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Das Blut der anderen

Das Blut der anderen

Anstatt äußere Energiequellen anzuzapfen, können wir uns auf die Fülle in uns besinnen.

Wir leben in einer Welt des Mangels. An allen Ecken und Enden scheint es uns zu fehlen. Es mangelt uns an Geld, an Energie, an gutem Aussehen, an Respekt, an Anerkennung, an Liebe. Es gibt nicht genug zu essen für alle, nicht für alle ein Dach über dem Kopf, keinen Platz für alle auf diesem Planeten. Von allem, was wir brauchen oder begehren, scheint nicht genug da zu sein. Seit Menschengedenken laufen wir dem hinterher, was wir haben wollen und nur allzu oft nicht bekommen.

Das, was wir wollen, versuchen wir, uns von außen zu beschaffen. Andere sind es, die uns mit dem versorgen, was wir benötigen. Sie besorgen uns den Stoff. Wir bezahlen sie dafür. Andere kümmern sich um unsere Ernährung, unsere Erziehung, unseren Körper, unsere Energieversorgung, unseren Transport, unser Geld, unsere Informationen, unsere Bespielung, unsere Bequemlichkeit, um unser Leben und unser Ableben. Wir selbst können, außer Bestellungen aufzugeben, fast nichts mehr.

So sind wir bereit für die 15-Minuten-Stadt, das Gefängnis unter freiem Himmel, in dem wir schon bald nichts mehr besitzen werden und uns dennoch Glück verheißen wird. Auch darum müssen wir uns nicht mehr kümmern. Man wird es uns ganz einfach einimpfen, so wie man uns Gesundheit und Sicherheit eingeimpft hat. Wir haben praktisch nichts mehr zu tun, als unsere Abhängigkeit zu pflegen und gute Kunden zu sein, die sich bei Gelegenheit freiwillig entsorgen lassen.

Nach unserem Ebenbilde

Unsere Haltung hat unsere Umgebung geformt. Ganz nach unseren Vorstellungen ist unsere Welt gestaltet. Das Lebendige ist entsprechend seiner Nützlichkeit kategorisiert, die Böden sind in Parzellen unterteilt, die Flüsse umgeleitet, die Wälder abgeholzt, die Mineralien geplündert, die Tiere eingepfercht und die Pflanzen patentiert. Macht euch die Erde untertan. Kaum ein Wort, in einen göttlichen Mund gelegt, hat mehr Schaden angerichtet als dieses.

Sämtliche Quellen des Planeten zapfen wir an und machen sie zu Energie, die wir teuer verkaufen. Wir saugen das Blut der Erde aus wie Vampire, die immerzu neuen Saft brauchen, um überleben zu können.

Gierig hängen wir uns an die letzten Ressourcen, die der Leib der Erde noch hergeben will, und wollen nicht wahrhaben, dass wir selber zur Ressource geworden sind, die bis auf den letzten Tropfen ausgepresst wird.

Was wir dem Lebendigen um uns herum angetan haben, kommt zu uns zurück. Heute sind wir selbst es, die eingepfercht werden, eingesperrt, vergiftet, gebrandmarkt, genetisch manipuliert, patentiert, durch Maschinen ersetzt. Früher oder später ernten wir, was wir gesät haben. An der Bitterkeit der Früchte schließlich können wir erkennen, wo wir uns geirrt haben und kehrtmachen sollten.

Zwischenwelten

So können wir heute lernen, es künftig anders zu machen. Hierzu müssen wir weit zurück in unserer Geschichte, bis in die Zeit, bevor ein strenger, erbarmungsloser Alleinherrscher uns Gehorsam befahl, eine Zeit, in der die Fürsorge im Mittelpunkt des Lebens stand, die Großzügigkeit und der Überfluss, eine Zeit, in der es Platz für alle gab und in der das Leben einen Sinn hatte (1).

In der Geschichtsschreibung, wie sie uns gemeinhin vermittelt wird, gab es diese Zeiten nicht. Früher waren wir Wilde, die sich gegenseitig die Köpfe einschlugen. Entsprechend musste alles Ursprüngliche, Unberechenbare ausgerottet und durch kontrollierbare Technik ersetzt werden. Das Paradies, in dem es genug von allem gab und in dem der Mangel nicht existierte, wurde zu einer Illusion, einem Ammenmärchen, in das diejenigen sich flüchten, die der Realität nicht in die Augen zu sehen wagen.

