Seit Oktober wird immer wieder über Ausbrüche der Vogelgrippe berichtet. Diese soll, so die Erzählung, in erster Linie in Deutschland verweilenden Kraniche betroffen haben, die hier in einigen Regionen Rast gemacht und sich für die Reise in den Süden gesammelt hatten. Obwohl in der Vergangenheit kaum empfänglich für das, was Vogelgrippe genannt wird, sollen die Kraniche in Scharen erkrankt und gestorben sein — eine Erzählung, die schon im Oktober lediglich auf Vermutungen und Schätzungen beruhte und vollkommen übertrieben war. Hinzu kommt, dass das, was Vogelgrippe genannt wird, überhaupt nicht als einheitliche Krankheit erkennbar ist. Die unbestimmten Symptome können eine ganze Reihe von Ursachen haben, und die Diagnose findet lediglich mithilfe eines nichtssagenden PCR-Tests statt.
Trotzdem folgten dem angeblichen Ausbruch Berichte von Übertragungen der sogenannten Vogelgrippe in Geflügelzuchten. Über eine Millionen Tiere wurden getötet, oft lediglich auf Verdacht eines Ausbruchs. Die Prognose, dass die Vogelgrippe abebben würde, sobald sich die Vögel auf den Weg in den Süden machten, hat sich bislang nicht bestätigt. Noch immer wird regelmäßig über Ausbrüche berichtet. Dabei werden Tiere massenhaft geschlachtet. So musste erst Mitte Dezember ein Geflügelbetrieb in Roxförde 19.000 Puten aufgrund eines angeblichen Ausbruchs töten. Auch der Zoo in Leipzig ist von Behörden gezwungen worden, sämtliche Krauskopfpelikane zu töten — dabei hatten die PCR-Tests zunächst ein negatives Ergebnis. Doch nachdem angeblich einer der Pelikane an der Vogelgrippe gestorben ist, habe laut Tagesspiegel das Veterinäramt angeordnet, alle Vögel zu töten. Das ist deswegen bemerkenswert, weil Wasservögel eigentlich als natürliches Reservoir für die Vogelgrippe gelten. Das bedeutet: Sie tragen den vermeintlichen Erreger zwar in sich, erkranken aber selber nicht.
Auch ein großer Gänsezuchtbetrieb in Wermersdorf, Sachsen war von einem vorgeblichen Ausbruch betroffen und musste Tausende Gänse töten. Dabei handelt es sich um den großen Gänsezuchtbetrieb Lorenz Eskilden. Im Widerspruch zu diesen Informationen steht die Meldung, dass das Geschäft mit Weihnachtsgänsen auf Hochtouren liefe. Die vermeintliche Vogelgrippe beeinträchtigt offenbar nicht das Interesse der Menschen an einer Weihnachtsgans.
Doch nicht nur die Vogelgrippe macht den Tierhaltern derzeit zu schaffen. Einige Regionen Europas, darunter auch in Deutschland, werden seit Dezember von der Blauzungenkrankheit heimgesucht. Dabei handelt es sich um die Blauzungenkrankheit des Serotyps 8 (BTV-8), der ganz Sachsen, Teile von Thüringen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg betrifft. Die Behörden haben Restriktionszonen eingerichtet und die Ständige Impfkommission für Tiere (StIKoVet), die beim Friedrich-Loeffler-Institut angesiedelt ist, empfiehlt zumindest in diesen Zonen die Impfung. Das ist bemerkenswert, weil Bauern eigentlich dazu verpflichtet sind, routinemäßig ihre Tiere gegen die Blauzungenkrankheit zu impfen. Dabei ist BTV-8 schon mindestens seit 2006 in Europa der vorherrschende Serotyp, was bedeutet, dass auch genau gegen diesen Serotyp geimpft werden müsste.
Interessant ist der Ausbruch im Dezember, weil die Krankheit — so wird berichtet — von Gnitzen, also einer Mückenart, übertragen wird. Diese sind im Winter, wenn die Temperaturen bereits teilweise unter Null Grad abgesunken sind, aber nicht aktiv, schon gar nicht über größere Distanzen. Ein solcher Übertragungsweg ist also so gut wie ausgeschlossen. Auch die andere behauptete Übertragung durch den Handel mit Tieren ist nicht schlüssig. Denn bei der Blauzungenkrankheit handelt es sich um eine „nicht ansteckende Infektionskrankheit“. Fraglich ist daher grundsätzlich, wie aus einer solchen Krankheit eine Epidemie werden soll.
