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Zerstörerische Zwangsläufigkeit

Zerstörerische Zwangsläufigkeit

In diesen dystopischen Zeiten kann man nicht gegen Kriege stimmen, aber man kann darauf wetten, wann sie beginnen werden.

Ich kann einfach nicht fassen, dass die Leute neulich Wetten darüber abgeschlossen haben, ob die USA den Iran bombardieren würden. Das sagt einfach so viel Dunkles über die Zivilisation aus, in der wir leben.

In dieser Dystopie wird US-Amerikanern nie die Möglichkeit zugestanden, einen Präsidenten zu wählen, der keine anderen Länder in Angriffskriegen bombardiert. Sie haben jedoch die Möglichkeit, darauf zu wetten, wann diese Bomben abgeworfen werden.

Sie dürfen nicht gegen Krieg, Militarismus und Imperialismus stimmen, können aber auf einer App ihres Smartphones Wetten darüber abschließen, wie sich Krieg, Militarismus und Imperialismus entwickeln werden. Verhindern, dass Ihre Regierung militärische Sprengstoffe auf fremde Länder voller Zivilisten regnen lässt, die einfach nur ihr Leben zu leben versuchen? Nein, Daumen runter, das dürfen Sie nicht.

Aber Geld in „Prognosemarkt“-Betrügereien wie Kalshi und Polymarket fließen lassen und darauf wetten, wann diese militärischen Sprengstoffe das Leben dieser ausländischen Zivilisten beenden werden? Ja, Daumen hoch, dazu werden Sie angespornt.

Es ist erlaubt, durch die Entwicklung einer App reich zu werden, mit der Menschen aus dem Westen Wetten auf militärische Gräueltaten mit unermesslichen humanitären Folgen wetten können.

Es ist erlaubt, durch die Gründung eines Unternehmens reich zu werden, das Raketen herstellt und diese an die US-Regierung verkauft. Und es ist erlaubt, danach Thinktanks und Lobbyisten dafür zu bezahlen, dass sie US-Entscheidungsträger davon überzeugen, diese Raketen wahllos in militärischer Massengewalt einzusetzen.

Es ist erlaubt, durch den Erwerb von Aktien der Rüstungsindustrie reich zu werden und dann die Wahlkampagnen von Politikern zu finanzieren, die versprechen, sich am Anzetteln von Kriegen zu beteiligen.

Solange etwas profitabel ist und sich innerhalb des extrem weit gefassten Rahmens liberaler Normen bewegt, ist es absolut legal. Sobald es aber darum geht, etwas zu tun, das diese Profite schmälern könnte, indem es die Gewalt in der Welt verringern würde, gibt es nicht einmal eine realisierbare Option an der Wahlurne.

Unsere Welt sieht so aus, wie sie aussieht, weil unsere gesamte Zivilisation von der hirnlosen Jagd nach Profit getrieben wird.

Kriege sind profitabel, daher enden sie nie. Es ist profitabel für Unternehmen, das Ökosystem zu zerstören und die Kosten der Industrie auf die Umwelt abzuwälzen, daher hört auch dies nicht auf.

Es ist profitabel für Kapitalisten, die Löhne niedrig zu halten und die Arbeitnehmerrechte auf ein Minimum zu beschränken, sodass die Vermögensungleichheit immer größer wird.

Es ist profitabel für Plutokraten, die Gesetzgebung und die Regierungspolitik durch Wahlkampfspenden und Unternehmenslobbyismus zu manipulieren, sodass die Regierung immer korrupter und oligarchischer und die Gesellschaft immer ungerechter und repressiver wird.

Solange unsere Systeme dazu führen, dass das mehrheitliche Verhalten der Menschen vom Profitstreben getrieben wird, wird das Ganze immer gewalttätiger, missbräuchlicher, vergifteter, verschmutzter, ungerechter, unglücklicher und dystopischer werden.

Dies wird so lange weitergehen, bis ein Kollektiv entscheidet, dass es nun genug ist, und neue Systeme erzwingt. Bis dahin wird es genauso weitergehen.


Redaktionelle Anmerkung: Dieser Text erschien zuerst unter dem Titel „In This Dystopia You Can’t Vote Against Wars But You Can Gamble On When They’ll Start“ auf der Seite von Caitlin Johnstone. Er wurde von Gabriele Herb ehrenamtlich übersetzt und vom ehrenamtlichen Manova-Korrektoratteam lektoriert.


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