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Sprungbrett in den Abgrund

Sprungbrett in den Abgrund

Wie der Irankrieg zeigt, hat Israels morbider Militärkult nun die USA vollständig im Griff.

Das Eingeständnis von US-Außenminister Marco Rubio, das vom Sprecher des Repräsentantenhauses Mike Johnson bestätigt wurde, dass Israel Washington dazu gezwungen habe, den Iran anzugreifen, hat zu Recht für Bestürzung gesorgt. Rubio griff dabei ein Argument auf, das normalerweise als antisemitisches Klischee gilt, und machte es wieder lebendig: Er erklärte, die Trump-Regierung habe keine andere Wahl gehabt, als den Iran anzugreifen, da Israel andernfalls selbst gehandelt hätte und US-Soldaten dem Risiko von Vergeltungsmaßnahmen ausgesetzt gewesen wären.

Rubio sagte: „Der Präsident traf eine sehr weise Entscheidung: Wir wussten, dass es zu einer israelischen Aktion kommen würde, dass diese einen Angriff auf US-amerikanische Streitkräfte nach sich ziehen würde, und dass wir höhere Verluste erleiden würden, wenn wir nicht präventiv gegen sie vorgegangen wären, bevor sie diese Angriffe gestartet hätten.“ Rubio verwendete den Begriff „präventiv“ auf höchst ungewöhnliche und irreführende Weise.

Im Völkerrecht gilt Aggression als rechtswidrige Anwendung von Gewalt — gemäß den 1950 festgelegten Grundsätzen des Nürnberger Kriegsverbrechertribunals ist sie das „schwerste internationale Verbrechen“.

Allerdings kann es einen mildernden Umstand geben, wenn der angreifende Staat nachweisen kann, dass er tatsächlich präventiv gehandelt hat, also um eine plausibel bevorstehende, unmittelbare und schwerwiegende Bedrohung durch einen Angriff abzuwehren.

Rubio meinte jedoch nicht, dass die USA „präventiv“ gegen eine Bedrohung durch den Iran gehandelt hätten. Vielmehr sagte er, dass Washington präventiv vorging, um seinen Verbündeten Israel daran zu hindern, eine Kette militärischer Ereignisse auszulösen, die US-Soldaten hätten Schaden zufügen können.

Hätte die Trump-Regierung unter diesen Umständen tatsächlich präventiv gehandelt, hätte sie Israel und nicht den Iran angreifen müssen.

Papiertiger

Rubios Äußerung wirft jedoch eine weitere Frage auf: Warum hat Washington Israel nicht einfach untersagt, ohne die Zustimmung der USA einen Krieg gegen den Iran zu beginnen? Schließlich wäre Israel ohne die entscheidende Unterstützung der USA gar nicht in der Lage, irgendeine Art von Angriff auf den Iran zu starten. Israel war dabei auf die Hilfe von US-Militärstützpunkten in der gesamten Region angewiesen — ebenso auf die der arabischen Staaten, in denen sich diese Stützpunkte befinden. Ohne die Unterstützung einer riesigen Flotte von US-Kriegsschiffen, die Trump in die Region entsandt hatte, wäre der Angriff kaum vorstellbar gewesen.

Israel kann iranischen Vergeltungsschlägen nur standhalten, weil es durch von den USA bereitgestellte und finanzierte Raketenabwehrsysteme einen gewissen Schutz genießt. Darüber hinaus ist Israel nur deshalb die regionale Hegemonialmacht, weil es von den USA jährlich massive Subventionen in Milliardenhöhe erhält, um seinen Status als eine der stärksten Militärmächte der Welt zu sichern.

Mit anderen Worten: Israel wäre nicht in der Lage gewesen, alleine einen Krieg gegen den Iran zu führen. Ohne die USA ist Israel ein Papiertiger.

Rubios Äußerung lässt zwei Möglichkeiten vermuten: Entweder, dass die USA, die stärkste Militärmacht der Geschichte, unter der Knute des kleinen Staates Israel stehen, oder dass Trump sein eigenes Militär, das stärkste aller Zeiten, Israel unterworfen hat. Wie dem auch sei, lässt sich dies nur schwer mit Trumps wiederholter Behauptung vereinbaren, er stelle Amerika an erste Stelle.