In Spanien soll zudem die Schweinepest wüten. Der vermeintliche Ausbruch wurde auf ein Leck in einem Biolabor zurückgeführt und für einige Regionen ein Notstand verhängt, obwohl lediglich 13 Wildschweine verstorben und mittels PCR-Test positiv getestet worden waren.
Die spanische Regierung ließ sogar das Militär anrücken, um die Krankheit „einzudämmen“. Dazu wurden bis Mitte Dezember Betretungsverbote von Nationalparks, Feldern, Wäldern und Naturschutzgebiete verhängt, und zwar in 91 Gemeinden.
Hausschweine waren von der Krankheit bis dato allerdings nicht betroffen. Dennoch betrifft dieser angebliche Ausbruch die spanische Wirtschaft dramatisch. Spanien ist ein großer Exporteur von Schweinefleisch, und aufgrund der vermeintlichen Schweinegrippe, die für den Menschen vollkommen ungefährlich ist, haben mehrere Staaten bereits Importverbote für spanisches Schweinefleisch erlassen.
In Frankreich grassiert derweil eine andere Krankheit unter Rindern, die Lumpy-Skin-Krankheit, eine Hauterkrankung, die zu Knötchenbildung bei Rindern führt. Zur Bekämpfung dieser Krankheit haben die Behörden eine Massentötung von Rindern angeordnet und zwingen den Bauern nun eine Impfung auf. Auch hier sollen Überträger blutsaugende Insekten sein. Auch wenn die Krankheit in Frankreich bereits im Juni aufgetaucht sein soll, müsste man annehmen, dass sie im Winter abebbt. Von einer hohen Sterblichkeit ist zudem nirgends die Rede. Die Symptome sind zwar für die Tiere nicht angenehm, doch Tiere verenden nur „gelegentlich“. Hinzu kommt, dass auch hier von einer „asymptomatischen“ Infektion die Rede ist. Sprich: Gesunde Tiere können als krank eingestuft werden, weil PCR-Tests positiv ausschlagen.
Europäische Bauern sind also derzeit mit einer Reihe von Tierseuchen konfrontiert, deren Ausbruch und Übertragung eigentlich alles andere als wahrscheinlich oder nachvollziehbar ist.
Da bei all diesen Krankheiten auch von asymptomatischen Erkrankungen ausgegangen wird und der Nachweis zudem in der Regel über nichtssagende PCR-Tests erfolgt, können Krankheitsausbrüche auch simuliert werden oder dramatischer erscheinen, als sie tatsächlich sind. Und genau das ist hier vermutlich der Fall.
Hintergründe gibt es mehrere. Zum einen wird auf diese Weise die Notwendigkeit von Impfungen erzeugt. Dabei wurden mehrere Impfstoffe gegen die Blauzungenkrankheit in Europa und Deutschland per Notverordnung zugelassen, nachdem andere Impfstoffe zurückgezogen werden mussten. Grund dafür war, dass diese Impfstoffe die Krankheit überhaupt erst ausgelöst hatten. Ähnliche Berichte gibt es aber auch über die Lumpy-Skin-Krankheit in Frankreich. Hier hatte eine Kuh Hautknoten entwickelt, nachdem sie geimpft worden war. Hersteller von Impfstoffen gegen die Krankheit machen zudem darauf aufmerksam, dass die Stoffe nicht unbedingt eine vollkommene Immunität garantieren. Da es sich um einen Impfstoff mit einem abgeschwächten Erreger handelt, kann es passieren, dass diese Erreger mutieren und virulent werden. Das ist bei solchen Impfstoffen gut dokumentiert. Trotz Impfung werden die Rinder also krank und sodann zwangsgeschlachtet. Der Sinn der Impfung erschließt sich nur dann, wenn man als Motivation die Profite der Pharmaindustrie annimmt.
Die flächendeckende Überwachung von Erregern und Impfung gegen sie ist außerdem Teil der One-Health-Ideologie, die auf Biosicherheit und pharmazeutische Bekämpfung immer neuer Erreger setzt. Wenig überraschend ist daher die Pharmaindustrie auch in dieses Konzept integriert, beispielhaft zu sehen am Lenkungskreis der One-Health-Region Vorpommern, in dem mit Dr. Fabian Deutsken ein Mitarbeiter des Arzneimittelkonzerns CEVA sitzt.
