Ullrich Mies hat zur Rolle der KI ein spannendes Buch mit dem Titel „Kritik aus dem Maschinengeist — Totalitäre Abgründe — Gespräche mit der KI“ geschrieben (1); Roland Rottenfußer hat dazu eine erhellende Rezension verfasst (2); Alexander Paprotny hebt hervor, es gibt keine künstliche Intelligenz (3); Walter van Rossum hat zu Ullrich Mies und Alexander Paprotny noch Tariq Hübsch (4) zum Manova-Video-Gespräch, „Der künstliche Gott“ eingeladen (5) und zuletzt hat Elisa Gratias mit Ullrich Mies ein Klartext-Gespräch zu seinem Buch geführt (6).
Hier also noch ein weiterer Beitrag unter Bezugnahme auf die Frage: Welche Rolle spielt die KI — bezüglich ihrer Möglichkeiten, bezüglich der Staatsmacht und bezüglich der Demokratie?
Demokratie und Staat sind okkupiert, aber nicht von der KI, sondern von der Klasse der Reichen.
Aus meiner Sicht ist die Sache so: Demokratie existiert so gut wie nicht, ja wird teilweise durch faschistoide Methoden ersetzt, weil eine Bereicherungsökonomie herrscht. Der Staat wird von der Klasse der Reichen okkupiert und die KI wird für die Ziele dieser Klasse und den von ihr okkupierten Staat eingesetzt. Wir können die KI aber auch für uns nutzen. Das ist gerade das, was unterm Strich Ullrich Mies in seinem Buch zeigt und was er im Interview mit Elisa Gratias noch weiter ausführt.
Auch ich habe höchst bemerkenswerte Gespräche mit der KI (DeepSeek) geführt, die den Grad meiner Erkenntnis deutlich erhöht haben. Für mich zeigt sich: Eine geschickte Ausnutzung der neuen Möglichkeiten kann den Menschen, die eine wirklich menschliche, demokratische Gesellschaft als Gegenentwurf zu den „Totalitären Abgründen“ wollen, durchaus sehr dienlich sein.
Technischer Fortschritt versus private Aneignung
Die Frage, ob technische Entwicklung als Ergebnis des Erfindergeistes des Menschen mehr zum Vorteil oder mehr zum Schaden der Menschen ist, ist selten eine Frage, die sich aus der Technik selbst klären lässt. Entscheidend ist: Unser ökonomisches System sieht vor, dass all diese Erfindungen und Entwicklungen durch die Hoffnung auf außerordentliche Gewinne angestachelt werden. Unter anderem hat das Patentrecht systematisch diese Schiene gefördert. Aus dem angeblich vor allem innovativen „freien Markt“ sind gewaltige Monopole herausgekommen, die die Menschen dazu zwingen, sich selbst von ihrer eigenen Menschlichkeit zu entfremden. Dahinter liegt ein Mechanismus der Förderung von Gier einer völlig abgehobenen „Epstein-Klasse“. Dieser Mechanismus greift sogar, wie sich zeigt, eine Zeit lang dann, wenn sich die erwarteten Gewinne nicht wirklich realisieren lassen (7).
Der Marxismus hat diesen Zwiespalt von technologischem „Fortschritt“ („Entwicklung der Produktivkräfte“) und privater profitgetriebener Aneignung (Ausbeutungsverhältnisse und Macht des Kapitals) schon vor 178 Jahren als Wesensmerkmal des Kapitalismus definiert.
Ich hänge dabei keineswegs der Meinung an, dass die „Entwicklung der Produktivkräfte“ automatisch etwas Gutes wäre, wenn sie nur unter anderen gesellschaftlichen Gegebenheiten stattfinden würde. Ganz im Gegenteil, vieles, was wir schlauen Menschen entwickeln, ist absolut für die Katz.
Wir werden nie auf dem Mars leben, die Entwicklung der Atombombe war kein Fortschritt, wir brauchen auch keine besseren Waffen, weder militärische noch „Waffen“ zur angeblichen Bekämpfung von Krankheiten, die niemanden gesund machen, sondern nur die Pharmaindustrie bereichern.