Dieser Punkt ist so offensichtlich, dass er vermutlich der Grund dafür war, dass Rubio am nächsten Tag gezwungen war, seine Äußerungen zurückzunehmen. Unterdessen behauptete Trump eilig, er sei es gewesen, der Israel zu einem Angriff auf den Iran gezwungen habe — und nicht umgekehrt.

Geopolitischer Wahnsinn

Es ist eher unwahrscheinlich, dass Israel Trump zum Handeln gezwungen hat. Vielmehr ließ er sich von der falschen Behauptung des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu zu der Annahme verleiten, ein Angriff auf den Iran sei ein Kinderspiel — vorausgesetzt, man schlägt zu einem Zeitpunkt zu, zu dem man sicher sein könne, den Obersten Führer des Iran, Ali Khamenei, zu töten.

Ein solcher Enthauptungsschlag, so ließ man Trump glauben, würde eine Wiederholung seines „Erfolgs“ in Venezuela darstellen, als er Präsident Nicolas Maduro aus Caracas entführte, um ihn in New York vor Gericht zu stellen.

In Venezuela sollte die eklatante Missachtung des Völkerrechts durch die USA der Wirkung einer geladenen Schrotflinte entsprechen, die auf den Kopf von Delcy Rodriguez, Maduros Nachfolgerin, gerichtet ist: Tut, was wir sagen — oder die neue Präsidentin bekommt es aus beiden Läufen zu spüren. Netanjahu wusste genau, wie er Trump — noch immer berauscht von seinem üblen rechtswidrigen Unterfangen — die Vorstellung schmackhaft machen konnte, dass er das Manöver im Iran wiederhole könne. Der Nachfolger des Ayatollah würde dabei ebenfalls Wachs in seinen Händen sein.

Genau deshalb ist es in diesem katastrophalen, von den USA und Israel gewählten Krieg der Iran, der ein Rückzugsgefecht führt, um wenigstens ein wenig geopolitische Vernunft wiederherzustellen. Sollte der Iran verlieren oder die USA Erfolg haben, ohne einen furchtbaren Preis dafür zu bezahlen, weiß nur Gott allein, in was Israel und die USA die Welt als nächstes hineinziehen werden.

Das Schicksal der Welt liegt im wahrsten Sinne des Wortes in Teherans Händen.

Die „Israelisierung“ der USA

Der gemeinsame Angriff auf den Iran zeigt am deutlichsten, wie sehr es Netanjahu im letzten Vierteljahrhundert gelungen ist, Washington und das Pentagon zu „israelisieren“. Die USA haben schon immer illegale Angriffskriege geführt. Sie waren schon immer mehr Gangster als Weltpolizisten. Aber nur weil Washington von skrupellosen Kriminellen regiert wurde, heißt noch lange nicht, dass es nicht noch wahnsinniger, noch psychopathischer werden konnte.

Genau daran arbeitet Netanjahu bis heute — und Trump lässt der Israelisierung der USA nun freien Lauf. Die Anzeichen dafür sind überall sichtbar. Am Mittwoch ließ Kriegsminister Pete Hegseth — der traditionelle Titel „Verteidigungsminister“ klang wohl zu gesetzestreu — jeden Anschein fallen, einer von den „Guten" zu sein.

Er betonte, dass die US-Streitkräfte „gnadenlos vorgingen“ und dass das iranische Regime „am Ende“ sei. Die USA würden „den ganzen Tag lang Tod und Zerstörung“ bringen.

Am Vortag hatte er die Strategie dargelegt: „Keine blöden Einsatzregeln, kein Staatsbildungs-Morast, keine Demokratieaufbau-Übung, keine politisch korrekten Kriege.“ Das ist nicht die übliche Rhetorik von US-Regierungen, die mit den überlegenen Werten des Westens prahlen oder behaupten, sie befänden sich auf einer zivilisatorischen Mission für die ganze Welt. Das ist die Rhetorik von kolonialer Arroganz — derselbe militärische Mittelalterstil, den führende israelische Politiker seit langem vertreten.