Ein anderer Hintergrund der vielen vermeintlichen Ausbrüche könnte das MERCOSUR-Abkommen sein, das die EU mit einigen Staaten Südamerikas ausgehandelt hat und über das im Dezember abgestimmt wurde. Dieses sieht nämlich den Import von 99.000 Tonnen Rindfleisch und 180.000 Tonen Geflügel pro Jahr in die EU vor. Diese Mengen kann die EU aber nur aufnehmen, wenn es einen entsprechenden Markt gibt, und das ist nur der Fall, wenn die heimische Produktion gesenkt wird. Das Vorgehen der Behörden gegen die eigenen Landwirte zielt also auch darauf ab, den EU-Markt mit Gewalt für Importe zu öffnen.
Der Exportmarkt für Fleisch in Südamerika ist hochgradig konzentriert. Hier produzieren große Konzerne, wie in Brasilien etwa JBS, hinter dem die beiden Milliardärsbrüder Wesely und Josely Batista stehen, BRF-Marfrig und inerva. Hinter diesen Konzernen stehen auch große europäische Investoren wie die Deutsche Bank, HSBC oder Volkswagen Financial Services. Kleinbauern produzieren lediglich für den inländischen Markt. Der Exportmarkt Argentinien, das ebenfalls Teil des MERCOSUR-Abkommens ist, wird unter anderem von SWIFT dominiert, das ebenfalls über Umwege zu JBS gehört. JBS ist ebenso aktiv in Paraguay und Urugay, zwei weiteren Ländern, die Teil des MERCOSUR-Abkommens sind. Man könnte also sagen, dass das MERCOSUR-Abkommen hauptsächlich zwischen der EU und den Brüdern Bastista sowie diversen europäischen Investoren geschlossen wird. Kleinbauern in Südamerika profitieren davon überhaupt nicht, und auch die Bauern in der EU erleiden dadurch schwere Nachteile. Sie müssen gezwungen werden, die neuen Umstände zu akzeptieren.
Es handelt sich also um einen weiteren Schlag gegen die Landwirte. Ihnen soll die Produktion erschwert und sie dadurch in den Ruin getrieben werden.
Der Plan der Bundesregierung, Entschädigungszahlungen für betroffene Landwirte drastisch zu erhöhen, widerspricht dem nur auf den ersten Blick. Denn die Entschädigungszahlungen für die Bauern sind an strenge Bedingungen gekoppelt. So müssen die Bauern die Biosicherheitsregeln streng umsetzen und auf Anordnung der Behörde ihre gesamten Tierbestände schlachten. Folgen sie den Anweisungen nicht genau, erhalten sie nicht nur keine Entschädigungen, sondern ihnen drohen auch Bußgelder bis zu 30.000 Euro. Zusätzlich erschweren fortgesetzte Sicherheitszonen die Arbeit. Da diese schon einmal für Monate oder sogar über ein Jahr bestehen können, ist es den betroffenen Landwirten in dieser Zeit unmöglich, ihre Arbeit fortzusetzen. Schon deswegen setzen sie die Maßnahmen um, damit die Einschränkungen so kurz wie möglich dauern. Erhöhte Entschädigungen steigern nun den Anreiz, aber auch den wirtschaftlichen Druck auf die Landwirte, die Biosicherheitsmaßnahmen umzusetzen. Gegenwehr wird dadurch noch schwieriger.
Die drastischen Einschränkungen zwingen Landwirte, früher oder später aufzugeben. Und das kann genau so gewollt sein. Denn nicht nur streben Oligarchen wie Bill Gates und die hinter ihnen stehenden Finanzkonzerne nach der Monopolisierung der Landwirtschaft, um Laborfleisch, Labormilch und Insekten auf den Markt zu spülen. Zusätzlich ist Ackerland ein beliebtes Anlageobjekt, das noch dazu ständig teurer und damit rentabler wird.
Landwirte können mit Investoren nicht mehr mithalten und werden so in den Ruin getrieben. Der Aufkauf der Flächen dient der Monopolisierung in großen Konzernen. Zum Teil werden die Flächen aber auch für Bauprojekte oder sogenannte erneuerbare Energien genutzt.
Es gibt also eine Reihe von Faktoren, welche die Simulation von Tierkrankheiten begünstigen, etwa Profitinteressen für Impfungen, die keinen gesundheitlichen Nutzen haben, die Zerstörung der Landwirte, um die landwirtschaftliche Produktion zu monopolisieren und einen neuen Feudalismus zu etablieren, und die Durchsetzung eines EU-Abkommens, das dezentrale Landwirtschaft zugunsten internationaler Investoren verdrängt. Die Tierkrankheiten sind dabei ein Vektor, über den diese Ziele erreicht werden sollen.
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