Aber wir können uns nicht ganz der Tatsache entziehen, dass wir Menschen auch höchst brauchbare Dinge entwickeln, die Gesellschaftskritiker ja auch gerne benutzen. Ein Beispiel dafür ist das Video von Manova zur Frage der KI selbst. Auch wenn Walter van Rossum in diesem Video ein sehr menschliches und eben kein „Maschinen“-Gespräch führt, ist die Technik dahinter nichtsdestotrotz ein Beispiel dafür, wie auch wir Kritiker die modernen Techniken nutzen.
Noch ein weiteres Beispiel: Wenn ich, der ich eine gewisse Erfahrung mit dem Programm Excel habe, damit arbeite, so komme ich zu Ergebnissen, zu denen ich mit Bleistift und Papier nie kommen würde, schon alleine deshalb nicht, weil es viel zu aufwändig wäre. Ich kann mich aber auf Excel so gut wie immer verlassen — auch, wenn ich systemkritische Grafiken zu Corona-Wahnsinn oder zur Reichtums-Ungleichverteilung erstelle.
Analog könnte man hier die KI in ihrer Nutzbarkeit für die „gute Sache“ durchaus auch als Fortschritt sehen. Wenn wir mit einer KI, die auf einen gewaltigen Pool an Welt-Wissen zurückzugreifen vermag, ein „Gespräch“ führen, so können wir durch unsere Fragen, wenn wir sie richtig stellen, scheinbar Zugang zu einem wesentlich ganzheitlicheren Verständnis der konkreten Welt bekommen, als wir es in der Regel bisher konnten. Dies sind zumindest meine Erfahrungen. Aber das hängt von unserem Input ab.
Die herrschenden Mittel sind samt und sonders Mittel der Herrschenden
Dass die KI als weiteres Herrschaftsmittel genutzt werden wird und schon heute genutzt wird, ist ohne Zweifel. Das können wir generell sagen: Es sind nicht nur „die Ideen der herrschenden Klasse, die zu den herrschenden Ideen werden“, wie es Karl Marx postulierte, sondern es gilt übersetzt auch: „Die herrschenden Mittel sind samt und sonders Mittel der Herrschenden.“ Das soll heißen, alles, was „die Produktivkräfte“ im Antrieb der Profitmaximierung hervorbringen, wird auch als Herrschaftsmittel genutzt werden.
Ullrich Mies sagt das in dem Gespräch mit Elisa Gratias mit diesen Worten:
„Ich denke, dass die Herrschenden immer alles nutzen, was ihnen an technologischen oder auch sonstigen Möglichkeiten zur Verfügung steht, die breite Masse unter Kontrolle zu halten.“
Davon müssen wir ausgehen. Aber können sie es immer? Gewiss nicht! Dafür verheddern sie sich viel zu sehr in inneren Widersprüchen.
Nehmen wir wieder die KI. Sie muss ja programmiert werden. Ist sie programmiert, so läuft sie. So wie das Internet, wenn es einmal da ist und in alle Hände gelegt werden muss, damit es für die Herrschenden brauchbar ist, so muss auch die KI ihre Funktion erfüllen, sonst ist sie wertlos.
Ich kann zu wenig beurteilen, ob es möglich ist, die KI (ich spreche von den LLM—Modellen) so zu programmieren, dass sie sowohl ihre Funktion erfolgreich erfüllen kann, als auch zugleich so gesteuert werden kann, dass sie nur zur Absicherung von Herrschaft dient.
Wenn wir uns das Internet anschauen, das es nun breitenwirksam seit etwa 20 bis 30 Jahren gibt, so können wir zwar unbestreitbar zunehmend staatlichen und profitorientierten privaten Einfluss, Zensur und Missbrauch einer öffentlichen Einrichtung sehen. Aber zugleich können wir auch sehen, dass bisher nicht verhindert werden konnte, dass diese Innovation (und mag sie auch vom Militär entwickelt worden sein) ebenfalls die Möglichkeiten jener Menschen erweitert, die gegen die Systemfehler und das falsche System ankämpfen.
Es scheint so, als könne man nicht alles abdrehen, ohne sich selbst, also dem System selbst zu schaden, das Bereicherung und Herrschaft stützen soll.
