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Hitlers Rede

Hitlers Rede

Die Argumente, die der „Führer“ zur Wiedereinführung der Wehrpflicht anführte, sollten uns besorgt stimmen — sie kehren in aktuellen Debatten in ähnlicher Weise wieder. Teil 1 von 4.

Digital abrufbar ist das zeitgeschichtliche Dokument auf den Seiten der Bayerischen Staatsbibliothek“ und deren Münchener Digitalisierungszentrum / Digitale Bibliothek.

Die inhaltliche Leitung des Projekts „100(0) Schlüsseldokumente“, zu denen diese Hitler-Rede zählt, lag beim Nordost-Institut, Institut für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa e.V. (IKGN e. V.) an der Universität Hamburg, Standort Lüneburg.

Aneinandergereiht finden sich dort drei Protokolle aus unterschiedlichen Quellen:

  • die am 6. Februar 1933 als „streng vertraulich“ gekennzeichnete „Abschrift des kommunistischen Nachrichtendienstes 92-98-X2-Y-Z2-31-T“ der „inoffiziell angeferigten Protokollnachschrift“ von Hitlers Rede vom 3. Februar 1933 „in den Diensträumen des Generals von Blomberg vor den Kommandeuren der Reichswehr im geschlossenen Kreis“ (nachfolgend, kurz: „Protokoll 1“)

  • die Abschrift der handschriftlichen Aufzeichnungen des Generalleutnants Curt Liebmann vom 3. Februar 1933 zu den „Ausführungen des Reichskanzlers Hitler vor den Befehlshabern des Heeres und der Marine anläßlich eines Besuches bei General der Infanterie Freiherr von Hammerstein-Equord in dessen Wohnung“ (kurz: „Protokoll 2“)

  • die Aufzeichnung „Hitler vor den Befehlshabern des Heeres und der Marine in der Bendlerstraße, Februar 1933“ des damaligen Adjutanten beim Chef der Heeresleitung und späteren Generals Horst von Mellenthin (kurz: „Protokoll 3“).

Auch wenn sich die Dokumente in Umfang und Form stärker voneinander unterscheiden — vom „Prosa-Text“ bis zur „numerischen Aufzählung“ —, stimmen sie inhaltlich weitgehend miteinander überein; teils ergänzen sie sich auch.

Die so wiedergegebene Rede Hitlers wirkt zu diesem Zeitpunkt eher „umwerbend“ und jedenfalls nicht befehlend oder gar drohend. Das war auch nicht nötig, denn der neue Kanzler und die führenden Kommandeure der Reichswehr stimmten in ihrer Weltsicht weitgehend miteinander überein.

So schreibt der Militärhistoriker Klaus Weier in seinem 2012 veröffentlichten Buch Schreckliche Generäle. Zur Rolle deutscher Militärs 1919–1945, dass diese „aus Tradition antimarxistisch bis auf die Knochen“ waren. Der Autor zitiert dabei „einen, der das wissen musste“: Friedrich von Rabenau (1884–1945), den ehemaligen General der Artillerie aus dessen Biographie über Hans von Seeckt, Seeckt. Aus seinem Leben 1918-1936 (4). Bis 1942 war von Rabenau Chef des Heeresarchivs. Durch seine Nähe zur „Bekennenden Kirche“ stand er da bereits unter Beobachtung des Geheimdienstes und wurde schließlich im Zusammenhang mit dem von Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907–1944) verübten Attentatsversuch auf Hitler und den geplanten Staatsstreich (5) gefangen gesetzt — zuletzt im KZ Flossenbürg. Dort teilte er die Gefängniszelle zusammen mit Dietrich Bonhoeffer (1906–1945) und wurde, wie dieser, noch im April 1945 — unmittelbar vor dem vollständigen „Zusammenbruch“ des „1000jährigen Reiches“ — ermordet, auf Befehl Heinrich Himmlers, ganz ohne jeden vorherigen Scheinprozess oder ein „Standgericht“ (6).

Nur das ausführlichere Protokoll des kommunistischen Nachrichtendienstes (Protokoll 1) gibt einleitend auch „Atmosphärisches“ zu diesem Auftakt-Treffen des neuen Kabinettschefs mit den Reichswehr-Kommandeuren wieder: Hitler „sprach die ersten Worte gesetzt, dann in immer größerer Ekstase, über den Tisch gelegt, gestikulierend. Nach der Meinung der Generale sehr logisch und theoretisch gut, überzeugend betreffend der innerpolitischen Probleme. Außenpolitisch wenig klar. Nach Art seiner Agitationsreden wiederholte er die markantesten Stellen bis zu zehn Mal.“

Zum Diktator konnte der Führer der NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) wenig später „legal“ werden, als unmittelbar nach der staatsterroristischen Inszenierung des Reichstagsbrandes, in der Nacht zum 28. Februar 1933 (7) die im Deutschen Reichstag vertretenen Abgeordneten dem Notstands-„Ermächtigungsgesetz“ vom 24. März 1933 — außer den Stimmen der SPD-Fraktion — geschlossen zugestimmt hatten (8).

Die Volksvertreter der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) waren zu dem Zeitpunkt bereits per „Verordnung“ aus dem Parlament ausgeschlossen. Kommunisten wurden verfolgt, in „Schutzhaft“ genommen und ermordet, sofern sie nicht vorher geflohen waren oder sich verstecken konnten. Mit dem „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“, so der offizielle Titel, entmachtete sich die Legislative zugunsten der Exekutiven selbst und gab vollends „die Bahn für den Nationalsozialismus“ frei (Julius Leber, 1891–1945) (9).

