Auf dieselbe Weise funktionierten die christlichen Kirchen, die für das Leben nach dem Tod eine Erlösung versprochen haben, unter bestimmten, von den Kirchen diktierten Bedingungen. Das Leben sei gottgefällige Entbehrung, und das Glück nur im Paradies zu finden.

Auch wenn diese Überzeugung immerhin die jenseitige Dimension des Lebens bedenkt, so öffnet sie Machtmissbrauch Tür und Tor. Denn jede Gewalt, jedes Unrecht und jede Ausbeutung kann damit gerechtfertigt werden, dass das Leiden Gott gefalle, und man dafür im Jenseits mit einem Platz im Paradies belohnt würde. Folgerichtig haben die Kirchen mit dieser Argumentation die Menschen ausgebeutet und unterdrückt.

Die Inquisition konnte die von ihr zur Anwendung gebrachte Gewalt mit Liebe zu den Menschen rechtfertigen, wo es in Wahrheit nur um Machterhalt ging. Ablasshandel und Spenden, an denen die Kirche sich bereicherte, wurden zu Eintrittskarten durch die Himmelspforte.

In der Hoffnung auf ein angenehmeres Leben nach dem Tod wird die diesseitige Dimension vollkommen ausgeblendet und man ergibt sich in das eigene Schicksal, da man ja annimmt, dafür belohnt zu werden. Spiritualität kann also schnell in die Untätigkeit führen, in die reine Akzeptanz der herrschenden Zustände, und jeden Widerstand diskreditieren, da dieser ja ohnehin nur im Außen agiert. Das ist in der Tat eine Haltung, die den Mächtigen in die Karten spielt. Doch diese Einstellung blendet einen entscheidenden Faktor aus, der eigentlich in viele spirituelle Richtungen eingeprägt ist: Wir sind nicht ohne Grund hier auf der Erde, in dieser dreidimensionalen Wirklichkeit. Warum sollten wir uns aus der jenseitigen, höheren Wirklichkeit auf eine dreidimensionale Existenz reduzieren lassen, in der es nichts als Leiden und Elend gibt, oder in der bestenfalls das materielle Streben nach einem sicheren Einkommen und der Rente im Mittelpunkt stehen? Und warum sollten wir das tun, nur um dann hier geistig wieder lediglich im Jenseits zu haften und auf die Erlösung durch den Tod zu warten, ohne hier tatsächlich materiell und dreidimensional tätig zu werden?

Es geht nur vereint

Jeder Mensch kommt mit einer Aufgabe, sei sie persönlicher oder höherer Natur, auf diesen Planeten. So zeigen es auch Berichte aus der Reinkarnationsforschung, in der Kinder, die sich an ihr vorheriges Leben und die Zeit zwischen den Leben erinnern können, befragt wurden. Übereinstimmend erzählen sie, dass das Leben auf der Erde den Sinn persönlicher Entwicklung hat, dass es die Möglichkeit bietet, bestimmte Eigenschaften auszuprägen und auszuarbeiten. Gerade diese persönliche Entwicklung kann aber nur in der Auseinandersetzung mit der dreidimensionalen Realität stattfinden. Anderenfalls bräuchten wir diese überhaupt nicht. Wer sich also von den Ereignissen in dieser Welt vollkommen zurückzieht, um sich ganz der geistigen Welt zu widmen, der entflieht seinem Wachstumspotenzial und stellt sich letztlich auch nicht seiner Aufgabe. Die angestrebte Entwicklung findet damit nicht statt, und so wird gemäß der Reinkarnationstheorie eine nochmalige Wiedergeburt wahrscheinlicher.

Wer sich zudem nur mit der jenseitigen Welt befasst, dem entgehen mitunter die Geschehnisse, Zusammenhänge und deren Bedeutung für das eigene Leben und die materielle Welt. Wer das rationale Denken vollkommen ablehnt, der versteht die Entwicklungen um sich herum nicht, sieht nicht die Interessengruppen, die bestimmte Dinge durchsetzen wollen, sieht nicht den Einfluss der Geldströme über internationale Organisationen, Stiftungen und NGOs, und dem fällt es auch schwer, diese Vorgänge zu (be-)greifen, die Angriffe auf die Menschen wahrzunehmen und sich ihnen wirksam in den Weg zu stellen.