Ich nehme an, dass dies auch für die KI gilt. Das meine ich mit „innere Widersprüche“. Diese schützen uns vor einer absoluten Herrschaft zeitweise vielleicht mehr als der bewusste Widerstand, so enorm wichtig dieser ist. Es sind wohl vor allem die inneren Widersprüche in den vielen gierigen und verblendeten Triebquellen des US-Imperiums, die es in eine Niederlage gegen den Iran treiben. Der Widerstand des Iran baut geradezu darauf auf, diese inneren Widersprüche zu nutzen.
KI für unsere Ziele nutzen
Menschen, die erkennen, dass sich die Verhältnisse grundlegend ändern müssen, damit die Menschheit eine Zukunft haben kann, können sowohl die Mittel als auch die Ideen nutzen, um einen Wandel vorzubereiten und letztlich auch durchzuführen. Das tut jeder, indem er die Möglichkeiten des Internetzeitalters für Videos, wie das von Manova, nützen. Das taten schon frühere Revolutionäre, die die Druckmaschinen für die Produktion von Flugblättern nutzten. So können wir sicherlich auch die KI als einen Faktor nutzen, um einen positiven Wandel in der Gesellschaft herbeizuführen.
Wie Ullrich Mies zeigt, lässt sich die KI dafür nutzen, um Aussagen über die „Totalitären Abgründe“, in die unsere Gesellschaft treibt, zu „verifizieren“, zu erweitern und schlüssig zu erklären. Wobei die KI jeder Arbeit des Erkennens und Veränderns der Wirklichkeit dienlich ist. Ich finde, das gelingt Ullrich Mies in seinem Buch sehr gut, es stellt eben eine gewisse Erweiterung und Präzisierung von fundamentalen Gedanken dar. Selbst Kritiker der KI kommen also nicht umhin anzuerkennen, dass ihnen hier eine neue „Produktivkraft“ zur Verfügung steht, die nicht nur den Herrschenden, sondern auch ihnen dienlich sein kann.
Der iranische Kanal Explosiv Media (8) zeigt gegenwärtig gerade, wie KI genutzt werden kann, um der Aggression der USA und Israels entgegenzutreten. NewsFlix beschreibt dies mit folgenden Worten:
„Mit unerwartet kreativen, teils vielschichtigen und oft wirklich witzigen (KI)-Videos gewinnt das Mullah-Regime mehr Sympathien in der Social-Media-Welt (über 1 Milliarde Aufrufe!), als dem Westen lieb sein kann“ (9).
Pascal Lottaz auf Neutrality Studies hat diesem Thema ein Interview mit Mr. „Explosiv Media“ gewidmet, in dem Benjamin Schoendorff, an den Kreator dieser KI-Videos gewandt, folgendes resümiert:
„Wissen Sie, das ist wirklich interessant. Im Westen gibt es viel Kritik an künstlicher Intelligenz. Viele nennen das, was aus KI-Systemen kommt, einfach ‚Schrott‘. In manchen westlichen Medienprogrammen hat man Ihnen sogar das Etikett ‚Slopaganda‘ angehängt — also eine abwertende Bezeichnung für Ihre Arbeit. Aber ich finde, die Art und Weise, wie Sie KI so kreativ einsetzen, erinnert mich an eine Art Demokratisierung von Werkzeugen und Waffen der narrativen Kriegsführung“ (10).
Gewiss ist KI keine Instanz für Wahrheit.
Das Wichtigste ist wohl, dass alle die KI nicht als Instanz der Wahrheit, sondern — im Idealfall — als mehr oder weniger kompetente Widerspiegelung eines kollektiven Wissens nutzen. Vorsichtig mit der Nutzung der KI umzugehen, heißt vor allem, die KI nicht als Gott zu behandeln, wie es Tariq Hübsch im Manova-Gespräch zu Recht einmahnt.
Die Lebendigkeit des Lebens findet außerhalb des Maschinengeistes statt.
