Zeit der Maschinen
Die Chancen der Digitalisierung können wir nur konstruktiv nutzen, wenn wir auch die Vorzüge des Analogen und vor allem unsere Menschlichkeit zu schätzen wissen.
Ist die KI ein nützliches Werkzeug für uns Menschen — oder ist es vielerorts schon so, dass sie uns benutzt und manipuliert? Programme wie Chat GPT erobern die Schreibtische der Republik im Sturm. Wie so oft bei technischen Neuerungen wird aus dem interessanten Angebot rasch eine Mode und im zweiten Schritt ein faktischer Zwang, weil niemand mehr „ohne“ kann und Geschäftsinteressen die Digitalisierung mächtig pushen. Technikfolgenabschätzung bleibt dabei meist auf der Strecke. Sie wäre aber notwendig, denn die Schattenseiten eines überaus bequemen „Tools“ treten immer deutlicher zutage. KI-Nutzer drohen nach und nach das selbstständige Schreiben oder gar Denken zu verlernen. Die Welt „offline“ wird zu einem Ort, zu dem gerade technikaffine Menschen mit langen Bildschirmzeiten zunehmend den Kontakt verlieren. Angesichts der Geduld, des Fachwissens und der „guten Manieren“ von Chat-Programmen könnte es sein, dass Menschen als Gesprächspartner zunehmend unattraktiv werden und die gesellschaftliche Vereinzelung fortschreitet. Andererseits könnte eine übertriebene Dämonisierung der KI dazu führen, dass wir viele ihrer hilfreichen Funktionen zu unserem eigenen Schaden nicht nutzen. Diese und andere Themen werden von unseren Autorinnen und Autoren „am Puls der Zeit“ im neuen Manova-Spezial „KI und Digitalisierung“ facettenreich debattiert.
Die Chancen der Digitalisierung können wir nur konstruktiv nutzen, wenn wir auch die Vorzüge des Analogen und vor allem unsere Menschlichkeit zu schätzen wissen.
KI wird gern als Erklärung für kommende Arbeitslosigkeit genommen — könnte aber auch nur eine Ausrede sein und dient gleichzeitig der Umverteilung.
KI ist nicht das Problem. Im Gegenteil: Wir könnten sie als öffentliche Infrastruktur zu unserem Nutzen einsetzen.
Künstliche Intelligenz kann menschliche und geistliche Zuwendung nicht ersetzen.
Die Entwicklung leistungsorientierter KI-Systeme droht durch die weltpolitische Auseinandersetzung immer mehr außer Kontrolle zu geraten.
Sollte sich künstliche Intelligenz irgendwann gegen ihren Erfinder wenden, könnte der Mensch unterlegen sein.
KI und Palantir sollen die Kampfhandlungen in der Ukraine präziser und effizienter machen. Am Ende bleibt es ein Krieg der Soldaten.
Unser Recht auf gesellschaftliche Teilhabe darf nicht unter Smartphone-Vorbehalt stehen. Ein Beitrag zur Sonderausgabe „KI und Digitalisierung“.
Die „Leistungen“ schreibender und komponierender KI-Programme basieren größtenteils auf der Neukombination menschlicher Schöpfungen.
Der Mission-Impossible-Film „Dead Reckoning“ von 2023 bereitete die Zuschauer auf ein Szenario vor, in welchem das Menschheitswissen durch KI vernichtet und umgedichtet wird, um so Vergangenheit und Zukunft zu kontrollieren.
Die KI kann ein hilfreiches Werkzeug sein, sollte aber nicht dazu verführen, sein eigenes Denken ganz an sie zu delegieren.
Für kreative Menschen bedeutet KI vor allem eines: Ihre Ideen können sie nun viel leichter umsetzten — zumindest auf den ersten Blick scheint es so.
Die entscheidende Frage ist nicht, ob künstliche Intelligenz (KI) irgendwann alles kann, sondern wie viel Verantwortung wir ihr übertragen wollen und wer die Verantwortung trägt, wenn sie falsch entscheidet.
Wer mit einer KI spricht, führt letztlich ein Gespräch mit sich selbst.
Nicht nur, was wir durch KI gewinnen können, sollte uns beschäftigen — es könnte auch sehr viel verloren gehen. Auftakt zum Manova-Schwerpunktthema „KI und Digitalisierung“.
Aus psychoanalytischer Sicht treibt die digitale Welt des Silicon Valley Entfremdung, Spaltung und Entmenschlichung voran.
Der Widerstand gegen neue Rechenzentren nimmt vor allem in den USA stark zu. Der kürzlich erschienene AI Data Center Ecology Report behandelt nicht nur deren Umweltwirkungen, sondern hinterfragt auch die Gründe für deren massiven Ausbau.
Die KI bedroht die Existenz menschlicher Autoren — es gibt jedoch immer noch Bereiche, in denen wir nicht ersetzbar sind.
Die KI taugt nur als mechanische Kopie dessen, was in Religionen verehrt wird — Leben und Bewusstsein gehen ihr ab.