Hegseth klang allzu sehr nach General Moshe Dayan, Israels Verteidigungsminister in den 1960er Jahren. Dieser ist dafür bekannt, Israels umfassende Militärdoktrin formuliert zu haben: Israel muss wie ein tollwütiger Hund sein — zu gefährlich, um sich mit ihm anzulegen.“.

Die Taktik des „tollwütigen Hundes“

Vor ihrem Angriff versuchten die USA jahrelang, die Menschen im Iran durch Hunger zu Aufständen zu bewegen — genauso wie Israel die Bevölkerung Gazas etwa 16 Jahre lang abgeschottet und ausgehungert hatte, in der Annahme, sie würden dadurch dazu angespornt, die Hamas zu stürzen.

Diese Strategie scheiterte in beiden Fällen, Warum? Weil sie die einfachsten Tatsachen ignorierte: die Menschen, die misshandelt werden, sind menschliche Wesen, die Freiheit und Würde stets der Entwürdigung und Unterwerfung vorziehen.

Nachdem die USA nun am Gängelband in einen demütigenden Zermürbungskrieg gegen den Iran hineingezogen wurden, schlagen sie um sich wie ein „tollwütiger Hund“ — ganz so wie Israel im Gazastreifen reagierte, nachdem es durch den eintägigen Ausbruch der Hamas aus dem Konzentrationslager, das Israel dort für die Palästinenser errichtet hatte, gedemütigt worden war.

Hegseths Aussage, es gebe „keine Einsatzregeln“, bedeutet, dass die USA nun offen zugeben, dass der Iran zu einem Gebiet wurde, in dem ungehindert geschossen werden darf — wie zuvor in Gaza.

Dies erklärt, warum eines der ersten Ziele der US-amerikanischen und israelischen Angriffe eine Grundschule war, bei der mehr als 170 Menschen getötet wurden — die meisten davon Kinder unter zwölf Jahren.

Selbst die rechtsgerichtete Zeitung The Telegraph berichtet, dass Angriffe der USA und Israels bereits eine „Apokalypse“ in Teheran ausgelöst haben. Wesentliche zivile Infrastruktur wie Krankenhäuser, Schulen und Polizeistationen wird gezielt angegriffen. Wohngegenden werden flächendeckend bombardiert und Nahrungsmittel sowie Medikamente gehen rapide zur Neige.

Rubio hat geschworen, dass noch viel Schlimmeres bevorsteht.

Offenbar sind die USA von der verkommenen Logik der Dahiya-Doktrin erfasst worden, die Israel während seiner wiederholten Angriffe auf den Libanon entwickelte und über zweieinhalb Jahre in Gaza weiter verfeinerte.

Schwelende Trümmer

Die Dahiya-Doktrin geht weit über den bloßen Gedanken einer asymmetrischen Kriegsführung hinaus, die Angriffen einer stärkeren auf eine schwächere Seite innewohnt. Nach dieser Doktrin gelten zivile Opfer nicht mehr als bedauerliche „Kollateralschäden“ bei Angriffen auf militärische Ziele. Vielmehr wird die Zivilbevölkerung als ebenso legitimes Angriffsziel betrachtet wie militärische Infrastruktur.

Für Israel entstand die Dahiya-Doktrin aus der Einsicht, dass es in seinen Kämpfen gegen die von ihm beherrschten Palästinenser oder gegen den Widerstand der Hisbollah im Libanon keine sinnvollen Kriegsziele für Israel gab. Israel gab sich nicht damit zufrieden, die Palästinenser lediglich zu beschwichtigen. Es wusste, dass sie auf Dauer nicht zu beruhigen waren, zumal es nie beabsichtigte, eine politische Einigung mit ihnen zu erzielen. Die vielbeschworene Zweistaatenlösung diente ausschließlich dem Westen — in Israel selbst fand sie nie eine nennenswerte Unterstützung.

Israels Ziel bestand vielmehr darin, die Palästinenser durch überwältigende und wahllose Gewalt so in Angst zu versetzen, dass sie sich selbst ethnisch säubern und die Region verlassen — wie es bereits 1948 teilweise geschehen war.

