Die Tatsachen liegen auf dem Tisch. Niemand kann mehr an ihnen vorbeischauen, niemand mehr die Tatsache ignorieren, dass diejenigen, die in der Öffentlichkeit Verantwortung tragen, zu den furchtbarsten Taten in der Lage sind. Mancher fällt aus allen Wolken, so, als habe er nichts davon gewusst, dass es in unserer Welt die schlimmsten Machenschaften gibt. Der Teufel sollte nicht an die Wand gemalt werden, sein Name nicht ausgesprochen, als würde er erst dann Wirklichkeit werden. Nun ist er Legion. Ganz so, wie es im Markus-Evangelium geschrieben steht.
Es sind viele. Das Ausmaß dessen, was mit den Epstein-Akten an die Öffentlichkeit kommt, ist kaum abzusehen.
Doch eines ist klar: Das Netzwerk des Schreckens dürfte direkt oder indirekt die meisten Menschen der westlichen Industrienationen betreffen, die in der Öffentlichkeit etwas zu sagen haben.
Ein Stöhnen geht um die Welt angesichts dessen, wozu Menschen in der Lage sind, was sie anderen Menschen antun. Unfassbar vor allem, wenn es die Kleinsten und Jüngsten der Weltgemeinschaft betrifft.
Nicht um Verfolgung, Hunger und Krieg geht es, wovon Kinder besonders hart betroffen sind. Bisher, so sieht es aus, waren Elend und Gewalt so etwas wie unvermeidliche Begleiterscheinungen von Kriegen. Nun kommt ans Licht, dass es offensichtlich Menschen gibt, die Spaß daran haben, Säuglinge zu quälen. Satanischen Akten sollen sie zum Opfer fallen, rituellen Morden, den tiefsten Abgründen der Pädophilie. Ihr Blut soll für Menschen fließen, die sich davon ewige Jugend versprechen. Auf so bestialische Weise sollen sie geopfert werden, dass mancher sich schämt, zur Gattung Mensch zu gehören.
Gelenkte Empörung
Es ist, als ob wir auf der Evolutionskurve nach ganz hinten geschleudert würden, mehr noch: dorthin, wo es kein Leben gibt und wo Dunkelheit herrscht. Hier und heute findet sie ihren Höhepunkt, die Geschichte von der Schlechtigkeit des Menschen, von seiner Verworfenheit, seiner Bestialität. Wurde es uns nicht von Anfang an gesagt? Wurde uns von den jeweiligen Autoritäten nicht regelrecht eingebläut, wie schlecht der Mensch ist, wie sündig, wie verkehrt? Wird nicht der Refrain immer eindringlicher, wir sollten so schnell wie möglich wieder vom Erdboden verschwinden?
Manchen mag Selbstekel überkommen, wenn er an die Gräueltaten denkt, die andere vollbringen. Und das ist vielleicht kein Zufall. Es ist vielleicht kein Zufall, dass es eine Regierung ist, die diese Akten herausgibt, eine Regierung, der an einer Sache ganz bestimmt nicht gelegen ist: am Wohl der Welt, der Gesamtheit der Menschen. Worum also geht es eigentlich?
Warum haben wir mit der Empörung so lange gewartet? Was ist mit den Kindern in der ganzen Welt, die elternlos aufwachsen, den Kindern in den Minen und in den Fabriken, die unsere Luxusgüter herstellen, den Kindern ohne Beine, weil sie auf Minen getreten sind, den Kindern mit aufgeblähten Hungerbäuchen, den Kindern auf der Flucht?
Den Kindern, die von ihren Vätern und Müttern sexuell missbraucht wurden, den Kindern narzisstischer Eltern, den traumatisierten Kindern, denen man die Wunden nicht ansieht, die sie ein Leben lang mit sich tragen?
Den Kindern, die während der Corona-Jahre eingesperrt wurden und die sich heute nicht mehr im Leben zurechtfinden, den Kindern, die Selbstmord begehen, den Kindern, für die es keine Zukunft gibt?
Bestien an den Hebeln der Macht
Mit den Epstein-Akten steht nur die Spitze des Eisbergs im Rampenlicht. Gleichzeitig wird sichtbar, dass Gewalt gegen Kinder nicht zufällig ist, nicht beliebig, keine Art Abfallprodukt von Leuten auf dem Weg zu mehr Geld und Macht. Gewalt gegen Kinder ist ein Mittel zum Zweck tief gestörter Erwachsener, die sich buchstäblich von Kindern ernähren, weil sie über keine eigene Energiequelle verfügen und von den Energien anderer abhängig sind.