Das ist genau die Situation, in der sich all die Mitläufer der Coronaerzählung befinden. Sie verstehen nicht, also machen sie mit und laufen in ihr eigenes Elend. Wer den Kampf scheut, weil dieser nur in der kleinlichen, materiellen Welt stattfindet, mit der zu beschäftigen er sich nicht herablassen will, der wird schnell zum Opfer oder eben doch zum Mitläufer. Rationales Denken hilft, die Welt um einen herum besser zu verstehen, Zusammenhänge zu erfassen und unter Umständen wirksame Gegenstrategien zu entwickeln. Zudem erhöht es die Bereitschaft zur Auseinandersetzung und zum Widerstand. Es ist ein Werkzeug, dessen wir uns bedienen können. Wenn wir es allerdings unser Leben bestimmen lassen, dann führt auch dieses Werkzeug in die Irre und letztlich ins Verderben.

So gehen sowohl die reine Spiritualität als auch der reine materielle Rationalismus an der Wirklichkeit vorbei. Beides absolut betrachtet hilft uns nicht weiter. Stattdessen wäre es sinnvoll, beides in das eigene Leben zu integrieren. Mit dem rationalen Denken die Wirklichkeit erfassen und durchdringen, Handlungsoptionen eröffnen, Bündnisse schmieden und strategisch denken hilft uns, uns in der materiellen Welt zurechtzufinden und unsere spirituelle Aufgabe zu erfüllen.

Gleichzeitig die geistige, seelische Dimension zu berücksichtigen, bewahrt uns nicht nur vor der Verzweiflung, da wir genau wissen, dass das hier nur eine begrenzte Episode ist, die mit dem Tod zumindest vorübergehend endet; es hilft uns zudem dabei, menschlich zu bleiben, und nicht Grausamkeit mit Grausamkeit zu vergelten, oder Ideologien und Fanatismus auf den Leim zu gehen.

Wichtig ist es, zwischen beidem die Balance zu finden. Selbstverständlich gibt es Menschen, die mehr rational denken, und andere, die eher spirituell veranlagt sind. Beides hat seine Berechtigung, und niemand hat das Recht, den anderen dafür zu verurteilen, dass er „noch nicht so weit“ oder ein „esoterischer Spinner“ sei. Beide Kräfte werden auf dieser Welt und in den derzeitigen gewaltsamen Umbrüchen benötigt, wollen wir das Paradies nicht erst im Jenseits erleben, sondern schon im Diesseits. Und es gibt niemanden, der uns das verbieten kann. Es wäre auch vermessen zu behaupten, dass wir im Diesseits leiden müssten, um im Jenseits angenommen zu werden. Das wiederum ist auch nur eine menschliche Projektion, ausgehend von ganz irdischen Machtapparaten, die Ideologien nutzen, um ihre Macht zu festigen.

Sowohl Spiritualität als auch Rationalismus haben also ihre Berechtigung, und wenn diese beiden Kräfte in einer großen Bewegung vereint werden, können sie sich gegenseitig ausgleichen. Damit gäbe es das Potenzial, mithilfe dieser beiden Dimensionen das diesseitige Leben zu verbessern und auf diese Weise auch unseren höheren Auftrag zu erfüllen. Benutzen wir also unseren rationalen Verstand, ohne das Jenseits und die Gewissheit des Todes auszublenden. Das kann unglaublich beruhigend wirken und dazu ermuntern, die eigenen Ängste hinter sich zu lassen, um sich voll und ganz für seine Überzeugungen einzusetzen. Man kann es nur versuchen, denn letztendlich endet das Leben ohnehin eines Tages, und dann lautet die Frage, was man selbst getan hat, um seine höhere Aufgabe zu erfüllen. Ob man wirklich gelebt oder nur in Angst existiert hat. Je nachdem, wie man diese Fragen am Ende seines Lebens beantworten möchte, bestimmen sich die Handlungen im Diesseits.


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