Ebenso gilt, was Alexander Paprotny ebenfalls in dem Manova-Gespräch hervorhebt, und was wir gewiss nie vergessen sollten:
„Je weniger wir mit dieser digitalen Welt interagieren und je lebendiger wir uns verhalten, umso weniger können uns diese Algorithmen verarbeiten und irgendwie profilieren und auch letzten Endes steuern.“
KI - Quellen geraubt? Oder Gemeingut?
Manche sagen, die Quellen, mit denen die KI gefüttert wird, seien geraubt, weil die KI auf den Wissensschatz der Menschheit, sofern er digitalisiert ist und nicht aus geheimen Dokumenten besteht, zugreift. (11) Für mich ist diese Anklage nur schwer verständlich.
Urheberrecht und Patentrecht schützen seit Langem nicht mehr breit und ernsthaft die kreativen Menschen und Erfinder. Jedenfalls nicht in der Hauptsache. Sie schützen große Konzerne und deren Bereicherungsmodell.
Wenn das digitalisierte Weltwissen einer breiteren Schicht zugänglich wird, so sehe ich das unter dem Aspekt der „Wissensallmende“. Wissen ist durch Gemeinschaftsleistung entstanden! Niemand hat alleine aus sich heraus seine Heureka-Momente erlebt. Jeder hat sich auf das vorhandene Wissen gestützt und der Aha-Moment ist ihm zugefallen. Wenn also KI ohne Bezahlschranke allgemein zugänglich ist und der Algorithmus öffentlich kontrolliert werden kann, so ist das kein Raub, sondern die Benutzung einer Allmende. Es macht also wenig Sinn, gemeinsam mit den eigentlichen Räubern den Raub zu beklagen. Wo immer die KI-Ergebnisse nur zur privaten Bereicherung genutzt werden, solte dies gewiss möglichst verhindert werden.
Brauchen wir einen Staat?
Damit zur Frage, die ebenfalls an das Buch von Ullrich Mies und die Manova-Video-Debatte anschließt und fundamental ist: Brauchen wir einen Staat oder nicht? Und wenn, wie sollte der aussehen?
Alexander Paprotny sagt in dem Gespräch:
„Also wir haben diese Idee von Demokratie und wir haben die Idee des Staates. Und eigentlich sind diese beiden Konzepte nicht vereinbar.“
Ullrich Mies ergänzt:
„Das Gewaltmonopol des Staates ist ein Widerspruch alleine schon zur Demokratie, weil hier herrschende Klassen für sich beanspruchen, die Gewalt gegen dich, gegen mich und auch im Außen ausführen zu können.“
Und ein Zuschauer des Gesprächs schreibt in den Kommentaren bestätigend:
„‚Staat und Demokratie passen nicht zusammen‘, da hat er Recht, ich würde noch ergänzen, ein Zitat von Rainer Mausfeld: ‚Kapitalismus und Staat passen nicht zusammen.‘“
Der Kommentator verkürzt die grundlegende Frage zugleich falsch als auch richtig. Wenn er sagt, Demokratie und Staat passen nicht zusammen, liegt er, wie ich denke, falsch. Er lenkt die Sache aber in die richtige Richtung, wenn er sagt, Kapitalismus und Staat passen nicht zusammen. Es müsste allerdings heißen, Kapitalismus und demokratischer Staat passen nicht zusammen!
Uns führt die Klasse der Reichen ständig vor, wie sie den Staat für sich in Anspruch nimmt und ihn dirigiert. Aber das spricht zuerst mal nur gegen den Missbrauch des Staates durch Okkupation des Staates durch die Klasse der Reichen.
Demokratie ohne Durchsetzung ist eine Demokratie-Phantasmagorie.
Rainer Mausfeld definiert Demokratie frei zitiert so: Demokratie ist, dass die Menschen sich selbst die Regeln geben, die sie gedenken gelten zu lassen, und die sie bereit sind einzuhalten. (12) Wenn der Souverän aber demokratisch Regeln festgelegt hat, so müssen diese auch zur Geltung gebracht werden! Das ist ebenso Kern echter Demokratie wie die Erarbeitung der Regeln. Das geht nicht ohne Macht, ohne Gültigkeit der Regeln, also letztlich nicht ohne Staat, so sehr wir auch verständlicher Weise von einem ausschließlich negativen Bild vom Staat geprägt sind!
