Besuch in der Unterwelt
Oberste Etage — Erstes Zimmer
Erotik der Macht
Knisternde Luft
Rotschwarze Nacht
Samt und Seide
Rosenblatt und Rosenduft
Für die Elite — nicht für uns beide
Oberste Etage — Zweites Zimmer
Pharaonenpalast
Hallen für Götter
Quellen, die leise rieseln
Katzen auf den Säulen
Grünes glänzendes Geschmeide
Edles Beige auf glitzerndem Grün
Türkise Steine an schmalen Hälsen
Luxus pur
Oberste Etage — Drittes Zimmer
Am Ende des Ganges
Hinterzimmer der Macht
Schallgedämmt
Diffuses Licht
Kein Ton dringt jemals nach außen
Beige Samtkassettentüren
Geheime Treffen
Noble Teppiche
Diskrete Beleuchtung
Auf den Fluren
Mittlere Etage — Erstes Zimmer
Galeerenruderer
Stumpfer Blick
Arme ölig vom Schweiß
Ausweglose Gleichgültigkeit
Ohne Hoffnung
Mittlere Etage — Zweites Zimmer
Bergbaustollen
Gesichter schwarz von Kohle
Fast Kinder noch
Früh gealtert
Mitgefühl und Solidarität
Selbstachtung
Trotz allem
Mittlere Etage — Drittes Zimmer
Alleingelassen die Frau
Viele Mäuler
Jeden Alters
Ratten und Müll
Hunger nimmt die Kraft
Und die Liebe
Wo bleibt die Würde?
Hoffnungslos
Enger Gang
Mit Schlamm und Abfall
Und Gestank
Unterste Etage — Erstes Zimmer
Venezianisches Ankleidezimmer
Masken, Roben aller Art
Paravents geheimnisvoll
Truhen voll mit Accessoires
Spielerische Bewegungen
Und Flirt
Rollen wechseln sehr erwünscht
Unterste Etage — Zweites Zimmer
Glasballons mit
Blubbernder Flüssigkeit
Brodelnde dicke Säfte
Schmelzende Metalle im Feuer
Glitzern schwarz und rot
Weißer Kragen, langer Bart
Alchemie sucht Lösungen
Dunkler Gang, zugehängt,
geheimnisvoll
Unterste Etage — Am Ende des
Ganges
Durch den Türspalt dringt
Frische Luft und Licht
Himmelblaue Freiheit
Ein Ausweg?
Ein Abgrund?
Innehalten erst
Dann Schwellenangst
Entscheidung folgt auf dem Fuß
Fliegen können
Wundervoll
Beschützt
Die samtige sanfte Nacht ist nicht mehr freundlich/
Unheilvolle Wesen bewegen sich in ihr/
Ziehen als Schatten an den Fenstern vorbei/
Und schicken ihre lautlosen Bedrohungen in die Häuser der Menschen/
Doch es kommt auf dich an/
Geh aus dem Haus in die Nacht/
Stelle dich der Angst/
Rieche den Duft der Blüten/
Rufe aus tiefstem Herzen deine Beschützer/
Verbinde dich, bleib nicht allein
Sprich endlich Zarathustra
Wählen lässt du die Menschheit zwischen Gut und Böse
Aber siehe doch, wozu das immer wieder führt!
Ich wünsche mir dich wütend!
Zerschmettere die Knochen derer, die uns das Unheil bringen!
Merze die mit Feuer aus, die Not und vielfach Tod bringen!
Und zerstampfe die, die Unschuldige bitter leiden lassen!
Ich bitte dich! Ich halte es nicht mehr aus, noch weiter zuzusehen!
Ich schreie mir die Seele aus dem Leib, ich rase, ich weine!
Entscheide du! Greife ein!
Und bringe du Licht denen/
Die im Finsteren stochern
Ich fühle mich so klein und hilflos/ Sehenden Auges/
Ohnmächtig/
Furchtbares Unrecht, das geschieht/
Immerzu und überall
Was kann ich tun?
Wiedererwachen der Menschheit
Kehrt zurück nach Kos
mit einer neuen Vision/
Das goldene Zeitalter
Wiedererschaffend
In magischer Einheit mit den Naturreichen entsteht ein Land von Früchten, Milch und Honig
Hebt gemeinsam den Schleier der Isis im Tempel zu Sais/
Und legt Gold für Eros Flügel auf/
Die grau gewordenen
Die Wiederentdeckung der Langsamkeit/
Und die Sehnsucht nach Heiliger Sprache/
Lange schon vergessen
Durchs Fegefeuer der Selbsterkenntnis kann Mensch die Trennung aufheben
Die Hüter des Glücks sind die Besitzer der Welt
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