Die Geschichte unserer Zivilisation ist auf Ausbeutung und Gewalt gebaut. Die vergangenen Jahrtausende sind eine Aneinanderreihung von Eroberungen, Schlachten und Kriegen, die immer dieselben bereichern, während die anderen meist leer ausgehen. Wir halten das für normal. Denn wir kennen es nicht anders. Wir sind auf Konkurrenz gedrillt. In dem Weltbild, das sich in unseren Köpfen festgesetzt hat, sind wir fehlerhafte, abhängige und mittlerweile überflüssige Wesen, die am besten so schnell wie möglich wieder vom Erdboden verschwinden.

Neue Saat

Doch was, wenn es ganz anders wäre? Wenn, wie die Matriarchatsforschung herausgefunden hat, die vor-patriarchale Welt eine friedliche war (1)? Wenn die Naturvölker nicht nur in Harmonie mit der Natur gelebt haben, sondern mit allen anderen Lebewesen auch, einschließlich ihresgleichen? Wenn der Krieg eine Erfindung von Herrschaftsstrukturen ist, die es nicht von Anfang an gab?

Wenn die Kindersterblichkeit im Laufe der Menschheitsgeschichte gar nicht gefallen und die Lebenserwartung nicht wirklich gestiegen ist? Wenn die Geschichte vom Mangel und den damit einhergehenden Abhängigkeiten eine Erfindung ist? Wenn es uns gar nicht besser geht, sondern schlechter? Wenn der sogenannte Fortschritt in Wirklichkeit ein Rückschritt ist?

Sind wir bereit, uns jenseits der Faktenchecks auf dieses Gedankenspiel einzulassen? Was wäre, wenn?

Was wäre, wenn der Mensch überhaupt nicht so ohnmächtig und mangelhaft wäre, wie er beschrieben wird? Wenn wir vielmehr großartige Fähigkeiten hätten, die man uns nur ausgeredet hat?

Wenn wir, anstatt in der Abhängigkeit des Mangels festzustecken, aus dem Vollen schöpfen würden? Wenn alles möglich wäre, was wir uns mit Geist und Herz vornehmen?

Jenseits des Mangels

Was wäre, wenn wir uns aus den alten Programmierungen lösen und uns praktisch selbst neu erschaffen würden? Kein transhumanistisches Konstrukt, sondern Menschen, die sich ihrer Fähigkeiten bewusst sind und sie nutzen? Wie sähe der Mensch aus, der keine Angst mehr vor Mangel hat und der weiß, dass genug von allem da ist? Der nicht mehr kämpft, sondern aus unerschöpflicher Quelle trinkt?

Wie leben Menschen zusammen, die ihre Beziehungen nicht mit Erwartungen und Anforderungen belasten, sondern die nehmen, was ihnen gegeben wird, die auskosten, was da ist? Was für Gemeinschaften bilden Menschen, die die Dankbarkeit pflegen und nicht die Gier? Menschen, die wissen, dass sie Teil eines Gefüges sind, eines großen Ganzen, in dem sie sich aussuchen können, was sie erleben und wie sie es tun?

Es liegt an uns, ob wir an den Mangel oder an die Fülle glauben, an unsere Möglichkeiten oder an unsere Ohnmacht, an die Hölle oder an das Paradies. Welche Pflanze begießen wir? Welche Früchte wollen wir ernten? Unser Denken bestimmt, wo es langgeht. Welche Gefühle erweckt es in uns, welche Wünsche und Bedürfnisse? Probieren wir es aus. Und erkunden wir, wohin uns ein Denken führt, in dem das Vertrauen den Ton angibt.


Quellen und Anmerkungen:

(1) https://www.manova.news/artikel/das-erbe-der-mutter, https://www.manova.news/artikel/die-weisheit-der-mutter, https://www.manova.news/artikel/zuruck-in-die-steinzeit


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