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Turbulenzen in der Lebensmitte

Turbulenzen in der Lebensmitte

Im Gespräch mit Manova und Transition TV gibt die Verlegerin und Autorin Doreen Mechsner Einblicke in das Leben anderer Menschen, die eine gesellschaftsverändernde Kraft entfalten.

Doreen Mechsner wurde von ihrem Mann verlassen und erkannte nach über dreißig Jahren Ehe, dass sie auch alleine vollständig ist. Diese schmerzhafte Erfahrung brachte die Mutter von vier Kindern und selbstständige Autorin und Verlegerin zu der Idee für ihr neuestes Buch „Ausgewechselt“. Ihre Bücher sind weniger Fiktionen oder theoretische Gesellschaftsanalysen, als vielmehr Abbildungen des echten Lebens. So schenken ihre Werke ganz normalen Menschen eine Art Bühne und dienen nicht nur als Verbindung zwischen Menschen der heutigen Zeit, sondern auch als Zeitzeugnis für künftige Generationen.

In ihrem neuesten Buch „Ausgewechselt“ geben acht Frauen und Männer Einblicke in ihr Innenleben preis, die sie zum Teil nicht einmal ihren Ehepartnern gewähren. Die ganz persönlichen Erfahrungen lassen auch erkennen, was uns alle betrifft; zum Beispiel das heikle Thema der Sexualität und wie unterschiedlich Männer und Frauen diese erleben. So berichtet Aurora, 53 Jahre, im Kapitel „Pubertät rückwärts“:

„Ohne Testosteron bekommt Frau keinen Orgasmus. Da kann der beste Liebhaber der Welt daherkommen, ohne Testosteron passiert nichts. Du brauchst die Hormone als Botenstoffe und Testosteron eben unter anderem, um Lust empfinden zu können. In der Packungsbeilage stand, ich solle pro Tag drei Hubs bis zur Rückkehr der Libido nehmen. Diesen Punkt habe ich verpasst und hatte dann so was von einer Libido. Mit tropfendem Zahn bin ich die Straße langgegangen und war nur am Checken, mit wem ich jetzt gleich am liebsten in die Kiste springen würde. Das war eine echt coole Erfahrung. Ich dachte: ;Geil, so fühlen sich also all die Kerle.‘“

Es kommt auch zur Sprache, wie Frauen sich in einer von Männern dominierten Gesellschaft fühlen, in der zum Beispiel kein Platz für die „Wehwehchen“ der Menstruation ist. Diese Diskrepanz betrifft die Hälfte der Menschen und ist dennoch bis heute tabu. Zeit, dass Männer und Frauen sich öffnen und einander ohne Vorwürfe zeigen, was in ihnen vorgeht. „Ausgewechselt“ ist ein gelungener Anfang.


Elisa Gratias im Gespräch mit Doreen Mechsner

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