Sie haben sich vom Licht des Ursprungs abgeschnitten und sich für den Schatten entschieden, einen Schatten, in dem sie ihr eigenes Überleben sichern. In diesem Überlebenskampf ist alles erlaubt, auch das mit Adrenalin vollgepumpte Blut gequälter Kinder, das eine höhere Wirkung haben soll als jede andere Droge der Welt. Wer das tut, wer in einem solchen Überlebenskampf steckt, der lebt nicht wirklich. Er hat keine Verbindung zum Lebendigen und nicht zu dem, was Menschen sind. Er wird wirklich und wahrhaftig zur Bestie.
Von solchen Menschen werden wir gelenkt. Solche Menschen machen Politik. Solche Menschen sitzen an den Hebeln der Macht. Solchen Menschen applaudieren wir auf den ganz großen Bühnen. Und das ist nicht neu. Die Geschichte solcher Menschen ist so alt wie eine Zivilisation, die von Anfang an bereit dazu war, ihre Kinder zu opfern, und die mit einem Vater begann, der das Messer gegen seinen Sohn erhob, um ihn einem alleinherrschenden, eifersüchtigen Gott zum Opfer zu bringen.
Von Anfang an
Isaak wurde gerettet. Die Kinder, die nach ihm kamen, nicht. Unzählige Opfer forderte die patriarchale Gesellschaftsordnung, in der das Männliche das Weibliche verdrängt hatte. Das Göttliche war nicht mehr unerschöpflicher Lebensquell, sondern Herrschaftsinstrument im Sinne einiger weniger Privilegierter. So war es und so ist es geblieben, seit ein einzelner Vatergott an unserem Himmel herrscht und seit es Staaten gibt und Kriege. Alle drei gehen zusammen. Das wird uns heute vor Augen geführt.
Es ist wahrhaftig eine Zeit, in der Blinde sehend werden. Apokalypse heißt sie in biblischer Sprache. Die Schleier fallen. Die Illusionen werden enthüllt. Wir dürfen gespannt darauf sein, wer wie dasteht, wenn das Licht angeht. Doch das sehen wir jetzt schon: Die Leidtragenden eines auf Herrschaft und Ausbeutung aufgebauten Systems sind vor allem die Kinder. Es sind die kleinen Mädchen und Jungen, die diese Gesellschaft bereit ist, auf den Opfersteinen menschenverachtender Kulte ausbluten zu lassen.
Alle leiden, bis auf eine kleine Elite. Kinder, Frauen, Männer — sie alle werden der Herrschaft geopfert. Nicht nur Frauen sind Opfer des Patriarchats, sondern alle. Menschen, Tiere, Pflanzen, alles, was lebt. Wer das erkennt, der stürzt in eine tiefe Schlucht. Der Magen dreht sich um angesichts der Gräuel, Ekel verbindet sich mit Ohnmacht, Entsetzen und Wut. Das tut weh. Doch es ist notwendig.
Was nun?
Die Not kann sich wenden, wenn wir uns betroffen fühlen, in unseren Glaubensvorstellungen tief berührt, in unseren Grundfesten erschüttert. Denn erst dann, wenn wir etwas nicht mehr wegschieben und von uns weisen oder als Verschwörungstheorie abtun können, dann kann sich etwas verändern. Dann gibt es Risse im Fundament aus Korruption, Bestechung, Erpressung, Mord und Schrecken.
Wenn wir erkennen, dass das Böse keine bloße religiöse Idee oder philosophische Debatte ist, sondern etwas klar Beobachtbares, wenn wir vor Augen haben, dass unsere Welt von tief gestörten Persönlichkeiten gelenkt wird, die bewusst zum eigenen Vorteil lügen, betrügen, manipulieren, stehlen, erpressen, vergewaltigen, zerstören und töten, wenn wir begreifen, dass diese Menschen alles tun, wirklich alles, um ihre Macht auszubauen und die Kontrolle zu behalten — dann ist es höchste Zeit zu handeln.
Doch was machen wir, wenn es auf der einen Seite Menschen gibt, die es nicht einmal mehr für nötig halten, ihre Gräueltaten zu verstecken, und auf der anderen Seite Menschen, die das gar nicht wissen wollen?
Was machen wir angesichts von Menschen ohne Gewissen und Moral, ohne Schuldgefühle und das, was Menschen überhaupt ausmacht: Empathie? Was machen wir angesichts der organisierten staatlichen Verbrechen, dem weltweiten Netz der Psychopathen und der Abgestumpftheit der vielen, die diese Pathokratie erst möglich machen?
Auge um Auge?