Von dieser Selbstaufgabe der Parlamentarier, mit der sie ihren Auftrag, den Souverän — das Volk — als gesetzgebende Gewalt zu vertreten, verraten hatten, schwärmte umgekehrt auch der „Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda“ Joseph Goebbels in seinem zur Veröffentlichung bestimmten Tagebuch und späteren „Bestseller“ Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei in seinem Eintrag vom 24. März 1933, hier zitiert aus der 36. Auflage von 1942:

„Das Zentrum und gar die Staatspartei stimmen dem Ermächtigungsgesetz zu. Es gilt auf vier Jahre und gibt der Regierung alle Handlungsfreiheit. Es wird mit Vier-Fünftel-Mehrheit angenommen. Nur die SPD stimmte dagegen. Jetzt sind wir auch verfassungsmäßig die Herren des Reiches.“ (10)

Hitlers „Visionen“ für das Militär

Der neue Reichskanzler leitete seine Rede vor den Spitzen des Militärs mit Ausführungen zu den Kernpunkten der nationalsozialistischen Ideologie ein, die der Autor Arnulf Scriba in seinem Beitrag „NS-Regime“ für das Deutsche Historische Museum auf wenige Zeilen zusammenzufassen vermochte: Ihre Anhänger, so der Historiker, „gingen von der sozialdarwinistischen Vorstellung eines naturgegebenen ‚Kampfes um das Dasein‘ der Völker und Rassen aus und waren von der Überlegenheit der ‚arischen Rasse‘ überzeugt. Aus nationalsozialistischer Sicht war dieser Kampf unausweichlich. Zu Hitlers grundlegenden Zielen gehörten daher von Anfang an die Vernichtung des ‚jüdischen Bolschewismus‘ und die Eroberung von ‚Lebensraum im Osten‘“ (11).

Zur Stützung der „Gültigkeit“ der Grundannahmen seiner „Bewegung“ ergänzte der Redner: „Eine kleine Minderheit hat sich Jahrhunderte lang Millionen Menschen dienstbar gemacht und auf ihrem Rücken die europäische Kultur aufgebaut.“ Die „niedrigstehenden Rassen“ in den Kolonien mussten ihre Arbeit und ihre Rohstoffe hergeben. Doch nun sei „in dieser normalen Entwicklung der Dinge ein Umschwung eingetreten“. Durch den Aufbau eigener Produktionsstätten und mit ihren billigen Arbeitskräften „versuchten sie, die Herrenrasse von einst zu verdrängen“, dies sowohl in ihren eigenen Ländern als auch beim Export. „Zu diesen Gründen der allgemeinen Krise“ in Europa kämen noch „die Schäden des Weltkrieges“ hinzu (Protokoll 1).

Dieser, wie selbstverständlich seinem Auditorium vorgetragenen überheblichen Denkweise — wie sie bis heute in neokolonialen und imperialistischen Kreisen, wenn auch nicht mehr so deutlich öffentlich vertreten, so aber doch danach gehandelt wird — sei die Zusammenfassung von Antje Vollmer (1943–2023) über „Empfindlichkeiten“, Schlussfolgerungen und Ergebnisse von Klärungsprozessen in den früheren Kolonien und in bis heute vom „Westen“ ausgebeuteten Ländern entgegengehalten:

Die Hybris der historischen Kolonialmächte — im Wesentlichen die heute führenden NATO-Staaten — würde zunehmend von den meisten anderen Nationen durchschaut. Der „so selbstgewisse Westen“ muss einfach lernen, „dass die übrige Welt unser Selbstbild nicht teilt und uns nicht beiseite stehen wird“.

Warum auch?, fragte Vollmer: „Wie konnten wir nur annehmen, dass das große China und die Hochkulturen Asiens die Zeit der willkürlichen Freihandels- und Opiumkriege je vergessen würden? Wie sollte der leidgeprüfte afrikanische Kontinent die zwölf Millionen Sklaven und die Ausbeutung all seiner Bodenschätze je verzeihen? Warum sollten die alten Kulturen Lateinamerikas den spanischen und portugiesischen Konquistadoren ihre Willkürherrschaft vergeben? Warum sollten die indigenen Völker weltweit das Unrecht illegaler Siedlungen und Landraube einfach beiseiteschieben in ihrem historischen Gedächtnis?“

Die evangelische Theologin und bekennende Pazifistin gehörte — zunächst noch parteilos — zu den ersten Abgeordneten der Grünen beim Einzug der Partei in den Deutschen Bundestag und übernahm 1994–2005 im Parlament das Amt der Vizepräsidentin. Die 2023 verstorbene Politikerin und Publizistin hatte sich am Ende völlig von der ursprünglich pazifistischen, inzwischen jedoch von Bellizisten, Antipazifisten und russophoben Feindbildpredigern bestimmten Partei distanziert (12).

Hitler nannte vor seinen Zuhörern aus ranghöchsten Reichswehr-Militärs als Gründe für die Krise seinerzeit, dass Deutschland „bis 1918 vollkommen autark“, dann aber wegen der Reparationszahlungen zum Export gezwungen gewesen war. Tatsächlich hätten so acht Millionen Menschen, die zuvor „vollkommen aus der Produktion ausgeschaltet waren, (…) allmählich wieder eingestellt“ werden können. (Protokoll 1) Wobei, so der Redner, „das beste Beispiel für die Autarkie die Kriegszeit ist, in der wir fast 100-prozentig diesen Gedanken durchgeführt haben. Die Folge war eine Einsparung von sieben Millionen Menschen, die an der Front standen, und rechnet man die Kriegsindustriearbeiter dazu,“ so ergibt sich eine Gesamtsumme von 12 bis13 Millionen Menschen, die eingespart wurden, abzüglich der „Tätigkeit der Frauen, etwa fünf Millionen.“ (Protokoll 3)

Massenarbeitslosigkeit durch Eigenständigkeit der Kolonien und gesteigerte Produktivität

Nun stünde seine Regierung mit der erneuten massenhaften Arbeitslosigkeit vor einer beinahe unlösbaren Aufgabe, deren Ursache — neben der Export-Konkurrenz durch ehemalige Kolonien und in den gesättigten Absatzmärkten — jetzt vor allem in der eingesetzten Rationalisierung läge.

