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Kopflose Intelligenz

Kopflose Intelligenz

Im Manova-Gespräch entzaubern Datenanalyst Tom Lausen, Philosophin Gwendolin Walter-Kirchhoff und Ingenieur Alexander Paprotny KI-Mythen und erklären, dass die beschworene Bewusstwerdung nur Marketing ist.

Alexander Paprotny hat lange an der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz mitgearbeitet. Mittlerweile sieht er die Sache eher sehr nüchtern: Chat GPT sei kein künstlicher Agent, der in der Lage wäre, komplexe Probleme zu lösen. Bei der KI handle es sich um eine gigantische Rechenmaschine, die enorme Datenmengen verarbeiten kann und im Wesentlichen auf Mustererkennung beruhe. Von Intelligenz könne keine Rede sein. Der überwältigende Teil aller menschlichen Fragen kann gar nicht von Algorithmen beantwortet werden.

Man könnte sich natürlich auch fragen, was es bedeutet, wenn die Entwickler der diversen KI-Modelle jetzt die Welt vor ihren Errungenschaften warnen. Handelt es sich vielleicht um einen riesigen Werbecoup? Man darf nicht vergessen, einstweilen bedeutet KI noch ein enormes Verlustgeschäft. Die Einnahmen stehen in keinem Verhältnis zu den aberwitzigen Investitionen.

Das andere Problem ist: Wie weit hat die KI bereits unser Weltbild verändert, unseren Umgang mit der Welt und mit uns selbst? Wenn die physische Welt nahezu komplett digitalisiert wird, verschwindet sie auch und wir erleben sie als unfassliche Datensätze – in Rechenzentren geboren und abgerichtet. Wenn neue Medien eingeführt werden, dann wissen die, die diese Medien auf die Welt loslassen, überhaupt nicht, was das für Folgen haben wird. Man kann bereits eine überraschende Entwicklung beobachten: Die digitalisierte KI-Welt produziert ihr dialektisches Gegenmodell: Spiritualität. Leben wir nicht längst in zwei Räumen: In tiefgekühlten Sälen voller Datensätze und in Darkrooms, in denen wir tastend nach Sinn suchen?


Walter van Rossum im Gespräch mit Gwendolin Walter-Kirchhoff, Tom Lausen und Alexander Paprotny

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