Auch im Libanon, wo die Dahiya-Doktrin ursprünglich entwickelt wurde, ging es nicht darum, durch Machtdemonstration eine politische Einigung mit der Hisbollah zu erzielen. Die Hisbollah hatte klargemacht, dass sie sich niemals damit abfinden würde, zuzusehen, wie die Palästinenser aus ihrer Heimat ausgelöscht werden. Das Ziel bestand darin, im Libanon so viel Leid zu verursachen, dass sich andere religiöse Gruppen gegen die Hisbollah wenden und das Land in einen langwierigen Bürgerkrieg stürzen würden, wodurch Israel freie Hand hätte, mit der Vertreibung — und nun dem Völkermord — am palästinensischen Volk fortzufahren.

Im Rahmen der Dahiya-Doktrin erkannte Israel implizit an, dass es nicht nur gegen militante Kämpfer vorging, sondern gegen die gesamte Gesellschaft, aus der diese hervorgingen. Es musste akzeptieren, dass es nach traditionellen militärischen Maßstäben keinen Sieg, keine Kapitulation geben konnte. Was es stattdessen also tun musste, war, eine schwelende Ruine zurückzulassen.

Immer wieder hat Israel extreme Feuerkraft gegen zivile Infrastruktur und Wohngebiete eingesetzt, um den Willen der Gesellschaft zu brechen — um sie „in die Steinzeit“ zurückzuversetzen, wie es israelische Generäle ausdrückten — damit die Bevölkerung ihre Kräfte auf das Überleben und nicht auf den Widerstand konzentriert.

Genau das erklären Hegseth und Rubio nun als Washingtons Kriegsziele im Iran: eine mutwillige, brutale Zurschaustellung von Massenvernichtung, deren einziger Zweck die Zurschaustellung selbst ist.

Morbide Pathologie

Dies ist keine Erfolgsstrategie, weder militärisch noch politisch. Es ist nicht einmal eine gescheiterte Strategie — es ist die morbide Pathologie einer Sekte. Das erklärt die Flut von Beschwerden, die US-Soldaten in den ersten Tagen von Trumps Krieg über ihre Kommandeure eingereicht haben. Laut einem Bericht von Jonathan Larsen hier auf Substack waren es bisher mindestens 110 Fälle.

In einer bei der Military Religious Freedom Foundation (MRFF) eingereichten Beschwerde berichtete ein Kommandant einer Nichtkampfeinheit seinen Unteroffizieren, dass Trump „von Jesus gesalbt sei, um das Signalfeuer im Iran zu entzünden, das Armageddon auslösen und seine Rückkehr auf die Erde ankündigen soll“.

Das Kriegsministerium unter Hegseth, einem evangelikalen Christen, der glaubt, der Westen befinde sich in einem „Kreuzzug“ gegen den Islam, scheint die Bestimmungen des Ersten Verfassungszusatzes zu missachten, die das Missionieren innerhalb der Streitkräfte verbieten.

Die Theokratisierung der US-Streitkräfte ist nichts Neues. George W. Bush sprach bereits vor fast einem Vierteljahrhundert von einem „Kreuzzug“ gegen den Terror. Doch die Entwicklung hat inzwischen offenbar einen Punkt erreicht, an dem die obersten Ränge der US-Befehlskette tief von einer evangelikalen Kriegsbegeisterung durchdrungen sind — in der Israel eine zentrale Rolle spielt.

Mikey Weinstein, Präsident des MRFF und Airforce-Veteran, der im Weißen Haus unter Ronald Reagan diente, berichtete Larsen, seine Organisation sei von Soldaten „überschwemmt“ worden, die von der „Euphorie ihrer Kommandeure und der Befehlsketten darüber“ erzählten, „wie dieser neue ‚biblisch gebilligte‘ Krieg deutlich das unübersehbare Zeichen für das unverzügliche Herannahen der fundamentalistisch-christlichen ‚Endzeit‘ sei“.