„Durch erhöhte Technisierung auf allen Gebieten (…) wurden Menschen überflüssig. (…) Beseitigen ließe sich die Not,“ folgerte Hitler, „wenn jeder Einzelne nur noch vier bis sechs Stunden täglich arbeiten dürfte.“

Diese Lösung schließt der vom Großkapital getragene künftige Diktator aber selbstverständlich aus, mit dem Argument, dass dadurch eine Landflucht einsetzen könnte, die unbedingt zu vermeiden sei. Viele Bauern würden dann ein vergleichbar bequemes Leben als Werktätige dem mühevollen und zeitaufwendigen Broterwerb in der Landwirtschaft vorziehen und sich zum Aufbruch in die Industriezentren verlocken lassen. Vorher müsste dann, so Hitler, „das Grundkonto, Bauer und Siedlung in Ordnung gebracht werden. Kein Mensch vom Lande dürfe mehr in die Stadt, dann würde etwa in 30 Jahren das Gleichgewicht hergestellt sein“. Zumal, auch das gehört zu den von dem Redner vorgetragenen Grundannahmen: „Die primitiven Instinkte des Menschen gehen dahin, dass er von Natur faul ist. (…) Infolgedessen muss die Masse so schnell wie möglich wieder zur Arbeit erzogen werden“. (Protokoll 3)

Rund 35 Jahre später forderte Rudi Dutschke (1940–1979, gestorben an den Spätfolgen des auf ihn im April 1968 verübten Attentats eines „Einzeltäters“) aufgrund der erreichten hohen Produktivität genau diesen von Hitler abgelehnten Schritt der Arbeitszeitverkürzung bis hin zum völligen „Verzicht“ auf Arbeit. In seinem Brief vom 9. Dezember 1968 an Josef Bachmann, dem zu dem Zeitpunkt in Untersuchungshaft einsitzenden Attentäter, schrieb der bekannteste Agitator der damaligen Außerparlamentarischen Opposition (APO):

*„Für die Schweine in den herrschenden Institutionen, für die Vertreter des Kapitalismus, für die Parteien und Gewerkschaften, für die Agenten der Kriegsmaschinerie und der ‚Medien gegen das Volk‘, für die Parteifaschisten gegen die Massen, die sich überall finden, dürft Ihr schuften.

Die wenigen Tage der deutschen Revolution von 1918 haben die Massen den Achtstundentag erkämpft — 50 Jahre später muß unser ganzes Volk, um sich erhalten zu können, genau so sich quälen wie eh und je — nur in ‚schönerer‘, unmenschlicherer Form.“* (13)

Die völlige Arbeitslosigkeit muss der Fixpunkt sein

Ähnlich hatte Dutschke diesen Sachverhalt zuvor schon formuliert:

„1918/19 erkämpften unsere Arbeiter- und Soldatenräte in der unvollendeten deutschen Revolution schon den Achtstundentag. (…) Heute, nach 50 Jahren schier unvorstellbarer Entfaltung der Produktivkräfte und damit der Produktivität der Arbeit, arbeiten die Lohnabhängigen lumpige vier bis fünf Stunden pro Woche weniger“.

In seinem Appell „Besetzt Bonn!“, mit dem er seine Kommilitoninnen und Kommilitonen sowie weitere „Mitstreiter“ dazu bewegen wollte, in das Gebäude des Deutschen Bundestages einzudringen, um mit einem „Sit-in“ die parlamentarische Sitzung mindestens zu stören, bei der die „Notstandsgesetze“ beschlossen werden sollten — und „ohne Störung“ am 30. Mai 1968 auch beschlossen wurden —, richtete sich seine Kritik in erster Linie gegen die neuen „Ermächtigungsgesetze“.

Dutschke, wie auch Karl Jaspers (1883–1969) und andere Kritiker dieses Verfassungs-Einschnittes, durch den die gesamte Staatsgewalt, im „Notstand“, auf nur noch die Exekutive übertragen und auch Inlandseinsätze des Militärs „legalisiert“ wurden, sahen diese als Kennzeichen der faschistischen Tradition Deutschlands, wodurch der Weg in die nächste Diktatur freigegeben werde.

Stattdessen umreißt Dutschke in Anlehnung an Herbert Marcuse (1898–1979) und dessen, wie er schreibt, „wirklich ‚epochemachendes‘ Buch“ über die „Gesellschaftslehren des sowjetischen Marxismus“ die Vorstellung: „Die tendenziell völlige Arbeitslosigkeit muß für uns, für unsere Praxis der entscheidende Fixpunkt sein. Von diesem ökonomischen Endziel des technologischen Prozesses her muß sich unsere Strategie konstituieren, müssen sich die einzelnen Schritte theoretisch ausweisen lassen.“ (14)

Weiter ausgeführt hatte er diese „Utopie“ bereits in seinem Brief vom April 1965 zum „Münchner Konzil der ‚Subversiven Aktion’“ „Genehmigte Demonstrationen müssen in die Illegalität überführt werden“: Dieser „‘Druck von Innen‘ in den Industriegesellschaften durch die Befreiung des Menschen von der repressiven Arbeit innerhalb des Apparates muß durch den ‚Druck von außen’ (Entwicklungsländer) begleitet werden, auf daß eine Umkehr nicht mehr möglich ist. In diesem Moment wird sich die ‚Schuld der Vergangenheit‘ noch einmal zu einem ‚letzten Gefecht‘ von ungeheurer Dimension kristallisieren.“

So vereinigt könnte schließlich eine Welt der „umfassenden Lust-Rationalität“ entstehen, mit „Experimentieren und Spielen mit dem Apparat.“ In dem Augenblick würde sich „die Ungleichzeitigkeit der historischen Dialektik“ schließen. Aber, schränkte Dutschke seinerzeit noch ein, „eine ‚Welt ohne Krieg und Hunger‘ übersteigt gegenwärtig noch unsere Phantasie …“ (15)

Konterrevolutionen zielen auf die Liquidierung von Revolutionserrungenschaften

Das Ziel der Konterrevolution, wie sie auch Hitler seinerzeit seinem Auditorium aus ranghöchsten Militärs gegenüber anpries, lag darin, die Errungenschaften der Arbeiterbewegung abzuschaffen oder zumindest weitestgehend zurückzudrängen. Damit versprach der neue Kanzler den Militärs nichts anderes, als er seinen Förderern aus der Industrie und Hochfinanz „schuldig“ war (16).