Aber wir sollten etwas sehr Grundlegendes erkennen: Wer der Demokratie keine Durchsetzungsmacht geben will, wird unmöglich erreichen können, dass sich das System jemals ändert! Das erscheint mir enorm wichtig.
Die Demokratie schließt also den Staat nicht aus, sie muss ihn nur ganz anders handhaben.
Diesbezüglich listet die KI in dem Buch von Ullrich Mies tatsächlich sehr viele brauchbare und wichtige Dinge auf (13). Jedoch, „Bottom up“ bedeutet in diesem Zusammenhang eben nicht, dass es nicht darum geht, Regeln durchzusetzen. Wie sollten wir sonst die bestehenden kapitalistischen und demokratiefeindlichen Systeme wirklich aufheben? Wer zum Beispiel echte Transparenz durchsetzen will, braucht Regeln, die dieses Ansinnen strikt festlegen. Und damit ist man bei einem „demokratischen Staat“.
Gewiss, in dem Umstand, dass wir die Macht von Staat und Eigentum mithilfe eines Staates zähmen wollen, liegt in gewisser Weise ein Widerspruch. Aber es ist kein Widerspruch einer solchen Gestalt, dass der Staat eliminiert werden müsste, damit die Demokratie lebendig werden könnte! Nein, in diesem Sinn ist der „demokratische Staat“ kein „Widerspruch an sich“ (14).
Wie diese Frage nach Jahrhunderten einer gelebten Demokratie aussehen könnte, können wir heute getrost unbeantwortet lassen und darauf hoffen, dass der Staat ganz verschwinden wird, wie es schon Friedrich Engels argumentierte (15). Aber heute wird es lebensrettend sein, wenn wir zuerst einmal mit neuen Regeln echte Demokratie und wirklich demokratische Staatsmacht gegen eine Reichtumsökonomie streng willentlich durchsetzen! Tun wir das nicht, bleibt unsere Demokratie auf andere Art und Weise als die heutige Demokratie, die im Besitz der Reichtumseliten ist, wiederum nur ein Schlagwort, eine reine Phantasmagorie!
Kontrolle ökonomischer Macht!
Auf Seite 58 seines Buches zitiert Ullrich Mies die KI bei dem Punkt „Kontrolle ökonomischer Macht“:
„Demokratie ist hohl, wenn Konzerne die Agenda setzen. Sie ist unvollständig, solange ökonomische Macht unkontrolliert bleibt. Die Begrenzung von Lobbyismus, Medienkonzentration und Konzernmacht ist daher integraler Bestandteil einer demokratischen Staatsordnung.“
Zweifelsohne. Aber das ist viel zu wenig! Es geht darum, zu verhindern, dass die ökonomische Macht jemals wieder den Staat und die Gesellschaft kapern kann. Es muss Regeln geben, wie zum Beispiel einen neuen Gesellschaftsvertrag über ein Höchsteinkommen für jegliche ökonomische Tätigkeit, die verhindern, dass eine Reichtums-Ökonomie irrsinnige Machtkonzentration herausbildet, die dann auch den Staat vor sich hertreibt. Das hatte Karl Marx vor mehr als 250 Jahren schon völlig richtig erkannt. Er hat nur zum Teil die falschen Schlussfolgerungen gezogen, auch weil er bestimmte Fehler in der Analyse machte. Aber historisch ist das die Kernfrage. Wir wissen heute, dass die praktizierte Antwort des Sozialismus schwerste Fehler machte. Wir wissen aber vor allem auch, dass der Turbo-Neoliberale-Fascho-Kapitalismus dabei ist, die Welt gänzlich zu zerstören.
Es muss um die Kernfrage gehen, wie aus zwei teilweise fehlerhaften Systemansätzen eine neue ökonomische Zukunftsperspektive entstehen kann. Wir brauchen ein Zukunftsbild, wie die Welt neu aussehen soll! Nur ein solches Bild kann die Masse der Menschen in den unvermeidlichen zukünftigen Zusammenbrüchen so mobilisieren, dass daraus im Prozess einer Wiedergeburt eine bessere Welt entstehen kann. Wir haben als Menschheit kein grundlegendes Sachproblem, sondern ein Verteilungs- und Machtproblem, das wir grundlegend lösen können.