In der auf den Offenbarungen des Johannes basierenden Endzeit-Lehre findet in Armageddon — einem Ort im heutigen Nordisrael — eine schreckliche Schlacht zwischen Gut und Böse statt, die zur Rückkehr des Messias auf die Erde und zu einer großen Entrückung führt, bei der gläubige Christen zu Gott hinaufgehoben werden. Weinstein fügte hinzu: „Viele ihrer Kommandeure sind besonders begeistert davon, wie grausam dieser Kampf sein wird, und konzentrieren sich darauf, wie blutig alles werden muss, um die fundamentalistisch-christliche Weltuntergangs-Eschatologie zu erfüllen und vollständig mit ihr übereinzustimmen.“

Das Wort Gottes

Im Zentrum dieser Überzeugungen steht die Zusammenkunft der Juden als Gottes auserwähltes Volk im Land Israel — ein deutlich größeres Gebiet als das des heutigen Staates Israel. Für christliche Fundamentalisten und eine wachsende Anzahl von US-Kommandeuren ist Israel der Auslöser für die Endzeit.

Aus naheliegenden Gründen pflegt Israel seine Verbindungen zu der großen Anzahl christlicher Fundamentalisten in den USA. Sie sind politisch aktiv — ihre Stimmen sicherten Trump die Präsidentschaft — und sie behandeln Israel eher als ein entscheidendes innenpolitisches Thema denn als eine Frage der Außenpolitik.

Sie drängen darauf, dass Israel weite Teile des Nahen Ostens einnimmt — was dies für die Palästinenser oder die anderen Völker der Region bedeutet, ist ihnen weitgehend egal.

All dies fügt sich nahtlos in die Ideologie ein, die Netanjahu und das israelische Militärkommando vertreten. Dieses wurde vor Jahren von denselben religiös-extremistischen Fanatikern übernommen, die die gewalttätige Siedlerbewegung anführen, welche die Palästinenser systematisch im Westjordanland angreift und ihr Land raubt. Als das israelische Militär seinen Genozid in Gaza begann, spornte Netanjahu die Soldaten an, indem er ihnen sagte, sie würden gegen das Volk der Amalekiter kämpfen — den Feind der alten Israeliten.

In der Bibel befahl Gott König Saul, das Volk der Amalekiter vollständig zu vernichten: jeden Mann, jede Frau, jedes Kind und jeden Säugling — sowie sämtliches Vieh. Wie man an der Auslöschung Gazas sehen kann, nahmen israelische Soldaten ihren Auftrag sehr wörtlich. Schließlich führten sie nicht nur Netanjahus Befehle aus, sondern einen Befehl Gottes.

Kampf der Kulturen

Netanjahu hat sich dabei nicht ausschließlich auf die Sakralisierung der blindwütigen Kriegsführung seiner eigenen und der US-Armee verlassen. Er hat auch in den USA und Europa eine breitere rassistische und anti-muslimische Stimmung geschürt, um Israel den Weg zu ebnen, während es weite Teile des Nahen Ostens dem Erdboden gleichmacht. Er hat energisch die Idee eines „Kampfes der Kulturen“ propagiert — die Vorstellung, dass ein „jüdisch-christlicher Westen“ in einem dauerhaften, gemeinsamen Krieg gegen die angebliche Barbarei der islamischen Welt steht.

Die Synergie zwischen einem US-Militär, das dem christlichen Fundamentalismus hörig ist, und einem israelischen Militär, das einem biblisch inspirierten jüdischen Suprematismus verfallen ist, wird jetzt im Iran allzu deutlich sichtbar.

Dieser vereinte militärische Koloss hat kein Interesse daran, Menschenrechte zu wahren. Er macht keinen Unterschied zwischen zivilen und militärischen Zielen. Die Sicherheit seiner eigenen Soldaten — als Vollstrecker des göttlichen Willens — steht über dem Schutz der Zivilisten, die von diesen Soldaten angegriffen werden.

Und er glaubt, dass er durch die Vernichtung des Lebens der Menschen im Iran den Willen Gottes verwirklicht. Dies ist das wahre Gesicht der Kriegsmaschinerie, die die „westliche Zivilisation“ aufrechterhält. Das sind die Werte, für die der Westen im Iran tatsächlich kämpft. Alles andere ist nur ein Vorwand.


Redaktionelle Anmerkung: Dieser Text erschien zuerst am 05. März 2026 unter dem Titel „In Iran, Israel’s morbid military cult now has the US fully in its grip“ auf dem Substack von Jonathan Cook. Er wurde von Gabriele Herb ehrenamtlich übersetzt und vom ehrenamtlichen Manova-Korrektorat-Team lektoriert.


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