Im italienischen Faschismus unter Hitlers Vorbild Benito Mussolini hatte der „Duce“ bereits im März 1923 per Dekret „den Achtstundentag beseitigt, wodurch vor allem in der Landwirtschaft die tägliche Arbeitszeit wieder auf bis zu zwölf Stunden ausgedehnt wurde.“ Außerdem wurden „neue indirekte Massensteuern eingeführt“, und der italienische Diktator plädierte für „die Abschaffung der ohnehin rudimentären Arbeitslosenversicherung.“

„Für das Besitzbürgertum erwiesen sich die Jahre 1922 bis 1925 alles in allem als ‚absolutes Paradies‘. Umgekehrt mussten die Arbeiter in diesem Zeitraum Reallohnsenkungen von 20 bis 25 Prozent hinnehmen.“ Sukzessive folgten im faschistischen Italien der 1920er Jahre: Streikverbot, „Verschwinden“ der Arbeiterparteien und der sozialistischen Gewerkschaften sowie der Betriebsräte, stattdessen verschärfte die Regierung die Zensur, führte ein regressives Pressegesetz ein und verfolgte speziell mit der neu eingerichteten Geheimpolizei und Förderung des Denunziantentums jede politische Opposition. „Seit 1925/26 wurde der ‚Korporativstaat‘ (…) zum vielrezipierten propagandistischen Aushängeschild des Regimes,“ so nachzulesen in dem aktuellen, 93 Seiten umfassenden Wikipedia-Eintrag zu „Benito Mussolini“ (17).

Auch heute in Deutschland ist die Politik wieder bestimmt durch konterrevolutionäre Ziele. Die derzeitige Bundesregierung ist dabei, wie schon die Vorgängerregierung — beim gleichzeitigen Niedergang der „Stimmung“ in der deutschen Wirtschaft und in der Gesellschaft insgesamt —, den Bundeshaushalt per Kredit, auf Kriegswirtschaft umzustellen und die Arbeitszeiten der abhängig Beschäftigten zu verlängern, jetzt vor allem in Form der Erhöhung des Renteneintrittsalters.

Der Journalist Ulf Immelt fasste in seinem Beitrag für die UZ „Jeder Euro für den Krieg — Europarat kritisiert Armut in Deutschland. Bevölkerung zahlt für die Profite des militärisch-industriellen Komplexes“ bereits im März 2024 diese Ausrichtung der aktuellen deutschen Regierungspolitik zusammen: „Jeder Euro, der in Soziales, Gesundheit und Bildung investiert wird, fehlt für Aufrüstung und Stellvertreterkrieg. Jeder Cent, der in den Sozialstaat fließt, schmälert die Profite von Rheinmetall und anderen Rüstungskonzernen und damit auch die Dividenden derjenigen, die an den Börsen auf die Fortsetzung des Mordens in der Ukraine, in Palästina und anderen Kriegsschauplätzen wetten.“

Immelt stellt außerdem klar, dass „sich Aufrüstung und Stellvertreterkrieg als äußerst wirksame Instrumente zur Umverteilung von unten nach oben erweisen. Während der militärisch-industrielle Komplex mit Milliardensummen subventioniert wird, bezahlen die arbeitenden Menschen hierzulande mit längerer Lebensarbeitszeit, geringeren Renten und schlechterer Absicherung von Arbeitslosigkeit und Armut — und die Menschen in den Kriegsgebieten häufig mit dem Leben.“ (18)

Die Zeitenwende

Laut dem Faschismusforscher, Richard Löwenthal (1908–1991, Pseudonym des Widerstandskämpfers während des NS-Regimes Paul Sering), sind untrügliche Kennzeichen für Faschismus die militärische Hochrüstung, verbunden mit dem imperialistischen Ziel der verstärkten Kriegsfähigkeit, (…) dem der zentralistische Staat all seine Kräfte unterordnet (…). „Aus den Arbeitern werden durch Lohndruck, aus allen anderen Zweigen der Wirtschaft durch Anleihen die Mittel für diese Aufgabe herausgepreßt“ (19). Nimmt man diese alles entscheidende Merkmalsbeschreibung ernst, so leben wir in Deutschland wieder im Faschismus; „unsere“ augenblickliche Regierung treibt demnach eindeutig faschistische Politik. Die Frage, die nun vermehrt wieder gestellt wird, ist: Können wir Deutschen diesmal aus eigener Kraft den neuen „Faschismus, der keiner sein will“ — so der Untertitel des aktuellen Buches „Das 1x1 des Staatsterrors“ von Ullrich Mies (20) — überwinden, oder brauchen wir dafür wieder die Hilfe einer anderen Nation?