Was machen wir, wenn wir die Verbrecher zu fassen bekommen? Wenn wir die Möglichkeit hätten, sie alle zusammenzutreiben und angemessen zu bestrafen? Würden wir sie an den Pranger stellen, am Marterpfahl quälen, so lange foltern, bis Verbrechen gesühnt sind, die durch nichts wieder gutzumachen sind? Würden wir Schauprozesse veranstalten und diese Menschen so hoch wie möglich hängen? Würden wir sie lebenslang einsperren oder auf einen extra Höllenplaneten schicken?
Wäre unser Durst nach Rache jemals gestillt? Würden wir letztlich selbst zu Tätern werden, zu grausamen Verfolgern, die das Schlimme mit noch Schlimmerem zu bereinigen versuchen? Also genau das tun, was wir seit Jahrtausenden tun, in denen sich nichts wirklich gebessert hat?
Kein Steinzeitmensch hätte zustande gebracht, was in diesen Akten steht. Kein Mittelalter war so dunkel wie das, was wir jetzt zu lesen, zu sehen und zu hören bekommen. Schlimmes ist in der Vergangenheit geschehen. Doch das hier, die Verbrechen, die jetzt ans Licht kommen, scheinen alles zu übersteigen, was Menschen jemals Menschen angetan haben.
Unsere Vergeltungen haben nichts besser gemacht. Das jahrzehntelange Bearbeiten der Verbrechen der Nazis hat das organisierte Verbrechen nicht verhindert. Wir sind nicht menschlicher geworden. Solange wir im Drama-Dreieck steckenbleiben, machen wir es nur noch schlimmer. Das Denken in den Kategorien Opfer, Täter und Retter macht unsere Welt nicht besser. Nur Eigenverantwortung kann uns jetzt retten und die Entscheidung, menschlicher zu werden.
Wandel der Gesinnungen
Wenn wir uns jetzt darauf beschränken, die Verbrecher zu bestrafen, haben wir nichts verstanden. Wir haben nichts aus der Vergangenheit gelernt, wenn wir es erneut dabei belassen, ein paar Schauprozesse zu veranstalten und immer wieder neue Filme über die Gräueltaten drehen. Es muss einen grundsätzlichen Wandel geben, einen, wie ihn die Menschheit noch nicht gesehen hat. Einen Wandel, der größer ist als das Ernennen mächtiger Herrscher, größer als die Kriege der vergangenen Jahrtausende, größer als die Erfindungen der vergangenen Jahrhunderte.
Es geht um unser Bewusstsein. Die Verbrecher in den Epstein-Akten halten uns vor Augen, was geschieht, wenn wir uns vom Urquell des Lebens abschneiden und uns andere Energiequellen suchen müssen. Wir werden zu Parasiten, Vampiren, Zombies, Untoten.
Wollen wir das? Wollen wir auf Kosten anderer leben oder docken wir an eine Energiequelle an, die immer fließt? Suchen wir vergeblich weiter im Außen oder begreifen wir endlich, dass diese Energiequelle nur in uns zu finden ist? Werden wir zur Bestie oder werden wir wirklich Mensch?
Die Führung der Seele
Es geht nicht um die Verbrecher da draußen. Es geht um uns. Das Außen ist nur Projektion dessen, was in uns los ist. Es ist nur die Leinwand. Das Eigentliche findet innen statt. Also: Verausgaben wir uns weiter damit, auf die Leinwand zu schießen, oder wenden wir uns endlich dem zu, was in uns krank ist, verletzt, verdreht und was danach ruft, an den Heilstrom der göttlichen Urquelle angeschlossen zu werden?
Dieses Göttliche hat nichts mit Herrschaft zu tun und ist an keine Institution gebunden. Es ist die ursprüngliche schöpferische Kraft, aus der alles Leben hervorgeht, und die wir nennen können, wie wir wollen. Darauf gilt es, die Aufmerksamkeit zu lenken. Was die anderen tun, ist dabei Nebensache. Es geht um uns. Jeder handelt nach dem Stand seines eigenen Bewusstseins. Das zu akzeptieren gebietet der freie Wille. Jeder ist frei zu tun und zu lassen, was er will. Jeder ist für sein eigenes Seelenheil zuständig.
Der Seele ist es egal, ob es im Bewusstsein der Menschen einen Massenaufstieg gibt oder nicht. Sie will ihre Erfahrungen machen. Sie wartet nicht auf den Fahrstuhl in die nächste Dimension. Sie lebt. Sie verzweifelt nicht daran, dass es noch Jahre, Jahrzehnte, vielleicht Jahrhunderte dauert, bis die Veränderungen sichtbar werden. Sie lebt jetzt. Jetzt will sie ihre Erfahrungen machen. Und wie die aussehen, dabei haben wir ein Wort mitzureden, unabhängig davon, was da draußen alles passiert.
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