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Quellen und Anmerkungen:
(1) Ullrich Mies: „Kritik aus dem Maschinengeist — Totalitäre Abgründe — Gespräche mit der KI“. Hintergrund Verlag, Wissen kompakt, 2026, https://www.buchkomplizen.de/kritik-aus-dem-maschinengeist.html?listtype=search&searchparam=Ullrich%20mies
(2) Roland Rottenfußer; Manova: „Künstlich-intelligente Selbstkritik“, https://www.manova.news/artikel/kunstlich-intelligente-selbstkritik
(3) Alexander Paprotny; Manova: „Es gibt keine künstliche Intelligenz!“, https://www.manova.news/artikel/es-gibt-keine-kunstliche-intelligenz
(4) Tariq Hübsch und Tahir Chaudhry: „Peter Thiel: Palantir, der KI-Gott und das Ende des Menschen“, Grenzgänger Verlag 2026
https://www.buchkomplizen.de/buecher/biografien-und-erinnerungen/peter-thiel.html?listtype=search&searchparam=peter%20thiel
(5) Manova Video „Der künstliche Gott“: Walter van Rossum im Gespräch mit Tariq Hübsch, Ullrich Mies und Alexander Paprotny, https://www.manova.news/artikel/der-kunstliche-gott
(6) Manova: Elisa Gratias im Gespräch mit Ullrich Mies: „Klartext über künstliche Intelligenz als Informationsquelle“, https://odysee.com/@Manova_Magazin:3/klartext-%C3%BCber-k%C3%BCnstliche-intelligenz:1
(7) Goldman Sachs: „Gen AI: zu viel Geld, zu wenig Nutzen?“, https://www.goldmansachs.com/insights/top-of-mind/gen-ai-too-much-spend-too-little-benefit
Vergleiche auch die hier aufgelisteten 9 Argumente: https://chat.deepseek.com/a/chat/s/18266f7b-6f5a-4607-997e-f4622610ab8d
(8) ExplosiveMedia: https://lnk.bio/ExplosiveMediaa
(9) Newsflix: „Wie der Iran mit Lego-Videos den Propaganda-Krieg beherrscht“: https://www.newsflix.at/s/wie-der-iran-mit-lego-videos-den-propaganda-krieg-beherrscht-120188814
(10) Neutrality Studies: „Iran zerlegt westliche Kriegspropaganda — mit Lego-Filmen — Explosive Media“, https://www.youtube.com/watch?v=CaRe69r-8fk&t=209s
Zum Begriff „Slopaganda“: https://www.woz.ch/kolumnen/2026/05/08/slopaganda-was-ist-slopaganda
(11) Datenquellen der KI, Weltwissen und offener Quellcode - Bertram Burian in einer „Debatte“ mit der KI DeepSeek: https://chat.deepseek.com/a/chat/s/00fb5e85-6cb7-4ba6-9300-e4529868c2eb
(12) Rainer Mausfeld: Hybris und Nemesis, Westend-Verlag 2023 — Seite 193:
„Nur die Herrschaftsform, in der die Gesetzesadressaten zugleich die Gesetzgeber sind, konnte die Bezeichnung ‚Demokratie‘ für sich beanspruchen.“
vgl. auch meinen 4-teiligen Artikel über Demokratie: Manova, Bertram Burian: „Demokratie oder Untergang“, https://www.manova.news/artikel/demokratie-oder-untergang)
(13) Kapitel 8: „Kann es eine Staatskonzeption geben, die wirklich demokratisch ist?“ Seite 57
(14) Kapitel 8: „Der demokratische Staat — ein Widerspruch an sich“, Seite 54
(15) Friedrich Engels, in „Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats“:
„Die Gesellschaft, die die Produktion auf Grundlage freier und gleicher Assoziation der Produzenten neu organisiert, versetzt die ganze Staatsmaschine dahin, wohin sie dann gehören wird: ins Museum der Altertümer, neben das Spinnrad und die bronzene Axt.“
http://mlwerke.de/me/me21/me21_152.htm.