So sah seinerzeit der hellsichtige Literat und genaue Analytiker Bertolt Brecht (1898–1956) voraus, was am Ende der Hochrüstung steht. Als „Bildunterschrift“ zu einem Pressefoto, das Adolf Hitler bei einer Rede vor der Belegschaft und der Kulisse eines waffenstrotzenden Rüstungsunternehmens zeigt, schrieb er sein „Fotoepigramm“:

„Seht ihn hier reden von der Zeitenwende.
‘s Sozialismus, was er euch verspricht.
Doch hinter ihm, seht, Werke eurer Hände:
Große Kanonen, stumm auf euch gericht’.“
(21)

Rund 85 Jahre später wählt der zu der Zeit noch amtierende, inzwischen Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz von der toten SPD (Julius Leber) genau Hitlers Propagandabegriff der „Zeitenwende“, um „Stimmung“ für die begonnene faschistische Hochrüstung zu erzeugen, die sich, wie beim „Original“, gegen das inzwischen erneut massiv zum „Feind“ konnotierte Russland wenden soll. Für dieses Nachplappern wurde der CumEx-Kanzler von der schreibenden Zunft der Nicht-Denker aus den Redaktionsstuben der Milliardärs-Presse und der über Zwangsgebühren finanzierten Regierungssender ARD und ZDF gefeiert, als sei nicht Hitler, sondern sein später Amtsnachfolger der Urheber dieser „originell-einprägsamen“ und „kraftvoll-plakativen“ Wortschöpfung.

Hitler propagiert die Zeitenwende — 85 Jahre später macht ihm genau das sein Kanzleramts-Nachfolger Olaf Scholz nach. Fotoepigramm © aus Bertolt Brecht „Kriegsfibel“, Eulenspiegel Verlagsgruppe, Berlin, 2025



Hitler breitet seinem Auditorium aus ranghöchsten Militärs der Reichswehr aus, dass alles „zwecklos ist, wenn das Volk nicht auf Wehrwillen eingestellt“ wird, und dass die „für den Aufbau der Wehrmacht wichtigste Voraussetzung für die Erreichung des Ziels, die Wiedererringung der politischen Macht ist. Die Allgemeine Wehrpflicht muß wiederkommen“, so der damalige Kanzler. „Zuvor aber muß die Staatsführung dafür sorgen, daß die Wehrpflichtigen vor Eintritt nicht schon durch Pazifismus, Marxismus, Bolschewismus vergiftet werden oder nach (der) Dienstzeit diesem Gifte verfallen.“ (Protokoll 2)

Am Ende seiner Dokumentation „Der gewöhnliche Faschismus“ von 1965, damals noch als Warnung gedacht, beschreibt der sowjetische Regisseur Michail Romm (1901–1971): „Der moderne Faschismus rührt keine Trommel, trägt keine Hakenkreuze, organisiert keine Umzüge (...). Der ist gefährlicher. Aber am gefährlichsten sind die Herren der Monopole (...). All diese Thyssens, Flicks und Krupps, haben im letzten Krieg an jedem Toten 1.000 Mark verdient.“ (22) 1968 hatte die ARD, damals noch keine ausschließliche Regierungs-PR-Sendeanstalt, plus seichter „Unterhaltung“, die deutsch synchronisierte und etwas gekürzte Fassung des preisgekrönten Films ausgestrahlt.

Rudi Dutschke sprach zur gleichen Zeit, ebenfalls Ende der 1960er Jahre, von einem „Kartell zum Zwecke der gemeinsamen Niederhaltung der Massen“, so in seinem Beitrag „Vom ABC-Schützen zum Agenten (Rudi Dutschke antwortet Rudolf Augstein)“. „In ihm“, so Dutschke, „vereinen sich alle Funktionen des Gesamtapparates, die ehemaligen Faschisten und bestimmte Sorten von Widerstandskämpfern, umarmen sich die liberale Bourgeoisie, die Vertreter der Monopole, die Arbeiterverräter aus den Gewerkschaften, die Sickert und Co., richten sich die Manipulationszentren, die Augstein und Springer ein. Zusammen bilden sie die ‚anonyme Aktienkompanie‘, den subtilen und — wenn nötig — manifesten Terrorismus der Klassenherrschaft des Spätkapitalismus“ (23).

Dutschke war sich bewusst, dass „durch Beschwörung der kommunistischen Gefahr, durch ideologische Schaffung eines Feindkomplexes, die Mehrheit des Volkes von der Erkenntnis der notwendigen Beseitigung der Wurzeln des Faschismus, der kapitalistischen Produktionsweise“ abgelenkt wurde (24). So fiel denn auch seine Kritik an der rudimentären Demokratie der Bundesrepublik vernichtend aus: Dem System sei es gelungen, so der seinerzeit „prominenteste Vertreter“ der Außerparlamentarischen Opposition (APO), „durch langjährige funktionale Manipulation die Menschen auf die Reaktionsweise von Lurchen zu regredieren. Wie Pawlowsche Hunde reagieren sie auf die Signale der Mächtigen; in jedem vierten Jahr dürfen sie den Nachweis ihrer geistigen Reduziertheit und Unmündigkeit ablegen.“ (25)

So liegt nach Dutschkes Analyse „der heutige Faschismus nicht mehr in einer Partei oder in einer Person, er liegt in der tagtäglichen Ausbildung des Menschen zu autoritären Persönlichkeiten, er liegt in der Erziehung, kurz im bestehenden System der Institutionen.“ (26)


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Quellen und Anmerkungen:

(1) 100(0) Schlüsseldokumente“, Bayerische Staatsbibliothek und Münchener Digitalisierungszentrum / Digitale Bibliothek, unter Projektleitung des Nordost-Instituts, Institut für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa e. V. (IKGN e. V.) an der Universität Hamburg, Standort Lüneburg.
Zusammengefügt sind Protokolle aus drei unterschiedlichen Quellen: „Abschrift des kommunistischen Nachrichtendienstes“ (kurz: „Protokoll 1“), „Rede nach der Liebmann-Aufzeichnung“ (kurz: „Protokoll 2“) und „Rede nach der Aufzeichnung des Generals Horst von Mellenthin“ (kurz: „Protokoll 3“).
https://www.1000dokumente.de/Dokumente/Volltext:Rede_Adolf_Hitlers_vor_den_Spitzen_der_Reichswehr
(2) Carl von Ossietzky, „Nationalsozialismus oder Kommunismus?“, Der rote Aufbau, herausgegeben von Willi Münzenberg, September 1930; hier zitiert aus: „Ossietzky – Ein Lesebuch für unsere Zeit“, herausgegeben von Ursula Mardrasch-Groschopp, Berlin 1993, S. 282 f.;
vergleiche Julius Leber, „Zur Naturgeschichte des Hakenkreuzes“, Lübecker Volksbote, 1. Juni 1929, in: „Julius Leber. Schriften, Reden, Briefe 1920–1945. Mit einem Vorwort von Willy Brandt und einer Gedenkrede von Golo Mann“, herausgegeben von Dorothea Beck und Wilfried F. Schoeller, München 1976, S. 112 f.; siehe auch im Archiv der Friedrich-Ebert-Stiftung unter „Zeitschriftendigitalisierung“:
https://library.fes.de/luebeck/pdf/1929/1929-125.pdf
vergleiche Werner Rügemer, „Hitlers Krieg gegen die Sowjetunion: zugleich ein US-Stellvertreterkrieg“, Hintergrund, Nr. 7/8 (2025), 8. Juli 2025, S. 70 f.;
https://www.hintergrund.de/politik/welt/hitlers-krieg-gegen-die-sowjetunion-zugleich-ein-us-stellvertreter-krieg/
(3) Hannah Arendt, „Moses oder Washington (This Means You)“, 27. März 1942, in: „Vor Antisemitismus ist man nur noch auf dem Mond sicher. Beiträge für die deutsch-jüdische Emigrantenzeitung ›Aufbau‹ 1941–1945“, herausgegeben von Marie Luise Knott, München 2000, S. 43 f.;
vergleiche Julius Leber, „Die Todesursachen der deutschen Sozialdemokratie“, in: „Julius Leber. Schriften, Reden, Briefe“, am angegebenen Ort, S. 241 f.;
vergleiche Wilhelm Hamburger, „Mein Kapital. Die Aussage Alice Weidels, Adolf Hitler sei Kommunist gewesen, hält einer näheren historischen Untersuchung nicht stand“, Manova, 1. März 2025,
https://www.manova.news/artikel/mein-kapital
(4) Klaus Weier, „Schreckliche Generäle. Zur Rolle deutscher Militärs 1919–1945“, Berlin 2012, S. 100 f. und S. 28 f., mit Verweis auf: „Seeckt. Aus meinem Leben 1866–1918“, unter Beteiligung von Hans von Seeckt, Hase & Koehler, herausgegeben von General der Artillerie Dr. h. c. Friedrich von Rabenau, Leipzig 1940;
vergleiche Franz Fühmann, „Völuspa. 20. Juli 1944. Attentat auf Hitler“, in: „Das Judenauto. Vierzehn Tage aus zwei Jahrzehnten“, Leipzig 1965, S. 111 f.
(5) Karl Jaspers, „Karl Jaspers an Hannah Arendt, Basel, 23. Dezember 1964“, in: „Hannah Arendt – Karl Jaspers. Briefwechsel 1926–1969“, herausgegeben von Lotte Köhler und Hans Saner, München, 2. Auflage 2001, S. 613 f.;
vergleiche Antje Vollmer, Lars-Broder Keil, „Stauffenbergs Gefährten. Das Schicksal der unbekannten Verschwörer“, Berlin 2013.
(6) „Friedrich von Rabenau“, Wikipedia, abgerufen im Oktober 2025,
https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Friedrich_von_Rabenau&oldid=25423535
vergleiche Martin Rothe, „Bischof George Bell: Geheimbotschaft für Churchill“, evangelisch.de, 13. Juli 2011,
https://www.evangelisch.de/inhalte/105579/13-07-2011
vergleiche Anne Kampf, „Ein entschlossenes Leben: Dietrich Bonhoeffer“, evangelisch.de, 8. April 2020,
https://www.evangelisch.de/inhalte/168112/08-04-2020/ein-entschlossenes-leben-dietrich-bonhoeffer
vergleiche Hubert Seliger, „Die Prozesse gegen Walther Huppenkothen und Otto Thorbeck 1950–1956“, 2016, www.lexikon-der-politischen-strafprozesse.de
(7) Hermann Ploppa, „Der Faschismus-Coup. Der fingierte Reichstagsbrand von 1933 diente als Vorbild für spätere Aktionen unter falscher Flagge, mit denen die Eliten ihre Gewaltherrschaft zementierten und begründeten“, Manova, vormals Rubikon, 3. August 2019,
https://www.manova.news/artikel/der-faschismus-coup
vergleiche Hans Apel, „Ab 4:45 Uhr wird zurückgeschossen – Polen: 1. September 1939“, Berlin 1981, S. 6;
vergleiche Robert K. Wittman, David Kinney, „Loyal bis zum Ende, Kapitel 23“, in: „Die Rosenberg-Papiere. Die Suche nach den verschollenen Tagebüchern von Hitlers Chefideologen Alfred Rosenberg“, aus dem Amerikanischen von Martin Bayer und Karin Schule, München 2016, S. 469 f.
(8) Deutscher Bundestag, „23. März 1933: Reichstag billigt ‚Ermächtigungsgesetz‘“, Internetredaktion,
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/1933-03-23-ermaechtigungsgesetz-938540
vergleiche Arnulf Scriba, „Das ‚Ermächtigungsgesetz‘ von 1933“, Deutsches Historisches Museum, Berlin, 22. Juni 2015,
https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/etablierung-der-ns-herrschaft/ermaechtigungsgesetz
vergleiche Deutscher Bundestag, „Namentliche Abstimmung in der 2. Sitzung am Donnerstag, den 23. März 1933“,
https://www.reichstagsprotokolle.de/Blatt2_w8_bsb00000141_00046.html
(9) Julius Leber, „Julius Leber. Schriften, Reden, Briefe 1920–1945“, am angegebenen Ort, S. 240 f.;
vergleiche Gustave M. Gilbert, „2. Februar 1946: ‚Der oberste Kommunistenhetzer‘ – in Görings Zelle“, in:
„Nürnberger Tagebuch. Gespräche der Angeklagten mit dem Gerichtspsychologen“, Frankfurt am Main, 2017, 16. Auflage, S. 132 f.;
(10) Joseph Goebbels, „24. März 1933“, in:
„Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei – Eine historische Darstellung in Tagebuchblättern. Vom 1. Januar 1932 bis zum 1. Mai 1933“, München, 1942, 36. Auflage, S. 287;
vergleiche Deutscher Bundestag, „27. Februar 1933: Reichstagsbrand in Berlin“, Fassung vom 16. Februar 2023 (eis/irs), https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/1933-02-27-reichstagsbrand-934664
vergleiche Amseln Lenz, Ullrich Mies, „Der Ausnahmezustand als Regel“, Manova, vormals Rubikon, 8. Oktober 2021, https://www.manova.news/artikel/der-ausnahmezustand-als-regel
(11) Arnulf Scriba, „NS-Regime“, Lebendiges Museum Online (LeMO), Deutsches Historisches Museum, Berlin, Stand: 7. August 2014, https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime
vergleiche Robert K. Wittman, David Kinney, „Die Rosenberg-Papiere“, am angegebenen Ort, S. 349 f.;
vergleiche Ulrich Falke, „Erprobte Feindbilder – Im Westen waren Antisemitismus und Antikommunismus lange eng miteinander verknüpft — heutige Russophobie steht teilweise in dieser Tradition“, Teil 1/2 und 2/2, Manova, 19. und 21. Juli 2023,
https://www.manova.news/artikel/erprobte-feindbilder
und https://www.manova.news/artikel/erprobte-feindbilder-2
(12) Antje Vollmer, „Vermächtnis einer Pazifistin. Was ich noch zu sagen hätte“, aus: „Den Krieg verlernen – Zum Vermächtnis einer Pazifistin“, Hamburg 2024, S. 11 f.; Erstveröffentlichung in: Berliner Zeitung, 25./26. Februar 2023, S. 24–25;
vergleiche Michael Maier, Interview mit Antje Vollmer, „‚Jeder wirkliche Fortschritt ist pazifistisch‘. Die frühere Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags und Grünen-Politikerin Antje Vollmer über Deutschland, Europa und den Abbau von Feindbildern“, Berliner Zeitung, 20./21. Juni 2020, S. 6, https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/antje-vollmer-jeder-wirkliche-fortschritt-ist-pazifistisch-li.88389
vergleiche Michael Maier, „Nachruf. Antje Vollmer: ‚Sie war größer als ihr Amt‘. Der Herausgeber der Berliner Zeitung, Michael Maier, über die Inspiration, die Antje Vollmer dieser Redaktion gebracht hat“, Berliner Zeitung, 16. März 2023, https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/antje-volmer-sie-war-groesser-als-ihr-amt-li.328450
(hinter Bezahlschranke)
(13) Rudi Dutschke, „Rudi Dutschke, Josef Bachmann, zwei Briefe, Mailand 9. Dezember 1968“, in: „Geschichte ist machbar – Texte über das herrschende Falsche und die Radikalität des Friedens“, Berlin 1981 (11.–20. Tausend), S. 122 f.; dieser und weitere Texte des Autors sind online abrufbar unter: https://archive.org/stream/Rudi-Dutschke_Geschichte-ist-machbar/Rudi-Dutschke_Geschichte-ist-machbar_1992_djvu.txt
(14) Rudi Dutschke, „Besetzt Bonn!“, in: „Geschichte ist machbar“, am angegebenen Ort, S. 96 f.
(15) Rudi Dutschke, „Genehmigte Demonstrationen müssen in die Illegalität überführt werden“ (Brief zum Münchner Konzil der ‚Subversiven Aktion‘, April 1965), in: „Geschichte ist machbar“, am angegebenen Ort, S. 27 f.
(16) Hermann Ploppa, „Die Faschismus-Macher. US-amerikanische Firmen und Geldgeber agierten als Steigbügelhalter für Hitler und seine Weltherrschaftspläne“, Manova, vormals Rubikon, 24. Januar 2020, https://www.manova.news/artikel/die-faschismus-macher
vergleiche Michael Parenti, „Politics: Who Gets What“, in: „Democracy for the Few, 2nd Edition“, New York 1977, S. 77 f.;
Günter Gleising, „Verbrechen der Wirtschaft – Die deutsche Schwerindustrie und der Aufstieg der NSDAP (1926–1939)“, Marx-Engels-Stiftung, Wuppertal, 29. Oktober 2022, https://www.marx-engels-stiftung.de/f/20221029_G-Gleising_DeutscheSchwerindustrie-und-NSDAP.pdf
(17) „Wirtschafts- und Sozialpolitik“ und „Korporativstaat“ in: „Benito Mussolini“, Wikipedia, Stand der Bearbeitung vom 25. Dezember 2025, S. 25 f. und S. 30 f., https://de.wikipedia.org/wiki/Benito_Mussolini
(18) Ulf Immelt, „Jeder Euro für den Krieg — Europarat kritisiert Armut in Deutschland. Bevölkerung zahlt für die Profite des militärisch-industriellen Komplexes“, UZ Unsere Zeit, 29. März 2024, S. 2, https://www.unsere-zeit.de/jeder-euro-fuer-den-krieg-4790275/
vergleiche Arnold Schölzel, „Auf die Plätze, fertig, tot – Trump verlangt höhere Rüstungsausgaben und befeuert ein deutsches Wettrennen“, Junge Welt, 11./12. Januar 2025, S. 1, https://www.jungewelt.de/artikel/491554.r%C3%BCstungsdebatte-auf-die-pl%C3%A4tze-fertig-tot.html
vergleiche Klaus-Jürgen Bruder, „Die deutsche Bevölkerung soll psychologisch auf einen kommenden Krieg vorbereitet werden. Ein Kongress schärft die Wachsamkeit gegenüber derlei Manipulation“, Manova, 5. April 2025, https://www.manova.news/artikel/der-erzwungene-mentalitatswechsel
(19) Paul Sering, Die Wandlungen des Kapitalismus, in: Faschismus und Monopolkapitalismus. 6 frühe Aufsätze, Karlsbad 1935/36, S. 7, S. 57 f. und S. 80 f.;
vergleiche Rudi Dutschke, Die geschichtlichen Bedingungen für den internationalen Emanzipationskampf (Rede auf dem Internationalen Vietnamkongress in West-Berlin, Februar 1968), in Geschichte ist machbar, am angegebenen Ort, S. 105 f.
(20) Ullrich Mies, Was kennzeichnet den Faschismus nach Richard Löwenthal?, in: Das 1x1 des Staatsterrors. Der neue Faschismus, der keiner sein will, Hamburg, 3. korrigierte und erweiterte Auflage, 2024, S. 157 f.;
vergleiche Ullrich Mies, Des Faschismus neue Kleider – Was keiner sehen will, geschieht vor aller Augen: Die Demokratie verwandelt sich in einen transnationalen Überwachungskapitalismus. Exklusivauszug aus ‚Das 1x1 des Staatsterrors‘, Manova, vormals Rubikon, 25. Oktober 2023, https://www.manova.news/artikel/des-faschismus-neue-kleider-2
vergleiche Ralph Zedler, Umbruch und Pazifismus – Unsere derzeitige Situation gleicht in vielfacher Hinsicht der, die Carl von Ossietzky bereits vor 100 Jahren beschrieben hat., Manova, vormals Rubikon, 13. Januar 2023, https://www.manova.news/artikel/umbruch-und-pazifismus
21) Bertolt Brecht, Zeitenwende, Epigramm zum Pressefoto vom Besuch Adolf Hitlers in einer Berliner Rüstungsfabrik, wahrscheinlich 1939, Scan von dem illustrierenden Foto mit freundlicher Genehmigung vom Eulenspiegel Verlag für diese Veröffentlichung, hier aus Die Kriegsfibel, 6. erweiterte Auflage, Berlin, 2008, S. 23 f.;
Bertolt Brecht, Epilog von Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui, in: Die Stücke von Bertolt Brecht in einem Band, Frankfurt am Main, 101.–110. Tsd., 1980, S. 728;
vergleiche Sabine Kebir, „‚Kriegsfibel‘ von Ruth Berlau und Bertolt Brecht: Schneiden Sie, schneiden Sie aus!“, Der Freitag, 24. Februar 2024, https://www.freitag.de/autoren/sabine-kebir/wie-ruth-berlaus-und-bertolt-brechts-kriegsfibel-entstand
(22) Michail Romm, Regie, Drehbuch zusammen mit Maja Turowskaja und Juri Chanjutin, Der gewöhnliche Faschismus, UdSSR 1965, deutsche Bearbeitung DEFA-Studio für Synchronisation, Deutsche Kinemathek, ab Minute 121;
vergleiche Elfriede Krutsch und Ulrich Falke, „Der gewöhnliche Faschismus, Film von Michail Romm, UdSSR 1965, Kurztext und Links“, Möckernkiez-Verein, Ankündigung der Filmvorführung zum 8. März 2026, https://moeckernkiez-ev.de/Wordpress_MK/events/event/kino-im-forum-n-n
vergleiche Tom-Oliver Regenauer, „Das Vierte Reich. Personell wie ideologisch gab es zwischen der Nazi-Diktatur und der EU mehr Kontinuität, als die meisten wahrhaben wollen. Exklusivauszug aus Gegendruck 6: Imperium EU?“, Manova, 6. Dezember 2025, https://www.manova.news/artikel/das-vierte-reich
(23) Rudi Dutschke, „Vom ABC-Schützen zum Agenten (Rudi Dutschke antwortet Rudolf Augstein)“, in Geschichte ist machbar, am angegebenen Ort, S. 100 f.;
vergleiche Rudi Dutschke, „Keiner Partei dürfen wir vertrauen“, in Geschichte ist machbar, am angegebenen Ort, S. 86 f.;
vergleiche Ulrich Schneider, „Ukrainekrieg und Geschichtsvergessenheit – Russophobie soll helfen, die Erinnerung an die Befreiung durch die Rote Armee auszuradieren“, UZ, 8. April 2022, https://www.unsere-zeit.de/ukrainekrieg-und-geschichtsvergessenheit-167711/
(24) Rudi Dutschke, „Demokratie, Universität und Gesellschaft (Wir sind dabei, die akademische Würde zu verlieren – und das ist gut so)“, Beitrag vom Mai 1967, in Geschichte ist machbar, am angegebenen Ort, S. 61 f.;
vergleiche Christian R. Schmidt, „Silones Warnung. Wie der linke Intellektuelle Ignazio Silone zum Kronzeugen der Anti-Antifa gemacht wurde“, jungle.world, 30. Januar 2020, https://jungle.world/artikel/2020/05/silones-warnung
(25) Rudi Dutschke, „Besetzt Bonn!“, in Geschichte ist machbar, und „Wir waren niemals eine Studentenbewegung (Brief über das Sektierertum)“, Aarhus, 25. Juni 1971, in Geschichte ist machbar, am angegebenen Ort, S. 96 f. und S. 129 f.;
(26) Rudi Dutschke, „Die geschichtlichen Bedingungen für den internationalen Emanzipationskampf“ (Rede auf dem Internationalen Vietnamkongress in West-Berlin, Februar 1968), in Geschichte ist machbar, am angegebenen Ort, S. 105 f.;

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